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Leselupe.de > Ungereimtes
Winterimpression
Eingestellt am 24. 08. 2009 11:53


Autor
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Epiklord
Festzeitungsschreiber
Registriert: May 2009

Werke: 66
Kommentare: 49
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Stapfend durch wei├če Steppe
schwerbl├╝tig im eisigen Saisonkoma,
die skelettierten Eichen
vor der verlassenen H├╝tte,
die unerm├╝dlich scharrenden Amseln,
und in der klirrendkalten Stube
ein schocksteifer Schmetterling.
Sanfter Flockenflor wispelt
gegen kalte Scheiben,
innen bildet sich Eisblumengespray,
h├Ąlt meine Blicke gefangen,
ich entz├╝nde das k├╝hle Holz,
und meine Sommerseele
sucht Einkehr
bei Gl├╝hwein am Kamin.

*

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Franke
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2009

Werke: 177
Kommentare: 1958
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Hallo epiklord!

Das Gedicht will nicht wirklich z├╝nden.
Das liegt in meinem Fall an einigen Worten wie z.B. wispelt. Das ist f├╝r mich ein Bild, das ich mir ganz schlecht vorstellen kann - Schnee, der wispelt.
Auch das Eisblumengespray ist als Wortsch├Âpfung nicht gelungen.
Den letzten Vers mit dem Gl├╝hwein w├╝rde ich ganz weglassen, der ist m.E. unn├Âtig. Der Kamin sagt doch schon aus, was deine Sommerseele will.
Insgesamt ist mir das f├╝r eine Winterimpression zu ruhig, bzw. zu wenig.

Liebe Gr├╝├če
Manfred
__________________
Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

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DerKleinePrinz
Guest
Registriert: Not Yet

Guten Abend Epiklord,

ich muss Franke recht geben, mich haut es ebenfalls nicht von den Socken.
Einige gute Bilder hast du aus meiner Sicht dabei, z.B.:

quote:
die skelettierten Eichen
vor der verlassenen H├╝tte,

Der erste Teil des Gedichtes ist allgemein ein wenig besser gelungen, aber sobald das in meinen Augen schwache Bild mit dem Schmetterling kommt, ist meine Impression zerschlagen und der graue lyrische Alltag der Forenwelt h├Ąlt mich wieder gefangen. Insgesamt erinnert mich das an ein Inventurgedicht mit ein bisschen Handlung, von der man bei einer Impression nat├╝rlich nichts zu erwarten hat, aber starke Bilder sollten es dann schon sein um mich als Leser zu fesseln, sonst wirkt es wie ein ├ťbungsgedicht aus der Schule.

Einpr├Ągende Metaphern und sprachgewaltige W├Ârter zu finden ist sicherlich nicht leicht und oftmals recht zeitaufw├Ąndig, aber lohnen w├╝rde es sich auf alle F├Ąlle.

Liebe Gr├╝├če
Der Kleine Prinz*

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Crimson Conjuror
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2009

Werke: 5
Kommentare: 35
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Winterimpression

Hallo Epiklord!

Erstaunlich, dass jemand ein Wintergedicht im August schreibt! Dazu geh├Ârt ein geh├Âriges Ma├č an Vorstellungskraft, wenn es ├╝berzeugend klingen soll.


Und ich muss sagen, f├╝r einen Augenblick verga├č ich fast, dass wir alle in T-Shirts rumlaufen!

In der ersten H├Ąlfte stehen viele Begriffe f├╝r den Winter, Ruhe, Verzicht: Stapfen, Steppe (eine Ebene mit wenig Bezugspunkten, im Sommer sieht das ohne Schnee anders aus), schwerbl├╝tig, eisig, Saison ist h├Ąufig Sommer, und der liegt gerade im Koma, skelettiert, die Eichen ohne Bl├Ątterkleid, verlassene H├╝tte, im Winter ist einfach nichts los (bis auf die unerm├╝dlich scharrenden Amseln - guter Kontrast), klirrendkalte Stube - hier ist es unmissverst├Ąndlich: es ist tiefster Winter.

Dieses ganze Bombardement von Pr├Ądikaten erzeugt bei mir wirkliche Winterstimmung.

In der zweiten H├Ąlfte, die du am Ende der ersten mit "Stube" eingeleitet hast, wechselt die Einstellung von fast gleichg├╝ltiger Wahrnehmung der Szenerie zu hoffnungsfrohem Wunschdenken. Auch im grimmen Gesicht des Winters findest du Sch├Ânheit: Sanfter Flockenflor wispelt, faszinierendes Eisblumengespray. Der Wunsch nach W├Ąrme wird deutlich beim Holzanz├╝nden, ganz besonders durch die "Sommerseele", Einkehr: wir lassen den Winter kurz drau├čen und kehren in den Sommer ein bei einem Gl├╝hwein am Kamin.

Du beschreibst etwas, das jeder kennt, weshalb die Stimmung auch so gut nachzuvollziehen ist, selbst im August, wenn man die Zeilen nicht gerade nur ├╝berfliegt. Nettes Experiment!

Liebe Gr├╝├če

Crimson Conjuror
__________________
F├╝hle dich frei und k├╝hn! Sei unvorsichtig, sei r├╝cksichtslos! Sei ein L├Âwe! Sei ein Seer├Ąuber, wenn du schreibst! - Brenda Ueland, Ritterin

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