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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wie er es versucht hat, versucht hat, versucht hat
Eingestellt am 05. 05. 2003 21:19


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Kabelkolb
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Mar 2003

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Wie er es versucht hat, versucht hat, versucht hat

Als ihm schlecht wurde, waren die meisten G├Ąste schon verschwunden. Er sa├č allein auf seinem Sofa und versuchte das Schwindelgef├╝hl durch abwechselndes ├ľffnen und Schlie├čen der Augen zu unterdr├╝cken. Auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu. Es funktionierte nicht. Das hatte es nie. Nicht mehr lange und er m├╝sste kotzen.
Zeitweilig versetzte ihn das Wissen ├╝ber die bevorstehende Tortur in eine unangemessen gute Laune. F├╝r den Bruchteil einer Sekunde war er sich gewiss, seinen K├Ârper ├╝berlistet und sein Unterbewusstsein get├Ąuscht zu haben. Seine winzige aktive Gehirnh├Ąlfte bem├Ąchtigte sich kurzeitig der Kontrolle ├╝ber den etwas gr├Â├čeren passiv-intuitiven Teil. F├╝r einen Augenblick sp├╝rte er geradezu seine K├Ârperfunktionen bis in jede einzelne Faser. Herrlich. Er wusste bescheid. Was ihm sein K├Ârper verriet war eindeutig: Ab ins Bad!

Das Bad befand sich am Ende des Flures und war mit wenigen Schritten zu erreichen. Die Entfernung selbst konnte kein Problem darstellen und auch das leichte Schwanken in seiner Bewegung w├Ąre er im Stande gewesen zu ├╝berwinden. Ja, vielleicht w├╝rde er aufstehen, ins Bad hasten, sich ├╝bergeben und alles w├Ąre in Ordnung. Vielleicht konnte er sogar aufstehen, aber es zu probieren erschien ihm zu riskant. Im Flur waren ja noch Leute. Erst mal abwarten, das wird schon wieder.

In dem Moment als Judith sein Zimmer betrat, besch├Ąftigte er sich gerade mit dem Erbrechvorgang. Er sah sie hereinkommen, wollte aufstehen und erkl├Ąren:
ÔÇ×Ich bin zwar betrunken. Doch das ist ne Ausnahme. Siehst ja, dass ich nichts vertrage.ÔÇť Ach so, und: ÔÇ×Tut mir leid, aber es geht mir gerade nicht so gut.ÔÇť Judith w├╝rde schon verstehen. ÔÇ×Ist mir echt peinlich, gerade vor dir. Schei├če. Das hab ich ja nicht gewollt. H├Ątte ich die Chance, alles noch mal gut zu machen, alles zur├╝ckzudrehen und heute Abend noch ma anzufangen, ick w├╝rdÔÇÖ dit tun. W├╝rde...ÔÇť Sie fiel ihm ins Wort. ÔÇôÔÇ×Schade du, ich weiss noch nich ma deinen Namen. Tsch├╝ssi dann."
All das blieb aber ungesagt, er fiel w├╝rgend zur├╝ck in Richtung Boden und Judith verlie├č ohne weitere Worte seine Wohnung und damit f├╝r immer sein Leben. Sie hatte diesen jungen Menschen in einer von ihm ausgespukten Masse liegen sehen, hat ihn beobachtet wie er sich den gesamten Abend ein Glas nach dem anderen hineinkippte, wie er den Gin nur so verschlang. Und selbst wenn sie wiederkommen w├╝rde, er k├Ânnte sich nicht an sie erinnern. Er kann sich an so wenig erinnern.

Wenn er morgen fr├╝h am Sofa angetrocknet aufwacht, dann wird er wie an jedem neuen Tag sagen: ÔÇ×Jetzt ist Schluss. Nie wieder so ne Schei├če! Nie wieder so ne Nacht!ÔÇť Er wei├č ganz genau, diese Abende sind schlimm, doch sicher ist auch: Irgendwann ist sein Durst schlimmer.





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John Doe
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Hallo Kabelkolb,

Is' nich soooo gut!
M├Âchtest du daran arbeiten? M├Âchtest du Vorschl├Ąge und Bemerkungen?

Ciao
John Doe

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Kabelkolb
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Mar 2003

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Vorschl├Ąge?

Gerne! Her mit der Kritik. Ich habe nichts dagegen, wenn du mir ein paar Verbesserungsvorschl├Ąge machst.

MfG, Pfirty Der Kabelkolb!!!
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Rote Socke
Guest
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Hallo Kabel,

da hast Du schon mal ein ausbauf├Ąhiges Ger├╝st geliefert. Mir fehlen einige Hintergr├╝nde, einige Details. So wie es jetzt da steht, l├Ąsst sich Vieles oder Garnichts hinein interpretieren. Verstehst Du was ich meine?

