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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Wie weiter?
Eingestellt am 12. 04. 2011 23:28


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Gottschall
???
Registriert: Apr 2011

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Wie weiter?

(Eine Gegendarstellung zu Robert Walsers Text ÔÇ×BastaÔÇť, im Netz nachzulesen.)

Ich kam 1963 zur Welt, wurde in Halle an der Saale geboren,
ging bis zur achten Klasse in die Schule, bin gern Handwerker
und hei├če Lutz und mache mir oft Gedanken. Ich bin ein
mittelalter Mann und bin ein schwieriger B├╝rger und geh├Âre
staatswegen zur so genannten Unterschicht. Ich bin ein
kritisches, m├╝ndiges Mitglied der menschlichen Gesellschaft,
ein so genannter schwieriger B├╝rger, trinke mal nichts und
manchmal mehr, auch mal zu viel und denke sehr viel. Auf der
Hand liegt, da├č ich viele Ideen habe. Scharfes Denken ist mir
g├Ąnzlich vertraut; Ideen liegen mir vollst├Ąndig nahe. Und
deshalb bin ich ein schwieriger B├╝rger, denn ein schwieriger
B├╝rger denkt sehr viel. Ein schwieriger B├╝rger bekommt nichts
zu fressen und wie weiter? [...]
Daf├╝r bin ich ja ein schwieriger B├╝rger, damit ich Unruhe stifte,
damit ich den Kopf anstrengen kann, damit ich mir Ideen
ausdenken kann und damit ich mich nicht vor vielem Denken
├Ąngstlich f├╝rchten muss.
Vor dem Nicht-Denken habe ich Angst. Wenn ich nicht scharf
denke, wird es mir ganz blau und gr├╝n vor den Augen. Ich
trinke dazu auch mal mehr und nehme das Denken selbst in
die Hand. Staatsm├Ąnner d├╝rfen nicht alleine nachdenken und
f├╝r uns alle entscheiden. Mir wird immer ganz blau und gr├╝n
vor den Augen, wenn ich den Kopf nicht anstrenge, und das ist
nicht gut, und deshalb strenge ich den Kopf so h├Ąufig wie
m├Âglich an und bleibe informiert und bed├Ąchtig. Wenn nur
leitende Staatsm├Ąnner denken, bis es ihnen gr├╝n und blau vor
den Augen wird und bis ihnen der Kopf zerspringt, so kommt
nichts in Ordnung im Lande und unsereins kann sich bald
nicht mal mehr ein Glas Bier leisten, vern├╝nftig essen und
nachts sorglos die Augen zu tun, in der Annahme, dass man
zum Kopfanstrengen Schlaf braucht, damit man weiter denken
und dichten kann. Wer den Kopf anstrengt, macht sich auch
mal Feinde, und wer seine Absicht und Meinung bekundet, gilt
als ungem├╝tlicher Mensch, aber ein m├╝ndiger B├╝rger muss
auch mal ungem├╝tlich werden, und nicht immer nur gem├╝tlich
sein. Ich komme nicht zur Ruhe, wenn Staatsm├Ąnner f├╝r mich
denken und den Kopf anstrengen, denn unsereins wei├č
besser welche Probleme die Gesellschaft hat und wir sind
wichtige Mitglieder der selbigen und ein so genannter
schwieriger B├╝rger oder Unruhestifter, der gern mal etwas
trinkt, auch mal mehr und nichts zu fressen hat fragt sich: wie
weiter?
Ich hei├če Lutz, kam 1963 zur Welt, wurde in Halle an der
Saale geboren und dr├╝ckte bis zur achten Klasse die
Schulbank, lese oft die Zeitung, bin gern Handwerker und bin
bereits 45 Jahre alt und denke oft angestrengt nach, weil ich
das Denken und Kopfanstrengen nicht allein den leitenden
und lenkenden K├Âpfen ├╝berlassen kann, die sich ja doch nicht
verantwortlich f├╝r uns f├╝hlen. Unsereins f├╝hlt sich von hinten
bis vorn verantwortlich und denkt viel, weil er diese wichtige
Sache nicht den verantwortungslosen K├Âpfen allein
├╝berlassen darf. Ich ging bis zur achten Klasse zur Schule, wo
ich lernte den Kopf zu benutzen, den man uns heute versucht
zu verbl├Âden. Geboren bin ich in Halle an der Saale, hei├če
Lutz, k├Ąmpfe um die Verantwortung und bin wie alle
einzigartig.

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