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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Willi in Pisa
Eingestellt am 12. 09. 2002 14:29


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Mignon
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Registriert: May 2001

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Willi in Pisa

Willi Ruffel hatte noch nie eine Reise gemacht, deshalb sagte seine Mutter, er solle sich mal entspannen und sich einen kleinen Urlaub gönnen. Also ging er in das nĂ€chstgelegene ReisebĂŒro und erkundigte sich nach einem schönen „3-Tage-Ort“, denn er hatte selbst ĂŒberhaupt keine Vorstellung wo er hinsollte. Der Reiseleiter schlug ihm einige StĂ€dte vor, Paris, Madrid, Bern, Wien, Budapest, Athen oder einfach nur ZĂŒrich und viele andere. Willi entschied sich fĂŒr Pisa, dort wollte er fĂŒr drei Tage Urlaub machen. „Hoffentlich ist es da schön“, dachte sich Willi. Die Fahrt sollte schon zwei Tage spĂ€ter beginnen. Einen Tag vor der Abreise packte er all seine Sachen, er hatte aber einige Probleme dabei: Einmal fand er seine Unterhose nicht, dann fiel ihm ein, dass er noch keinen Proviant fĂŒr die Fahrt gekauft hatte, und dann passte das Ganze nicht mal in einen Koffer...

Um 6.00 Uhr morgens trug er seinen Koffer die Treppe hinunter, musste aber noch einmal hoch in seine Wohnung, weil er seine MĂŒtze vergessen hatte. Im Bus saßen sehr viele alte Damen, es war ziemlich voll. Willi hatte das GlĂŒck noch einen Platz zu finden. WĂ€hrend der Reise schlief er nur. SpĂ€t abends kamen sie in dem Hotel an, und Willi schlief dort im Bett weiter.

FĂŒr den nĂ€chsten Tag war um acht Uhr gleich eine StadtfĂŒhrung durch Pisa geplant. Willi stand um kurz vor sieben auf um rechtzeitig zum FrĂŒhstĂŒck zu gelangen. Bevor seine Gruppe ausstieg sagte der FĂŒhrer: „Wir mĂŒssen vorsichtig sein, dass wir uns nicht verlieren. Am besten hĂ€nge ich meinen grĂŒnen Hut an meinen Schirm, und halte ihn hoch. Sie brauchen nur diesem Signal zu folgen. Seien Sie außerdem noch vorsichtig. Es könnte sein, dass Sie in einer solch bekannten Großstadt wie dieser bestohlen werden. Also nehmen Sie am besten nicht gleich alles mit, und verstecken Sie ihr Geld irgendwo, wo keiner so schnell hinkommt.“

Willi dachte darĂŒber nach. Wo könnte er sein Geld denn verstecken? Dann kam ihm eine Idee. „Ganz einfach, ich stecke es in meine Unterhose“, dachte er sich. Und so konnte die FĂŒhrung losgehen.

Sie wanderten eine Weile, bis sie am Dom ankamen. „Zuerst“, fing der FĂŒhrer an zu reden, „betrachten wir uns den Dom etwas nĂ€her. Er wurde erbaut im Jahre...“

Ab hier hörte Willi nicht mehr zu, sondern schaute sich nur noch grĂŒndlich den Dom an. Er war sehr groß und schön, aber noch schöner war die kleine graue Katze, die davor auf dem Rasen saß.

Plötzlich zuckte Willi zusammen, weil der FĂŒhrer seine Rede beendet hatte. Er hörte nur noch den Satz: „Und merken Sie sich das alles gut. Morgen schreiben Sie mir einen Aufsatz darĂŒber...“

Willi war entsetzt.

Die FĂŒhrung ging weiter durch die Basilika, und in das Mausoleum. Willi schaute sich ĂŒberall um, aber er fand einfach keine MĂ€use. Die Katzen hatten wirklich fleißig gearbeitet. Willi wartete aber nur ungeduldig auf den schiefen Turm. Über ihn wollte er mehr erfahren. Als seine Gruppe jedoch dort angekommen war, hörte Willi dem FĂŒhrer gar nicht zu. Stattdessen schaute er sich wieder die kleine graue Katze an, die er vor dem Dom erblickt hatte. Sie hielt die Augen zu Schlitzen verengt und musterte Willi. Die Sonne schien prall auf ihr Fell. Willi drehte sich wieder zu seiner Gruppe um - doch diese war nicht mehr da. Willi war verwirrt. Er suchte verzweifelt nach dem grĂŒnen Hut, doch wohl oder ĂŒbel zwecklos. Da - jetzt entdeckte Willi den Hut wieder. Er rannte schnell zu seiner Gruppe zurĂŒck. Ihm fiel ein dicker Stein vom Herzen. Vermutlich hatten die Leute nichts gemerkt. Willi sah sich wieder in aller Ruhe die Umgebung an. Das Komische jedoch war, dass der FĂŒhrer auf einmal anfing japanisch zu reden. Irgendetwas von : „Ore ga yarankaya dara ga yaru aoi ...“ Willi kapierte ĂŒberhaupt nichts mehr. Anscheinend war er bei der falschen Gruppe. Nervös trat er von einen Fuß auf den anderen. Endlich ging er entschlossen auf den FĂŒhrer zu. Er hoffte dieser könnte ihm helfen. Doch was sollte er sagen? „Ähm...“ Willi fehlten die Worte. Er konnte doch kein japanisch... Er holte tief Luft. „Ich Ruffel, du Pikachu.“, sagte er. Der FĂŒhrer aber sah ihn nur verstĂ€ndnislos an. „Ich Reiseleiter, du Vollidiot!“, gab er zurĂŒck und fuhr mit seiner Rede in der anderen Sprache fort. Willi lief beunruhigt umher. Dieser FĂŒhrer half ihm auch nicht weiter. Wo war bloß seine Gruppe.

