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Leselupe.de > Ungereimtes
Wintersolisten, Berlin
Eingestellt am 02. 01. 2004 20:23


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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Freiheit zarter Hauch
Umgibst mich sanft und sorglos,
SchĂŒsse in der Nacht
In meinem Traum.
Kirchenglocken am Sonntag Morgen
Lullen die Stadt in Sicherheit,
Wiegen die entgleisten SchlÀfer -
Als der FrĂŒhling Einzug hĂ€lt
In die junge Metropole.
Kraftvolles Prasseln der Dusche des SĂ€ngers,
Sein Lied zÀh zerronnen im Glanz der verschollenen Jahre;
Sehnsucht im Blick der Wintersolisten,
Da erste Vögel am Himmel tanzen,
Ahnung prÀchtiger Sommerspiele - im Herzen stilvolle Einsamkeit,
Gefangene HĂŒlle im Fensterrahmen,
Da erste Vögel am Himmel tanzen.
Jagd in der Luft,
Aufbruch in fremde Vertrautheit.
Bilder von BlĂŒte, Leben und Tod,
Noch ehe die Knospen brechen.
__________________
Leben ist das, was passiert, wÀhrend Du eifrig dabei bist, andere PlÀne zu machen.
www.echoloch.de

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lapismont
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Hallo Echoloch,

bin mir ĂŒber die Wiederholung im Unklaren.
Die Steigerung, das Atemlose im Text gefÀllt mir sehr gut.
Aber wieso es das alles erklÀren soll,
"da erste Vögel am Himmel tanzen."?

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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wondering
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Liebe echoloch,

ich habe deine Wintersolisten jetzt mehrfach gelesen. Die starken Bilder entwickelten sich erst nach dem zweiten oder dritten Lesen gÀnzlich...
zu was, das habe ich beim Lautlesen gemerkt:
es klingt und wirkt wie eine Ballade, eine Hymne an die Stadt, kraftvoll und bilderreich.

Ein wenig Problem hatte ich mit der Zeile:
Kraftvolles Prasseln der Dusche des SĂ€ngers -
zwei Genitive hintereinander... puh...
ich schenke dir ein "in" fĂŒr die Dusche, vielleicht magst du es verwenden

und warum die ersten Vögel zweimal am Himmel tanzen, konnte ich auch nicht so "verwenden"..

Schließlich "sehe" ich, dass mir der gesamte Text randstĂ€ndig besser zu lesen gefiele, als mittig gesetzt.

Es bleibt ein starkes Gesamtbild.

Viele GrĂŒĂŸe
wondershower

p.s. So gesetzt liest es sich klassisch hymnisch und lÀsst sich beinahe singen :

Freiheit zarter Hauch
umgibst mich sanft und sorglos.
SchĂŒsse in der Nacht
in meinem Traum.
Kirchenglocken am Sonntag Morgen
lullen die Stadt in Sicherheit,
wiegen die entgleisten SchlÀfer -
als der FrĂŒhling Einzug hĂ€lt
in die junge Metropole.
Kraftvolles Prasseln in der Dusche des SĂ€ngers -
sein Lied zÀh zerronnen im Glanz der verschollenen Jahre;
Sehnsucht im Blick der Wintersolisten,
da erste Vögel am Himmel tanzen,
Ahnung prÀchtiger Sommerspiele - im Herzen
stilvolle Einsamkeit,
gefangene HĂŒlle im Fensterrahmen.
Jagd in der Luft,
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Bilder von BlĂŒte, Leben und Tod,
noch ehe die Knospen brechen.

***
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Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Hallo Ihr Zwei & danke fĂŒr Eure Kommentare.
Die Dopplung der Vögel habe ich eingebracht, um die Situation in einem weiten Bogen von Winter bis Sommer, von Vergangenheit bis Hoffnung in einem Symbol zu zentrieren. Diese ersten FrĂŒhlingsvögel bedeuten (zumindest fĂŒr mich, vielleicht geht es nicht allen so?) immer im gleichen Maße Angst und Traurigkeit wie Freude und Erwartung.
Wenn sie Euch allerdings beiden als unpassend aufstoßen, werde ich es noch einmal in mir hin- und herbewegen, ob ich sie "behalte".
Die Zentrierung, liebe Wondering, habe ich, wie Du siehst, herausgenommen, ich bin letztlich auch immer sehr fĂŒr die Kraft der Worte anstelle ihrer Aufmachung. Dieser spezielle Text ist in meiner möglichsten Mitte entstanden, deshalb hatte ich ihn so formatiert. Aber es ist natĂŒrlich ĂŒberflĂŒssig, das anderen zuzumuten.
Und ja, eine "Hymne an die Stadt" trifft es ziemlich gut!
Nur mit dem "in" tue ich mich schwer, verspreche aber, mir das noch einmal zu ĂŒberlegen.

