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Leselupe.de > Humor und Satire
Wie ich meinen ersten Zahn verlor
Eingestellt am 03. 03. 2007 13:54


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I Schwarz
Schriftsteller-Lehrling
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Wie ich meinen ersten Zahn verlor

Er hatte ja schon eine Weile gewackelt, mein oberer Schneidezahn, aber ausfallen wollte er irgendwie trotzdem nicht. Und ehrlich gesagt wollte ich auch gar nicht, dass er ausf├Ąllt. In den letzten Wochen, da er angefangen hatte zu wackeln, war er mir auf seltsame Weise ans Herz gewachsen. Er war zu meinem liebsten Spielzeug geworden. Nachts, wenn ich nicht schlafen konnte, schmiegte ich mich nicht wie andere Kinder an mein liebstes Kuscheltier, nein, ich spielte mit meinem Zahn. Ich liebte es mit meiner Zunge sacht dagegen zu dr├╝cken, und freute mich auf dieses seltsame Gef├╝hl, wenn der Zahn an nur noch wenigen F├Ąden wild im Mund herumwirbelt. Nat├╝rlich ├╝bertrieb ich es h├Ąufig, und es geschah auch manchmal, dass ich vor Schmerzen aufschrie, doch obgleich ich in solchen Momenten meist krampfhaft versuchte den Zahn aus meinem Mund zu rei├čen, hatte ich ihn eigentlich schon lieb, meinen ersten Wackelzahn, und um keinen Preis, nicht einmal den, den die Zahnfee bereit war zu zahlen, w├╝rde ich ihn hergeben ÔÇô soviel war f├╝r mich schon von Anfang an klar gewesen.
Doch nat├╝rlich l├Ąsst sich das Unvermeidbare nicht verhindern, und so ist es denn in der Natur des Menschen, dass ihm, oder auch ihr, die ersten Z├Ąhne schlie├člich ausfallen. Dabei war es ein so sch├Âner Tag gewesen. Die Apfelb├Ąume im Garten hatten gebl├╝ht, und es war weder zu kalt noch zu warm. Kurz gesagt, es war ein wundersch├Âner Fr├╝hlingstag gewesen, einer jener Tage, an denen man glaubt, dass einem rein gar nichts die gute Stimmung vermiesen kann. Doch an diesem Tag sollte ich herausfinden, dass dieser Glaube zwar weit verbreitet ist, deshalb aber nicht unbedingt wahr sein muss.
Es war in der gro├čen Pause, und wie immer fand man mich nicht mit den anderen Vorsch├╝lern im Sandkasten beim Kletterger├╝st, wo man immer so sch├Âne Burgen bauen konnte, und auch nicht bei unserem kleinen Fu├čballfeld, wo wir immer traurig am Rand sa├čen, weil die ├älteren uns nicht mitspielen lassen wollten. Und selbst wenn wir mal als erste dort waren, kamen irgendwann die Gro├čen, ich dachte immer es m├╝ssten die Sechstkl├Ąssler sein, es waren aber wirklich die Zweitkl├Ąssler, und sagten uns in ihrer coolen, erwachsenen Sprache, dass wir uns verpissen sollten, weil sie ein ÔÇ×wichtigesÔÇť Spiel auszutragen h├Ątten. Nein, man fand mich auch nicht bei den gro├čen Steinen, wo wir immer Fangen-ohne-den-Boden-zu-ber├╝hren spielten, man fand mich mit den Gro├čen, den Viertkl├Ąsslern Fangen-mit-den-Boden-ber├╝hren spielen. Die wollten zwar mit mir eigentlich nichts zu tun haben, und ignorierten mich zumeist, wenn ich ÔÇ×du bist dranÔÇť kreischend an ihnen vorbei rannte, doch dadurch lie├č ich mir den Spa├č am munteren Spiel nat├╝rlich nicht verderben.
Doch an diesem Tag schien einer von ihnen schlecht gelaunt, und als ich zu ihm ging, um ihm den Schlag zu versetzen, der ihm signalisieren sollte, dass er nun seinerseits versuchen sollte mich zu schlagen, stellte er mir ein Bein, und half zudem mit beiden Armen nach, einen Sturz zu verursachen, dem mein geliebter Wackelzahn zum Opfer fiel. Ich hob ihn wie eine heilige Reliquie in einer golden angemalten, gepolsterten Streichholzschachtel auf, und m├╝sste ihn eigentlich auch heute noch haben. Nat├╝rlich nahm ich dem Jungen seine Tat nicht ├╝bel, zumal ich damals nicht auf die Idee kam, es k├Ânnte sich um eine Warnung gehandelt haben, dass er nicht mit mir Fangen spielen wollte. Und wie h├Ątte ich es ihm auch ├╝bel nehmen k├Ânnen? Schlie├člich hatte ich statt nur einem jetzt zwei neue Wackelz├Ąhne.

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Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

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Ich stimme flammarion zu, dieser Text ist besser als der Irissee-Text. Trotzdem habe ich nur 5 Punkte vergeben, weil mit dem Text was nicht stimmt: Dein Protagonist, der offensichtlich ein Kind ist, spricht mit einer Sprache, die zu gew├Ąhlt ist. Kinder haben normalerweise kein Vokabular, wie Du es im Text verwendest.

