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Leselupe.de > Kindergeschichten
Wettergeheimnis
Eingestellt am 07. 11. 2010 16:23


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fynn
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Registriert: Dec 2006

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Vielleicht fragt ihr euch manchmal, wo kommt eigentlich der Regen her? Warum versteckt sich der Sonnenschein oft hinter der Wolken? Und was ist ein Gewitter?

Lange Zeit habe ich das auch nicht gewusst, aber eines Tages lag ich im fr├╝hen Morgengrauen auf einer wunderbar gr├╝nen Wiese und lauschte den V├Âgeln und ein wenig auch der Stille. Der Himmel war noch ganz blau und pl├Âtzlich l├Âste sich ein kleiner Tautropfen von einem Grashalm und schlich sich in mein Ohr. Und leise begann er mir zu berichten vom Land des Wetterk├Ânigs. Ja ihr habt ganz richtig geh├Ârt, das Land des Wetterk├Ânigs!

Ganz weit oben am Himmel, dort wo das helle leuchtende Blau allm├Ąhlich in eine dunkle, ja fast schwarze T├Ânung ├╝bergeht, befindet sich das Land des Wetterk├Ânigs.
Der Wetterk├Ânig ist eigentlich ein ziemlich lustiger Mann, ein bisschen klein und rundlich (denn er naschte doch gar zu oft von den morgendlichen Tautropfen) und er hat viele, viele Kinder. Sein Land, das von den funkelnden Sternen beleuchtet wird, ist sehr sehr gro├č und von ├╝berall hatte man die beste Aussicht auf die Erde.
Sein ├Ąltester Sohn, Donner genannt war ihm ziemlich ├Ąhnlich. Er sah auch rundlich aus und war ebenso klein. Eigentlich tat er den ganzen Tag nichts anderes als essen und schlafen. Doch manchmal ├Ąrgerte ihn sein nur wenige Minuten j├╝ngerer Bruder Blitz so derma├čen, dass Donner wild hinter Blitz hinter her rannte und dabei so einen L├Ąrm machte, dass man das sogar gelegentlich auf der Erde h├Âren kann. Blitz nahm das alles nicht so ernst, h├╝pfte ├╝berm├╝tig und vergn├╝gt durch das Land und das was man in seinen Augen aufblitzen sehen konnte, das war der reine Schalk.
Die Menschen auf der Erde hatten f├╝r die beiden zusammen einen sehr eigent├╝mlichen Namen - Gewitter. Aber meistens hielt sich Blitz ja doch von seinem ├Ąlteren Bruder fern, so dass dieser immer rundlicher wurde mit den Jahren und nur noch selten Lust hatte, aufzustehen und hinter dem frechen Blitz herzujagen.
Der Wetterk├Ânig hatte auch eine wundersch├Âne Tochter. Sie war sein Sonnenschein. Schon von Geburt an war sie ein sehr fr├Âhliches und ausgelassenes Kind und sprang wild durch das Land um alles zu entdecken, was es nur zu entdecken gab. Sie war f├╝r ihre Neugier bekannt und h├Ątte sie nicht manchmal ihre Mutter festgehalten, w├Ąre sie wohl schon so manches Mal auf die Erde geplumst vor lauter neugierigem Gucken.
Mit den Wolken, von denen es viele gab im Land des Wetterk├Ânigs, spielte sie oft verstecken und weil sie so oft gewann, waren die Wolken manchmal gemein zu ihr und versperrten ihr die Aussicht auf die Erde.
Aber meistens durfte sie schauen soviel sie wollte und es soll sogar schon Tage gegeben haben, wo die Wolken ihr ganz den Aussichtsplatz auf die Erde ├╝berlassen haben. Dann berichteten die Menschen auf der Erde von einem himmelblauen Himmel und strahlendem Sonnenschein. (Ist ja klar das sie strahlte oder?)
Es gab noch eine Tochter, die vom Wetterk├Ânig Nebel gerufen wurde. Sie hatte die etwas eigent├╝mliche Angewohnheit schon mitten in der Nacht aufzustehen, wenn alle anderen im Land des Wetterk├Ânig noch schliefen, und schon im Morgengrauen wieder zu verschwinden. Deshalb sagte man auch von ihr, dass sie ziemlich faul w├Ąre, aber das ist nicht so. Denn sie ist es, die die leckeren Tautropfen anbaut, von denen sich alle im Land des Wetterk├Ânigs ern├Ąhren. Und daf├╝r brauch sie soviel Kraft und Energie, dass sie sich eben den ganzen Tag ausruhen muss, um dann wieder frisch zu sein - Taufrisch.
Ihr seht also der Wetterk├Ânig hat wirklich ganz wunderbare Kinder, von denen ihr alle sicher schon einmal etwas geh├Ârt habt, oder?

