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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Wir drehen einen Film
Eingestellt am 10. 06. 2003 19:07


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Mignon
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Registriert: May 2001

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Hallo liebe Mitschreiber,
in den PoWi-Stunden haben wir vor kurzem das Projekt: Einen Film drehen gemacht. Dies ist eine Beschreibung unseres Projekts, vielleicht ist es auch fĂĽr euch interessant.


Projekt: Einen Film drehen

Wir fingen schon im ersten Halbjahr an, an einem 50. europäischen Wettbewerb teilzunehmen, und wir gewannen bundesweit. Wir schrieben nicht nur das Drehbuch zu einem ca. 15 Minuten langen Film, sondern drehten ihn sogar noch, mit Hilfe einer Trickbox vom Kinderkanal. Dieses Projekt dauerte aber sehr lange.

Das Ganze fing damit an, als Herr Ziegler–Roos uns von einem Europa–Wettbewerb erzählte und uns vorschlug daran teilzunehmen. Der Hauptgewinn war eine Reise. Als unsere Klasse sich entschieden hatte mitzumachen, mussten wir uns eines der Themen aussuchen, die vorgegeben waren. Wir entschlossen uns für „Ein Euro geht auf Wanderschaft“. Anschließend überlegten wir uns, was wir abschicken. Also ob wir ein Plakat, eine Collage, einen Film, eine Präsentation oder etwas ganz anderes machen. Wir überlegten lange, was eventuell durchführbar wäre und was nicht. Es wurden Aufzeichnungen über die verschiedenen Möglichkeiten, den eigenen Fähigkeiten und über die Maßnahmen gemacht. Da die technischen Vorraussetzungen stimmten, versuchten wir einen Film zu drehen.

Dafür wurde zuerst das Drehbuch geschrieben. Das war nicht sehr leicht, denn wir mussten ja anfangs überlegen, was in dem Film überhaupt passieren könnte. Es sollte ein Video sein, in dem viele Informationen enthalten sind, und auch eine schöne kleine Geschichte abgespielt wird. Wir entschieden uns dafür, dass ein sprechender Euro von Geldbeutel zu Geldbeutel gelangt und so verschiedene Länder der EU durchreist, einiges erlebt, andere Euros kennen lernt und viel zu berichten hat. Es wurde abgestimmt, ob der Euro es gerade erlebte oder ob es ein Rückblick war. Heraus kam, dass er über sein Abenteuer erzählt. Schließlich suchte sich unsere Klasse sechs Länder aus, die im Film vorkommen, das waren Deutschland, die Niederlande, Irland, Frankreich, Spanien und Italien.

Als nächstes teilte Herr Ziegler–Roos uns in Gruppen ein, welche die einzelnen Szenen dazu schrieben. Dabei kam ich in die Italiengruppe, mit den anderen Schülerinnen Romy H., Katharina J., Vanessa J., Sarah H. und Maria S. Wir überlegten uns zusammen, wie die Szene eingeleitet wird, wo der Euro ist, was passiert, was man im Hintergrund sieht und wie es weitergeht. Ein Tourist gab an einer Eisdiele in der Nähe des Kolosseums den deutschen Euro aus, und der Verkäufer steckte diesen in die Kasse.

Als die Stunde zu Ende war, machten wir aus, dass ich und Vanessa zu Hause versuchen wĂĽrden, einen kleinen Textausschnitt zu schreiben. Dies tat ich an meiner Schreibmaschine. Ich warf einen Blick in den einen oder anderen ReisefĂĽhrer fĂĽr Rom und entnahm ihnen ein paar Informationen ĂĽber die spanische Treppe, den Petersdom und das Kolosseum. Leider war das umsonst, denn aus meinem Text wurde so ziemlich nichts ĂĽbernommen. In der Schule schrieben wir die Szene zusammen fertig, die auf Computer abgetippt wurde. Besonders musste beachtet werden, dass die Kameraanweisung dabeisteht. Bis zum Einsendeschluss des Wettbewerbes waren wir allerdings nicht fertig. Denn kurz davor hatten wir nur unser Drehbuch zusammen. Wir schickten nun nur das Drehbuch ab, ohne Film, und entschieden uns, dass zwei Leute ausgelost wurden, welche die Reise bekamen.