"Unvermeidbare"
oder
"sacht"
oder
"heilige Reliquie"
oder
"Kurz gesagt, es war ein wundersch├Âner Fr├╝hlingstag gewesen, einer jener Tage, an denen man glaubt, dass einem rein gar nichts die gute Stimmung vermiesen kann"
oder
"war er mir auf seltsame Weise ans Herz gewachsen"

sind alles keine S├Ątze oder Worte, die ein normales Kind verwenden w├╝rde. Der Text, wie Du ihn aufbaust, erfordert, dass Du in der Sprache Deines Protagonisten sprichst und schreibst. Die Sprache die Du verwendest sieht mehr nach einem 30-j├Ąhrigen Protagonisten aus - die verlieren allerdings keine Milchz├Ąhne mehr.

Ich w├╝rde Dir empfehlen, das Buch Der kleine Nick zu lesen, damit Du lernst, wie ein Autor sich in die Sprache eines Kindes reinarbeitet und den Text lustig macht.

Ich k├Ąmpfe auch damit, und habe z.B. mit dem Text Castro Street ├Ąhnliches probiert. Es ist schwer und gew├Âhnungsbed├╝rftg. Du musst beim Schreiben wie ein Schauspieler "im Charakter" drin sein.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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I Schwarz
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2006

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vielen Dank erst mal f├╝r eure Meinungen,

mein Irissee-text ist auch einer der ersten Texte gewesen, die ich je geschrieben habe, und dieser Text ist noch einmal drei Monate sp├Ąter, w├Ąr also auch schlimm, wenn er schlechter w├Ąr.
Dass mein Protagonist nicht wie ein f├╝nfj├Ąhriges Kind spricht liegt daran, dass dies als Leseb├╝hnentext gemeint ist, den man also nicht still lesen soll, sondern den jemand vorliest. Und bei solchen Texten, passt sich- soweit ich das bisher beurteilen kann, ich kenn mich auch noch nicht so gut aus- der Text an das Alter der vorlesenden Person an, sodass der Text im allgemeinen recht glaubw├╝rdig erscheinen soll. Und da ich nun mal nicht f├╝nf, sondern fast 14 bin, ist der Text auch mehr ein R├╝ckblick auf ein vor langer Zeit geschehenes Ereignis gemeint.
Aber vielen Dank f├╝r den Tipp, ich probier das dann auch mal aus, mal schauen wie das wird.

ps
deinen Text find ich super, allerdings frag ich mich wie alt der Junge ist. Ich finde am ├ünfang klingt es wie sechs oder sieben, am ende eher wie 12 oder 13. Der Text ist aber wirklich klasse, ganz gro├čes Kompliment, und ich versuch dann auch mal ├ähnliches.

pps
bitte verzeiht meine schlechte Rechtschreibung, ich bin Legasthenikerin (keine Ahnung wie man das schreibt), zwar nicht besonders stark, aber man merkt es halt schon.

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tastifix
Autorenanw├Ąrter
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Kommentar

Ich gebe Marius unbedingt Recht. Die Sprechweise ist f├╝r ein Kind viel zu erwachsen.

Ich habe einige Tipps f├╝r Dich:

a. Mach` aus den langen Bandwurms├Ątzen mehrere kurze, denn das liest sich besser.
b. Kontrolliere den Text nochmals auf Kommata.

1. ... und zu meinem liebsten Spielzeug geworden.
2. ... Kuscheltier, sondern ich spielte mit meinem Zahn.
3. ... dagegen zu dr├╝cken und freute mich...
4. Weil ich es nat├╝rlich damit h├Ąufig ├╝bertrieb, schrie ich dann ├Âfters vor Schmerzen auf. Obgleich ich in solchen Momenten krampfhaft versuchte, den Zahn aus meinem Mund zu rei├čen, hatte ich meinen Wackelzahn daf├╝r eigentlich schon zu lieb gewonnen.
5. Deshalb gab ich ihn auch um keinen Preis her, nicht einmal f├╝r den, den die Zahnfee gezahlt h├Ątte.
6. Dabei war es ein wundersch├Âner Fr├╝hlingstag gewesen, weder zu warm noch zu kalt. Sogar die Apfelb├Ąume hatten schon gebl├╝ht.
7. Es war einer jener Tage gewesen, ...
8. ... Glaube zwar weit verbreitet ist, sich deshalb aber noch lange nicht unbedingt bewahrheiten muss.
9. ... Pause. Wie immer...
10.Selbst dann noch, wenn wir mal als Erste dort waren, kamen irgendwann die Gro├čen, von denen ich dachte, es w├Ąren die Sechstkl├Ąssler. Wirklich waren es aber die Zweitkl├Ąssler.
11. Die sagten uns...
12. ... nichts zu tun haben und ignorierten mich zumeist, ...
13. Als ich zu ihm ging, ...
14. ... versuchen sollte, mich zu schlagen, stellte er mir ein Bein und half zudem...

Das Thema gef├Ąllt mir gut. Ich glaube, nach der ├ťberarbeitung wird das eine richtig nette Geschichte. Du k├Ânntest sie auch noch lebhafter werden lassen, indem Du Dialoge einbaust.

Ich bin ja mal gespannt!

Lieben Gru├č
tastifix
__________________
Das geschriebene Wort l├Ąsst der Seele Fl├╝gel wachsen!

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