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Leselupe.de > Humor und Satire
Wichtiger Bericht
Eingestellt am 11. 01. 2002 17:31


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Helmut D.
???
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Wichtiger Bericht!

Ich muß der Welt jetzt zu dieser Stunde von einer wichtigen Sache berichten, die sich gerade zugetragen hat.
Nun, gerade eben, als ich aus dem Fenster blickte, sah ich -und ich konnte zuerst meinen Augen nicht trauen-, eine schicksalhafte Begebenheit, ja ich meine sogar, ein geschichtliches Ereignis. Denn als ich gerade meine Augen durch die etwas verschmutzte Fensterscheibe meines sonst aufgerĂ€umten Zimmers wandte, sah ich vor meinen Augen ein Raumschiff, das justament in meinen Garten gelandet ist. Und als sich dann das fremde Raumschiff, das einer Untertasse glich, in meinen Garten niedergelassen hat, stiegen sofort zwei kleine, blaue MĂ€nnchen in Birnenform aus und hĂŒpften mit ein, zwei SĂ€tzen durch den Garten, auf das große GebĂ€ude jenseits meines Hauses zu. Nun muß ich zur Verdeutlichung meines Berichtes dazu sagen, daß sich jenseits meines Gartens ein GebĂ€ude mit amtlichen Inhalt befindet, daß zwar Ordnungsamt heißt, aber in Wirklichkeit vermutlich eine Außenstelle irgendeiner militĂ€rischen oder geheimdienstlichen Behörde ist. Denn die Leute, die sich in das fĂŒr Besucher gesperrte GebĂ€ude mit Bundesflagge frĂŒhmorgens und am spĂ€ten Abend begeben, tragen stets dunkle RegenmĂ€ntel und sind auch sonst sehr zugeknöpft, wenn es um irgendwelche Fragen geht.
Nun, so haben sich also soeben zwei Außerirdische auf dem Weg in das genannte GebĂ€ude gemacht, besser gesagt, sie sind dorthin gehĂŒpft und sie haben dann, und jetzt kommt der entscheidende Punkt, weswegen ich diese Botschaft an die Menschen schreibe, das betreffende GebĂ€ude einfach eingenebelt und in Luft aufgelöst. Ja, man mag es kaum glauben, die außerirdischen MĂ€nnchen zogen, und ich habe es mit eigenen Augen gesehen, zwei kleine pistolenĂ€hnliche GegenstĂ€nde, aus denen eine dunkle Gaswolke kam, die das ominöse GebĂ€ude einhĂŒllte und praktisch aufgelöst hat.
Und so stehe ich nun am Fenster und verfolge das weitere Geschehen, um allen Menschen, die mir zuhören, dieses wichtige Ereignis, das gerade stattfindet und vielleicht epochale Folgen hat, mitzuteilen. Jetzt gerade sehe ich, wie sich die beiden MĂ€nnchen, ja ich sehe es genau, wie die beiden MĂ€nnchen eine kleine Flasche in HĂ€nden halten, in der sich, ja ich sehe es, das aufgelöste Amt befindet. Und nun besteigen die beiden MĂ€nnchen ihr Raumschiff und, ich glaube ein Licht ĂŒber dem Schiff zu erkennen, nun kommt das Raumschiff in Bewegung, nein, ich glaube es kommt etwas aus dem Raumschiff hervor. Ich muß kurz einmal meinen Feldstecher nehmen, um die Sache deutlicher zu sehen, Augenblick...
Ja, jetzt sehe ich es genau, es tritt eine Art dunkles Gas aus dem Raumschiff hervor und hĂŒllt immer mehr die Gegend ein, und was sehe ich nun.... mm, oh, ich glaube, das Gas benetzt jetzt die BĂ€ume in meinem Garten und auch den Rasen und es scheint diese Dinge aufzufressen. Heiliger Gott, da sind in meinen Garten Außerirdische gelandet und lösen meine BĂ€ume und den Rasen auf! Was hat das alles zu bedeuten? Ist das eine feindliche Übernahme der Erde durch fremde Wesen? Jetzt sehe ich es genau, oh weh, mein ganzer Garten hat sich aufgelöst und da, wo der Rasen und die BĂ€ume waren, ist nur noch ein schwarzes Loch zu sehen und das schwarze Loch frißt immer mehr Dinge in sich hinein, denn alles was das Gas, das immer noch zu sehen ist, einhĂŒllt, verwandelt sich in Leere und Nichts. Ich glaube, das ist der Beginn eines großen Dramas, denn das Gas greift immer weiter um sich. Jetzt hat es schon ein vier Meter großes Loch erzeugt und... was sehe ich jetzt, das Raumschiff hebt ab und fliegt davon, ich glaube das ist die Rettung. Mal sehen, was geschieht. Vielleicht geht doch noch alles gut!
Das große Loch befindet sich aber immer noch in meinen Garten. Oh, was nun, und es wĂ€chst und wĂ€chst, und ergreift alles, was es umhĂŒllt. Ich denke, das ist ein schwarzes Loch, ja ein schwarzes Loch und das schwarze Loch wird grĂ¶ĂŸer und grĂ¶ĂŸer. Jetzt wo ich das sage, hat das Loch schon den ganzen Garten erfaßt und in sich verschlungen. Ein gespenstisches Bild, unvorstellbar, da befindet sich keine drei Meter von mir ein großes schwarzes Loch, das alles in sich verschwinden lĂ€ĂŸt und die ganze Gegend auflöst. Und das Loch wĂ€chst unaufhaltsam und ist nicht zu stoppen, ich glaube ich muß mich sofort aus dem Staub machen, damit das Loch mich nicht selbst auffrißt. Ah, was sehe ich da... was ist das, was ich jetzt sehe? Das Loch, ja das Loch kommt immer nĂ€her, und es ist nur noch einen Meter von mir entfernt... eine große Finsternis ist vor mir, alles ist dunkel, alles ist schwarz, alles ist leer. Ich glaube, das sind meine letzten Sekunden... das Loch erfaßt schon meine Hand, es hat mich ergriffen... es zieht mich in sich hinein, es verschluckt mich......oh...ah....


