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Leselupe.de > Humor und Satire
Werbung für das Eulenberg-Gymnasium
Eingestellt am 22. 07. 2001 00:15


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Willi Corsten
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Werbung für das Eulenberg-Gymnasium
von Willi Corsten

Liebe Eltern, Sie überlegen, welches Gymnasium Ihr Kind nach der Grundschule besuchen soll. Bitte entscheiden Sie sich für das Eulenberg-Gymnasium. Zahlreiche Gründe sprechen dafür.
Da wir auch an Samstagen unterrichten, genießt Ihr Kind ein Privileg, das den meisten Arbeitern heute verwehrt ist. Es lernt schon im zarten Alter, den unnötigen Luxus der Freizeit zu meiden und wird bestens auf die Forderungen unserer Leistungsgesellschaft vorbereitet. Die kostspieligen Wochenendausflüge entfallen, die Haushaltskasse wird geschont.
Ein wichtiger Pluspunkt ist auch unser Schulbusverkehr. Auf Anraten von Professor Sparmann haben wir die Anzahl der Busse deutlich reduziert, weil beim Streit um die wenigen Plätze das Durchsetzungsvermögen der Kinder nachhaltig geschult wird. Die überfüllten Fahrzeuge gewährleisten den für die seelische Entwicklung so wichtigen Körperkontakt, vermitteln in spielerischer Form anatomische Kenntnisse vom anderen Geschlecht, bauen Berührungsängste ab und beseitigen frustrierende Unwissenheit.
Das Sichwohlfühlen in räumlicher Enge üben wir auch in den Klassenzimmern, die im Gegensatz zu weniger fortschrittlichen Schulen bewusst klein und düster gestaltet sind. Die Räume waren ursprünglich als Legebatterien für Hühner gedacht, doch das Vorhaben scheiterte am Einspruch der Tierschutzbehörde.
Die Gesundheit der Schüler liegt uns besonders am Herzen, darum werden defekte Wartehäuschen nicht mehr repariert. Nach verlassen der überheizten Räume sollen die Kinder auch im Winter unter freiem Himmel auf den Bus warten dürfen. Die heilsame Wirkung dieser Schocktherapie hat seinerzeit schon der gute Pfarrer Kneipp erkannt.
Zum Schluss möchte ich besonders die Mütter auf eine weitere segensreiche Gepflogenheit unserer Schule hinweisen: Um die Geduld Ihres Kindes zu fördern, fahren die Busse häufig mit erheblicher Verspätung zurück. Das ist für sie, meine Damen, von unschätzbarem Wert, denn gähnende Langeweile kommt erst gar nicht auf, und Ihr Selbstvertrauen erlebt einen ungeahnten Höhenflug. In kurzer Zeit lernen Sie nämlich, das Essen wieder und wieder aufzuwärmen, ohne mehr als zwei durchgebrannte Kochtöpfe pro Woche ersetzen zu müssen.
Folglich gibt es keine bessere Schule als das Eulenberg-Gymnasium.

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urte
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Danke für den Tip, lieber Willi. Sehr amüsant und böse. Man sieht die Profilierungsnot der heutigen Schulen sehr frech auf den Punkt gebracht.
Eine Winzigkeit nur. Die meisten "Themen" beziehen sich ja auf real Gegebenes, satirisch gewaltig überspitzt; nur die "räumliche Enge" mit Legebatterie usw. kommt mir bei den Schulräumen nicht so ganz treffend vor (beim Schulbus stimmt es). Die Zeit der (zu) "kleinen", "dunklen"(?) Schulräume ist so lange vorbei (wir waren in der 5. Klasse zu 62 in einem Raum), daß man hier vielleicht geradezu mit dem Kontrast zur Schulbus-Enge arbeiten könnte: Die Schulen werben ja deshalb um mehr Schüler, weil sie eher zu wenige haben. Wenn man nun z.B. die große Freiheit in "fast leeren" Klassenzimmern anpriese, mit einem eigenen Lehrer und Kontrolle (!) für jeden Schüler ... ??? Das könnte auch ganz schön satirisch werden, hieße aber nochmal umzuschreiben.
(Natürlich gibt es auch Klassen, in denen die sehr groß gewachsenen Jugendlichen die Räume zu überfüllen und zu sprengen scheinen, und nicht jedes Gymnasium hat zu wenige Schüler, aber das interessiert hier ja nicht so).
Das ging mir so durch den Kopf nach dem Lesen. Viel Spaß noch mit dieser und anderen Geschichten. Herzlich, Urte

__________________
(C)Urte Skaliks-Wagner

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Willi Corsten
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Liebe urte,


danke für den guten Hinweis bezüglich der ...kleinen, dunklen Schulräume.
Eignet sich hervorragend als Kontrast zu den überfüllten Bussen.
Natürlich schreibe ich die Satire noch einmal neu, denn gerade wegen dieser Hinweise stelle ich meine Texte ja in die LL.
Es grüßt dich lieb
Willi

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urte
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Lieber Willi,
danke für Deine Mail, aber im übrigen: be independent! Trotzdem bin ich gespannt! Herzlich, Urte
__________________
(C)Urte Skaliks-Wagner

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Willi Corsten
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Liebe urte, hier nun meine geplante Änderung. Findest du sie in Ordnung so?
Vielen Dank für deine Mühe.
Gruß Willi

Andere Schulen haben Klassenzimmer, die ursprünglich als Legebatterien für Hühner gedacht waren. Das Vorhaben scheiterte damals nur am Einspruch der Tierschutzbehörde. Wir aber verfügen über sonnendurchflutete, riesengroße Räume, in denen sich die wenigen Schüler fast verirren. Einsamkeit entsteht jedoch nicht, weil auf drei Kinder eine Lehrperson kommt, die peinlich genau Buch führt, und jeden Übermut in geordnete Bahnen lenkt.

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urte
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Ja, Willi,
Du hast es auf Deine Art witzig integriert. Jetzt mußte ich dabei auch sehr grinsen, - denn es paßt in den übrigen Tenor und ist glaubwürdiger. Grüße, Urte
__________________
(C)Urte Skaliks-Wagner

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