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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Willkommener Abschied
Eingestellt am 16. 03. 2003 15:41


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JennyP.
Hobbydichter
Registriert: Nov 2002

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Willkommener Abschied

Marie kannte ich bereits seit der Grundschule. Wir nannten sie alle Lockenköpfchen, weil eine voluminöse blonde LockenmÀhne hatte. Zu Beginn der dritten Klasse stand sie auf einmal im Klassenraum. Meine Klassenlehrerin Frau Lenz stellte sie uns vor und bat sie, sich an einen Tisch ihrer Wahl zu setzen. Sie setzte sich zu mir. Seit dem waren wir zwei unzertrennlich.
Nachmittags, wenn die Schule aus war, ging ich oft mit ihr zu ihrer Oma. Sie musste nachmittags immer bei ihrer Oma zu Mittag essen und da es ihr zu langweilig war, lud sie mich ein. Sie hatte dort ihr eigenes Zimmer. Wir spielten oft Familie, machten Hausaufgaben oder hielten KaffeekrĂ€nzchen. Am Wochenende besuchte ich sie bei ihren Eltern. Sie hatte ein kleines Kaninchen, mit dem wir des Öfteren spielten. Wir setzten uns auf die Wiese hinter dem Haus und machten ein Picknick. Unter Picknick verstanden wir damals nicht, sich eine Decke nehmen und gemĂŒtlich Kaffee und Kuchen essen. Wenn Marie und ich picknickten, haben wir die halbe Inneneinrichtung ihres Zimmers auf dem Rasen ausgebreitet. Wir nahmen Puppen mit, ein paar BĂŒcher, Game-boys, Brettspiele und jede Menge SĂŒĂŸigkeiten. Das einzig nervtötende war das stĂ€ndige ZurĂŒckrĂ€umen unserer Utensilien.
Als wir die vierte Klasse abgeschlossen hatten, kamen wir in die Realschule, dort gingen wir in dieselbe Klasse. Auch da saßen wir nebeneinander. Die Zeit in der Grundschule wollten wir auf keinen Fall missen, obwohl wir doch damit abgeschlossen hatten. FĂŒr uns beide Ă€nderte sich nicht sehr viel. Wir bekamen zwar neue Freunde, gingen in eine andere Schule, aber wir waren doch beide dieselben. Alles lief wie in vergangenen Zeiten. Wir trafen uns nach der Schule, auch wenn ich sie jetzt nicht mehr bei ihrer Oma besuchte. Wir gingen mit unseren Freunden nachmittags auf das SchulgelĂ€nde und spielten dort Spiele, wie Tat oder Wahrheit oder Verstecken, bis dann die Jagd nach den Jungen losging. Es gab fĂŒr mich auch nette Jungen in der Klasse, aber die interessierten sich nicht fĂŒr mich. Eines Tages allerdings fragte mich Henry, ob ich mit ihm gehen wolle. Henry war der hĂŒbscheste, beliebteste und vor allem chaotischste Junge der gesamten Stufe. Da konnte ich nicht Nein sagen.
Marie fand auch einen Freund, genauso, wie unsere Freundin Jacqueline. Mit diesen zwei PĂ€rchen zogen Henry und ich damals los. Wir versteckten uns in dunklen Kellern, rauchten heimlich Zigaretten und probierten es mit dem ersten Zungenkuss. Begeistert war ich damals nicht von Henrys Zungengewandtheit. Es schmeckte einfach feucht und schleimig und war einfach total eklig. Heute betrachte ich das allerdings aus einer ganz anderen Perspektive. Mit dem Rauchen habe ich nach ganzen Zwei Zigaretten aufgehört. Nicht nur, dass es widerlich schmeckte, es nahm mir auch das letzte bisschen meines Taschengeldes. Seit dem hat sich das nicht geĂ€ndert. Selbst das Trinken habe ich aufgegeben. Außer einem Glas Sekt oder Wein zu feierlichen AnlĂ€ssen, trinke ich lediglich Orangensaft, Wasser oder Tee. Ich glaube, dass macht wieder wett, dass ich nur gelegentlich Sport treibe.
Ein halbes Jahr etwa war ich mit Henry ein Paar. Danach war er mit Marie zusammen, dann mit Jacqueline und dann mit jeder anderen, die greifbar war. Ich weiß nicht, ob er je verkraftet haben mag, dass es vorbei war, denn er musste mich nach unserer Beziehung tĂ€glich verbal maltrĂ€tieren. In der sechsten Klasse zog er nach Berlin und ich sollte ihm nie wieder begegnen.
Maries und meine Wege trennten sich in der siebten Klasse. Die zwei Parallelklassen der Realschule, wurden nun in drei Klassen aufgeteilt. Ich war von der ersten bist zur zehnten immer in der B-Klasse gewesen. Marie ging nun in die C-Klasse. C wie Chaot. Jedenfalls waren in der C-Klasse alle Chaoten außer Marie, da sie stets besser in der Schule war, als ich und immer einen reiferen Eindruck auf mich machte.
