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Leselupe.de > Kindergeschichten
Winzlieb Wichtelzwerg`s Sonne-Mond-und-Sterne-Yoga
Eingestellt am 01. 04. 2008 19:31


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andilci
Hobbydichter
Registriert: Mar 2008

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Familie Wichtelzwergs Zuhause ist im Wichtelwald. EichkĂ€tzchenstraße Nummer zwei. Winzlieb liegt in seinem Bett und betrachtet den Himmel. Er ist der kleinste Wichtel der Familie. Seine Eltern nannten ihn Winzlieb, weil er eben so winzig und so lieb ist.

Das Fenster ist direkt vor seinem Bett und er liebt es von dort aus den Himmel zu betrachten. Wichtel haben kleine MĂŒtzen auf dem Kopf mit einem Glöckchen am MĂŒtzenzipfel. Die MĂŒtze nehmen sie auch im Schlaf nicht ab. Es wachsen nĂ€mlich nicht so viele Haare auf den Wichtelköpfen. Und ohne MĂŒtze wird das ganz schön kalt.
Morgens nach dem Aufwachen und abends vor dem zu Bett gehen ĂŒbt die Wichtelfamilie gemeinsam Wichtel-Yoga. Morgens zum Energie tanken und wach werden und abends zum entspannen und um die nötige Bettschwere zu erhalten....

Winzlieb ist gerade aufgewacht. Reckt uns streckt sich etwas und gĂ€hnt nochmal ganz laut auf Wichtelart „uuuaaahhh“. Dann mummelt er sich wieder in seine Decke ein und zieht sie wieder bis an sein Kinn. Eine blaugraue besonders kuschelige und besonders weiche Decke aus WichtelmĂ€usewolle. Hat seine Oma fĂŒr ihn gestrickt. Darauf hat sie unzĂ€hlige Sterne, eine Sonne und einen Mond gestickt – weil Winzlieb die doch so gerne mag.

Dann kneift der kleine Wichtel nochmal ganz fest seine beiden grĂŒnen Augen zusammen um sich auf seinen Guten-Morgen-Kopfstand zu konzentrieren.
Den macht er jeden Morgen unmittelbar nach dem Aufstehen um pumperlfit und hellwach zu sein. Er reißt seine Augen ganz groß wieder auf und kann ja gar nicht glauben, was er da sieht! Nichts! Einfach Nichts!


Der Himmel scheint ĂŒber Nacht kaputt gegangen zu sein. Oder ein großer Schleier hat ihn zugedeckt, versteckt.

Winzlieb hĂŒpft mit einem Satz aus seinem Bett und und ĂŒbt einen Sonnengruß nach dem anderen um die Sonne aufzuwecken. Doch außer in seinem Herzen scheint auch nach den SonnengrĂŒĂŸen keine Sonne.

„Hilfe Mama!“ ruft Winzlieb ganz laut. Der Schreck ist ihm sogar in den Bauch gerutscht, so dass ihm plötzlich ganz schlecht wurde. „Hilfe Mama! Schnell, komm. Der Himmel ist kaputt!“ und es beginnen viele kleine WichteltrĂ€nen seine Wange herunter zu kullern. Er ist unendlich traurig. Nicht genug, dass die BĂ€ume kaputt gehen. Es fallen nĂ€mlich zur Zeit alle BlĂ€tter von den BĂ€umen. Nun auch noch der Himmel!

Mama kommt an sein Bett geeilt. Steigt ĂŒber Winzliebs rotes JĂ€ckchen und ĂŒber seine blaue Wichtelhose. Ups! Fast wĂ€re sie ĂŒber seine kleinen Stiefel gestolpert, die er stĂ€ndig im Wege liegen lĂ€sst. Die Stiefelspitzen sind lustig nach oben gebogen. Und ganz oben auf der Spitze, da hĂ€ngt genau so ein Glöckchen, wie an seiner MĂŒtze.

Mama Wichtelzwerg trocknet erstmal das ganz zwergentrÀnchennasse Gesicht von Winzlieb. Dann kuschelt sie sich zu ihm ins Bett, unter die warme Decke. Ganz fest nimmt sie ihn in ihren Arm. Kuscheln, das mag Winzlieb super gerne. Besonders mit Mama. Da geht es ihm auch gleich schon viel besser.
„So Winzlieb. Jetzt erzĂ€hl` doch mal was geschehen ist!“. Er erzĂ€hlt vom kaputten Himmel, von den SonnengrĂŒĂŸen, die scheinbar auch nicht wirkten und von den Bauchschmerzen, die er vor Schreck bekommen hat.
Er erzÀhlt auch davon, dass er sich schon die letzten Tage unheimliche Sorgen machte, weil die Sonne nicht mehr so richtig zu funktionieren scheint.

„Mama. Die Sonne versteckt sich nĂ€mlich immer öfter hinter den Wolken und so richtig warm macht sie auch nicht mehr. Entweder ist sie krank oder kompletti-kaputti. Ohne dicke Jacke, Handschuhe und Schal kann ich das Wichtelzwergen-Haus gar nicht mehr verlassen. Und ĂŒber meine WichtelmĂŒtze muss ich noch die dicke WichtelmĂ€usewolle-MĂŒtze von Oma ziehen, damit meine spitzen Öhrchen keine Frostbeulen bekommen.

