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Leselupe.de > Humor und Satire
Wie ich mich selber im Kühlschrank einsperrte
Eingestellt am 23. 09. 2002 18:22


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gnoebel
Autorenanwärter
Registriert: Sep 2002

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„Ich bin das Ruhrgebiet.“
„Nein, das sind sie nicht.“
„Woher wollen sie das denn bitte wissen?“
„Zunächst mal sind sie viel zu klein dafür...“
„Das täuscht. Das liegt am Licht hier, wissen sie?“
„Nein, und bitte unterbrechen sie mich nicht. Also, sie sind zu klein. Außerdem haben sie keine Kohle."
„Ja, da haben sie sicher recht. Kohle habe ich nicht. Können sie vielleicht zahlen?“
„Ich kenne sehr viele Zahlen. Welche darfs denn sein?“
„Siebzehn vielleicht?“
„Kenne ich.“
„Woher das denn?“
„Liegt zwischen 15 und neunzehn.“
„Nur auf der Straße.“
„Wissen sie, was lustig ist?“
„Ja, ein Haar in der Suppe im Haar.“
„Haha... ja, das auch. Ich meine aber was anderes.“
„Und zwar?“
„In Wirklichkeit sitze ich nicht hier, sondern an meinem Schreibtisch und das hier ist eine Geschichte, die ich gerade schreibe.“
„Das ist Unsinn und das wissen sie.“
„Nein, das wußte ich nicht. Danke, daß sie es mir gesagt haben.“
„Das ist ein dummer Trick, den Autoren benutzen, wenn sie nicht weiterwissen. Aber ich bin in Wirklichkeit der Autor dieser Geschichte und würde so etwas nie tun.“
„Sie werden albern.“
„Nein, sie sind albern.“
„Jetzt werden sie kindisch. Ich werde mir einen anderen Gesprächspartner schreiben.“
„Ist hier noch frei?“
„Ja, der Herr wollte gerade gehen.“
„Gut, dann setze ich mich zu ihnen.“
„Sind sie auch das Ruhrgebiet?“
„Nein, ich bin Autor.“
„Sie auch?“
„Ja. Alle Personen in dieser Geschichte sind Autoren dieser Geschichte.“
„Warum das denn?“
„Sie haben alle nichts anständiges gelernt, schätze ich.“
„Woher wollen sie das denn wissen?“
„Ich habe diese Geschichte geschrieben. Ich muß das wissen.“
„Wir alle haben diese Geschichte geschrieben, wollten sie sagen.“
„Ja, das wollte ich sagen... nein, wollte ich nicht. Sie haben mir diese Worte in den Mund geschrieben.“
„Habe ich nicht.“
„Wer war es dann?“
„Tut mir leid, ich war das.“
„Wer sind sie denn?“
„Ich bin der Autor dieser Geschichte und werde sie jetzt wieder verlassen.“
„Wer war das denn?“
„Hat er doch gesagt, der Autor dieser Geschichte.“
„Ich, glaube, sie veralbern mich.“
„Das würde ich nie tun.“
„Wissen sie was?“
„Nein, woher auch.“
„Ich habe gelogen. Ich bin gar nicht der Autor dieser Geschichte.“
„Das habe ich gewußt.“
„Jaja, das sagen hinterher alle.“
„Dann muß es ja wohl stimmen. Ich bin es übrigens auch nicht.“
„Was?“
„Der Autor dieser Geschichte.“
„Wußten sie, daß wir mittlerweile schon auf Seite zwei sind?“
„Wußten sie, daß mich das gar nicht interessiert?“
„Ja.“
„Wirklich?“
„Ja, das habe ich doch gesagt.“
„Weiß ich. Ich wollte nur sichergehen.“
„Und, sind sie jetzt sicher?“
„Ziemlich.“
„Wir sind auf Seite zwei? Sind sie sicher?“
„Ja, absolut.“
„Haben sie das eben gemerkt?“
„Was denn?“
„War haben die Personen getauscht. Vorhin habe ich noch gesagt, wir sind auf Seite zwei und eben sagten sie es.“
„Ja, das ist seltsam.“
„Wissen sie was?“
„Ja, ich weiß, daß Dnjepropetrowsk die Hauptstadt von Weißrußland ist.“
„Wirklich?“
„Nein.“
„Ich wollte eben was ganz anderes. Sie bringen mich ganz durcheinander.“
„Das wollte ich nicht. Reden sie weiter.“
„Ich werde jetzt gehen und endlich diese dumme Geschichte zu ende schreiben.“
„Gut ich auch.“
„Ich habe keine Lust mehr.“, sagte ich und schmiß die Manuskriptseite in den Papierkorb. Das war wirklich der größte Schwachsinn, den ich jemals zusammengeschustert habe.