Vielen Dank Euch beiden & gute Nacht, Echoloch

__________________
Leben ist das, was passiert, wÀhrend Du eifrig dabei bist, andere PlÀne zu machen.
www.echoloch.de

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Holger
Guest
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1 Freiheit zarter Hauch
2 Umgibst mich sanft und sorglos,
3 SchĂŒsse in der Nacht
4 In meinem Traum.

5 Kirchenglocken am Sonntag Morgen
6 Lullen die Stadt in Sicherheit,

7 Wiegen die entgleisten SchlĂ€fer –
8 Als der FrĂŒhling Einzug hĂ€lt
9 In die junge Metropole.

10 Kraftvolles Prasseln der Dusche des SĂ€ngers,
11 Sein Lied zÀh zerronnen im Glanz der verschollenen Jahre;

12 Sehnsucht im Blick der Wintersolisten,
13 Da erste Vögel am Himmel tanzen,
14 Ahnung prÀchtiger Sommerspiele - im Herzen stilvolle Einsamkeit,

15 Gefangene HĂŒlle im Fensterrahmen,
16 Da erste Vögel am Himmel tanzen.

17 Jagd in der Luft,
18 Aufbruch in fremde Vertrautheit.

19 Bilder von BlĂŒte, Leben und Tod,
20 Noch ehe die Knospen brechen.

Liebe Maja,

Hin und her ĂŒberlege ich, was mir zu Deinem Text einfĂ€llt.
Momentan habe ich noch das GefĂŒhl, von WortbruchstĂŒcken umgeben zu sein.
Dass die Sprache kantig ist, darf ruhig sein. Das gibt Deinem Text ein Charisma, das sich wohltuend vom flĂŒssigen und bisweilen zĂ€hflĂŒssigen Wortgemauschel hier abhebt.

Nun, besonders viel Beifall wirst Du nicht ernten, da er schwierig lesbar ist. Der Leser muss den Text wirklich wollen. In unserem schnellen Forum stoßen wir mit dem „uns Zeit nehmen“ schon an Grenzen.
Nun: Den Titel an sich finde ich großartig. Wintersolisten (fĂŒr mich die Singles, Alleinstehende, Einsame) sind die heimlich Herrschenden in Berlin. Aber der Winter macht es eben trist. Ist Okay. Aber im weiteren Text fehlt mir Berlin. Nichts sonst so typisches. Das könnte auch beinahe jede andere Großstadt sein.

Ich habe, wie Du siehst den Text fĂŒr mich einmal umgebrochen, um ihn vor allem fĂŒr mich lesbar zu machen. Die Bilder haben stellen weise eine brutale Kantigkeit durch ihre WortfĂŒgungen und das Weglassen der Verben in den Zeilen, dass ich mir schon ein wenig Feinschliff vorstellen möchte.

Die Zeilen 1 und 2 bspw. Nur durch die Worte „zart“ und „sanft“ erzielst Du noch nicht den gleichen Zustand bei mir als Leser. Dazu ist die Schreibweise zu abgehackt. Im Anschluss zerstörst Du diesen Ansatz mit SchĂŒssen im Traum und mir geht nicht auf , warum.
Aber Du fĂŒhrst in den ersten vier Zeilen („umgibst mich sanft...“) Dich als lyrische Person im Text ein und bedienst sie dann nicht wieder. Aber genau dieses „Ich“ macht den Anfang zumindest authentisch. Der Rest ist ein steriles Beschreiben.
Die Zeilen 5 bis 9 sind fĂŒr meine Begriffe ein tolles Bild. Persönlich hĂ€tte ich die Z 8 und 9 aber vor die Kirchenglocken gestellt. Das Du sie aber so platziert hast steht die Frage nach der Beziehung zur Zeile 10. Das stĂŒnde aber im Widerspruch zur Punktsetzung, zum Satzende. Und ich bin mir nicht sicher, wie absichtlich Du die Interpunktion als Stilmittel einsetzt.
Das Prasseln der Dusche des SĂ€ngers wurde schon treffend kritisiert. Warum ĂŒbernimmt der SĂ€nger jetzt die lyrische Person? Warum bleibst Du nicht bei Dir? Deine Dusche, Dein Prasseln, Dein Lied.

