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Leselupe.de > Kurzprosa
Wintersturm
Eingestellt am 15. 02. 2004 16:34


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haljam
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

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"Eigentlich wollte ich dir ├╝berhaupt nicht mehr schreiben. Aber es verbindet uns beide doch so viel miteinander, dass ich einfach nicht widerstehen konnte! So sind Frauen nun mal...

Au├čerdem habe ich in den sieben Monaten der Trennung niemand getroffen, der auch nur im Entferntesten an dich heranreicht. Ich habe oft Rotz und Wasser geheult, habe mich viele Abende lang regelrecht in den Schlaf geheult

Du, mir fiel oft die Decke auf den Kopf!

Ich bin ja genau wie du noch nicht so lange hier in dieser Stadt. Sicherlich eine faszinierende Stadt mit all ihren alten Kirchen und mit den anderen historischen Bauwerken, mit ihrem vielf├Ąltigen kulturellen Leben, mit ihrer ausgepr├Ągten Studenten-Szene - aber alle, die ich in den vergangenen Monaten getroffen habe, waren so grenzenlos oberfl├Ąchlich, so schal...

Meine Hand tut mir jetzt schon weh vom vielen Schreiben, aber das muss ich unbedingt noch los werden an dich (und ich hoffe, dass du diesen meinen Brief auch tats├Ąchlich liest und nicht wom├Âglich aus Wut und aus verletzter Eitelkeit oder aus Entt├Ąuschung sofort zerrei├čt und in den Papierkorb wirfst), also:

Mensch, Basti, was hatten wir doch f├╝r eine tolle Zeit, als wir damals in den Semesterferien an den Wochenenden immer im Volksgarten lagen oder dort Federball spielten. Dann im Winter immer Squash. Ich war so stolz darauf, deine Freundin zu sein... - das kannst du dir gar nicht vorstellen, wie stolz ich war!

Warum nur war ich so dumm, Basti?!? Warum nur war ich so ├╝berempfindlich damals, als...

Mensch, Basti, mich hat danach wochenlang und monatelang das Gewissen gequ├Ąlt! Du, der, den ich geliebt hatte, du musst doch so gelitten haben unter dieser abrupten Trennung, gelitten wie ein Tier!

Oder war es dir egal, v├Âllig gleichg├╝ltig, das es so war, wie es war?!?

Nein, das kann ich mir bei dir nicht vorstellen! Und ich wei├č auch, dass du es mir erz├Ąhlen w├╝rdest, wie das war, in deiner gro├čen Offenheit mir gegen├╝ber, in deiner gef├Ąhrlichen Offenheit, und in deiner gro├čen Ehrlichkeit, in deiner so anr├╝hrenden Ehrlichkeit!

O Basti, du warst so gut zu mir, warst immer so gut zu mir, und wie habe ich es dir gedankt?!? Ich habe das oft nicht verdient, so gut, wie du immer zu mir warst.

Aber ich war durcheinander, ich war total durcheinander, ich hab das wirklich nicht mehr gebacken gekriegt, damals, und das mit Georg, das kam so unvermittelt, und ich war so blind und so bl├Âd, ich hab' mein Gl├╝ck mit F├╝├čen getreten, ich verstand einfach nicht, zu sehen, was wirklich war und was nicht war, bei Georg meine ich, und es war dann nur zwangsl├Ąufig, dass ich so vom Schicksal bestraft wurde, kleine S├╝nden straft der liebe Gott sofort und gro├če erst recht, du wirst es dir nicht vorstellen k├Ânnen, wie das alles war, ich bin fast durchgedreht damals, aber gut, wem erz├Ąhl' ich das ├╝berhaupt, du hattest vermutlich deinen eigenen tiefen Schmerz, und die Ursache f├╝r diesen Schmerz, die war ich, war ich in meiner grenzenlosen Dummheit und Verblendetheit und Naivit├Ąt und - leider auch! - R├╝cksichtslosigkeit.

Diese R├╝cksichtslosigkeit, mit der ich dich damals von mir weggesto├čen habe, mit der ich dich in den Dreck getreten habe, das war fast unverzeihlich, und da bin ich wirklich unsicher, da kann ich nicht wissen, ob du ├╝berhaupt noch bereit bist, mir DAS zu verzeihen, das war so schlimm, und ich sch├Ąme mich daf├╝r, sch├Ąme mich abgrundtief, aber sieh mich bitte an, hier komme ich zu dir zur├╝ckgekrochen, bin sooo klein mit Hut, f├╝hle mich beschmutzt und habe doch letztlich mich selbst beschmutzt.

Ja, ich habe damals unsere Liebe verraten, unsere einzigartige, unsere unvergleichliche, unsere g├Âttliche Liebe, ich habe Juwelen gegen Talmi eingetauscht, ich habe mein Gl├╝ck weggeworfen wie einen alten Hut, und ich habe mir nichts dabei gedacht, habe alles ruiniert, als ob da nichts dabei w├Ąre, als ob's das Gl├╝ck an jeder Stra├čenecke im Dutzend billiger gibt, aber das gibt's nicht an jeder Stra├čenecke im Dutzend billiger, ganz zu schweigen davon, dass es das Gl├╝ck ├╝berhaupt nicht an jeder Stra├čenecke gibt, so einfach.

