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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART
Wir komm in t Fernsehn
Eingestellt am 20. 01. 2006 05:12


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flammarion
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Wir komm in t Fernsehn

Weil ick nich jerne koche, dafor aba um so lieba esse, je ick jedn Tach in n Club zu n Mittachstisch. Feine Sachen jibt et da, Buletten, Gulasch, Eint├Âppe un allet, wat jut schmeckt, wenn man blo├č nich selba kochn muss, wa.
Vorichtet Jah saachte denn die Clubleitung, det et n neujet Projekt jibt, wo die Macher von de Ludothek ÔÇô ja, ick ha ooch nich jewusst, wat det is, det is neemlich ne Schpielzeuchausleihschtatzjon ÔÇô Kinda un Omas suchen zu n jemeinsamet Schpieln. Damit die J├Ârn, von denen die Jro├čeltern nich in Balin wohn, ooch n paa alte Leute kennn lernn un die Ludothek bessa jenutzt wird, wa. Da dacht ick mir, bringste ma n Opfa for det jute Essen un vasuchst, mit die J├Ârn wat zu machen, kann ja so schwer nich sin, hast ja selba dreie janz alleene jro├č jezooren. Un ihre Freunde jleich mit.
Die J├Ârn, die warn denn ooch nich, wie det Projekt urschpr├╝nglich vorsah, irrjend welche aus de unmittelbare Nachbaschafft von de Ludothek, sondan aus m Hort von de evangelische Schuhle in de Christburja. In de Christburja jingen ooch meine J├Ârn. Da wa se aba noch ne Zehnklassije Politechnische Obaschule. Eben DDR, wa. Da hab ick damals den Hort jeputzt un die Kinda det Triolaschpieln beijebracht. Wat ne Triola is, willste wissen? Na, janz einfach. N Kindablasinschtrument. Nee, falsch ausjedr├╝ckt. N Blasinschtrument for Kinda. Damit det nich so schwer is for die Kleen, wurden da die halben T├Âne wechjelassn. Wee├čte, wie wenich Lieda et jibt ohne halbe T├Âne? Wee├čte, wie lange ick jebraucht hab, um die fuffzehn Lieda s├Ąuberlich in Notenhefte zu schreiben, sch├Ân bunt, damit die J├Ârn sich an die farbijen Tasten orjentiern k├Ânn? Un wee├čte, wie viel Schpa├č ick dabei hatte? Det wa keene Aabeit, det wa Schpa├č!!!
Un nu sollte ick die alte Schuhle wieda sehn. Mensch, wie hat die sich va├Ąndat! Da, wo fr├╝ha der Hort wa, wohn jetze Leute. Un wo fr├╝ha die erstn Klassen ihre Zimma hattn, is jetz der Hort. Wo fr├╝ha Wandzeitungen von die jutn Taten der Jungen Pioniere k├╝ndeten, war jetze zu lesen, welche Kinda in welchn Hortraum sin, ob im Kreativraum, im Lesezimma, bei die Schuluffjabn oda im Zimma for t Malen, Singen un Musiziean. Da schteht ooch n Klavia, wa. Soja ne Schpiejelwand is da, wie in ne Ballettschule. Oda for Pantomieme, wer wee├č det schon.
Ick hab jeenfalls janz bl├Âd jekuckt, wie ick det jeseehn hab bei unsan Besuch bei die Kinda. In de DDR jab s einheitlichn Untaricht, ├╝baall det selbe. Jede Woche neben die andern F├Ącha n Untaricht in Musik, Zeichnen und Werken. So. die Horttanten mussten nur die Anfertijung der Hausuffjabn beuffsichtijen, damit die werkt├Ątijen Eltan entlastet sin. Un heute jibt et solchn Untaricht nich mehr, heut d├╝rfn det die Horttantn machen. Det hei├čt, dass fr├╝ha jede kinderliebe Frau den Hort betreuen konnte, heute aba Fachleute dafor jebraucht werdn. Dafor ham die Musik un Malerei schtudiert!
Aba ick schweife von t Thema ab. Merk ick jrade. Nachdem also die Leute von die Ludothek die Hortkinda uffjetan hattn, haam se in mein Club nach Omis jefraacht. Inzwischn wa fast n Jah vajang, wo die Ludotheker Jeld for det Projekt injeschtrichen haam, aba nischt passiert is. Endlich kaam wa zusamm. Die Ludothekmiezen wollten erst ne Wissenschaft draus machen, wie Omas un Hortkinda villeich mitnanda umjehn k├Ânntn. Aba nich mit uns! Uns 95j├Ąhrje Anni hatte ihrn altn Triesel mit un hat die Kinda jezeicht, wie jetrieselt wird. Inge brachte n Mikadoschpiel mit, wo Jeschicklichkeit jefraacht is, Hannchen een Mensch ├Ąrjere dir nich u icke, na, ick hab die J├Ârn n paa Lieda jelernt, wa.
Denn ham wa ooch die altn Kreisschpiele mit die J├Ârn jemacht, Laurenzja, Ziehet durch die joldne Br├╝cke, Es jeht ein Zippelm├╝tz, Der Plumpsa jeht um, Der Sandmann is da, Rote Kirschn ess ick jern, Hier is jr├╝n un dort is jr├╝n un wie se sonst noch alle hei├čn. Det wa so sch├Ân, aba sowat von sch├Ân, also ick kriech mir ja nich wieda in. Nach jedet Treffen mit die J├Ârn f├╝hlte ick mir etliche Jahre j├╝nga.
Un denn hat die fromme Horttante ÔÇô ick wee├č ja nich, wofor die eijentlich zuscht├Ąndich is au├ča dafor, die J├Ârn zusamm zu haltn ÔÇô hat die also bei t Fernsehn anjerufn, det det so sch├Ân is mit die altn Leute un die Kinda. Se solln doch komm und et film.
