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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Wir sind Deutschland
Eingestellt am 29. 09. 2006 20:07


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dubidu
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Bevor wir zu dieser Einsicht kommen, m├╝ssen wir uns allerdings mit der Negation obiger These auseinandersetzen. Denn wir sind durch und durch deutsch, ein Volk der Richter und N├Ârgler!

Der intellektuelle Durchschnittslupianer w├Ąhlt links, denkt in dualistischen und etwas angeschimmelten Kategorien, w├╝nscht sich die Zeit des Klassenkampfes zur├╝ck, verf├╝gt bestenfalls ├╝ber ein Durchschnittseinkommen, f├╝hlt sich gesellschaftlich nur m├Ą├čig anerkannt, ist ein Meister des Nichthandelns aber Lautschreiens, verbringt etwas zu viel Zeit in virtuellen Welten und wei├č nat├╝rlich alles besser.

├ändern wir nun die Perspektive und g├Ânnen uns eine kleine Auszeit des Andersdenkens. Keine Angst, es dauert nicht lange; lest den folgenden Abschnitt in Ruhe und m├Âglichst ohne Gef├╝hlswallung des Zukurzgekommenen durch, lasst ihn auf euch wirken und denkt dar├╝ber nach! Nein, ruhig Blut, vergesst, dass ich ein arrogantes Kapitalistenschwein bin... Also, es geht doch!

Schauen wir nun mal auf unseren Planeten von ganz oben. Nein, Herr Dr. Hammelherde - nicht unter der Voraussetzung, dass die Chinesen genausoviel Energie verbrauchten wie die US-Amerikaner... Nicht doch, so wird es uns doch nur schwarz vor Augen. Lassen Sie, Herr Dr., einfach mal ihre intellektuelle N├Ârgelneigung ruhen und sehen Sie mit ihrem Herzen!

Gut, jetzt sehen wir die Erde. Und Milliarden Menschen, die nicht wissen, wie sie morgen ihre Familien ern├Ąhren sollen. Verweilen wir hier nicht zu lange, denn Sprachlosigkeit ist ja Gift f├╝r unseren deutschen Vorzeigeintellektuellen. Bevor er seinen Mund aufmacht, wenden wir uns nun dem zweiten Viertel zu. Wir schauen auf die islamische Welt, sehen beschnittene und gedem├╝tigte Frauen und finden uns in einer Welt wieder, in der j├Ąhrlich weniger B├╝cher produziert werden als in Deutschland. Nach soviel Not und Frust, schauen wir nun auf die sogenannte erste Welt. Wir verweilen nur kurz in den USA, denn ├ťberschwemmungen, Hurricans, Tornados und beschr├Ąnkte Cowboys m├Âgen wir nicht allzusehr. Deshalb fliegen unsere Augen ├╝ber den gro├čen Teich, dann ├╝ber Portugal und Spanien hinweg; wegen des Wassernotstandes, der Waldbr├Ąnde und der hohen Arbeitslosigkeit jagen wir weiter nach Westen. Frankreich ist zwar wundersch├Ân, doch wird es noch ein wenig dauern, bis eine Frau Landeschefin werden wird. Deshalb landen wir in Deutschland, in einem wundersch├Ânen Land mit gem├Ą├čigtem Klima, in dem jeder versorgt ist und sich der ├╝berwiegende Bev├Âlkerungsteil auf diversen Webforen nach Belieben auskotzen kann.

Wir sind Deutschland! Und wenn wir darauf nicht stolz sein k├Ânnen, dann sollten wir doch wenigstens froh sein.


