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Leselupe.de > Humor und Satire
Wie man Bazillen vertreibt
Eingestellt am 04. 03. 2002 10:20


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knychen
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Wie man Bazillen vertreibt

Letztens hatte ich eine heftige Bronchitis. Meine Lungenfl├╝gel rasselten wie die rostige Kette eines Hofhundes und das dazugeh├Âriges Bellen lie├č auf ein sehr altes Tier schlie├čen. Nat├╝rlich h├Ątte ich zum Arzt gehen k├Ânnen, selbst ein Tierarzt h├Ątte mich ins Bett verbannt, aber ich wollte nicht zu hause bleiben. Denn erstens w├╝rde mein Chef dann sofort einen anderen Kollegen aus dem Urlaub holen, der Lkw mu├č schlie├člich rollen und au├čerdem wollte ich den Viren und Bazillen ihre gewohnte Dosis Antibiotika versagen.
Mit gesunder Lebensweise wollte ich ihnen dieses Mal an ihre kleinen gefr├Ą├čigen Leiber.
Keine Zigaretten, kein Alkohol, kein Kaffee- daf├╝r Obst, Vollkornbrot und eine Kampfmischung aus zwei Beuteln Pfefferminztee, zwei Beuteln Kamillentee und einem kleinen T├╝tchen Salbei je Thermoskanne, das Ganze gespritzt mit dem Vitamin-C-reichen Saft der Limone und anschlie├čend umrahmt von einigen L├Âffeln Raffinade-Zuckers.
Und von diesem Getr├Ąnk m├Âglichst viel, denn ich wollte schwitzen; schwitzen bis all die kleinen nutzlosen Bastarde durch den Druck meines Schwei├čes gnadenlos aus den Poren gepresst sind. Haut ab, wer braucht euch noch?
Wer aber schwitzen will, mu├č sich bewegen.
Und so fand ich mich auf einem Parkplatz bei Mainz in korrekterweise ausgebeulten grauen Jogginghosen, Kapuzen-Shirt, derben Schn├╝rschuhen und einem riesenlangen, dreimal um den geplagten Hals gewickelten karierten Schal p├╝nktlich um sieben Uhr abends zur Hardcore-Gymnastik an der Sto├čstange meines Lkw ein.
Einenmeterf├╝nfzig Abstand, nach vorn fallen lassen- man will ja nicht zur├╝ckfallen im Kampf um den Arbeitsplatz angesicht der neuesten Zahlen aus N├╝rnberg (vier Millionen Arbeitslose, ob es bald wieder Krieg gibt?)- die H├Ąnde links und rechts ├╝ber dem Nummernschild auf dem der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer geschuldeten Sto├čf├Ąnger platziert und dann Liegest├╝tze, bis der ganze verseuchte K├Ârper zittert.
Wie ich noch ganz enthusiastisch so bei zwanzig herumd├╝mpele, h├Ąlt neben mir ein schwarzblauer 7-er BMW. Lautlos und gleichm├Ą├čig ├Âffnet sich die Scheibe auf der Beifahrerseite. Eine aufgetakelte kunstblonde Vierzigerin mit einem toten Tier um den wahrscheinlich sonnenstudiogebr├Ąunten Hals schaut mich ├╝ber den oberen Rand ihrer eigentlich randlosen Brille-geht das ├╝berhaupt?-an und von der Fahrerseite beugt sich halb der dazupassende F├╝nfundvierzig-aber-j├╝nger-aussehen-wollende-Typ ├╝ber ihre echtpelzverh├╝llte Schulter.
ÔÇ×Na, solle mir schibbe helfe?ÔÇťfragt er. HaHa.
ÔÇ×Nee, ick will schwitzen.ÔÇť
ÔÇ×Ajo, warum denn das?ÔÇťfragt sie. Er tippt seine Partnerin an: Pass uff, Mausi, gleissch bin isch ganz witzisch.
ÔÇ×Tja, Herrschaften, ihr scheint ja mehr uff Gleit-Creme und Wet-Gel zu stehen. Ick bin aber janz jerne `n b├╝├čchen naturfeucht beim Sex.In zehn Minuten ha`ick n├Ąmlich `n Date in meener Koje.ÔÇť Dabei mache ich die typische Onanierhandbewegung.
Wortlos fuhren sie weiter und ich gab ihnen die ebenfalls typische Geste vom Baseball mit auf den Weg.
STRIKE