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jon
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Du hast ja 'ne sehr humoristisch-satirische Ader! Ich fand den Text eher erheiternd als gruselig.

Eine unlogische Sache ist im Text: Niemand wĂŒrde „seelenruhig“ am Fenster stehen bleiben und einen Bericht schreiben / durchtelefonieren / auf Band sprechen (???), wĂ€hrend das schwarze Loch auf ihn zukommt. Es sei denn, er ist (Sensations-)Reporter oder sowas. Das (und die Form dieses Berichtes) solltest du noch erwĂ€hnen.

Es könnte aber auch einer dieser ewigen Fenster-Gucker sein, der seinem Partner/seiner Partnerin immer erzÀhlen muss, was er gerade sieht, wÀhrend der/die Partner/in gar nicht zuhört).

Dann – wenn damit praktisch die Sensationslust der Menschen am Beispiel dieses Menschen auf die Schippe genommen wĂŒrde, dann wĂŒrde der Text auch richtig Sinn machen.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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Helmut D.
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Diese Geschichte wollte ich erst zu einer Satire machen. Aber dann dachte ich, daß das vielleicht niemand komisch findet. Und deshalb habe ich es in Richtung schwarzer Humor umgebogen.

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jon
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...ich fand es satirisch-komisch. Selbst ohne konkreten Hinweis, auf den "Fenster-Gucker" (auch wenn das den Text komplettieren wĂŒrde). Nachdem ich nun nochmal drĂŒber gelesen habe, fĂ€nde ich gut, wenn das ganze einen Rahmen bekĂ€me. Irgendwie sowas wie eine Radioansage:

"Liebe Zuhörer, wir unterbrechen unser Konzert zur MIttagsstunde durch einen aktuellen Bericht unseres Kollegen Walter Sowieso."
(TEXT)
"Soweit zu den aktuellen Ereignissen in Zumpelhausen. Hören Sie nun wieder das Rundfunkstreichorchester mit dem Konzert fĂŒr Violine und Kontrabass von..."

Oder als Fernsehsketch analog die Liveschaltung zu Walter Sowieso nach Irgendwo...

...du siehst, dein Text inspiriert!
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