In der Zukunft sollte sich das alles verĂ€ndern. Sie hing fast nur noch mit ihren Chaoten herum. Schule? Naja, die Schule war fĂŒr sie nur noch ein Ort, an dem sie ihre „Freunde“ treffen und am Vormittag abhĂ€ngen konnte. Trotzdem kam ich noch gut mit ihr aus, wenn wir uns sahen, auch wenn es immer seltener war.
Letzten Endes musste ich mich selbst um meine Schularbeiten kĂŒmmern und die RealschulabschlussprĂŒfung bestehen, was mir auch recht gut gelang. Marie hatte sich mehr oder weniger durch die PrĂŒfung gemogelt und gequĂ€lt. Sie bestand und begann eine Ausbildung als Altenpflegerin. Das war fĂŒr ihre VerhĂ€ltnisse eine gute Wahl, da sie immer schon hĂ€uslich veranlagt war und mit Ă€lteren Menschen umgehen konnte.
Ich hingegen hatte keinen Plan. Die angebotenen Ausbildungsstellen sagten mir alle nicht zu. Ich wollte mehr als einfache Dienstleistungen verrichten. Mein Beschluss stand fest, ich wollte die Schulbank fĂŒr weitere vier Jahre drĂŒcken. Mit dem Abitur und einer Berufsausbildung wollte ich auf das Studium fĂŒr Journalistik hinarbeiten. In der Zeit brach der Kontakt fĂŒr etwa zwei Jahre ab. Nach der gelungenen Abschlussfeier fĂŒr den Jahrgang 2000 hatten wir uns gĂ€nzlich aus den Augen verloren.
Mich störte das nicht weiter. Ein neuer Lebensabschnitt hatte begonnen, der auch mit vielen Freunden, Bekannten und einigen netten MĂ€nnern ausgefĂŒllt war.
Irgendwann jedoch, ich war wieder mit einem hĂŒbschen, braungebrannten und durchtrainierten Soldaten auf einer Party, lief mir Marie ĂŒber den Weg. Ich erkannte sie kaum wieder. Sie trug eine hĂŒbsche modische Kappe und war sehr stark geschminkt. Die schwarze Kleidung sollte wohl kaschieren, wie viele Kilos sie in den letzten zwei Jahren zugenommen hatte. Ihre blonden Löckchen ließen sie noch immer wie ein knuffiges PĂŒppchen erscheinen. Da sie sich nicht sicher war, tippte sie mich nur leicht an die Schulter und blickte mich zurĂŒckhaltend an.
„Jenny? Bist du es?“
Ich hatte gerade etwas abgenommen, wie es so in den stĂ€ndigen Launen der Frau liegt, trug eine enge Jeans und ein knappes, weinrotes und rĂŒckenfreies Glitzeroberteil.
„Marie?“ Antwortete ich nach einer kleinen Pause, da ich erst ĂŒberlegen musste, wer da vor mit stand. Schon, da wir uns erkannten, ging ein wildes angeregtes GesprĂ€ch ĂŒber unsere Vergangenheit los. Wir fielen uns gegenseitig ins Wort und lachten ĂŒber unsere Dummheiten.
„Was treibst du denn zur Zeit so, Marie?“
„Ich bin mit meiner Altenpflegeausbildung fast fertig. Ich treffe mich noch mit meinen alten Leuten aus der Realschule und dann gehen wir ab und zu Partymachen oder einen Trinken.“
Mit einem Mal jedoch verstummte Marie. Sie sah den Mann, der sich neben mir aufbaute und tat es mit einem schnippischen Grinsen wieder ab. Ich stellte ihr meinen Freund vor und lenkte das GesprĂ€ch in eine andere Richtung. Mir wurde bewusst, worin sie ein Problem sah. Sie war eifersĂŒchtig. EifersĂŒchtig auf den Mann, der so gutaussehend neben mir stand und mich lĂ€chelnd am Hintern packte.
Ich schickte ihn los, etwas zu trinken zu holen, damit wir beide unbefangen weitertratschen konnten. Ich hĂ€tte gern mehr darĂŒber erfahren, was sie bis jetzt erreicht hatte. Ich beabsichtigte nicht mit ihm anzugeben oder zu zeigen, mit welchen Leuten ich mich abgab. Was wĂ€re mir wohl auf die Dauer wichtige gewesen? Ein krĂ€ftiger Knackarsch oder eine verlorengeglaubte Freundschaft.
Das erste was sie sagte, als er uns den RĂŒcken zudrehte, war allerdings, „lass dich nicht von so einem Typen ĂŒber den Tisch ziehen. Der sieht schon so aus, als wĂŒrde er jede nehmen, die ihm vor die FĂŒĂŸe springt. Glaub mir, den Typ Mann kenne ich. Das ist nicht das Richtige fĂŒr dich.“
Aber was war schon richtig fĂŒr mich? Sollte ich das bestenfalls nicht selbst entscheiden? Vielleicht war es so, vielleicht aber auch nicht. Er war nur von kurzer Dauer und mittlerweile lĂ€ngst Geschichte. Das spielte nicht die geringste Rolle, da er nicht so wichtig war. Nicht so wichtig wie Marie es noch heute fĂŒr mich ist. Traurigerweise war es ihr wichtiger eine AffĂ€re zu zerstören, als eine Freundschaft wieder aufleben zu lassen.
Dies war unser erstes Treffen, dass ich schon fast vergessen hatte.

