Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92250
Momentan online:
76 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Winterflucht
Eingestellt am 25. 07. 2001 19:58


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

Werke: 51
Kommentare: 134
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Dietmar Hoehn eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

DIE WINTERFLUCHT

Hat der Mensch in Dorf und Stadt
trĂĽbes Winterwetter satt
und genug im Portemonnaie,
so verlässt er Eis und Schnee,
um dem depressiven Kater
auszuweichen mittels Charter.

Also bucht er hoffnungsfroh
eine Reise im BĂĽro,
die ihn in Gefilde bringt,
wo der Dauersommer swingt
und die Seele voller Fun
höchst genüsslich baumeln kann.

Kaum entsteigt er dort am Ziel
seinem Flieger im GewĂĽhl
jener bleichen Gleichgesinnten,
geht der Schuss schon voll nach hinten;
denn es wird bekannt gemacht:
Fahrerstreik seit Mitternacht!

Wo nicht Busse fahr’n noch Taxen
muss der Mensch auf eignen Haxen
sich zum Zielort vorwärts quälen,
wobei Koffer doppelt zählen,
so wie die gelatschten Meilen,
insbesondere die steilen!

Kaum erreicht er den gebuchten
Ort, hört man den Menschen fluchen,
respektive böse hadern
und ihm platzen fast die Adern,
da man ihm jetzt kühl erklärt:
Ihre Buchung ist nichts wert.


Alle Zimmer sind belegt,
tut mir leid, sagt aufgeregt
der Empfangschef, in den Listen
steh’n Sie auch nicht also müssten
Sie sich anderswo bemüh’n,
das wird schwer, ergänzt er kühn.

Durchgeschwitzt und eingestaubt,
halb den Sinnen schon beraubt,
bäumt der Mensch sich nunmehr auf,
nimmt die Abfuhr nicht in Kauf,
sondern sich ein Herz und spricht:
Ich bin hier und weiche nicht!

Lächelnd, locker, dienstlich-heiter
nähert sich der Reiseleiter.
Gibt’s Probleme, fragt er keck.
Ja, und ob, man schickt mich weg,
stöhnt der Mensch vor Wut halb krank,
meine Nerven liegen blank.

Nur die Ruhe, keine Sorgen,
ich besorge schon fĂĽr morgen
ein Ersatzhotel fĂĽr Sie.
Der Tourist, in Apathie,
fügt sich, greift nach dem Gepäck,
doch sein Koffer, er ist weg.

Ebenso der Reiseleiter.
Oh, mein Gott, wie geht’s jetzt weiter,
hört man den Tourist noch stöhnen,
und, man muss es nicht erwähnen,
kurz darauf brach er zusammen,
um im Wahnsinn zu entspannen.


DAS KREUZ MIT DER FAHRT,

Eine Kreuzfahrt schenkte Gunther
neulich sich und seiner Frau.
Lilo freute sich, und munter
planten beide sie genau.

Wohin möchtest du denn reisen,
fragte sie den Göttergatten,
denn bei diesen stolzen Preisen
kann man sich nicht viel gestatten.

Oh, sprach Gunther, nun, ich schlage
vor das Mittelmeer im Osten.
Eine Reise, vierzehn Tage,
soll angeblich nicht viel kosten.

Schau, ich hab’ hier Unterlagen
von der „Queen of no Return“;
Klasse sei die, hört’ ich sagen,
kann es aber nicht beschwör’n.

Gunther buchte die Kabine
auf dem tiefsten Unterdeck.
Weit im Gang lag die Latrine,
die Maschine nicht weit weg.

Ihre Kammer kreuzten Rohre,
Kakerlaken gab’s in Mengen,
selbst mit schwärzestem Humore
ließ der Frust sich nicht verdrängen.

DrauĂźen tobten wilde StĂĽrme,
schwere DĂĽnung nahm man ĂĽber.
Wellen hoch wie AussichtstĂĽrme,
rollten an und brachen nieder.


Als der Seegang sich verschärfte
und das Schiff schon mächtig schwankte
war es Lilo, die ihn nervte,
als sie sich bei ihm bedankte.

Später, im Gesicht noch grün,
wankten sie zum Captains-Dinner.
Der versprach nun allen kĂĽhn:
kommen könne es nicht schlimmer.

Doch der schöne Schein, er trog,
schon beim aller ersten Gange
war es Gunther, der sich bog
und sich krĂĽmmte gleich der Schlange.

Augenrollend, bleich und stumm,
im Gesicht erstarrte ZĂĽge,
fiel er plötzlich rücklings um,
mitten in das TischgefĂĽge.

Jetzt auch das noch, Lilo schrie,
bangte hadernd um den Gatten,
während dieser Speise spie
auf des Saales Bodenmatten.

Schon beim nächsten Morgengrauen
sah man sie das Schiff verlassen.
Tief zerstört war ihr Vertrauen
in die Billigreiseklassen.

Simp’les Fazit dieser Reise:
buche nie zu tief im Schiff,
achte auf korrekte Speise
und hab deinen Mann im Griff!

__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fĂĽhl'ich mich, das reicht, genug!

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


willow
Guest
Registriert: Not Yet

Oh!

Sind das deine Reiseerlebnisse?
Ich hoffe, du hattest auch mal schöne Ferien..


LG,

willow

Bearbeiten/Löschen    


Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Dietmar,

willste mir die Reiserei verderben?
Deine Message im Thread: Der Dichter und sein Leid, hatte mich neugierig gemacht auf Deine Schreibe. Gut find ich sie, werd sicher noch profitieren können von Dir und hoffe, dass Du bei LL fleißig bleibst.

Gruss
RS (Der rote Skipper)

Bearbeiten/Löschen    


urte
Autorenanwärter
Registriert: Oct 2000

Werke: 3
Kommentare: 221
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
GruĂź!

Herrlich, Dietmar,
ich bin auf einer glücklicheren Reise - dies durch Deine hiesigen Neuerscheinungen. Wunderbar gereimt, perfekter Rhythmus - das sind immer meine zwei ersten Gleichgewichts-Stabilisatoren, wenn ich die Gefahr einer Seekrankheit vor der Fortsetzung der Reise durch jemandes Werke abzuschätzen versuche. Ich reise jetzt mal weiter. LL kann sich freuen!
NB: Warum hast Du nicht zwei Posts aus diesen beiden Gedichten gemacht? Dann finden Dich mehr Leute.
Kleiner Tip: Guck selbst mal auch bei Bruno Bansen rein; der wird Dich erfreuen.
Herzliche GrĂĽĂźe, Urte
__________________
(C)Urte Skaliks-Wagner

Bearbeiten/Löschen    


stephy
Guest
Registriert: Not Yet

GENAU DAS IST !!!!

Das ist der Grund, warum ich nie in Urlaub fahre!!! HAHA! *mit dem Finger auf alle Anwesenden zeigt und heftig applaudiert* Dann muĂź ich so 'ne ScheiĂźe nicht erleben!!!

Im Ernst; ich bin kein Urlaubgänger
Beim bloßen Gedanken, krieg ich 'nen Hänger.
Und nun quassle ich nicht länger.

Im Reimen war ich nie gut!!!

Griasle
stephy

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂĽck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!