__________________
Die Tollk├╝hnheit des Schreibers und sein spontanes Bed├╝rfnis nach Wahrheit m├╝ssen allemal gr├Â├čer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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petrasmiles
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Das ist ja mal eine interessante Variante, seiner geneigten Leserschaft erst einmal vors Schienbein zu treten.
Respekt. Ich schaue sp├Ąter wieder rein, ob es geklappt hat ;-)
Liebe Gr├╝├če
Petra
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dubidu
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Ursache und Wirkung

Liebe Petra,
wir wollen doch nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Erst dein Tritt in mein nationales Seelenempfinden hat mich zum (Fehl)Tritt vors Schienbein der vaterlandslosen N├Ârgler motiviert.
Gru├č
das dubidu

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petrasmiles
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Hallo dubidu,

verschlungene Wege der Kommunikation - aber offensichtlich doch angekommen.

Wir sprechen hier von zwei Seiten des gleichen. Deutschland gut zu finden und gerne Deutscher zu sein steht nicht im Widerspruch dazu, den M├Ąchtigen dieses Landes kritisch auf die Finger zu sehen, und zu benennen, wo sie eben den Deutschen durch ihr Handeln (oder Nichthandeln) Schaden zuf├╝gen.

Es ist meines Erachtens nicht nur unfair, sondern sogar gef├Ąhrlich, kritische Menschen mit 'zu kurz gekommene N├Ârgler' zu diffamieren.
Man kann auch aus Liebe zu Deutschland kritisch sein.
Vielleicht ├╝bersiehst Du einfach, dass die emotionale Beziehung zu diesem Land nicht Gegenstand der Texte ist, dadurch aber nicht negiert wird.

Ich f├╝r meine Person kann sagen, dass ich mir meines Deutschseins nie bewusster war wie zu der Zeit, als ich in Amerika lebte. Zu Anfangs besonders stark, und vieles an gef├╝hlten Selbstverst├Ąndlichkeiten habe ich dort vermisst. Als ich dann wieder nach Hause kam, war es ein bisschen anders herum. Gerade dieses Besitzstandsdenken und die 'N├Ârgelei' waren mir sehr unangenehm aufgefallen.
Und das hat bei mir die Denkprozesse ausgel├Âst - warum sind wir so (geworden), wie wir sind, was hat sich ver├Ąndert und woran liegt es.

Ich wei├č nicht, welcher Generation Du angeh├Ârst und wo Du aufgewachsen bist, aber aus meiner pr├Ągenden Zeit im Westen habe ich das Verh├Ąltnis zum Staat so mitbekommen, dass er als Gegenleistung f├╝r viel Kontrolle und regelnde Eingriffe und hohe Abgaben eine Art Sicherungssystem gegeben hat. Und heute sieht es so aus, dass er immer noch viel Kontrolle und Eingriffe aus├╝bt und hohe Abgaben braucht, sich aber aus der Gegenleistung zur├╝ckzieht. Aus meiner Perspektive hat der Staat den Vertrag mit seinen B├╝rgern einseitig aufgek├╝ndigt. Das l├Ąsst sich an allen Ecken und Enden sp├╝ren und tut weh. Dass erst einmal viele Betroffene 'Aua' schreien', halte ich nicht nur f├╝r legitim, sondern nat├╝rlich.
Das alles hat aber mit dem pers├Ânlichen Verh├Ąltnis zu Deutschland gar nichts zu tun. Denn Deutschland, das sind nicht die Regierung oder diejenigen, die ├╝ber viel materielle Macht verf├╝gen, sondern das kann nur die Summe seiner Einwohner sein, die eben jenen Regelungen unterworfen sind.

Das Gef├Ąhrliche sehe ich darin, dass den kritischen Geistern vorgeworfen wird, sie st├╝nden damit nicht hinter ihrem Land. Und ich halte es f├╝r ganz besonders wichtig, dass man denken darf, der Staat ist nicht identisch mit dem Land. Der Staat ist nur der eine Teil, der andere sind wir.

So weit sind wir also gar nicht voneinander entfernt.

Liebe Gr├╝├če
Petra
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dubidu
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Liebe Petra,

grunds├Ątzlich bin ich deiner Meinung, mit einer Ausnahme:


quote:
Aus meiner Perspektive hat der Staat den Vertrag mit seinen B├╝rgern einseitig aufgek├╝ndigt. Das l├Ąsst sich an allen Ecken und Enden sp├╝ren und tut weh. Dass erst einmal viele Betroffene 'Aua' schreien', halte ich nicht nur f├╝r legitim, sondern nat├╝rlich.