Nach kurzer Zeit gab Willi es auf seine Gruppe zu suchen. Stattdessen begab er sich auf die Suche nach hĂŒbschen Souvenirs. Er wollte so gerne ein T-Shirt haben, doch anscheinend gab es hier keine, die ihm auch nur halbwegs hĂ€tten gefallen können. Aber da - plötzlich entdeckte Willi an einer Verkaufsbude ein wunderschönes Frauengesicht, das ihn anlĂ€chelte. Es war ein weißes T - Shirt mit diesem Bild in der Mitte. Willi ging sofort zum StĂ€nder, um sich dieses bezaubernde Gesicht noch einmal nĂ€her anzusehen. Es war die Venus von Botticelli. Der Name stand unter dem Bild. Willi musste dieses T - Shirt unbedingt haben. Und fĂŒr seine Mutter dann noch diese vergoldete Gondel. Er nahm das Hemd vom BĂŒgel, gab es mitsamt der Gondel dem VerkĂ€ufer und sagte:“ Diese beiden Sachen, bitte.“ Aber dann fiel ihm ein, dass dieser ihn sowieso nicht verstand. Der VerkĂ€ufer packte ihm die Gondel ein, und faltete das T - Shirt zusammen. Dann steckte er alles in eine TĂŒte und gab sie Willi zurĂŒck. Willi steckte die Hand in die Unterhose, um sein Geld hervorzuholen. Der VerkĂ€ufer aber starrte ihn entsetzt an und stieß hervor: „Nein, danke, Sie bekommen es geschenkt“, und so drĂŒckte er Willi die TĂŒte in die Hand und wandte sich dem nĂ€chsten Kunden zu. Willi jedoch konnte sein GlĂŒck kaum fassen. Vermutlich konnte dieser Mann ein bisschen Deutsch. Und jetzt hatte Willi ein wunderschönes T - Shirt, und kostenlos noch dazu. So ging Willi zurĂŒck zum Bus, und kurz darauf kam seine Gruppe auch an. Das war ein toller Tag fĂŒr ihn.

© Yannika Schad (12 Jahre)

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herb
???
Registriert: Jul 2002

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Unterhose

Hallo Mignon,

diese Geschichte ist ja noch besser, als die mit den Staubsaugern. Du bist wirklich erst zwölf Jahre alt.
Ich identifiziere mich völlig mit diesem Willi. Denn ich habe auch die Macke immer einen absonderlichen Hut zu tragen, so kennt mich jeder hier im Kiez. Auch schaue ich bei Dombesichtigungen lieber nach einer Katze. Der Trick mit dem Geld in der Unterhose, der ist super. Da ich ein armer Mann bin, kann ich in Zukunft vielleicht umsonst einkaufen, lach

Herzlich
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. KĂ€stner

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Arno1808
Guest
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;-)))

Liebe Mignon,

Klasse!

Ich Reiseleiter, du Vollidiot..

Ich habe mich wirklich köstlich amĂŒsiert.
Dein Willi und seine Erlebnisse gefallen mir so gut, dass ich mich schon mÀchtig auf die nÀchste Geschichte freue.
Mach' weiter so!

Gruß

Arno

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Mignon
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:)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))

Hallo Leute!

Danke fĂŒr eure Feedbacks. Ich werde bald mit einer neuen Geschichte anfangen. Ich habe noch viele Ideen, wie Willi Urlaub erlebt, (Besichtigungen, Erlebnisse usw.) die alle sehr witzig sein werden. *gg*

Bis dann, eure

MIGNON

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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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Weiter so!

Hallo Mignon,


mein Opa hat mir mal von einem Ă€hnlichen Erlebnis erzĂ€hlt, wie Du es mit Willi Ruffel schilderst. Er war als Soldat irgendwo ganz weit weg von der Front stationiert und bekam sicherheitshalber immer eine Pistole mit, wenn er einkaufen gehen sollte. Einmal fand er in seiner BĂ€ckerei sein Kleingeld nicht und nahm erstmal die Pistole aus der Tasche, um sie auf die Theke zu legen und besser nach Geld suchen zu können, aber da hat sich der BĂ€cker schon so erschrocken, daß er kein Geld mehr wollte und ihm die Brötchen lieber schenkte.
Aber deine Geschichte ist schöner.
In dem Teil, der beschreibt, wie Willi sich ausgerechnet fĂŒr Pisa als Reiseziel entscheidet, kann man vielleicht ein paar Wörter weglassen, aber sonst fĂ€llt mir nichts ein, was die Geschichte irgendwie noch besser machen könnte.



Gruß

Wolf


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Mignon
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: May 2001

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Das war ja wirklich lustig! Vielleicht hĂ€tte dein Opa noch mehr kaufen sollen. Einen richtigen Großeinkauf, also.

Welche Wörter könnte ich denn da weglassen? Ich möchte meine Geschichte gerne noch ein bisschen ausbessern.

Mignon

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