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Leselupe.de > Humor und Satire
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
Eingestellt am 15. 03. 2006 10:19


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Supermami
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

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Mein Name ist Stefan Klein. Sie kennen mich nicht. Trotzdem muss ich Ihnen von der Taufe meiner Nichte im letzten Monat erz├Ąhlen. Meine Schwester Miriam und ihr Mann Robert wohnen in Strinsmannsgrunde. Nie davon geh├Ârt? Das macht nichts. Strinsmannsgrunde liegt am Ende der Welt, und um dorthin zu kommen, m├╝ssten Sie durch die einsamste Gegend dieses Planeten fahren.

Es war schon sp├Ąt als meine Frau Karin und ich uns auf den Heimweg von der Taufe machten. Wir fuhren durch eben diese einsamste Gegend dieses Planeten. Wir lachten gerade herzlich ├╝ber Tante Emelies Horrorgeschichten, die sie regelm├Ąssig bei Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zum Besten gab, als unser Wagen einen bedenklichen Bocksprung vollf├╝hrte und zischend stehen blieb. Meine Startversuche blieben erfolglos. Ich fluchte, obwohl ich wusste, dass Karin es hasste, wenn ich das tat. Doch anstatt mich vorwurfsvoll anzublicken, sch├╝ttelte sie nur nachsichtig mit dem Kopf.
\"Sieh mal\", Karin zupfte an meinem Ärmel. \"Sieht aus, als stünde dort vorne ein Haus. Es brennt noch Licht. Von dort kannst du bestimmt einen Pannendienst anrufen. Ich bleibe solange im Wagen und lasse ein wenig frische Luft hinein.\"
Sie hatte Recht. Ich fischte nach Kleingeld, f├╝r den Fall, dass in diesem Haus dort ein Geizhals wohnte, und machte mich auf den Weg.
Auf mein Klingeln hin ├Âffnete sich sogleich die T├╝r. Ich konnte meinen Gegen├╝ber nicht erkennen, weil ihm das Licht aus dem Haus in den R├╝cken strahlte. Ich erz├Ąhlte ihm von unserem Dilemma und bat ihn, sein Telefon benutzen zu d├╝rfen.
\"Aber nat├╝rlich d├╝rfen Sie mein Telefon benutzen\", antwortete er und kicherte leise dabei. \"Kommen Sie nur rein - Sie werden sich wundern.\"
Er lie├č mich an sich vorbei gehen und schloss die T├╝r. Ich drehte mich zu ihm um, und im selben Augenblick wurde mir klar, dass ich einen grossen Fehler begangen hatte. Ich stand einem offensichtlich Irren gegen├╝ber. Seine Haare standen ihm wirr vom Kopf ab, was wiederum gut zu seinem wahnsinnigen Augenausdruck passte. Ich lachte ├Ąngstlich auf. Der Irre kam lauernd auf mich zu und packte mich mit blutverschmierter Hand am ├ärmel.
\"Ich habe schon auf Sie gewartet\", fl├╝sterte er beschw├Ârend. \"Ich habe mein Werk gerade vollendet. Wir werden eine Menge Spa├č haben, wir beide.\"
\"Vielleicht sollte ich sp├Ąter wieder kommen\", fragte ich mit zitternder Stimme.
Erschrocken zuckte er zusammen, sein Mund verzog sich schauerlich, aber er bekam sich wieder unter Kontrolle.
\"Das kommt nat├╝rlich nicht in Frage. So grausam d├╝rfen Sie nicht sein. Jetzt, wo ich alles vorbereitet habe. Gehen Sie doch schon einmal in die Bibliothek. Ich hole eine Erfrischung.\"
Da hatten wir es. Es waren nur die Nerven. Tante Emelie und ihre Horrorgeschichten, die machten einen ganz kirre. Der Kerl war doch ganz nett, auch wenn er ein ernstes Wort mit seinem Friseur reden sollte. Sobald wir gemeinsam eine Limonade geschl├╝rft hatten, w├╝rde ich den Pannendienst anrufen und morgen herzlich mit Karin ├╝ber meine Angst lachen.
