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Leselupe.de > Kurzprosa
Wieder da
Eingestellt am 04. 05. 2007 11:03


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maerchenhexe
???
Registriert: Nov 2006

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Wieder da

Endlich nach zwei Stunden Fahrt taucht er auf, der Dachgiebel des alten EifelhÀuschens mit dem kleinen Wald nebenan; dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.
Die mitgebrachten Dinge ins Haus schaffen, der erste Spaziergang mit dem Hund und dann, wie immer, das gemĂŒtliche Kaffeetrinken im Schein der Kerze. Behaglichkeit breitet sich aus.

Doch mit Beginn der AbenddĂ€mmerung ergreift ihn Unruhe. Er zieht den ausgewaschenen Jogging-Anzug an und streift die festen Handschuhe ĂŒber. Alte Arbeitsschuhe vervollstĂ€ndigen seine AusrĂŒstung. Sein Ziel ist jetzt das WĂ€ldchen direkt hinter dem Haus.
Dort angekommen, liegen Hinterlist und TĂŒcke in seinem Blick, als er murmelt: „Na, erkennt ihr mich wieder?“ Im Weitergehen, auf den vermoosten Boden blickend, hört man ihn flĂŒstern: „Du bist fĂ€llig, dich nehme ich auch, und du dort hinten entkommst mir ebenfalls nicht.“
Da! Plötzlich geht ein Ruck durch seine Gestalt! Der Sturm hat ihm zwei passende Opfer direkt vor die FĂŒĂŸe gelegt, knapp zwei Meter lang und mit einem Durchmesser von gut 2o Zentimetern. Nun hat er es eilig, zum Haus zurĂŒck zu kehren. Auf der ĂŒberdachten Terrasse entfernt er den Schutz von seinem hundertzĂ€hnigen Helfer, streicht liebevoll ĂŒber sein Blatt und macht sich mit ihm zusammen wieder auf den Weg zu den wehrlosen Opfern. Triumphierend zerlegt er diese nun mit dem scharfgezahnten Stahl; alle 3o cm ein Schnitt quer und dann noch einmal lĂ€ngs. Nach und nach schafft er die StĂŒcke ins Haus.

Mit sich und der Welt zufrieden schaut er seine Frau an: „Also Schatz, die KettensĂ€ge war die beste Idee, die ich je hatte. Glaub mir, sie schneidet das Holz wie Butter. FĂŒr die nĂ€chsten drei Tage haben wir genug, um den Kamin zu feuern. Dann gehe ich wieder los und sorge fĂŒr Nachschub." Sie lacht und nickt zustimmend. Die Erde hatte ihn wieder.

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Tend the garden, that you seeded,
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Pete
Guest
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Ha, hast mich aufs Glatteis gefĂŒhrt.

Ohne ein paar Hinweise lasse ich Dich nicht vom Haken!

Ein wunderbares Ritual, dass das EhepĂ€rchen hat. Er geht in den Wald und reagiert sich ab. Der SchlĂŒssel im letzten Satz erschließt die Botschaft.

Mir juckt es in den Fingern, da noch eines drauf zu stapeln.

Lasse den Mann ruhig noch ein wenig lÀnger in der Leserfantasie als SchlÀchter und Massenmörder leben.
So wie z.B.:

>>> griff nach seinem mörderischen Freund aus kaltem, scharfgezahntem Stahl. Die Frau vermied seinen Blick, der vor Mordlust durchtrÀnkt sein musste. (...)

Heute Abend wĂŒrde es wieder zahlreiche Opfer geben (...) <<<

Noch eine Kleinigkeit: Vermeide, am Schluss das Wort "KettensÀge" zu wiederholen.

Deine Innenansicht von MĂ€nnern finde ich gleichermaßen beeindruckend, wie nachvollziehbar.