O ich N├Ąrrin!

Warum? War ich von Sinnen?? Warum war ich von Sinnen damals? Wegen einem bi├čchen Glamour, einem bi├čchen vordergr├╝ndigem Glanz, einem bi├čchen...

Nein, es war nicht deine Schuld, es war nie deine Schuld, was h├Ąttest du denn tun k├Ânnen und tun sollen, damals, in dieser vertrackten Situation, und ich so v├Âllig von Sinnen wie ein Mondkalb, wie eine Furie, wie eine pubertierend F├╝nfzehnj├Ąhrige, ja ich war sp├Ątpubert├Ąr damals, durch und durch sp├Ątpubert├Ąr!

Wirst du mir all das je verzeihen, je verzeihen k├Ânnen? Bin ich denn jetzt wirklich wahnsinnig geworden, dass ich mir Hoffnungen auf einen Neubeginn mache, nach dieser langen Zeit, und ich wei├č ja von Freunden, was f├╝r eine harte Zeit das f├╝r dich gewesen sein muss, ja, ich f├╝hle mich schuldig, f├╝hle mich bis zur Unertr├Ąglichkeit schuldig, wei├č nicht, wie ich dir je wieder frohen Herzens unter die Augen treten kann, aber ich muss dir das jetzt schreiben, muss es tun, koste es, was es wolle, wir leben nur einmal, so, in dieser Welt, auch wenn manche an die Wiedergeburt glauben, als sei es eine Tatsache, aber es ist nur eine Glaubenssache, und drau├čen st├╝rmt es, und in meinem Herzen st├╝rmt es auch, und ich wei├č ja, dass du mich kennst, wir waren lange genug zusammen, und das gibt mir die Kraft und die Hoffnung und den Glauben, dass alles wieder gut wird, und die Liebe, ja, ich liebe dich, Sebastian, endlich habe ich begriffen, was das bedeutet, einen Menschen wirklich von Herzen lieben, ich habe lange gebraucht, um das zu begreifen, viel zu lange, aber jetzt habe ich es begriffen, und das z├Ąhlt, das ist es, was z├Ąhlt, und ich hoffe, hoffe, hoffe, dass es auch f├╝r dich z├Ąhlt, dass ich dir noch irgendetwas bedeute, dass es f├╝r mich noch einen Weg zu dir zur├╝ck gibt, und sei er auch noch so schwer...

Fordere mich heraus, stell' mich auf die Probe, aber bitte, bitte, bitte: Vertrau mir! Und indem ich das hier niederschreibe, ist mir nat├╝rlich auch wieder klar, wie schwer das f├╝r dich sein muss, nach all dem, was du mit mir erlebt hast.

O Sebastian, ich bereue es, ich bereue alle meine Fehler zutiefst, ich liege vor dir im Staub, ich bin es vielleicht nicht wert, dir die F├╝├če zu k├╝ssen, aber ich hoffe, ich hoffe, ich hoffe, sieh meine gute Absicht, meinen guten Willen, sieh mir in mein Herz hinein, ich lass dich tief in mein Herz hinein blicken und vielleicht bist du jetzt erschrocken dar├╝ber, vielleicht h├Ąltst du mich f├╝r eine Rasende, aber nein, ich bin keine Rasende, ich bin die Frau, die dich liebt, vergib mir, vergib mir, vergibt mir, Sebastian, ich bin die Frau, die dich wirklich von Herzen liebt!

O denk bitte zur├╝ck an unsere guten Zeiten, ja, wir hatten diese guten Zeiten, diese lange und wundersch├Âne Zeit, blo├č ich, ich hab' das damals nicht begriffen, ich wusste das nicht zu sch├Ątzen, habe das alles zertreten und zerst├Ârt in wenigen Augenblicken, nein, in einem einzigen unbedachten, gedankenlos dahingelebten Augenblick.

Ich war so dumm. Vergib mir, Basti, bitte, bitte, vergib mir!

Lass uns all das vergessen, was so schrecklich f├╝r dich gewesen sein muss! Lass uns neu beginnen, lass uns jetzt und hier neu beginnen! Ruf mich an, bitte, bitte, bitte, auch wenn du mich jetzt f├╝r wahnsinnig h├Ąltst, f├╝r wahnsinnig halten musst. O bitte, bitte, bitte, bitte, bitte!!!!!"

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filechecker
Guest
Registriert: Not Yet

Mesch haljam!

Hallo haljam,

Dein Werk stufe ich als "nicht gelungen" ein. Irgendwie ist das Ganze eine breiige Masse und sehr ungeordnet.

Es gen├╝gt einfach nicht, wenn Du zum wiederholten Male "Mensch, Basti" ruftst, bzw. schreibst.

Mesch haljam!!

Viele Gr├╝├če
filechecker

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
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Hallo haljam,

leider kann ich mit dem Text auch nicht viel anfangen. Es k├Ânnte ein realer Brief sein, der Ton ist gut getroffen; aber wen interessiert das? Ich erfahre weder etwas ├╝ber Basti noch ├╝ber die Schreiberin, nur, da├č sie ihn verlassen hat und das jetzt bereut.
Ja, und?
Ich werde den Text in das Forum "Freizeit" verschieben, denn eine Kurzgeschichte ist es nicht.

Gru├č,
Gabi

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