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Leselupe.de > Gereimtes
Wildschweinbraten
Eingestellt am 08. 12. 2002 20:09


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SandyGrendel
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 37
Kommentare: 79
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Schach

Die Schlacht beginnt sogleich titanisch:
Eröffnet wird sizilianisch.
Kaum ist der Pulverdampf verstrichen
sind schon zwei BĂ€uerlein verblichen.
Sogar beim Spiel gilt stets das Eine:
Zuerst trifft es bekanntlich Kleine,
als nÀchste folgen SchmÀchtige
und ganz zum Schluss erst MĂ€chtige.

Doch wer will da philosophieren,
wer am und auf dem Brett verlieren?
Drum tobt der Krieg doch so verbissen
vor und auch hinter den Kulissen. -
Jetzt schwillt der KampflÀrm etwas ab!
Macht wohl der Gegner eben schlapp?
Nein, nein, der König fragt sich bloss:
„Was ist in jener Ecke los?“

Ein MinnesÀnger mit der Laute
ist schuld an dieser kurzen Flaute.
Er singt: „Sag‘ an, wie ist dein Name?“
und hingerissen lauscht die Dame.
Verdammt nochmal, sie wird gebraucht!
Ein LĂ€ufer hat den Fuss verstaucht!
In diesem dichten KampfgewĂŒhle
gibt‘s keinen Platz fĂŒr HochgefĂŒhle!

Der Kerl schleppt sich am Pferd vorbei,
und stirbt in einer Keilerei.
Vor kurzem sass er noch beim Jassen
und hat nur schnell den Turm verlassen!
Man sieht bereits ein wenig spÀter
auf weissem Feld drei SanitÀter.
Die sammeln all die Leichen ein,
aus Ebenholz und Elfenbein.

Der König kommt in grösste Not!
O Schreck! Die schwarze Dame droht,
und dieses Weib kennt keine Gnade,
es beisst sich fest in einer Wade.
Kann er dem Luder denn entrinnen?
Gibt es fĂŒr ihn ein Neubeginnen?
Die Spannung wird schier unertrÀglich;
der König schreit indessen klÀglich.

Ach! Endlich naht ein weisser Reiter,
sowie ein LĂ€ufer samt Begleiter.
Der bringt als kampferprobter Recke
den zweiten schwarzen Turm zur Strecke.
Doch vorne wirft sich nun ein LĂŒmmel,
- ein Bauer! - mitten ins GetĂŒmmel!
Der ficht mit Mut und ohne Zagen,
und will dem König an den Kragen.

Mein König Richard in BedrÀngnis!
Der Turm als schauriges GefÀngnis!?
„Ein Pferd! Ein Pferd! Ich gĂ€be gleich
dafĂŒr ein ganzes Königreich!“
hört man ihn rufen aus dem Feld.
„Haruss! Gesucht wird hier ein Held!“
Sein Gaul indes tut keinen Wank:
Er lahmt auf der Reservebank.

Der König zieht - zu seinem GlĂŒck! -
sich in den weissen Turm zurĂŒck.
Hier lÀsst er sich vom Stab beraten
bei einem zarten Wildschweinbraten
mit Schlachtfestplatte. Welch ein Schmaus!
Danach ruht er sich tĂŒchtig aus.
Wer so enorm gelitten hat,
ist redlich mĂŒde und - schachmatt!

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Bruno Bansen
Guest
Registriert: Not Yet

Schachmatt

Das ist doch mal ganz hervorragend und spannend erzĂ€hlt, dieses Schach-Ereignis! Vielleicht ne Spur zu lang, das schreckt die Fast-Food Literaten wie es scheint, ab. Also fĂŒr mich ist das ein sehr großes unnd buntes Turnier, was da zwischen Mittelalter und Spielbrett hin und her tobt! Sehr gut inszeniert und moderiert!

GlĂŒckwunsch!

GrĂŒĂŸe von
Bruno

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
Kommentare: 2501
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Schachmatt...

Hallo, Sandy!

Auch mir hat Dein "Schachbraten" gefallen... Nur das Gedicht mit dem Titel "Wildschweinbraten" zu versehen, hĂ€tte ich nicht gemacht... Das irritiert - jedenfalls mich. Vielleicht ist aber genau das gewollt... Zu lang, wie das Bruno findet, finde ich das Gedicht nicht, denn es liest sich so flĂŒssig wie "Schillers Glocke" und die ist ja auch nicht gerade kurz...

VG
Schakim

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SandyGrendel
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 37
Kommentare: 79
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Schach

Liebe Schakim und Bruno,

Besten Dank fĂŒr Eure Kommentare. Der Vers ist tatsĂ€chlich etwas lang geraten; normalerweise versuche ich ja die Gedichte so kurz und konzentriert wie möglich zu halten.

Der Grund: Der Vers entstand als Produktion fĂŒr einen Freund, der kĂŒrzlich an einem Schach-Turnier einen grossen Erfolg feiern konnte. SelbstverstĂ€ndlich war der Betreffende in der Originalversion mit Namen ins Geschehen integriert.

Als ich dann einmal in Fahrt war, konnte ich nicht mehr bremsen!

Mit freundlichem Gruss!

SandyGrendel

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chrishilden
???
Registriert: Oct 2002

Werke: 11
Kommentare: 104
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es ist keineswegs meine Meinung, dass gute Gedichte kurz sein mĂŒssen. ich habe Sandy's rat befolgt (du erinnerst dich) und muss sagen, dass es ein herrliches Gedicht ist, gut abgeschmeckt und auch schöne Reime.
NOTE: 1
----> Weiter so Sandy

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SandyGrendel
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 37
Kommentare: 79
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Schach?

Liebe chrishilden,

Vielen Dank fĂŒr Deinen Kommentar. Es freut mich echt, dass Dir dieser - doch nicht gerade tiefsinnige - Vers ebenfalls gefĂ€llt.

Ich spiele selber auch nicht Schach, da mir das Talent fĂŒr Strategie und Taktik fehlt, bewundere aber den (geistigen) Kosmos, der in diesem Spiel steckt.

Mit vielen GrĂŒssen!
SandyGrendel

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