GrĂŒĂŸe

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maerchenhexe
???
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hallo Pete,

danke dir fĂŒr deine ausfĂŒhrliche RĂŒckmeldung. Deine VerbesserungsvorschlĂ€ge klingen gut in meinen Ohren, ich werde die ein oder andere Stelle noch einmal nacharbeiten. Das mit der doppelten KettensĂ€ge hat mich selbst von Anfang an gestört, ich hatte aber keine zĂŒndende Ersatzformulierung zur Hand. Oder die zweite KetensĂ€ge einfach weglassen? Was meinst du? Im Übrigen muss ich es jetzt mal los werden: ich finde die Art und Weise deines Kommentierens einfach große Klasse.
lieber Gruß

maerchenhexe
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heike von glockenklang
One-Hit-Wonder-Autor
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huhu mÀrchenhexe,

eine sehr lebendige und mit freude zu lesende
story. ich muß ob des stils einigemale freudig schmunzeln.
der untenstehende satzteil fĂ€llt fĂŒr mich irgendwie aus dem rahmen...
"Triumphierend zerlegt er diese nun mit Hilfe "

ich ĂŒberlege beim abendbrot mal an einem vorschlag...

richtig schön deine erzÀhlung

grĂŒsse heike

__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, kĂŒhle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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no-name
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe MĂ€rchenhexe,

auch ich störe mich an dem ""mörderischen Freund" (vorher war es anscheinend "mörderischer Stahl"?!). Das finde ich zu hart, zu aufgesetzt. Was hÀlst du von "treuer Helfer"? Ist das zu lasch?! ;-)

Eine wirklich tolle und gut umgesetzte Idee, dieser Kurzprosatext von Dir! Es gelingt dir wirklich gut, mit der Erwartungshaltung des Leser zu spielen.

Du wirst in meinen Augen immer besser!

Liebe GrĂŒĂŸe von no-name.

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Pete
Guest
Registriert: Not Yet

Morgengebet

Hallo Maerchenhexe,

klasse Feintuning Deiner Geschichte! Übrigens formulierst Du sehr geschmeidig. Nur deshalb fĂ€llt es ĂŒbrigens auf, wenn mal eine Kleinigkeit nicht diesen hohen Anspruch erfĂŒllt.

Ich habe Deine wunderbar skurille Geschichte noch einmal gelesen und hatte ein Deja-Vu-Erlebnis. Nicht das, was Du jetzt vermutlich denkst, ich bin kein KettensÀgenfan, sondern eine rÀtselhafte Wortdoppelung. Hatten wir das nicht schon einmal?

Hir die Fundstelle:

quote:
Auf der ĂŒberdachten Terrasse entfernt er den Schutz von seinem hundertzĂ€hnigen Helfer, streicht liebevoll ĂŒber sein Blatt und macht sich mit ihm zusammen wieder auf den Weg zu den wehrlosen Opfern. Triumphierend zerlegt er diese nun mit dem scharfgezahnten Stahl seines mörderischen Helfers; alle 3o cm ein Schnitt quer und dann noch einmal lĂ€ngs. Nach und nach schafft er die StĂŒcke ins Haus.

Worddoppelungen sind unvermeidlich, aber auch unproblematisch bei relativ nichtssagenden Worten (der, die das, ...). Wenn Du aber einen Begriff wie "Helfer" in ironischer Weise mit einer tieferen Bedeutung versiehst, wird eine Wiederholung plötzlich auffÀllig.

Vorschlag: Streiche den im Zitat auch gestrichenen Teil, dann stimmt es.

Ich weiß, dass das ziemlich wehtut, denn die Wortkombination mit "mörderisch" mĂŒsste dann wegfallen. Ich habe derzeit ebenso schmerzhafte Schnitte an meinem eigenen Werk zu ertragen, indem ich einen allbesserwissenden ErzĂ€hler chirurgisch entferne. Der Verlust dieser lieb gewonnenen und m.E. originellen Passagen ist schier unertrĂ€glich!

Was mir sonst noch aufgefallen ist:

Du Ă€nderst ziemlich schnell, wenn dir so ein Kommentar wie meiner eine notwendige Verbesserung suggeriert. Verlasse Dich auf Dein GefĂŒhl und habe den Mut, auch mal einen Vorschlag zurĂŒckzuweisen. An meiner WertschĂ€tzung wĂŒrde dies nichts Ă€ndern, wohl aber an Deiner schriftstellerischen SouverĂ€nitĂ€t.

Genug gepredigt.
Amen!

Pete

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