Tage später erfuhren wir, dass wir bundesweit gewonnen hatten, was unser Preis war, wussten wir nicht. Da bald das Schulfest war, schlossen Herr Ziegler–Roos und Frau Füller sich zusammen und fragten unsere Klasse, ob wir nicht doch den Film drehen wollten. Um das zu schaffen, bestellten wir uns also beim Kinderkanal für ein paar Tage eine Trickbox. Das war ein großer Aufbaukasten mit den Geräten um einen Trickfilm zu drehen. Nach einigen Tagen kam ein Mann von diesem Sender mit einer großen Tasche zu uns, und erklärte Herrn Ziegler-Roos und Frau Füller, wie das ungefähr funktionierte. Als Beilage gab es auch einige Erklärungshefte, die unsere Lehrer sich durchlasen.

In der nächsten PoWi –Stunde teilten wir unsere Klasse in verschiedene Gruppen, die für die Hintergründe, für die Musik, für die Requisiten oder als Sprecher zuständig waren. Ich, als Hobbyzeichnerin, meldete zu der Hintergrundgruppe, zusammen mit Anja R., Romy H., Maike E., Magdalena B., Anna B., Natalie S. und Sarah H. Wir vereinbarten, dass wir uns in drei Dreiergruppen aufteilten, eine für das Vorzeichnen, wo ich dabei war, eine für das Anmalen, und eine für das Nachmalen mit Filzstift. Zum Anmalen wollten wir uns Aquarellstifte von der Klassenkasse kaufen. Andere waren Sprecherinnen und zeichneten ihre Euros. Wer nichts zu tun hatte, suchte Bilder und Landschaften im Internet, die man in dem Film brauchte. Bei der Musik, die wir von Schwester Hildegard bekamen, wollten wir jeweils die Nationalhymnen der Länder nehmen.

Als wir den ersten Hintergrund fertig hatten versuchten wir eine Probeaufnahme. Zu Hause stellte Herr Ziegler–Roos fest, dass die Figuren sich zu ruckartig und in zu weiten Sprüngen bewegten. Wir erfuhren, dass man für eine Sekunde vierundzwanzig Bilder braucht, und dass die Kamera dreimal fotografiert, wenn man einmal auf den Betätigungsknopf drückt. Die Trickbox wurde mehrmals aufgebaut, und wir nutzen dazu oft viele PoWi -, Deutsch - und Sportstunden. Die Geräte wurden immer auf unseren Tisch gestellt, so dass Anna und ich uns umsetzten, das war aber das kleinste Problem.

In den nächsten Tagen zeichneten wir die anderen nötigen Hintergründe. Ich zeichnete Frankreich und eine Kasse, die später nicht gebraucht wurde. Die Sprecherinnen übten ihren Text, und ich stoppte die Zeit, die sie für die einzelnen Szenen brauchten. Schon in ein paar Tagen war der veranstaltete Projekttag, um den Film entgültig aufzunehmen. Es war der Freitag nach Christi Himmelfahrt, und die Trickbox stand schon seit Mittwoch aufgebaut auf unserem Tisch.

Am Morgen frühstückten wir gemeinsam und versuchten schließlich die Bilder aufzuzeichnen und danach das Ganze zu vertonen. Dazu reichte die Zeit nur nicht mehr, also wollten wir das Vertonen separat aufnehmen, und diese mit den Bildern aufeinanderlegen. Frau Füller schickte mich mit Anna in den Kursraum, um auf die Geräte aufzupassen. Etwas später kam Frau Füller mit Hanna W. und Sarah M. und versuchte den Vorspann, „Ode an die Freude“, aufzunehmen. Dazu brauchten wir zunächst ein Mikrofon, das wir schnell besorgten. Die Aufnahmen klangen jedoch alle unscharf. Inzwischen kamen uns einige Schülerinnen zur Hilfe, trotzdem war eine klare Aufnahme unmöglich. Frau Füller schickte eine nach der anderen von uns sich mal bei anderen Lehrer und Lehrerinnen zu erkundigen. Selbst Frau Biecheles altes Modell funktionierte nicht mehr. Nach der zweiten Pause gingen wir alle in unsere Klasse zurück, und Herr Ziegler–Roos erklärte uns, dass er sich mit den Sprecherinnen am Montagmorgen vor der ersten Stunde in der Schule treffen würde, und die Stimmen aufnehmen würde. Während der restlichen Zeit, die uns verblieb, drehten wir allein die Bilder. Nur gab es zwischendurch das Problem, dass ein italienischer Euro aus Versehen für die spanische Szene verwendet wurde, zum Glück sah man die Rückseite des Euro mit dem Kolosseum nicht. Wir haben einfach ganz normal weitergedreht, und so waren wir schon nach der sechsten Stunde fertig.