Lyrik ist im allgemeinen so knapp bemessen, dass nahezu alles eine Funktion hat.
Ich weiß nun nicht mehr, wer den Text trĂ€gt. Du oder er?
(Falls Du Dir nur mal so einen SĂ€nger mit nach Hause genommen hast, so kommt das aber im text nicht so recht zur Geltung, also lege ich diese Interpretation erst einmal beiseite.)

Zeile 14: Die Schilderung: „Ahnung prĂ€chtiger Sommerspiele ...“ ist mir irgendwie auch zu spröde.
Was der Sommer bietet kann man sicher mit dem Flair der Stadt anders und persönlicher einfangen.
Die Wiederholung der Zeile 16 will mir auch nicht ganz einleuchten. Bzw. wĂ€re eine andere Idee fĂŒr Zeile 13 wohl die beste Lösung.
Man kann mit gut dosierten Wiederholungen arbeiten. Dann aber konsequent.

Insgesamt ist mir persönlich der Stil etwas zu gestelzt. Das macht es mir stolprig. Aber ich kann etwas anfangen mit ihm. Mir gefÀllt der Anspruch des Textes, sich mit ihm auseinander zusetzen, ihn sich zu erarbeiten. Diesen Anspruch an Dein Schreiben erhalte Dir bitte.

Beste GrĂŒĂŸe
Holger

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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Lieber Holger, wow, vielen Dank fĂŒr diese sehr ausfĂŒhrliche Auseinandersetzung mit meinem kleinen Gedicht, die mich beinahe beschĂ€mt, weil ich mit meinen wenigen Gedichten - im Gegensatz zu meinen Geschichten - recht wenig Intention verbinde. Dass ich die "Wintersolisten" trotzdem eingestellt habe, war eine rein emotionale Entscheidung, ich kramte sie heraus und mochte sie in dem Moment gerne lesen. Das soll keine Rechtfertigung sein, ich sollte mehr dazu sagen können, kann es aber leider nicht.
Du schreibst: „Das könnte auch beinahe jede andere Großstadt sein.“ und hast damit völlig Recht. Es ist eine Szene, die sich zufĂ€lligerweise in Berlin ereignet hat, und sicherlich wĂ€ren die GefĂŒhle andere gewesen, wenn nicht die Bedeutung der schillernden Großstadt sie umgarnt hĂ€tte - aber letztlich: ja, es hĂ€tte auch ĂŒberall anders spielen können.
Es ist schon so gedacht, dass "ich" die Handlung trage, "ich" höre den SÀnger in seiner Dusche und gliedere ihn in meine Beobachtungen, Momentaufnahmen ein. Das kommt wohl nicht gut heraus.
Ist die Interpretation von Lyrik (vielleicht im Gegensatz zu anderen Texten) nicht immer eine Frage der persönlichen Empfindung?

Vielleicht sollte ich mich mehr an meine Geschichten halten :O)

Auf alle FĂ€lle nochmals vielen Dank, ich werde alles zu bedenken suchen.
Viele GrĂŒĂŸe von Maja






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Holger
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Liebe Maja,
was mir bei deinem Text besonders auffiel war eben dieses Schreibtalent, auch mit kantigen Themen umzugehen. NatĂŒrlich ist das subjektive Empfinden des Lesers sehr prĂ€gend fĂŒr das ErfĂŒhlen des Textes. Aber es ist auch das prazise Schreibvermögen des Autors, ganz bewusst Assoziationen zu bilden.
Insofern wird es nicht anders sein als in der Prosa. Im weitesten Sinne mach Dir bewusst, was wirklich nicht geht und funktioniert. Der Rest ist Thema, Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung. Aber Lyrik sprich in jedem Fall die intensivere FantasiefÀhigkeit an. Es gilt je die Metapher auf die RealitÀt herunter zu erklÀren.

Ich finde nicht, dass Du nur bei deinen Geschichten bleiben solltest. Nicht jede Idee trÀgt eine Geschichte. Nicht jedes Thema ist in einem Gedicht zu bewÀltigen.
Ich wĂŒrde mich freuen, von Dir zu lesen.

Beste GrĂŒĂŸe
Holger

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