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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wie man(n) aufs Huhn kommt
Eingestellt am 12. 10. 2002 17:33


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tinta
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Eins ist sicher: H√§tte meine Mutter nicht auf das offene Fenster in der Nacht bestanden, w√§re mein Vater nicht aufs Huhn gekommen. Und erst recht nicht auf den Hahn. Hat meine Mutter sich einmal etwas in den Kopf gesetzt, hilft gar nichts - auch kein √ľbertrieben lautes Z√§hne klappern neben ihr im Bett.

Also griff mein Vater zur List, kaufte schnurstracks beim Bauern drei H√ľhner und einen Hahn und lie√ü sie fortan im heimischen Garten den Rasen durchpicken. Nun waren das keine ordin√§ren Feld-, Wald- und Wiesenh√ľhner, vielmehr handelte es sich um riesige Mutanten, die mir ohne weiteres bis zum Knie reichten. Gewissenhaft wie eben nur ein H√ľhnerherbergs-Vater baute meiner ein Gehege.

„Ich kann sie hypnotisieren“, behauptete meine Mutter. Sie fuchtelte mit der rechten Hand in der Luft herum und erz√§hlte dem erstaunten Huhn in monotonem Singsang, dass „yoh yoh das Wetter heute sch√∂n ist“ und dass „yoh yoh Tante Anni gleich auf einen Kaffee vorbeikommt.“
Das Huhn schien sich daf√ľr zu interessieren, es legte das K√∂pfchen schief und stierte auf die fuchtelnde Hand. Pl√∂tzlich plumpste es wie ein Stein auf die rechte Seite. Ermattet blieb es im Gras liegen, w√§hrend meine Mutter sich unger√ľhrt das n√§chste Huhn vorkn√∂pfte.
Nat√ľrlich hat sie den hypnotisierten H√ľhner nicht m√∂gliches abverlangt, wie z. B. „Und jetzt macht Ihr einen Schnabelstand!“ oder √§hnlich Absurdes. Alle wurden wieder erweckt und liefen wieder quietschfidel durch die Blumen. „Gelernt ist gelernt“, erkl√§rte meine Mutter verschmitzt.

Wie auch immer, wir haben viel gelacht √ľber Riesenh√ľhner und listige Herbergsv√§ter. Ach, beinahe h√§tte ich ihn vergessen, den lauten Hahn. Um halb Sechs kr√§hte er fortan meinen Vater und die nur m√§√üig begeisterten Nachbarn wach.

Mit der Zeit gew√∂hnt man sich an alles. Seitdem die Viecher im Garten wohnen, steht mein Vater als Erster auf. Meine Mutter beginnt ihren Tag mit einer Tasse Kaffee am Bett. Derweil ist in der K√ľche der Fr√ľhst√ľckstisch schon gedeckt.
Das Schlafzimmerfenster bleibt nat√ľrlich weiterhin ge√∂ffnet, schlie√ülich geht nichts √ľber frische Luft und einen gesunden Schlaf. Und den ollen Hahn, den h√∂rt meine Mutter nicht. Nicht um diese Zeit.


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Andrea
???
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Hm. Das stellt mich echt vor ein Problem. Eigentlich ist die Geschichte recht nett geschrieben, und sogar die Figuren bekommen f√ľr eine KG genug Profil. Nur - nachdem ich den ganzen Text gelesen hatte, fragte ich mich, wo denn der rote Faden ist..

Gut, da ist der Plan des Vaters, da√ü das Fenster wieder geschlossen werden soll, und der geht schief, weil die Mutter a) die H√ľhner hypnotisiert und b) den Hahn √ľberh√∂rt. Aber der Zusammenhang geht v.a. dadurch verloren, da√ü der optisch gr√∂√üte Teil, das Hypnotisieren, diese Handlung nicht vorantr√§gt. Dazu kommt der auf mich unbeholfen wirkende √úbergang zum vierten Abschnitt, und schon kracht die Geschichte in sich zusammen.
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Andrea Rohmert

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tinta
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Wie man(n) aufs Huhn kommt

Liebe Andrea,
Danke f√ľr Deine prompte Reaktion. Der rote Faden ist schon gegeben, meine ich, n√§mlich wie man(n) aufs Huhn kommt und dabei bleibt. Die Wende, die f√ľr eine Kurzgeschichte ja nunmal tragend wirkt, ist auch gegeben, n√§mlich, dass man sich an die Viecher gew√∂hnt. Und das Hypnotisieren ist der am√ľsante Teil. Finde ich. Geschm√§cker und Stile sind verschieden, das soll ja auch so sein, und ich akzeptiere Deine gegens√§tzliche Meinung. Doch ich pers√∂nlich finde die Geschichte gelungen. Vielleicht ein bisschen kurz, aber das liegt daran, dass ich sie seinerzeit ver√∂ffentlicht habe in einer Zeitung und mich da eben an eine Platzvorgabe zu halten hatte. Trotzdem nochmals herzlichen Dank f√ľr Deine Meinung. Lieben Gru√ü, Tinta
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