Ich ├Âffnete die T├╝r zur Bibliothek und schlug sie sogleich krachend wieder zu. Ich presste mich an die Wand, kniff die Augen zu und betete was das Zeug hielt. Das konnte nicht sein! Ich war nun vollkommen sicher, unter Halluzinationen zu leiden. Dort drinnen hatte nicht wirklich eine tote Frau gelegen, noch dazu so grauenhaft zugerichtet. Die Kerzen, das viele Blut und ... Nein, das hatte ich nicht gesehen.
Mein Gastgeber kam aus der K├╝che. Auf einem Tablett balanzierte er ein Glas mit einer dampfend blauen Fl├╝ssigkeit. Sichtlich erfreut sah er meinen verst├Ârten Gesichtsausdruck.
\"Sie haben sie gesehen!\" rief er. \"Ist das nicht wunderbar. Sie k├Ânnen mir glauben, ich habe Stunden gebraucht, um sie so zuzurichten.\"
Das glaubte ich ihm gerne.
\"Hier nehmen Sie\", er hielt mir das dampfende Zeug unter die Nase. \"Ich hab es selbst zubereitet, nach einem Rezept meiner Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Gro├čmutter.\"
Ich musste tun, was er mir sagte. Schon f├╝hlte ich den Bann, in den er mich zog. Ich hatte das Glas schon fast an den Lippen, als er hinzu f├╝gte: \"Sie wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt, die Arme - wegen Giftmischerei.\"
Das Glas flog im hohen Bogen durch die Luft und hinterlie├č einen unsch├Ânen Fleck auf der Tapete. Der Irre schien dar├╝ber nicht sonderlich erbost. Gl├╝cklich strahlte er mich an.
\"Jetzt habe ich Sie erschreckt, nicht wahr?\" kicherte er. \"Aber das war erst der Anfang. Sie werden sich noch w├╝nschen, niemals hierher gekommen zu sein.\"
Ich musste ihm entkommen, soviel stand fest. Ich hechtete zur Haust├╝r. Doch er verstellte mir mit weit ausgebreiteten Armen den Weg.
\"Sie d├╝rfen jetzt noch nicht gehen!\" schrie er hysterisch. \"Das werde ich nicht zulassen.\"
Sollte das wirklich mein Ende sein? Meine arme Frau sa├č dort draussen ahnungslos im Wagen, und ich w├╝rde bald so aussehen wie die Frau in der Bibliothek. Doch nicht ohne Kampf. Meine Angst verlieh mir ├╝bernat├╝rliche Kr├Ąfte. Ich packte den Irren am Kragen und schleuderte ihn gegen eine Ritterr├╝stung, die klappernd ├╝ber ihm zusammen brach. Hastig ri├č ich die T├╝r auf und sprang ins Freie. Vielleicht war ein Wunder geschehen und der Wagen lief nun.
Es war nat├╝rlich kein Wunder geschehen. Ich hatte mich kaum hinter das Steuer gezw├Ąngt, als sich Karin weinerlich beschwerte, dass es unm├Âglich sei, die Fenster zu schlie├čen. Die Batterie habe nach den vielen Startversuchen endg├╝ltig den Geist aufgegeben und die automatischen Fensterheber funktionierten deswegen nicht. Ihr sei aber kalt, schlie├člich habe ich die ganze Zeit in einem warmen, gem├╝tlichen Haus verbracht, w├Ąhrend sie ...
Ich h├Ârte ihr nicht mehr zu. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis der Irre mir folgte. Da! Tats├Ąchlich! So bald schon! Er kam.
Wir sa├čen in der Falle. Was nutzte es, die Verriegelung herunter zu dr├╝cken, wenn sich die Fenster nicht schlie├čen lie├čen. Wir waren verloren.
\"Bete\", fl├╝sterte ich, \"bete.\" Aber Karin zog es vor, zu schmollen.
Der Irre hatte unseren Wagen erreicht. Er steckte seinen Kopf durch das Fenster und brachte sein Gesicht dicht vor das meinige.
\"Nun, wie war ich?\" fragte er. Dabei gluckste sein Stimme, so als k├Ânne er sich vor Erwartung und Freude nicht einkriegen. \"Oh bitte sagen Sie, dass es Ihnen gefallen hat. Alles andere w├╝rde mich vernichten. Ich sehe. Sie sind sprachlos vor Begeisterung. Andrea dort drinnen und ich haben uns auch so bem├╝ht. Sie m├╝ssen aber auch zugeben, dass das eine ganz absonderliche Idee von Ihnen war. Noch nie habe ich einen Regisseur kennen gelernt, der sich Schauspieler auf diese Weise aussucht. Bekomme ich nun die Rolle des Dracula in Ihrer n├Ąchsten Inszenierung, oder nicht?\"