Am Montag wurden wir mit der Vertonung nicht fertig, darüber erfuhr ich nicht sehr viel, denn ich war keine Sprecherin und war dazu am Montag krank. Nächsten Mittwoch wollten wir in zwei Sportstunden die Vertonung beenden. Dazu kamen immer die Sprecherinnen, die gebraucht wurden mit Herrn Ziegler-Roos in den Klassenraum. Jedoch als die Irlandszene gedreht werden sollte, wussten die Schülerinnen, welche die Stimmen dazu sprachen, nicht mehr, ob sie nun wirklich Irland sprechen, oder nicht. Dafür bekamen wir am Ende natürlich Ärger, und in der PoWi – Stunde drehten wir den Rest. Frau Füller sagte uns, diejenigen die nicht sprachen, sollten auf den Flur bleiben, Herr Ziegler–Roos erlaubte uns aber in der Klasse zu sitzen und leise zu sein. Das funktionierte prima, und der Film war fertig. Wir wollten anschließend die Leute vom Kinderkanal bitten, einen Sprechfehler in der Frankreichszene zu verbessern. Außerdem hatten wir geplant, für jeden eine Kopie zu machen, da wir zwei Videogeräte haben, könnten wir eventuell dabei helfen. Ich finde das Projekt interessant, denn wir lernten, wie man einen Film dreht, und in der Gruppe diszipliniert arbeitet. Natürlich war es nicht leicht, und wir bekamen oft Ärger und stritten uns, aber damit war zu rechnen, und es blieb ja immer beim Thema. Gut finde ich auch, dass wir die Arbeit durch den Aufsatz ersetzen, beim Aufsatz machen wir uns nämlich noch einmal Gedanken über das Projekt. Nicht so toll fand ich, dass wir unter Zeitdruck vernünftig arbeiten mussten. Es war etwas demotivierend, dass Herr Ziegler–Roos so laut mit uns geschimpft hat, allerdings hatte er auch Recht.

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Bernd
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Ist wirklich ein tolles Projekt.
Es hat sicherlich viel SpaĂź gemacht.
Wurde der Film denn gezeigt? WĂĽrde mich sehr interessieren.

Ich habe etwa 1973 mal mit ein paar Mitstudenten einen Stummfilm gedreht, auf Super 8, nur eine Kopie. Aber das hat auch viel SpaĂź gemacht, und kam ganz gut an.
AuĂźerdem habe ich eine Art Dokumentarfilm ĂĽber meine Klasse gedreht, auch Super 8, Stummfilm, nichts besonderes, aber bei jedem Klassentreffen ist er dran.

Euer Projekt erscheint mir viel ausgereifter und toll.

Viele GrĂĽĂźe von bernd
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Mignon
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Registriert: May 2001

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Hallo Bernd,
danke fĂĽr Deine Antwort. Ja, der Film wird auch im Fernsehen gezeigt, auf dem Kinderkanal. Im Offenen Kanal auch (Regionalfernsehen), aber das kannst Du ja nicht sehen.
Wir wissen noch nicht, wann der Film gesendet wird, aber wenn es so weit ist, kann ich oder Zefira (die bekanntlich meine Mama ist) Dir Nachricht geben. Ich kann auch mal meinen PoWi-Lehrer fragen, aber der weiß es sicher auch noch nicht genau, sonst hätte er uns was gesagt.
Danke nochmal fĂĽr Dein Posting,
Deine Mignon

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