Se wa von ihre Idee so bejeistat, det se det ├╝baall azeehlt hat. Ooch in mein Club. Na, die Clubleitung hat sich denn jleich injemischt und et so jereejelt, det det Fernsehn erst ma bei uns uffschleecht. Damit der Club ooch ma in t Fernsehn zu sehn is un so villeich n paa neue Senjoorn zu uns komm. Rentna saacht man ja heut nich mehr.
Da hab ick mir ooch jleich t├╝chtich in t Zeuch jeleecht un die Jerda anjerufn, damit se mit ihr Schtrickzeuch kommt un wir beede denn de Handaabeitsjruppe vatretn. Damit det Fernsehn sieht, wat der Club so allet sonst noch bietet, wa. Un die Jerda wohnt ja ooch um de Ecke, wa. Also keene H├╝rde.
Die andan Altchens wurdn ooch alle zu ellwe mit unsan Bus abjeholt. Um ellwe, so hie├č et, kommt det Fernsehn. Die aus t B├╝ro hat alle anjerufen, damit se jeschtiefelt un jeschpornt vor ihre Hausd├╝r schtehn. Hat aba nur bei eene jeklappt. Die andan durftn sich ne Schtandpauke vor vasammlta Jemeinde anh├Ârn. Un denn kam raus, det det Fernsehn erst um zw├Âllwe kommen wollte un im Schnee schtecken jebliehm wa. Aba se waan noch rechtzeitich da, um die Essenausjabe zu film.
Denn ham se uns intawjut. Erst mir. Ick hab jeredt wie n Wassafall. Hoffntlich det Richtje. Es recht zu machen jedermann is eene Kunst, die keena kann. Man kann sich drehen, wie man will, der Arsch bleibt hintn. Aba mein Aasch is ja so breit, da kann ick villeich doch uff zwee Hochzeitn jleichzeitich tanzn.
Denn sin wa mit det Fernsehn zu die Ludothek jefaan. Det Projekt is zwa schon lange ausjeloofn, aba die Schpielzeuchausleihschtatzjon wollte ooch noch bekannta wern. Fernsehn, Fernsehn ├╝ba allet.
For mir un die andan Senjoorn wa et wieda janz wundasch├Ân. Un die Kinda wan so wat von brav un artich, wie im M├Ąrchen. Richtich zum Heulen sch├Ân.
Det Kamerateam setzte sich zusamm aus m Kameramann, n Tontechniker, n Schtrippnzieha un ne ausl├Ąndische Rejiss├Ârin. Un keena von denen kannte Der Plumpsa jeht um oda Zublinkern. Det musstn wa denen akleean. Sonst h├Ąttn se ja nich jewusst, wo jerade det Beste zum Film is. Zublinkan mit n Kameramann mittn im Kreis is nich jrade einfach, saach ick dir. Jew├Âhnlich blinkat man ja sein Jejen├╝ba zu. Na, hat denn aba doch jeklappt.
Nachdem die Alten mit n Bus wieda wechjefaan sin, hat die fromme Horttante die J├Ârn f├╝r ihr Benehm, wat ick untadlich fand, zusammjeschissn. Wat soll da aus die J├Ârn wern, fraach ick mir. Un zu wat hat die fromme Frau die Bibel jelesn, wo drin schteht Du sollst deinen N├Ąchsten lieben wie dich selbst. Zum Jl├╝ck wa da die Kamera schon ausjeschaltt.
Jesendet wird det ├╝brijens an irrjend eem Sonnabend. Demneechst. Denn wer ick h├Ârn un sehn, wat ick allet falsch jemacht hab. Un wehe, da schimpt eena mit mir!

__________________
Old Icke

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Marius Speermann
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Klasse! Bezaubernd!

Und damit die Damen und Herren von Fernsehen wissen, wie die Kinderspiele gehen: ich habe eine riesige Website mit Kindert├Ąnzen und Tanzspielen (auch mit der Goldenen Br├╝cke): Dancilla.com

Marius
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Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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flammarion
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oh,

vielen dank.
auf die website schau ich sp├Ąter. lg
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Old Icke

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vicell
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*lach*

sch├Ânen juten tach ooch die dame,

scharmant, scharmant, der text!

nette seitenhiebe und liebevoller erz├Ąhlstil ...

hat mir sehr jut jefallen!

janz lieben gru├č von der kleenen ...

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flammarion
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ei,

sch├Ânen dank f├╝r die netten worte.
gesendet wird das ├╝prinx am 4.2. um 18uhr im rbb.
da bin ick aba ma jeschpannt!
bis morgen, s├╝├če.
lg
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Old Icke

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Doska
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Na,
da habe ich ja wiedermal ganz was Tolles von dir hervorgekramt.Wunderbar gef├╝hlvoll und spannend - ja, fast satirisch - geschrieben. Schade, dass ich diese Sendung nicht habe sehen k├Ânnen *Schnief*

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