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Leselupe.de > Feste Formen
Winter am Strom
Eingestellt am 10. 01. 2011 17:42


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Walther
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Winter am Strom


Man sieht - am Ufer stehend – Schollen treiben,
Verkanten und verschachteln sich zum Wall aus Eis.
Es bäumen sich die Wasser auf Geheiß
Des Winters! Fische werden sie entleiben:

Da stĂĽrzt, inmitten flatternden Geschreis,
Die Möwe– sie wird nicht die letzte bleiben –
In WasserlĂĽcken zwischen Brucheisscheiben.
Sie zucken in die Adern jenes Breis,

Den dort der Brecher stampfend hinterlässt,
Wenn er - sich durch die Schollenberge zwängend –
FĂĽr Schiffe eine freie Rinne presst:

Nicht nur die Möwen krächzen laut und drängend.
Man steht im Schneesturm, an den Schuhn durchnässt
Und Kälterotz aus seiner Nase hängend.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Bernd
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Es erinnert mich stilistisch an den deutschen Expressionismus, insbesondere Heym und Trakl.
Du verwendest starke, expressive und ungewöhnliche Metaphern, Bilder, die eine unheimliche Stimmung erzeugen, Gefahr, die droht, andeutend, aber ohne den skurrilen Humor von Hoddis' "Weltende".
Tot und Verderben sieht der Beobachter, leicht verschnupft, den Anblick fast genieĂźend, staunend ĂĽber das Unheil, dessen Formen sich mit Erinnerungen vermischen.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Ralf Langer
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hallo walther,

dem heimlichen einbruch des eises
in die welt

lässt du den leser hier begegnen.

obschon ein bekanntes stĂĽck der natur
strömt unheimliches in deinen bildern
das sich zum schluß im alltäglcihen rotz
aus atem und aus schleim verfängt.

sehr gerne gelesen
ralf


__________________
RL

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Walther
Routinierter Autor
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Lb. Bernd,

danke fĂĽr Deine Besprechung dieses Naturgedichts. Ich habe die Stimmung einiger Bilder umsetzen wollen, um so ein dichtes Gewebe eines solchen Wintertags zu schaffen.

Es freut mich, daĂź das gelungen zu sein scheint.

Ob meine Sprache an Heym und Trakl erinnert, kann ich selbst nicht diagnostizieren, wiewohl ich gerne einräume, beide zu meinen Lieblingsdichtern zu zählen. Sie sind ein Beispiel für die gebrochene Beziehung des modernen Menschen zu seiner Umwelt. Die Schrecken des modernen Kriegs und die Zeit um den Ersten Weltkrieg herum haben hier eine Bewegung in Gang gesetzt, deren Nachschwingen bis heute reicht.

Meine Naturgedichte haben deshalb meist irgendwo diesen Stachel, der alles Schöne durchbohrt und als Skepsis einen kleinen Blick auf die allgegewärtige Kehrseit erlaubt.

Lieben Dank und GruĂź W.

PS. Die beiden weiteren Postings werde ich in KĂĽrze beantworten.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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