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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Wie man eine Prinzessin unglücklich macht
Eingestellt am 12. 01. 2018 20:00


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Neo Occam
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2018

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Vor langer Zeit, ich stand damals noch ganz am Anfang meiner Laufbahn als Weltenretter, herrschten im Königreich Hypokrisien hellste Aufregung und dunkelste Verzweiflung. Prinzessin Hypochondrita war fürchterlich unglücklich und nichts und niemandem war es gegeben, sie aus ihrer Trübsal zu erlösen, nicht einmal dem Hofnarren. Das machte Hypochondritas Eltern ebenfalls unglücklich und schließlich samt und sonders alle Untertanen. Landauf, landab hingen tränennasse Schnupftüchlein an den Wäscheleinen, die nicht recht trocknen wollten. Denn selbst die Sonne versteckte sich vor Kummer hinter dunkelgrauen Regenwolken. Die Vögelchen verstummten, die Blumen weigerten sich zu blühen. Keiner meiner berühmten, hochbezahlten Kollegen vermochte der bedauernswerten Prinzessin zu helfen. Da kam ihrem Vater, König Hypotoni, mein Angebot gerade recht, mich zu Werbezwecken an einer Gratis-Weltenrettung zu versuchen. Ich befragte die unglückliche Prinzessin, doch die heulte nur in einem fort. Das hörte ich mir einen Vormittag, ein Mittagsmahl und einen Mittagsschlaf lang an, dann gab ich ihr eine Backpfeife, dass es nur so klatschte. Ganz Hypokrisien hielt entsetzt den Atem an. Diese Ungeheuerlichkeit hatte vor mir noch niemand gewagt, nicht einmal ihre Eltern. Nichtsdestotrotz hörte Hypochondrita schlagartig auf zu weinen und klagte mir ihr Herzeleid.

„Alle meine Freundinnen beneiden mich. Ich bin die Schönste, die Beste im Tischdeckchenbesticken, im Blumenbinden, in Latein und Mathematik, ja selbst im Schlagballweitwurf. Ich tanze anmutig wie eine Elfe und wenn ich singe, verstummt verschämt die Nachtigall. Ich bin dem schönsten, stärksten, tapfersten, liebevollsten und potentesten aller Prinzen versprochen, der mich jedes Mal in allerhöchstes Verzücken versetzt, wenn wir uns heimlich hinter dem Liebstöckel im Lustgarten vergnügen. Ich sehe einer Zukunft entgegen, wie sie glücklicher nicht sein kann. Und doch bin ich unglücklich! Meine Freundinnen teilen ihre täglichen Probleme und kleinen und großen Unglücke miteinander, doch mich schließen sie aus, kann ich selbst doch nicht das kleinste Kümmerlein beisteuern. Oh, wie beneide ich meine Freundinnen um ihre täglichen Sorgen! Ich bin so unglücklich, weil ich glücklich bin!“





Kaum hatte sie geendet, begann sie wieder hemmungslos zu heulen. Nun, da das Problem bekannt war, schlief ich eine Nacht darüber und am nächsten Morgen wusste ich Abhilfe. Ich bestellte den Königlichen Schmied, den Königlichen Klempner und den Königlichen Steinmetz zu einer Besprechung ein – der verzweifelte König hatte mir alle Vollmachten gegeben. Ich beauftragte den versammelten Sachverstand, nach meinen Vorgaben eine Maschine zu bauen, die nichts anderes tun sollte, als Steine zu erzeugen. Die gedachte ich der Prinzessin in den Weg ihres qualvoll glücklichen Lebens zu legen.

Der erste war nicht größer als die Erbse, die man unlängst einer Kusine Hypochondritas unter die Matratze geschmuggelt hatte. Die Prinzessin bemerkte ihn unter dem Kissen auf ihrem Stuhl, als sie anlässlich der nachmittäglichen Teestunde eben im Begriffe stand, ein Schlückchen Orangenblütentee zu kosten. Ihr Tässchen geriet ins Wanken. Etwas Tee schwappte auf das Untertässchen.

„Upps!“, entfuhr es der Überraschten.

Aufgeregt eilte sie zu ihren Freundinnen, ihnen ihr kleines Malheur zu klagen. Die lauschten voller Mitgefühl und trösteten sie. Da lächelte Hypochondrita zum ersten Mal seit langer Zeit.

Der zweite Stein war bereits beträchtlich größer, etwa von der Größe des Steines, der einst König Sodomaik vom Herzen fiel, als er den goldenen Reichsapfel des Königs Popander wiederfand. Die beiden hatten beim Betriebsausflug der Nördlichen Könige nach ein paar Humpen Wein zu viel mit König Rektalbert Reichskleinodien verstecken gespielt, aber das ist schon wieder ein ganz anderes Märchen. Hypochondrita setzte sich am folgenden Tag auf den besagten Stein, als sie während eines trauten Stelldicheins hinter der Liebstöckelstaude mit dem kleinen Prinzen ihres großen Prinzen spielte. Der Stein war für den zarten Prinzessinnenpopo zu kalt und so musste sie niesen, just in jenem Moment, als der kleine Prinz den Gipfel höchsten Vergnügens erklomm. So schwappte, was er zu spenden hatte, auf das himmelblaue Seidenkleidchen Hypochondritas.

„Hoppla!“, entfuhr es der Erschrockenen. Reichlich außer sich eilte sie zu ihren Freundinnen, ihnen ihr mittelschweres Missgeschick zu klagen. Die lauschten voller Mitgefühl, nahmen sie in ihre Mitte und trösteten sie. Da lachte Hypochondrita zum ersten Mal seit langer Zeit.

Der dritte Stein schließlich war so groß wie ein Zahnstein des Riesen Gingivitus vom stolzen Riesenvolk der Prämolaren. Gänzlich versperrte er den Weg, auf dem die Prinzessin am folgenden Tag zu ihrem Prinzen in den Lustgarten eilte. Sie brauchte eine Weile, um über das Hindernis zu klettern. Verspätet erschien sie hinter der Liebstöckelstaude, nur um Zeugin zu werden, wie ihr Prinz mit den Liebstöckeln zweier Gärtner spielte.

„Sapperlot!“, entfuhr es der Erschütterten. Völlig aufgelöst eilte sie zu ihren Freundinnen, ihnen ihr riesiges Unglück zu klagen. Die lauschten voller Mitgefühl, nahmen sie eine nach der anderen in den Arm, drückten und trösteten sie. Da schwappte Hypochondritas Herz über vor Glück und zum ersten Mal seit langer Zeit jubilierte sie!

„Ich bin so glücklich, weil ich wieder unglücklich sein darf!“, rief sie.

Mit der Prinzessin strahlte auch die Sonne wieder, die Vögelchen zwitscherten fröhlich und die Blumen überboten einander allerorten mit farbenfrohster Blütenpracht. Endlich konnten Hypochondritas Eltern sich wieder freuen. Selbstverständlich waren auch die Untertanen wieder glücklich untertänig. Das Wohl Hypokrisiens war gerettet.

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

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