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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Willstmich
Eingestellt am 15. 02. 2002 08:14


Autor
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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Es war einmal ein junger Mann. Sein Name war Willstmich. Er hatte eine ganz au├čergew├Âhnliche Eigenschaft. Er konnte supergut l├╝gen.
Es interessierte ihn aber nicht irgendein M├Ądchen, nein er interessierte sich f├╝r alle M├Ądchen. Er konnte gar nicht genug M├Ądchen haben, die sich f├╝r ihn begeisterten. Deshalb legte er sich viele Namen zu und f├╝hrte Buch dar├╝ber, denn er wollte sich ja nicht verraten.
So stand in dem Buch z.B. eingetragen: Mimi, kennengelernt am 2.2. auf der Ferieninsel. Mein Name: Boris, wegen Borkum.
Er trug alles genauestens ein, pedantisch genau, denn es war ihm sehr wichtig.

Als Willstmich ├Ąlter wurde und l├Ąngst verheiratet war entdeckte er das Internet. Das war nat├╝rlich eine herrliche Spielwiese. Sogleich legte er Karteikarten der neuesten Chat-Eroberungen an und achtete peinlichst genau darauf, diese nicht zu verwechseln.

Nun passierte ihm aber eines Tages eine Panne und diese hatte schwerwiegende Folgen:
Auf seiner Karteikarte stand eingetragen: Katrin, 28 Jahre, blond, kennengelernt durch ein Liebesgedicht, Chatname Kathi, meiner: Wotan.
Willstmich chattete schon lange mit Kathi herum, mindestens schon ein Vieteljahr und er war hei├č darauf, ihr n├Ąher zu kommen. Auch Kathi sehnte sich nach seinen Ber├╝hrungen, denn diese internetten Streicheleinheiten brachten ihr als Alleinlebende doch nicht den ersehnten Erfolg, den sie sich erhoffte.
So vereinbarten die Beiden also ein Treffen. Willstmich war bereit, 40 Km weit zu fahren, nur um Kathi zu treffen. Es musste nur noch eine plausible Erkl├Ąrung f├╝r seine Frau gesucht werden, das Wochenende woanders zu verbringen. Aber Willstmich, im L├╝gen sehr ge├╝bt, sah das nicht als Problem an und schon bald fand er sich im Bett der jungen Studentin wieder,die sehns├╝chtig auf ihn wartete.

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Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

liebe anemone,
denke..so ├Ąhnlich k├Ânnts passieren
der schluss gef├Ąllt mir pers├Ânlich nicht so..f├╝r den rest zu kurz, oder aber die pointe sitzt in der k├╝rze nicht so.
die idee ist super..das geht bestimmt einigen so,auch wenn sie sich nicht treffen.
er k├Ânnte (nur als beispiel und auch unausgegoren) eben durcheinander kommen und satt mit der s├╝ssen studenten zu chatten..ist am anderen ende aber die alleinerziehende,die das spielchen mit macht.
er besucht sie dann..und die dr├╝ckt ihm die windel in die hand und sagt: na dann hilf mal..
oder so..is auch nich so jut..aber als beispiel mal..
naja,andere haben bestimmt noch passr gute tipps..
aber sonst..bietet ja chat..immer stoff f├╝r gute stories..
hab noch einen sch├Ânen tag
lG
sanne

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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hallo Sanne,

die Geschichte sollte auch noch nicht zu Ende sein, es gibt noch Fortsetzungen, machs gern etwas spannend

liebe Gr├╝├če
anemone

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kolibri
Guest
Registriert: Not Yet

es gibt eine fortsetzung

Mu├č denn das sein? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie dieses spannungsgeladene Drama eine noch gro├čartigere Steigerung erfahren sollte.

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BiaBln
Autorenanw├Ąrter
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Huch....

... da habe ich doch irgentwie erwartet, das die "Kathi" seine eigene Frau ist ...lol!
Spannend...Spannend!

Gru├č Bianka

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Willstmich 2

Katrin tat ihm gut, er f├╝hlte sich wieder jung und sie nahm es ihm auch nicht ├╝bel, als er des ├Âfteren ihren Namen verwechselte, er befand sich n├Ąmlich in einem Alter, wo die Vergesslichkeit zunahm. Die Karteikarte sowie sein Scheckheft befand sich in seiner Jackentasche, da konnte ja nichts passieren. Zun├Ąchst hatte er erst mal wieder f├╝r Wochen ausgesorgt und das war auch gut so. Denn etwas nebenbei f├╝r sich das geh├Ârte bei ihm zum ÔÇ×Guten TonÔÇť. Es war f├╝r ihn wie das Salz in der Suppe und er war stolz auf sich, an diesen Chat geraten zu sein.

Wotan in seinem Schaafspelz verbrachte also das Wochenende bei seiner Kathi, die recht froh dar├╝ber war so einen hei├čen Liebhaber gefunden zu haben. Freim├╝tig lie├č sie ihn sogar zu Hause anrufen, denn seine Frau sollte ihm ja noch ├Âfter vertrauen und auch das schien kein Problem f├╝r ihn zu bedeuten.

Sein Wagen parkte in der N├Ąhe ihrer Studentenwohnung, wo der Parkplatz sehr knapp bemessen war und also passierte etwas, mit dem er nicht gerechnet hatte. Willstmichs Wagen
wurde angerempelt, w├Ąhrend er gerade beim sch├Ânsten Sport der Welt am hellichten Tag mit ihr besch├Ąftigt war.

Sie vernahmen beide dieses Scheppern von drau├čen, doch was gab es Wichtigeres als ihre gestohlene Zweisamkeit?

Nat├╝rlich lud er sie auch zum Essen ein, hinterher, denn was solange warten musste, hatte Eile und wie bei einem gefangenen Tier entlie├č er seine aufgestauten Erg├╝sse in die Jugendlichkeit sobald er Gelegenheit dazu hatte. Wie freute er sich, als er den Arm um sie legte und mit ihr zusammen die Treppe hinunterlief, ohne die Angst im Nacken, die Nachbarn k├Ânnten sie gemeinsam sehn.
Wen interessierte das hier?

Gerade, als sie im Begriff waren an seinem Parkplatz vorbeizugehn sahen sie die Bescherung.
So ein Pech aber auch! Da stand zwar immer noch sein Wagen, aber wie sah er aus? Nun wurde Wotan sehr nerv├Âs, das w├╝rde ├ärger geben, da war er sich v├Âllig sicher und er suchte nach einer Adresse, doch es sah sehr nach Fahrerflucht aus. Da hatte man einfach sein Fahrzeug so lange vor und zur├╝ck gerempelt, bis der vor ihm parkende Wagen aus seine L├╝cke fahren konnte und an dieses Fahrzeug mochte und konnte er sich beim besten Willen nicht erinnern.

Sein Wagen sah aus wie eine Blechdose, die vorne und hinten eingedr├╝ckt wurde. Es musste ein Jeep gewesen sein. Welch ein Pech, dass diesmal seine Freundin nur eine arme Studentin war, die keine eigene Garage besa├č oder ihn mit ihrem Porsche vom Bahnhof abholte, wie seine letzte Bekanntschaft.

Kathi zog an seinen Arm und meinte: ÔÇ×Komm, k├╝mmere dich nicht darum, Schatz! Lass uns zuerst essen gehen, ich werde nachher im Haus nachfragen, wem der Wagen geh├Ârte!ÔÇť Doch Wotan war der Appetit vergangen; sauer lief er am Bordstein auf und ab.

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