Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5561
Themen:   95453
Momentan online:
218 Gäste und 6 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Wie ich einst jung, unsterblich war.
Eingestellt am 22. 01. 2015 11:43


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Averroes
Leere-Bl├Ątter-Hasser
Registriert: Jan 2015

Werke: 1
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Averroes eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wie ich einst jung, unsterblich war.

Die erhellten fr├╝hen Tage, glichen einem Wei├čkopfadler.
So schnell und aufgeregt, ganz sorglos und doch zielbestrebend.
Naturgetr├Ąnkte Unschuld dr├Ąngte mich zu meinem reinen Wesen.
Im Hause war ich Mensch und drau├čen einfach nur unsterblich.
Der Morgenwind trieb Tag f├╝r Tag mein Leib zum Nektar unsres Lebens.
Ich roch am taugen├Ąssten Laub, lief barfu├č ├╝ber k├╝hle Abendweiden.
Am Bach weit blickend durch des Himmels Pforten, lag ich tagtr├Ąumend und umhaucht,
vom g├╝ldenen Kranz der unsrer Sonne, ganz sanft genistet in ihr Kleid.
Der wei├če Kopf des jungen Adlers, nahm jedoch sp├Ąter andre Farben an.
So bleichen unsre fr├╝hen Jahre, nun zu einer Illusion der Zeit heran.
Denn morgens in den Spiegel blickend, steht jemand Anderes vor mir.
Wo ist die Frische, wo die Freude. Da ist kein Glanz, nur Schuld und Reue?
Doch \"dieser\" Blick illusioniert, denn ich bin jung so lang\' ich lebe!
Weck\'mich morgens freudentr├Ąnend, dem nat├╝rlichen Verlauf entgegen.
Lauf\' zur alten St├Ątte, seh den Bach, das Laub, die N├Ąsse.
Schau\' hinauf und seh den Adler, dessen Kopf ganz wei├č und ungez├Ąhmet.
Dank\' dir Leben, dass ich jung \"war und blieb\" auf Ewig!



(c) bei mir

Vielen Dank f├╝rs Lesen

Beste Gr├╝├če,
Averroes

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Sta.tor
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Feb 2002

Werke: 152
Kommentare: 2227
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sta.tor eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Averroes, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Sch├Ân, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Ma├če an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

Ganz besonders wollen wir Dir auch die Seite mit den h├Ąufig gestellten Fragen ans Herz legen. Hier klicken


Viele Gr├╝├če von Sta.tor

Redakteur in diesem Forum

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 653
Kommentare: 4208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Der Autorennamen "Averroes" macht mich neugierig: Ibn Ruschd war der gro├če Erkl├Ąrer der Aristoteles-Schriften im Mittelalter, von dem die abendl├Ąndischen Scholastiker gelernt haben.
Nun zum Debut:

quote:
Wie ich einst jung, unsterblich war.
├ťberschrift in Iamben,
quote:
Die erhellten fr├╝hen Tage, glichen einem Wei├čkopfadler.
aber das Lied beginnt dann prosaisch-locker, es sei denn, man liest den Artikel ("Die ...") gleich troch├Ąisch; das Komma ist ├╝berfl├╝ssig. Warum das US-Wappentier, viersilbig-abundant? Der einzelne Raubvogel "gleicht" vielen "Tagen" bzw. deren Helle?
quote:
So schnell und aufgeregt, ganz sorglos und doch zielbestrebend.
Naturgetr├Ąnkte Unschuld dr├Ąngte mich zu meinem reinen Wesen.
Im Hause war ich Mensch und drau├čen einfach nur unsterblich.
"zielbestrebend" klingt schwerf├Ąllig, "zielstrebig" reichte aus.
quote:
Der Morgenwind trieb Tag f├╝r Tag mein Leib zum Nektar unsres Lebens.
Es mu├č "meinen Leib" hei├čen.
quote:
Ich roch am taugen├Ąssten Laub, lief barfu├č ├╝ber k├╝hle Abendweiden.
Ich vermute, "Abendweiden" unterscheiden sich von "Mittagsweiden" nicht besonders, au├čer vielleicht durch die Anzahl der K├╝he oder Schafe; "Morgenweiden" w├Ąren meistens etwas nasser. Aber vielleicht sind die Abende selbst diese "Weiden", metaphorisch ausgebildert.
quote:
Am Bach weit blickend durch des Himmels Pforten, lag ich tagtr├Ąumend und umhaucht,
vom g├╝ldenen Kranz der unsrer Sonne, ganz sanft genistet in ihr Kleid.
"des Himmels Pforten" klingt etwas dick aufgetragen; "umhaucht" wovon? gewi├č vom Abendwind (oder von der Sonne des folgenden Verses?); aber so richtig gestelzt wird es dann mit dem "g├╝ldenen Kranz", wo doch "goldnen" doch besser in den Iambus gepa├čt h├Ątte. "der unsrer Sonne" ist wohl Schreibfehler: der "unteren Sonne" vielleicht?
quote:
Der wei├če Kopf des jungen Adlers, nahm jedoch sp├Ąter andre Farben an.
Wieder ein Komma zuviel. Metrik unklar: "nahm j├ędoch sp├Ąter ..."?
quote:
So bleichen unsre fr├╝hen Jahre, nun zu einer Illusion der Zeit heran.
Komma; und was bleicht nun: die "Jahre" oder das Lyri?
quote:
Denn morgens in den Spiegel blickend, steht jemand Anderes vor mir.
Wo ist die Frische, wo die Freude. Da ist kein Glanz, nur Schuld und Reue?
Doch \"dieser\" Blick illusioniert, denn ich bin jung so lang\' ich lebe!
Weck\'mich morgens freudentr├Ąnend, dem nat├╝rlichen Verlauf entgegen.
Na, da mu├č ja Schlimmes passiert sein, wenn einer seinen Rasierspiegel na├čweint; was bedeuten denn die backslashes und Apostrophen vor dem "mich"? "freudentr├Ąnend" - ist damit der Wecker angesprochen? oder ist es eliptisch-reflexiv gemeint(d.h. statt "Ich wecke mich freudentr├Ąnend")? "dem nat├╝rlichen Verlauf entgegen" das ist B├╝ro- oder Protokoll-Deutsch.
quote:
Lauf\' zur alten St├Ątte, seh den Bach, das Laub, die N├Ąsse.
Schau\' hinauf und seh den Adler, dessen Kopf ganz wei├č und ungez├Ąhmet.
Dank\' dir Leben, dass ich jung \"war und blieb\" auf Ewig!
"ungez├Ąhmet" - der arme Kopf, der vom altbackenen Partizip vergreist (worden) ist? Und wem wird eigentlich gedankt? Dem eigenen Leben? Nun ja, Erich Fromm meinte ja, zu leben sei eine Kunst. Aber der meinte damit wohl weniger den bios als vielmehr die Gestaltung des Ineinanders von Erfahrung und T├Ątigkeit; und Novalis ging ihm darin voraus.
"auf Ewig!" - auch ohne die Gro├čschreibung des Adverbs sieht das ziemlich fett aus. Ach ja, diese Fettschreibung ... ich mu├č meinen Monitor mit Sp├╝li sauberwischen, bevors mir in die Tastatur tropft.

Das Wappentier-R├Ątsel und das "Averroes"-Pseudonym verstehe ich noch nicht. Oder sind diese beiden Symbole nur spielerisch gew├Ąhlt, per Lexikon-Stechen?
Nun ja. Why not.


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Experimentelle Lyrik Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Werbung