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Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

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Da sind ein paar unlogische Sachen drin.

1) Du gibst dem Leser an keiner einzigen Stelle einen Hinweis, dass der Protagonist Filmregisseur ist. Damit verpufft die Pointe vollst├Ąndig.

2) Wie haben die das bloss gemacht, dass sein Auto ausgerechnet dort zusammenbricht, wo der M├Âchtegernschauspieler wohnt?

Humor muss insofern auf realistischer Basis stehen, damit der Leser folgen kann. Irgendwo muss es schl├╝ssig und logisch sein, aber dann kannst Du (zumeist) machen was Du willst.

So wie die Geschichte jetzt ist, kann Dir ein leser nicht folgen. Der Humor bleibt aus.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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Supermami
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

Werke: 4
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Hallo Marius

Jetzt habe ich lange ├╝berlegt, ob ich Dir antworte - und tue es:

1.) Der Protagonist ist kein Filmregisseur. Er wird nur versehentlich daf├╝r gehalten. Eben das ist die Pointe.

2.) Und das Auto bleibt aus puren Zufall dort stehen. Warum auch nicht?

Ich h├Ątte nicht gedacht, dass diese Geschichte so falsch zu interpretieren ist. Aber falls es noch mehreren so gegangen ist, bitte ich doch um R├╝ckmeldung. Danke.

Beate

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Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

Werke: 51
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Ad 1) OK, dann habe ich das doch richtig verstanden. Er ist kein Regisseur.

Ad 2) OK, ist dann auch logisch und so vermutet.

Aber: warum glaubt der Durchgeknallte, dass er da einen Filmregisseur vor sich hat? Diese "Pointe" kommt so aus dem Nichts, dass sie erkl├Ąrt werden muss. Und damit verliert sie an Humor. Zumindest f├╝r mich ist das so, aber ich bin spreche nicht f├╝r andere.

Marius
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anbas
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Registriert: Mar 2006

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Hallo Beate,

nein, mir ging's nicht so wie Marius.

Allerdings tat ich mich beim Lesen etwas schwer. Bl├Âderweise kann ich das nicht so konkret beschreiben, wie ich gerne m├Âchte. Aber auf mich wirkt der Text h├Ąufig zu gewollt auf 'Stimmung erzeugen'.

Noch zwei etwas konkreter Anmerkungen:

1) Den einleitenden Absatz halte ich - zumindest in dieser Form - f├╝r ├╝berfl├╝ssig. Au├čerdem schreibst Du dort in einem Stil, den Du nicht die ganze Geschichte ├╝ber aufrecht erh├Ąlst. Das pa├čt irgendwie nicht zusammen.

2) (Eine Kleinigkeit) "balancierte", nicht "balanzierte"

Gru├č Andreas

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