Gruss von der
Socke

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John Doe
Guest
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Kommentare

Als ihm schlecht wurde, waren die meisten G├Ąste schon verschwunden. Er sa├č allein auf seinem Sofa und versuchte das Schwindelgef├╝hl durch abwechselndes ├ľffnen und Schlie├čen der Augen zu unterdr├╝cken. Auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu.
Ich versuche mir das gerade vorzustellen. Dieses permanente auf und zu – w├╝rde das nicht eher ein Schwindelgef├╝hl erzeugen?
Es funktionierte nicht. Das hatte es nie. Nicht mehr lange und er m├╝sste kotzen.
Zeitweilig versetzte ihn das Wissen ├╝ber die bevorstehende Tortur in eine gute Laune.
Das verstehe ich nicht. Wieso hat jemand bei dem Gedanken an die ‚Tortur‘ gute Laune?
F├╝r Bruchst├╝cke den Bruchteil einer Sekunde war er sich gewiss, seinen K├Ârper ├╝berlistet und sein Unterbewusstsein get├Ąuscht zu haben.
Warum? Das wird nicht klar. Das auf und zu der Augen hat doch nichts gen├╝tzt?
Seine winzige aktive Gehirnh├Ąlfte bem├Ąchtigte sich kurzeitig der Kontrolle ├╝ber den etwas gr├Â├čeren passiv-intuitiven Teil. F├╝r einen Augenblick sp├╝rte er geradezu seine K├Ârperfunktionen bis in jeden einzelnen Tropfen Blut.
Der Vergleich ist merkw├╝rdig. Wie kann man im Blut die einzelnen K├Ârperfunktionen sp├╝ren? Bis ‚in jede Faser‘ w├Ąre vielleicht treffender?
Herrlich. Warum an der Stelle herrlich? Er wusste bescheid. Gro├č Was ihm sein K├Ârper verriet war eindeutig: Ab ins Bad!

Das Bad Wiederholung befand sich am Ende des Flures und war mit wenigen Schritten zu erreichen. Die Entfernung selbst konnte kein Problem darstellen und auch das leichte Schwanken in seiner Bewegung w├Ąre er im Stande gewesen zu ├╝berwinden. Ja, vielleicht w├╝rde er aufstehen, ins Bad hasten, sich ├╝bergeben und alles w├Ąre in Ordnung. Vielleicht konnte er sogar aufstehen, Das passt irgendwie nicht. Erst: Vielleicht w├╝rde er aufstehen, dann : Vielleicht konnte er aufstehen. aber es zu probieren erschien ihm zu riskant. Im Flur waren ja noch Leute. Erst mal abwarten, das wird schon wieder w├╝rde schon wieder werden.

In dem Moment Komma als Judith sein Zimmer betrat, besch├Ąftigte er sich gerade mit dem Erbrechvorgang.
Nicht sch├Ân beschrieben!
Er sah sie hereinkommen, wollte aufstehen und erkl├Ąren:
„Ich bin zwar betrunken. Doch das ist ne Ausnahme. Siehst ja, dass ich nichts vertrage.“ Ach so, und: „Tut mir leid, aber es geht mir gerade nicht so gut.“ Judith w├╝rde schon verstehen. „Ist mir echt peinlich, gerade vor dir. Schei├če. Das hab ich ja nicht gewollt. H├Ątte ich die Chance, alles noch mal gut zu machen, alles zur├╝ckzudrehen und heute Abend noch ma anzufangen, ick w├╝rd’ dit tun. W├╝rde...“ Sie fiel ihm ins Wort. –„Schade du, ich weiss noch nich ma deinen Namen. Tsch├╝ssi dann."
All das blieb aber ungesagt, er fiel w├╝rgend zur├╝ck in Richtung Boden und Judith verlie├č ohne weitere Worte seine Wohnung und damit f├╝r immer sein Leben. Sie hatte diesen jungen Menschen in einer von ihm ausgespukten Masse liegen sehen, hat ihn beobachtet wie er sich den gesamten Abend ein Glas nach dem anderen hineinkippte, falsche Reihenfolge! Erst hat er getrunken, dann gelegen wie er den Gin nur so verschlang. Und selbst wenn sie wiederkommen w├╝rde, er k├Ânnte sich nicht an sie erinnern. Er kann sich an so wenig erinnern.

Wenn er morgen fr├╝h am Sofa angetrocknet aufwacht, dann wird er wie an jedem neuen Tag sagen: „Jetzt ist Schluss. Nie wieder so ne Schei├če! Nie wieder so ne Nacht!“ Er wei├č ganz genau, diese Abende sind schlimm, doch sicher ist auch: Irgendwann ist sein Durst schlimmer.
Die Pointe ist gut!

Ciao
John Doe

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Kabelkolb
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Registriert: Mar 2003

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Kommentare: 33
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Ger├╝st! John Doe...

@ Rote Socke: Danke, ich weiss noch nicht genau wie, aber ich werde an dieser Textbaustelle wohl noch weiterarbeiten. Ist irgendwie immer gut, wenn man von ein paar anderen Leuten Tips kriegt...

@John Doe: Gut, ich schau mal, wie ich das umsetzen kann. Danke auch dir, ich werde den Text nochmal ├╝berarbeiten, dann kannst n dir ja nochma anschauen... ├Ąh... lesen. :-)

Pfirty allemiteinand, Der Kabelkolb!!
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