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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wien unvergessen
Eingestellt am 13. 02. 2011 13:40


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Franke
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2009

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Großvater macht wieder seine GehĂŒbungen im Hof. Wie immer, wenn es nicht regnet, schiebt er tapfer seinen Rollator und scheucht den Tod vor sich her.
Wir sitzen gemĂŒtlich auf der Bank und werfen uns Bierflaschen, Zigaretten und Blicke zu. Auf ein Augenzwinkern kommt dann die obligatorische Aufforderung:
Opa, erzÀhl doch von Afrika!
Er hÀlt kurz inne, greift fester um die Griffe seiner Gehhilfe. Sein Schritt wird plötzlich sicherer und wieder steht er vor Tripolis. Er erzÀhlt von 50 Grad Celsius im Schatten und der KÀlte in der Nacht. Wir sehen Montgomery in seinem Schatten und wie er sich die Lippen leckt, um den letzten Tropfen Wasser nicht zu verschenken. Wasser - das war alles, was in seinen Gedanken war.
Den Panzer ließ er stehen vor El Alamein.
Er war nie wieder in Afrika und auch Wien hat er nie wieder gesehen. Mit seiner Kompanie war er 1941 in Österreich auf Zwischenstation auf dem Weg in die WĂŒste. Er erinnert sich an das kleine Cafe beim Stephansdom und das MĂ€dchen, das ihm das Versprechen abgenommen hat, wiederzukommen. So viele Versprechen sind zerbrochen im Sand vor Tunis und so bleibt ihm nur ein leises 'Wien-unvergessen'.
Damit ist das GesprĂ€ch wie immer beendet und er wendet sich zum Haus. 16 Uhr, Zeit fĂŒr einen Kaffee.
Wir sehen ihm noch eine Weile nach, stellen die Flaschen in den Kasten zurĂŒck, drĂŒcken die letzte Zigarette aus und verlassen das Schachtfeld.
__________________
Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)


Version vom 13. 02. 2011 13:40

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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hallo franke,
ganz kurz:

einmal fest ist zuviel:
fester griff um die gehilfen
und direkt im anschluss
fester schritt.
tip,
streich das fest bei schritt und lass als adjektiv
sicher stehen.

spÀter mehr

ralf
__________________
RL

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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HAllo Franke,
ich habe mal den Anfang deiner Geschichte ein
wenig umgestellt.

„Opa, erzĂ€hl doch von Afrika!“
Er hielt kurz inne, bricht seine GehĂŒbungen ab.
Wie immer hatte er, wenn es nicht regnete, seine GehĂŒbungen im Innenhof der Mietskaserne
abgehalten.
„ Wenn ich laufe“, sagte er,“ kann ich den Tod vor mir her scheuchen.“
Sein Griff am Handlauf des Rollators wird fest, seine Schritte werden sicherer, mit jeder Erinnerung, die allmĂ€hlich aus der Vergangenheit auftaucht, strömt, so scheint es mir, ein wenig Leben in seine Arme zurĂŒck.
„Wie damals, vor Tripolis,“ sagt er leise, und dann noch mal,
„ Ja, Tripolis.“
Dann steht er wieder vor den Mauern dieser Stadt. Er spĂŒrt die Hitze der Tage und die EiseskĂ€lte in der Nacht. Montgomery ist hinter ihm im Schatten,leckt sich die Lippen um den letzten Tropfen Wasser nicht zu vergeuden.
Wasser, das erfĂŒllte alle Gedanken.
Die Panzer ließ er stehen vor El Alamein.

Soweit mein Vorschlag.

Ich denke es ist besser den Opa ein paar SĂ€tze selber sagen zu lassen.
Den Afrikateil habe ich so umgestellt, das die Geschichte unmittelbarer wirkt.
Habe einfach "er erzÀhlt" weggelassen.

Vielleicht weißt du was ich meine.

GrundsĂ€tzlich finde ich das du " Die SchlachtstĂ€tte", und die RĂŒckkehr zu ihr in Gedanken toll heraus gearbeitest hast.

Wie gesagt ich wĂŒrde den "Opa" als Prot etwas mehr selbst erleben lassen, weil es den Zugang zur Geschichte fĂŒr den Leser einfacher macht.


P.S.
Auch das wirkt nicht wie ausgedacht, sondern wie erlebt.
und das ist es was eine Geschichte lesenswert macht...

lg
Ralf



__________________
RL

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Louise
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Franke,
was mich an deiner Geschichte ein bisschen irritiert, ist der Kontrast zwischen den TrĂ€umen eines alten Menschen und der relativen GleichgĂŒltigkeit der Beobachter. Das finde ich persönlich schade, da die Art der Konstellation aus meiner Sicht ein wenig sarkastisch anmutet. Nach dem Motto: Mach mal Opa. Zeig uns mal, was du noch drauf hast. Ich weiß nicht, ob das von dir so gemeint ist. Vielleicht erfahre ich ja mehr.(?)
Liebe GrĂŒĂŸe von
Louise

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