Das war doch kĂŒrzlich noch alles ganz anders. Da konnte ich mit meinen Freunden nach draußen gehen, ohne meine FĂŒĂŸe mit dicken Socken vor der KĂ€lte zu schĂŒtzen. Und schon gar nicht mit MĂŒtzen und so `nem Kram. Wir konnten barfuß auf der BlĂŒmchenwiese unsere Wichtel-Yoga-Übungen machen, ohne uns erstmal mit einer Reihe von SonnengrĂŒĂŸen aufzuwĂ€rmen.
Und jetzt! Ohweh! Der arme Mond, die armen Sterne, die arme Sonne. Jetzt sind die auch noch vom Himmel verschwunden.
Ob sie wohl heruntergefallen sind. Oder jemand hat sie vom Himmel ge-schubst. Oder es hat sie jemand vom Himmel stibitzt und mitgenommen.“

Winzlieb muss zwischendurch mal krÀftig verschnaufen und schlucken. Vom vielen ErzÀhlen ist sein Mund ganz trocken geworden.
„Ich bin so unendlich traurig Mama. Was ist, wenn all das gar nicht mehr so richtig heile wird? Und was, wenn wir das mit reparieren auch nicht mehr hin bekommen?

Jeden Abend bete ich bereits zu den Engelein, und bitte sie, sich mal dem kaputten Himmel anzunehmen. Die helfen doch immer so schön, wenn man Sorgen hat, oder wenn etwas nicht so gut klappt. Aber sogar die Engelein können da scheinbar Nichts ausrichten! Ohwei! Dann hab ich es noch mit Sonne-Mond-und-Sterne-Yoga ver-sucht. Aber, stell` dir mal vor, selbst das hat Nichts bewirkt!“

Mama Wichtelzwerg hört ganz aufmerksam zu, was Winzlieb ihr da schluchzend erzĂ€hlt. Als er zu Ende ist mit seinen ErzĂ€hlungen, gehen die beiden einen kleinen Moment in die Stille .... dabei hören sie die KrĂ€hen draußen laut „KrĂ€h, krĂ€h!“ rufen.
Sie hören auch, wie ein Eichhörnchen auf einen Baum huscht. Dann macht es „Knusper, knusper, knusper“....da scheint das Eichhörnchen eine Nuss zum FrĂŒhstĂŒck zu knabbern.

Dann hört man wieder nur den Wind singen....

In die Stille gehen, das machen Mama und Winzlieb sehr oft und sehr gerne.
Das beruhigt so schön, wenn man aufgeregt ist. Und man hört so viele Dinge, die man sonst gar nicht hören kann, wenn es um einen herum laut und hektisch ist!

„Ich verstehe sehr gut, dass du traurig bist Winzlieb.“ Mama kĂŒsst ihn auf die Stirn. „Aber das musst du wirklich nicht sein. Es scheint zwar im ersten Moment wirklich schrecklich zu sein, was da alles geschieht. Alles scheint kaputt zu gehen! Die Engelein scheinen auf ihren Ohren zu sitzen und selbst das Sonne-Mond-und-Sterne-Yoga wirkt nicht mehr! Es gibt dafĂŒr aber eine ganz einfache ErklĂ€rung, Winzlieb...“

Winzliebs Mund ist weit geöffnet. Das macht der immer so, wenn Winzlieb ganz gespannt zuhört. Seine Ohren zucken vor Aufregung und seine grĂŒnen Wichtelaugen funkeln wie kleine Smaragde.
„Der Sommer ist vorĂŒber!“ erzĂ€hlt Mama weiter „der Herbst hat ihn abgelöst und der wiederum wurde abgelöst vom Winter. Das ist die Jahreszeit, die nach dem Herbst kommt. Herbst und Winter sind dazu da, um der Natur etwas Ruhe zu gönnen.“
„Ja aber Mama!“ ruft Winzlieb dazwischen „das kann die Sonne und die Natur doch immer nach den Yoga-Übungen oder in der Nacht machen. Das mache ich doch auch so!“
„ Das stimmt, was du da sagst, Winzlieb. Aber FrĂŒhling und Sommer, die kosten Sonne und Natur ungeheuer viel Kraft. Die Natur lĂ€sst alles wachsen. UnzĂ€hlig viele neue BlĂ€tter spitzen an den BĂ€umen. Das Gras grĂŒnt auf der Wiese. Die vielen bunten und so lecker duftenden Blumen strecken ihre Köpfchen nach der Sonne aus. Diese scheint ganz warm, so dass die Natur, die Tiere und auch wir nicht mehr frieren mĂŒssen.

