Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92211
Momentan online:
196 Gäste und 5 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wilde Wutz
Eingestellt am 29. 05. 2002 11:02


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Muffin
AutorenanwÀrter
Registriert: Feb 2002

Werke: 36
Kommentare: 34
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Muffin eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wilde Wutz


„Was, sagtest Du, war das fĂŒr ein Kuchen?“ fragt kleine Oma interessiert.
„Wilde Waldau,“ sagt Mama stolz und prĂ€sentiert Oma ein StĂŒck tatsĂ€chlich wild aussehender Torte.„Wilde Waldau fĂŒr Hilde die Wilde,“ witzelt große Oma.
Opas Augen werden groß. Der Fachmann weiß das einzuschĂ€tzen: ein guter Hinweiß darauf, dass er eine einmalige Idee hat und tatsĂ€chlich:
„Wenn man wilde Waldau mit der wilden Hilde misch, bekommt man wilde Sau.“
Eine geschlagene Minute starrt kleine Oma ihn nur an. Dann holt sie tief Luft und bringt so gerade eben hervor: „Du bist ja immer so lustig! Ich verzeih Dir das.“
Opa erntet einen bösen Blick von große Oma, der heißt, nimm Dich in Acht, Du weißt was Dir blĂŒht! Doch kleine Oma lacht schon wieder und als Opa klar wird was er da gerade gesagt hat, sagt er, dass er das doch ganz anders gemeint hĂ€tte.
Kleine Oma versteht das.
Um fĂŒr Ablenkung zu sorgen steht Papa auf und fragt: „Will jemand noch etwas von der...“ Er sieht auf die rosafarbene Beerentorte. „Wilden... Wutz.“
Was fĂŒr ein wilder Kaffeetisch an dem die wilde Waldau, die wilde Hilde und die wilde Wutz zu gegen sind.
Apropos wild: „Lotte erzĂ€hl doch die Geschichte vom Gebiss,“ bettelt Mama in diesem Moment.
„Nein,“ sagt Lotte. „die interessiert doch keinen. Also das war so:
Es war auf dem Flug zurĂŒck von meiner letzten TĂŒrkeireise, ihr wisst schon, vor zwei Wochen. Ich saß neben so einem feinen Ehepaar. Beide hatten die Nasen in ein Buch gesteckt, aber kein Normales, also, was Anspruchsvolles. Ich hatte nicht den Eindruck als ob sie lesen wĂŒrden.“
“Sie lasen wahrscheinlich jeden Satz zweimal,“ vermutet Papa.
„Die lasen jedes Wort zweimal,“ empört sich Tante Lotte. „Zwei Reihen vor mir saßen zwei MĂ€nner, die waren mir schon im Hotel aufgefallen, weil die immer zusammen waren. Ich dachte, sie kannten sich schon lĂ€nger...“ Sie macht eine wage Geste. „aber dann hab ich gehört, wie der eine sagte er kĂ€me aus Oberhausen Osterfeld, na, das sagte ja schon alles.“
Sie lÀsst ihren Zuhörern die Möglichkeit zu lachen, dann fÀhrt sie fort.
„Tja und dann gab es Essen. Richtig warmes Essen, war toll!“ Sie sieht Oma an.
„Das Essen ist da immer auf solchen Tabletts und damit man sie besser stapeln kann sind da so Abdeckhauben drĂŒber.“ erklĂ€rt sie.
„Als wir fertig waren, haben wir die Tabletts durchgegeben. Die Stewardess war schon an uns vorbei, als einer der MĂ€nner, der aus Oberhausen Osterfeld, plötzlich aufsprang und rief: Mein Freund hat sein Gebiss auf dem Tablett liegengelassen.“
Sie sieht gespannt in die Runde. Eine Weile wird gelacht, dann fragt kleine Oma irritiert:
„Warum nimmt der Mann sein Gebiss zum Essen raus?“
„Was weiß ich? Ich hab das auf jedenfalls gar nicht geglaubt. Ich dachte nur: das ist ja `ne selten doofe Anmache.“
Papa lacht.
„Ja, ich dachte er wolle die MĂ€dchen da anmachen. Und dann ist der Mann ohne Gebiss nach hinten gegangen und erst mal nicht wieder gekommen. Hat fast zehn Minuten gedauert, da kam er wieder. SpĂ€ter kam dann der Steward und hatte ein kleines PĂ€ckchen in einer Serviette eingewickelt dabei. Da war das Gebiss dann drin. Wir haben so gelacht als wir bemerkten, dass das stimmte! Ich hab mich gar nicht mehr eingekriegt. Die Frau vor mir und der tĂŒrkische Mann auch nicht. Dem liefen die TrĂ€nen ĂŒber die Wangen. Und als ich da so lachte, sah die feine Frau neben mir von ihren Buch auf und sagte: Mit was fĂŒr Leuten man heute reisen muss! Da hab ich gesagt: Wenn sie sich die erste Klasse nicht leisten können, muss ich ja mit ihnen reisen.
Menschen gibt’s!“

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
hallo,

das ist eine amĂŒsante kleine alltagsgeschichte. gefĂ€llt mir, wie du die dialoge ausgefĂŒhrt hast. und die schlagfertigkeit! ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!