__________________
wĂŒrde mich ĂŒber Kommentare und jedwede Kritik freuen.

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Evchen13
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Hallöchen JennyP


Ich habe mir deine Geschichte durchgelesen und sage erst einmal meine Meinung zu deinem Stil: Einiges stimmt auch nicht in der ErzÀhltechnik, wie z.B.:
„Irgendwann jedoch, ich war wieder mit einem hĂŒbschen, braungebrannten und durchtrainierten Soldaten auf einer Party, lief mir Marie ĂŒber den Weg. Ich erkannte sie kaum wieder. Sie trug eine hĂŒbsche modische Kappe und war sehr stark geschminkt. Die schwarze Kleidung sollte wohl kaschieren, wie viele Kilos sie in den letzten zwei Jahren zugenommen hatte. Ihre blonden Löckchen ließen sie noch immer wie ein knuffiges PĂŒppchen erscheinen. Da sie sich nicht sicher war, tippte sie mich nur leicht an die Schulter und blickte mich zurĂŒckhaltend an.
„Jenny? Bist du es?“
Ich hatte gerade etwas abgenommen, wie es so in den stĂ€ndigen Launen der Frau liegt, trug eine enge Jeans und ein knappes, weinrotes und rĂŒckenfreies Glitzeroberteil.
„Marie?“ Antwortete ich nach einer kleinen Pause, da ich erst ĂŒberlegen musste, wer da vor mit stand.“
Hier beginnst du .. Ich erkannte sie kaum wieder ... und dann fĂ€hrst du fort ... Da sie sich nicht sicher war, ... Das passt nicht zusammen. Weißt du was ich meine?

Du erzĂ€hlst deine Geschichte wie in einem Aufsatz, mit wenigen Emotionen, GefĂŒhlen. Dann beschreibst du den Weg zweier MĂ€dchen, zweier Freundinnen und den Bruch der Freundschaft.
Dabei fĂ€llt mir unwahrscheinlich auf, dass die Jenny als die – ups wie sage ich es nur – die Gute, die ihren Weg super gefunden hat, gute Freunde hat, perfekt aussieht und ...
Dann die Marie, die – ups wieder schwer, die richtigen Worte zu finden – die Pechmarie, die eben schon wohl in der Kindheit nicht so glĂŒcklich dran war, dann die falschen Freunde, keine Bock mehr auf die Schule, gerade so die PrĂŒfungen ..., also diejenige, die an allem Schuld ist. Doch das ist höchst unwahrscheinlich!