Dann kommt der Sommer. Hier braucht die Sonne noch mehr Kraft, um es so richtig warm werden zu lassen. Sogar das Wasser im Meer wird so warm wie Badewasser, so dass wir darin angenehm planschen können. Manche BĂ€ume und StrĂ€ucher brin-gen nun leckere, sĂŒĂŸe FrĂŒchte und Beeren hervor.
Auf den Feldern wĂ€chst das Getreide und in den WichtelgĂ€rten das GemĂŒse. In der Nacht leuchtet der Mond ganz helle und die Sterne glitzern wunderschön. Nicht nur das. Die Sterne streuen viele, viele Sternschnuppen am Himmel aus. Das ist ein tolles Spektakel im Sommer.

Und weil das alles so super anstrengend ist, sowohl fĂŒr die Sonne, als auch fĂŒr den Mond, die Sterne, die Natur, genĂŒgt das Ausruhen in der Nacht nicht. Und auch nicht die Entspannungs-Übungen. Die mĂŒssen alle mal so richtig Urlaub machen. Hierzu ist der Herbst und der Winter da.
Die BĂ€ume machen Urlaub, indem sie die BlĂ€tter zu Boden fallen lassen und diese nicht immer versorgen und fĂŒttern mĂŒssen. Die Blumen hören auf zu blĂŒhen. Das Obst fĂ€llt von den BĂ€umen. Die Beeren fallen von den StrĂ€uchern – wenn die Wichtelkinder sie nicht zuvor schon weggenascht haben. Die Sonne strahlt nicht mehr so warm und heiß und kuschelt sich öfter mal in eine Wolke ein um sich auszuruhen.

Und auch der Mond und die Sterne machten Urlaub vom Strahlen und Glitzern, ruhen sich unter der Nebeldecke aus und schlafen mal so richtig aus. Sie tanken alle wieder viel Kraft und Energie fĂŒr den nĂ€chsten FrĂŒhling und fĂŒr den nĂ€chsten Sommer. Damit wir dann wieder die wohlig warmen Sonnenstrahlen auf der Haut spĂŒren können. Damit dann wieder die BĂ€ume, StrĂ€ucher, Blumen und GrĂ€ser aufblĂŒhen. Damit die Natur dann wieder so lecker duftet. So wie der FrĂŒhling eben duftet, so wie der Sommer eben duftet.

Weißt du das noch Winzlieb, wie der Duft des FrĂŒhlings und des Sommers ist?“ er nickt heftig mit seinem Köpfchen auf und nieder.


„Damit der Mond und die Sterne wieder am Himmel ordentlich strahlen und funkeln können und auch wieder Sternschnuppen fĂŒr uns ausstreuen können! Siehst du Winzlieb. Du musst wirklich nicht traurig sein, die kommen alle wieder! Ich bin zwar auch immer etwas bekĂŒmmert im Herbst und im Winter, wenn sich Natur und Sonne von uns verabschieden. Aber wenn ich dann daran denke, wie schön es im nĂ€chsten FrĂŒhjahr wird, strahlt mein Herz wieder vor lauter Vorfreude und ich gönne Sonne und Natur einfach diesen Urlaub. Und wenn es mir besonders kalt ums Herz ist, dann mache ich eine Reihe von SonnengrĂŒĂŸen, so wie du das heute Morgen getan hast, und schon scheint die Sonne in meinem Herzen und es wird mir ganz warm d`rum herum!“

Winzlieb macht einen großen Hopser von seinem Bett, reißt die Arme in die Höhe und tanzt auf einem Bein im Kreis:


Der Herbst will nur seine Ruh`!
Der Winter deckt alles zu!
Im FrĂŒhjahr und Sommer
erstrahlt alles wieder viel bunter und toller!
Juhu, juhu!“


Der kleine Wichtel drĂŒckt seine Mama ganz fest. „Ich bin schon gar nicht mehr traurig Mama. Jetzt ist das Alles ĂŒberhaupt nicht mehr schlimm. Und außerdem, gibt es ja auch im Herbst und im Winter tolle Dinge zu erleben, die es im FrĂŒhling und im Sommer eben nicht gibt.

Wir können in BlÀtterhaufen herumspringen, Kastanien sammeln, und den BlÀttern beim Tanzen im Wind zustehen. Das ist doch auch ganz toll. Und im Winter, wenn der Schnee kommt, kann ich mit meinen Freunden einen Schneemann bauen, mit Karotten-Nase. Hihi! Der schaut immer so lustig aus. Wir können rodeln und Wichtel-Eistörtchen backen. Wie lecker!

Und dann kommt ja auch noch der Nikolaus und das Christkind. Auf die freue ich mich ja eigentlich schon den ganzen Sommer. Da dachte ich schonmal im Sommer – ach, wenn nur schon Winter wĂ€re!“

„Siehst du Winzlieb. So hat jede Jahreszeit - FrĂŒhling, Sommer, Herbst und Winter - tolle Dinge parat. Deshalb, lass uns jede Jahreszeit mit ihren Besonderheiten genießen. Und ab und an können wir ja mal von den anderen Jahreszeiten und deren Besonderheiten trĂ€umen, welche wir gerade nicht erleben dĂŒrfen. Denn, wie schade wĂ€re das, wenn wir unsere TrĂ€ume nicht mehr hĂ€tten...

© andilci






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