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Leselupe.de > Gereimtes
Willst du trotzdem töten...
Eingestellt am 11. 02. 2003 08:26


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Penelopeia
Autorenanwärter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
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Du sollst nicht töten,
nirgends, an keinem Ort.
Nicht mit Waffen oder
geschwätzigem Wort.

Bedenk' beim Reden
und stell es dir vor:
Zuviele Worte wirken
wie Giftschlamm im Ohr.

Schieß nicht vom Munde
Worthülsen ab:
Im Geschoßhagel macht jeder
Aufrechte schlapp...

Mäßige den Umfang
der Worteflut:
Weil der andere sonst
ersaufen tut...

Minimier' deine Rede
sofort und gleich:
sonst hast du vor dir
ne stumme Leich...

Willst du trotzdem töten,
mußt du nur reden, reden, reden...

(Anmerkung: Das ist ein Gedicht für Kinder, geschrieben zwecks Erläuterung des sechsten Gebotes. Für bestimmte LL-Texter hier nochmals die Schlußzeilen in einer speziellen Version:

Willst du's noch weiter treiben,
mußt du nur weiter ...)


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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Da fällt mir etwas dazu ein:


Auch Worte töten...

Um deinen Gegner
aufzuschlitzen
hänge ihm
mit des Mundwerks Kraft,
die Seele
auf die Worte, spitzen -
dann hast du's
ohne Blut geschafft...

Lieben Gruß

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Penelopeia
Autorenanwärter
Registriert: Nov 2002

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Dann hast du's ohne Blut geschafft...

Hallo Klopfi,

genau so ist es! - Es gibt so viele Möglichkeiten des Tötens... Bis hin zum "killing me softly with your text"...

Liebe Grüße

Penelopeia

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Penelopeia,

"töten mit Worten" kann man nur, wenn man
die Worte direkt an eine Person richtet -
Texten die an keine direkte Person gerichtet sind,
"muß man nicht" , "kann man aber" an sich heranlassen.
Das hängt von der Überempfindlichkeit des Einzelnen ab.
Wenn man alles, was man schreibt, gleich total zensiert,
weil es eventuell, irgendeinen, irgendwie, auf irgend eine
Weise treffen könnte, dann kann man das Schreiben gleich
sein lassen. Dann bringt man nichts zustande.
Also, auf die persönliche Ansprache kommt es dann doch
wohl an, wenn man Worte als Waffen benutzen will.

Liebe Grüße

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Penelopeia
Autorenanwärter
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Stimmt! Und zum Beweis, daß ich das auch meine und nicht schleime, noch paar kleine Reime:

Von der existenziellen Bedeutung des Schnatterns bzw. der Mordsgefahr durch Schnabelschließen

Am Anfang war das Wort,
zum Schluß wird keins mehr sein,
das Schnattern hat ein Ende,
das Schweigen herrscht allein.

So laßt uns also schnattern,
ein bißchen wenigstens,
vielleicht gelingt sogar
inhaltliche Essenz.

Wir wollen unsern Schnabel
nicht schließen vor der Zeit,
wir wollen ihn aufreißen
recht lange noch und breit...

Wir woll'n auch nicht vergessen,
selbst wenn uns das betrübt,
das es trotz besten Schnatterns
nichts Neues von uns gibt.

(Es sei, spricht mancher, wichtig,
daß man den Schnabel hielt':
Ich ahn', wie ohne Schnattern
das Ende nach uns schielt...)

Vielleicht läßt sich verzögern
durch unsern Schnatterton
das wortlos-stumme Ende:
Nun schnattert also schon!


VG Penelopeia




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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Penelopeia,

hast Du vor, Dich hier zurückzuziehen, oder wie soll
man letztendlich dieses "Schnattergedicht" verstehen.
Mir klingt es ein wenig verbittert. Wie Du darin schon
so richtig erkannt hast "Das es trotz besten Schnatterns,
nichts Neues von uns gibt". Diese Erkenntnis ist auch
nichts Neues. Es wurde auf der Welt bereits alles gesagt -
der Rest wäre praktisch Schweigen. Möchtest Du damit beginnen, oder meinst Du, nur die anderen schnattern
und Du nicht?
Es gibt zwei Möglichkeiten dieses "Schnattergedicht"
zu betrachten, die erste wäre humorvoll, mit einem
Augenzwinkern, die zweite verbittert, mit einem bösen
Unterton.
Die erste Möglichkeit gefällt mir besser, da ich noch lange nicht bereit bin mit dem "Schnattern" aufzuhören.
Aber vielleicht hast Du für Dich bereits eine Alternative
zum "Schnattern" gefunden???

Schöne Grüße

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