FĂŒr meinen Geschmack ist die Geschichte zu flach und zu einseitig erzĂ€hlt. Ich kann diese Jenny nicht so recht verstehen und bei manchen Texteilen war ich sogar ein wenig Ă€rgerlich. Da ist so viel GeringschĂ€tzung zu lesen, so viel Selbstherrlichkeit, was ich nicht mag. Hier ein paar Beispiele aus dem Text:

„Mit dem Rauchen habe ich nach ganzen Zwei Zigaretten aufgehört. Nicht nur, dass es widerlich schmeckte, es nahm mir auch das letzte bisschen meines Taschengeldes. Seit dem hat sich das nicht geĂ€ndert. Selbst das Trinken habe ich aufgegeben. Außer einem Glas Sekt oder Wein zu feierlichen AnlĂ€ssen, trinke ich lediglich Orangensaft, Wasser oder Tee. Ich glaube, dass macht wieder wett, dass ich nur gelegentlich Sport treibe.“
Was will Jenny dem Leser damit sagen? Wie perfekt sie ist, das sie fast keine Fehler hat? GrĂŒble, ist das wirklich so wichtig in dieser Geschichte oder gibt es so etwas ĂŒberhaupt im Leben??

„Ein halbes Jahr etwa war ich mit Henry ein Paar. Danach war er mit Marie zusammen, dann mit Jacqueline und dann mit jeder anderen, die greifbar war. Ich weiß nicht, ob er je verkraftet haben mag, dass es vorbei war, denn er musste mich nach unserer Beziehung tĂ€glich verbal maltrĂ€tieren. In der sechsten Klasse zog er nach Berlin und ich sollte ihm nie wieder begegnen.“
Hier musste ich ja fast schmunzeln. Eine Kinderliebe und der Junge kann es nicht verkraften, weil die Freundschaft vorbei ist. Hm, muss ich wohl nicht verstehen oder ich bin zu alt dafĂŒr, keine Ahnung.

Na ja ich höre auf, Textstellen zu zitieren, du weißt bestimmt, was ich meine.

Auf alle FĂ€lle ist noch viel an dem Text meiner Meinung nach zu feilen, wenn er eine gute Story werden soll. Doch das kann sie werden, wenn hier ein realistisches Bild der beiden MĂ€dchen dargestellt wird. Diese Schwarz-Weiß-Malerei geht einfach am Leben vorbei.

Mal drĂŒber nachdenken und nicht so geringschĂ€tzig bzw. abwertend schreiben und auch GefĂŒhle zeigen.

Aber da ich selber ja noch eine AnfĂ€ngerin bin und ich selber noch so was von ĂŒben muss, sehe es als eine Meinung von vielen an.

Hoffe, du bist mir nicht böse und bis bald mal wieder.


GrĂŒĂŸe


Ev

__________________
TrÀume nicht dein Leben, sondern lebe deine TrÀume!

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JennyP.
Hobbydichter
Registriert: Nov 2002

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Hey,
fĂŒr den guten Rat, von der Seite habe ich es noch nicht betrachtet. Aber bei dieser Geschichte ging es mir gerade um die GefĂŒhlskĂ€lte in dieser Freundschaft. Die Beiden Figuren haben zwar viel miteinander erlebt, aber sind sich von Anfang bis Ende völlig fremd gewesen. Sie haben keine GefĂŒhle ausgetauscht, sondern lediglich nebeneinander hergelebt.
Ich wollte es so GefĂŒhlskalt gestalten, wie es meiner Meinung nach angebracht war, um es nicht zu herzlich erscheinen zu lassen. Es ist ja keine BlĂŒmchengeschichte.
Trotzdem vielen Dank, ich werde einiges von den VorschlÀgen verarbeiten und verbessern.

Aussenstehende Meinungen sind eben doch die Besten. Sie zwingen einen dazu, sich zu rechtfertigen, damit es auch jeder versteht.

gg

Danke
__________________
wĂŒrde mich ĂŒber Kommentare und jedwede Kritik freuen.

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