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Leselupe.de > Anonymus
Wir selbst
Eingestellt am 24. 08. 2006 11:06


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Ach, wie gern hätten wir Ruhe
vor dem Geist Vergangenheit,
und entzögen jene Truhe,
voll der Bilder böser Zeit,
seinen langen Suchepfoten.

Stets auf’s neu die alte Kiste
reiĂźt der Geist fĂĽr uns weit auf
und verliest die Inhaltsliste:
uns’re Untaten zuhauf.
Auf erstehen all die Toten...

Wenn wir doch einmal einschlafen
tief und träumen selig frei
nur von grĂĽnen Wiesen, weiĂźen Schafen,
springt der Geist sehr schnell herbei:
Schreit, solches sei lang verboten!

Und wir fahren aus dem Traume
in die schale Gegenwart,
gleich der alten, weichen Pflaume,
die im Fall dem Aufschlag harrt,
oder Knallerbsen und Schoten...

Falsch die Hoffnung auf’s Verschleißen
jenes Geist’s am Zeitenzahn.
Älter wird er – stärker reißen
uns in den Gewissenswahn.
Er verfeinert die Methoden!

Wer hat diesen Geist gelassen
je in uns’re „gute Stub’“?
War’n es Zaub’rer, die uns hassen,
spielte Schicksal „böser Bub“?
Selber spielten wir – mit Moden.

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Cosi
Wird mal Schriftsteller
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Hallo A.,

mich hat dein Werk angesprochen. Es nahm mich mit in meine eigene Gedankenwelt und hat eigene Assoziationen ausgelöst.
In sofern denke ich, hast du mich als Leser erreicht.
Trotzdem: Ich denke immer noch über deinen letzten Satz nach, denn diesen habe ich für mich nicht im Zusammenhang zum Gesamtkontext verstanden. Vielleicht ändert sich dies ja noch, wenn ich ausgeschlafen habe... sorry, bin übermüdet.
Kannst du mir deine Gedanken dazu erklären?

LieGrĂĽ Cosi

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Cosi
Wird mal Schriftsteller
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Ich habe eben dein Werk nochmals gelesen und darüber nachgedacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass du in allen Strophen, die Silbenzahl einhälst. Jedoch bei Strophe 3 Zeile 3 nicht. Verständnisfrage: Das "nur" erscheint mir aus versehen dahin geraten zu sein, könnte man darauf verzichten? Oder würde dann irgendwas im Rhythmus nicht stimmen, was ich nicht bemerke?

LieGrĂĽ Cosi

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Cosi
Wird mal Schriftsteller
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fast schon peinlich,


da ich nun meinen dritten Kommentar schreibe, aber nur fast. Es zeigt wenigstens, dass ich mich mit deinem Werk beschäftige. „Selber spielten wir – mit Moden.“
Ich glaube, ich habe endlich den Sinn dieser Zeilen gefunden und verstanden, hat lange genug gedauert und wirklich sicher bin ich mir nicht. Der Konflikt/das Hadern mit dem eigenen Einstellungen/Gewissen, dem Schicksal und dem, was das soziale Umfeld versucht zu diktieren? Nun denne, es ist meine Interpretation, jetzt warte ich die Antwort des Verfassers einfach ab und ĂĽbe mich in Geduld. :-)


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Ich glaube, ich habe endlich den Sinn dieser Zeilen gefunden und verstanden, hat lange genug gedauert und wirklich sicher bin ich mir nicht. Der Konflikt/das Hadern mit dem eigenen Einstellungen/Gewissen, dem Schicksal und dem, was das soziale Umfeld versucht zu diktieren?

Liebe Cosi (oder muss ich schreiben: lieber Cosi?),

danke für deine intensive Beschäftigung mit dem Text, Entschuldigung auch für meine späte Antwort. Du hast es gut auf den Punkt gebracht, das "Spielen mit den Moden" bezieht sich natürlich auf die weniger glorreichen Zeiten unserer - deutschen - Geschichte. Ich stelle mir vor, dass Deutsche recht oft gesellschaftlichen "Modetrends" gedankenlos, wenn nicht gar in kindlich-spielerischem Leichtsinn folgten. Das dürfte zu Zeiten eines "wohlgeordneten preußischen Staatswesens" so gewesen sein, das könnte sich im Vorfeld der Machtergreifung der Nazis ähnlich zugetragen haben...
Die heutigen Selbstzweifel, das fehlende oder oft sehr schwach ausgebildete Selbstbewusstsein der Deutschen, sind m.E. also nicht als Folge der Einwirkung äußerer Faktoren - vergangener wie gegenwärtiger - zu sehen, sondern als Ergebnis eigener Gedankenlosigkeit - mit all ihren tragischen Geschehnissen...

Zur Metrik: Deine Beobachtung ist sehr genau, ich zöge den Hut, trüge ich einen. Jedoch habe ich das "nur" an der von dir erwähnten Stelle absichtlich gesetzt, die Silbenzahl der Zeile liegt bei zehn, sonst sind es acht. Eine Rhythmusbrechung bewirkt das nicht, zu den weißen Schafen schienen mir die grünen Wiesen zugehörig. Sonst hätte ich schreiben müssen: "Nur von Wiesen, weißen Schafen".

LG

A.

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Cosi
Wird mal Schriftsteller
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Hallo A,

ich danke dir fĂĽr deine ausfĂĽhrliche Antwort.
Sicherlich hast du Recht, wenn du auf die Eigenverantwortung eines erwachsenen Menschen hinweisen möchtest und der damit oftmals verbundenen Gedankenlosigkeit, da dieser sich seines Selbst und seinem Handeln bewusst sein sollte.
Ich denke gerade darĂĽber nach, wie ich diese Aussage aus dem Blickwinkel der Entwicklungspsychologie betrachten wĂĽrde. Jedenfalls hast du mir mit deiner Antwort Stoff zum nachdenken gegeben.
Ăśbrigens bin ich erleichtert, dass du keinen Hut hast, denn mit der Metrik kenne ich mich weniger gut aus. :-)

LieGrĂĽ Cosi

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