Ich verließ die Kneipe, als das Ruhrgebiet mich einholte und mir mit einem Knüppel auf den Kopf schlug. Zum Glück saß ich aber in Wirklichkeit an meinem Schreibtisch und konnte somit diesem Angriff gerade noch ausweichen, indem ich aus meinem Stuhl hechtete.
Dabei schlug ich mir den Kopf an der Heizung an und sank bewußtlos auf das Straßenpflaster.

Als ich viele Stunden wieder aufwachte, war das Ruhrgebiet natürlich verschwunden. Auch die Kneipe war nicht mehr dort, statt dessen stand dort meine Mutter und brachte mir einen Teller Kekse ins Zimmer, damit meine Gedanken besser fließen können, sagte sie.
Ich fischte das Manuskript aus dem Papierkorb und bestellte ein Bier. Am Nebentisch saßen ein paar Männer, die eine Runde Poker spielten. Einer schummelte, aber die anderen merkten das nicht, da das Licht, das in mein Zimmerfenster schien, sie blendete.

„Darf ich sie was fragen?“
„Nein.“
„Warum haben sie mir den Knüppel auf den Kopf geschlagen?“
„Habe ich?“
„Ja, ich habe sie erkannt.“
„Glaube ich nicht. Ich trage eine Maske.“
„Sie trugen eine Maske?“
„Nein, jetzt trage ich eine Maske. Sie sieht aus wie sie.“
„Darum kamen sie mir so bekannt vor. Ich trage übrigens eine ähnliche Maske.“
„Wirklich?“
„Nein, eigentlich sieht meine Maske ihrer gar nicht ähnlich. Sie sieht aus, wie ihr normales Gesicht.“
„Also kann es auch sein, daß sie mich geschlagen haben?“
„Vielleicht? Auszuschließen ist es nicht.“
„Das verwirrt mich.“
„Mich nicht. Ich bin voll im Bilde.“
„Darauf können sie sich was einbilden.“
„Davon möchte ich gerne absehen.“
„Ich würde mir das gerne ansehen.“
„In welchem Bilde sind sie eigentlich?“
„Ach, hören sie schon auf!“
„Womit denn?“
„So zu tun, als wären sie ich! In Wirklichkeit bin ich sie.“
„Ach so. Das wußte ich nicht.“
„Nein, ist er nicht.“, hörte ich eine Stimme hinter mir. Ich legte den Stift beiseite und blickte über meine Schulter. Hinter mir stand mein Vater und las unerlaubt meinen Text. „Er ist in Wirklichkeit der andere.“
„Wer?“
„Beide.“

Das half mir nicht weiter. Statt auf meinen Vater zu hören, ging ich in die Küche, um mir eine Wurst zu holen. Also stieg ich in den Kühlschrank. Plötzlich schlug hinter mir die Tür zu und es wurde dunkel.

„Mir ist kalt.“
„Seien sie bloß ruhig.“
„Na gut... Frieren sie nicht?“
„Doch, ein wenig.“
„Wir sind im Kühlschrank.“
„Wer sind sie denn?“
„Hat er doch vorhin gesagt, der Autor dieser Geschichte.“
„Könnten sie das noch mal wiederholen?“
„Nein, dazu habe ich keine Lust.“
„Kann mal jemand die Tür öffnen?“, schrie ich, in der Hoffnung, mein Vater würde mich hören. Diese beiden Typen machten mich langsam fertig. Mein Vater öffnete den Kühlschrank und ich sprang heraus.

„Junge, was machst du da?“
„Und wer ist das schon wieder?“
„Das ist der Vater des Autors dieser Geschichte.“
„Sind sie sicher?“
„Nicht absolut. Hallo Sie da! Wer sind sie bitte?“
„Ich habe mir Sorgen gemacht, Sohn.“, sagte mein Vater. Ich humpelte leicht unterkühlt ins Bett, wo ich erst einmal einen heißen Tee trank.

„Ich bevorzuge ja Bier.“
„Ich ebenfalls. Herr Ober! Könnten wir ein Bier bekommen?“
„Das dauert doch wieder so lange.“
„Ja, da haben sie recht. Der dummer Kerl braucht immer sieben Minuten für ein läppisches Bier.“
„Gehen wir?“
„Ja, laß uns gehen.“, sagte mein Vater und wir gingen.
__________________
Dieser Beitrag war unsinnig und ich entschuldige mich dafür.

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Stoffel
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Registriert: Jun 2002

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Ich - liebe - diese - Geschichten!!
Klasse. Das ist blühende Fantasie pur mit nem Schuss Wahnsinn. Oder so.

Schönen Abend
Stoffel

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