Doch halt, wir haben ja noch eine vergessen. Seine j├╝ngste Tochter Regen genannt. Ach wie oft wird sie vergessen, denn die andern Kinder des K├Ânigs sind bei aller Freundlichkeit auch ziemlich laut und wild und st├╝rmisch. Nur Regen ist sehr leise in ihrer Art. Und weil sie eben immer so leise war ihr ganzes Leben lang, war es f├╝r viele viele Jahre so, dass ihre Geschwister nie mit ihr spielen wollten und sie auch nie einen Platz am Ausguck zur Erde bekam. Sie durfte keinen Blick auf sie erhaschen und fragte sich immer, wie es dort wohl ausschauen w├╝rde auf der Erde.

Eines Tages ging sie dann zu ihrer Mutter und klagte ihr ihr Leid. Sie erz├Ąhlte ihr von ihren Sorgen und ihrem Kummer und weil sie so schrecklich traurig war dar├╝ber, purzelten ihr ein paar Tr├Ąnen ├╝ber die Wangen.
Dar├╝ber waren alles so verbl├╝fft, dass es eine Weile im ganzen Land still waren und nur ganz leise die Tr├Ąnen auf den Boden fielen.
Alle schauten auf Regen, die so sehr ungl├╝cklich war.
Auch die Menschen auf der Erde schauten nach oben um zu schauen, was denn da los war. Auch dort wurde es pl├Âtzlich ziemlich still und fast lautlos fielen die Tr├Ąnen von Regen auf den Boden.

Die Menschen konnten sich das nicht erkl├Ąren und schauten noch lange an diesem Tag ratlos zum Himmel. Sie hatten ja noch nie etwas von dem j├╝ngsten Kind des Wetterk├Ânigs geh├Ârt, sondern kannten nur die anderen vier. Deshalb konnte diese Tropfen die da vom Himmel fielen, ja nur von Regen sein und wurden fortan Regentropfen genannt.
Die anderen Kinder des Wetterk├Ânigs waren ebenfalls sehr ungl├╝cklich als sie ihre Schwester so sahen und sie beschlossen, dass sie von nun an immer mitspielen durfte und sie auch ab und zu mal auf die Erde schauen konnte, wenn ihr danach war.
So kam es dass die kleine Regen manchmal mit ihren wilden Br├╝dern Blitz und Donner spielte und man auf der Erde doch tats├Ąchlich bald von Gewitterregen sprach. Oder manchmal stand sie ebenso fr├╝h auf wie ihre Schwester Nebel und half ihr ein wenig bei der Arbeit. Dann gab es auf den Tautropfenfeldern eine besonders gro├če Ernte und die Menschen auf der Erde redeten von Nieselregen (wahrscheinlich hatten sie sich verh├Ârt und Nebel mit Niesel verwechselt).

Und manchmal, aber nur selten, gingen auch Sonnenschein und Regen gemeinsam durchs Land, aber eben nur selten, weil f├╝r die flinke und ausgelassene Sonnenschein war Regen eben doch ein wenig zu leise und zur├╝ckhaltend.
Doch diese Tage waren f├╝r die Menschen auf der Erde etwas ganz ganz Besonderes.
Ihr Himmel der sonst Blau (und manchmal wei├č oder grau von den Wolken die nicht verlieren mochten) leuchtete, erstrahlte in den sch├Ânsten Farben die man sich nur vorstellen kann. Gelb und Orange und Rot und T├╝rkis und Blau und Gr├╝n und Lila. Wie ein gro├čer Bogen spannten sich diese Farben ├╝ber die Erde und die Menschen wussten, dass Regen mal wieder gemeinsam mit ihrer fr├Âhlichen Sonnenscheinschwester unterwegs war und nannten das dann Regenbogen.
Und weil nat├╝rlich keiner vorher wei├č, was am n├Ąchsten Tag in diesem fernen Land des Wetterk├Ânigs passieren wird, ist das Wetter auf der Erde sehr wechselhaft und steckt voller ├ťberraschungen. Manchmal gibt es Sonnenschein, an besonders wilden Tagen Gewitter, manchmal ganz leisen und sanften Regen und ziemlich oft sieht man morgens Nebel.

Wenn ihr noch mehr dar├╝ber wissen wollt, dann macht es doch so wie ich. Legt euch einfach auf eine wunderbar gr├╝ne Wiese und schlie├čt die Augen und wenn ihr Gl├╝ck habt, besucht euch auch so ein kleiner Tautropfen und erz├Ąhlt euch mehr ├╝ber das Land des Wetterk├Ânigs.

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