, Haut ab, wer braucht euch noch?ÔÇÖ
Und die Gedanken nach innen gerichtet:

EUCH KRIEG ICH AUCH NOCH

21-22-23ÔÇŽ


__________________
kny

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jorunn
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Morche, Kynchen,

hast Du also deinen Lappen wieder? Das erfreut mich aber zutiefst(grins), und ich denke, durch die abendliche Gymnastik hast Du die Bazillen wahrscheinlich dermassen verschreckt, dass sie sich ein gem├╝tlicheres Heim gesucht haben. ├ťbrigens: daf├╝r, dass Du ein Berliner bist, hoste de rhoihessische Dialekd gans gud hiekriet. ├ťbrigens, wenn ich auch nicht zu jeder Gescihchte etwas geschrieben habe, bis jetzt hab ich deine Werke alle gelesen, und mir gef├Ąllt deine Schreibe aus dem leben eines Fernfahrers - wenn, und das m├Âchte ich auch kritisch anmerken, dem einen oder anderen Werk (auch diesem) vielleicht ein Tag Reife im Computer gut getan h├Ątte. ├ťbrigens (um auch eine andere Geschichte Bezug zu nehmen), ich vermute, im LKW machst Du Dir jetzt ├╝ber andere Dinge Gedanken als verstorbene Freunde?
Immer mindestens 1 cm Abstand von der Sto├čstange des Vorrausfahrenden w├╝nscht
Jorunn

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knychen
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morche jorunn,
danke f├╝r die blumen.
sicherlich sind einige sachen mit der hei├čen nadel gestrickt, aber es sind ganz profane zeitgr├╝nde, die mich so hetzen lassen. im normalfall bin ich nur am wochenende zu hause, momentan aber krank geschrieben. das mu├č ich nutzen. wenn ich hier eine geschichte reinstelle, hei├čt das ja nicht, das ich nicht mehr daran arbeite. ich seh's wie eine zweite anprobe in der ma├čschneiderei: da noch einen abn├Ąher vertiefen, hier etwas mehr formb├╝geln.
daf├╝r braucht es einen sauberen und gro├čen spiegel, m├Âglichst mehrere, damit man sich auch von hinten sieht.
du bist nun ein solcher spiegel geworden.
der output wird nachlassen, wirst schon sehen.
tsch├╝├č sagt knychen

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kny

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jorunn
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hallo, knychen,

da hab ichs ein wenig besser, diese Antwort z.B ist gesponsert by Chefe (er wei├č aber nix davon, was manchmal dazu f├╝hrt, dass ich ziemlich grob aus dem Programm rausgehe und mit einem halben Herzanfall zur T├╝r schaue ... und dann ists doch nur meine Kollegin, die mal wieder rauchen war...) - also haben Deine gymnastischen ├ťbungen die Bazillen doch nicht vertrieben?
Sch├Ân, dass Du das Schreiben in der LL auch so siehst. Zu deinem Text: was Du echt drauf hast, ist das Beschreiben der Figuren. Ich habe richtig den verschnupften Fahrer vor mir gesehen, wie er hinter seinen LKW schlappt, mit roter Pulvert├╝te und Schal - und dann der Witzbold (hatte er eventuell ein blauwei├čes Symbol auf der Motorhaube oder ein erhabenes mit Stern?), wie er sich ├╝ber seine Beifahrerin (so einer f├Ąhrt immer selbst!) beugt und seine Bemerkungen von sich gibt. Witzischkeit kennt kein Erbarmen! Wo's noch ein wenig hapert ist die Ausf├╝hrung, aber das wei├čt Du sicherlich selbst. Eben h├Âr ich Schritte auf dem gang...
in Eiel,
Jorunn

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jorunn
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Noch schnell die Gedanken

von gestern abschlie├čen, bevor es hier wieder rundgeht. So sch├Ân gezeichnete Figuren - und dann dieser Dialog! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die verschwitzte, keuchende Schnupfennase eine solche lange Antwort geben kann (Luftmangel!) und au├čerdem sch├Ątze ich Witzisch als einen ein, der die elektr. Fensterheber bet├Ątigt + wegf├Ąhrt, sobald er bemerkt, dass ihm einer rhetorisch gewachsen ist. Und die Schlu├čpointe hab ich auch vermisst...
Das ist das, was mir aufgefallen ist.
Bin gespannt auf Deine n├Ąchste Gechichte!
Jorunn

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