Dieses Aua-Schreien halte ich nicht f├╝r legitim, sondern, falls es lange anh├Ąlt, f├╝r unnat├╝rlich und unm├╝ndig! Warum?

Aus meiner Perspektive hat uns der Staat, wie du schreibst
quote:
...als Gegenleistung f├╝r viel Kontrolle und regelnde Eingriffe und hohe Abgaben eine Art Sicherungssystem gegeben. Und heute sieht es so aus, dass er immer noch viel Kontrolle und Eingriffe aus├╝bt und hohe Abgaben braucht

Deiner Ausgangs-Argumentation stimme ich zu: der Staat hat zu viel von seinen B├╝rgern abverlangt und in egoistischer Selbstsucht die Staatsquote (und Staatsverschuldung) in unvorstellbare H├Âhen getrieben.

Seit dem Jahr 2000 haben unsere Regierenden so langsam mit dem Umdenken begonnen. Sie haben festgestellt, dass ein gefr├Ą├čiger Staat nicht das zur├╝ckgeben kann, was er seinen geknechteten Steuerzahlern nimmt. Sie haben erkannt, dass private Tr├Ąger eine h├Âhere Rendite des eingesetzten Kapitals erzielen k├Ânnen. Sie verstehen so langsam, dass man den Arbeitslosen eine h├Âhere M├╝ndigkeit zugestehen muss. Dass man mit Hilfe zur Selbsthilfe mehr erreichen kann, damit die B├╝rger das werden, was sie sein k├Ânnten.

Nat├╝rlich darf man zun├Ąchst einmal "Aua" schreien. Unnat├╝rlich ist jedoch, auf das Tun des Staates zu warten, anstatt selber seinen Hintern zu bewegen. Exakt hier trennen sich unsere Perspektiven. Denn ich glaube fest daran, dass der Mensch sich selber entwirft und seinen Entwurf auch realisieren kann. Ein determinierender Sozialapostelstaat macht den B├╝rger nur unm├╝ndig und hindert ihn am Werden.

Sch├Ânen Sonntag
das dubidu
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petrasmiles
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Hallo dubidu,

ich glaube, auf der emotionalen Ebene kann ich Deine Entgegnungen verstehen. Aber: wenn Du so lapidar zitierst, dass dieser Staat feststellen muss, dass er privatwirtschaftlich rentabler sein Gesch├Ąft abwicklen kann, dann str├Ąuben sich mir die Nackenhaare, und mir f├Ąllt die n├Ąchste 'Tirade' ein und wir stehen wieder am Anfang.
Mir fallen Aspekte wie Chancengleichheit ein, Umverteilung, angstmachende Aspekte der Staats-'Gesundung'.

Ich glaube, wir beide regen uns einfach ├╝ber zwei unterschiedliche Aspekte derselben Problematik auf.
Und ich habe eine ganz einfache Maxime bei der Betrachtung solcher Problematiken. Du findest sie schon in der Stra├čenverkehrsordnung: Der St├Ąrkere ist zu gr├Â├čerer R├╝cksichtnahme verpflichtet. Und das liegt ganz einfach an der Tatsache, dass in der direkten Auseinandersetzung der Schaden so immens gr├Â├čer ist, den der Starke anrichtet im Vergleich zum Schw├Ącheren.
Vielleicht ist es bei mir auch nur ein Aspekt der Menschenliebe, der mein Denken motiviert. Ich sehe das von innen nach au├čen: Was bef├Ąhigt einen Menschen dazu, sein Schicksal in die eigenen H├Ąnde zu nehmen, und was hindert ihn daran. Wenn ich das Beispiel Amerika wieder bem├╝hen darf: Die Menschen werden durch ihren harten Alltag davon abgehalten, an der Gestaltung ihrer Gesellschaft teilzunehmen. Um das tun zu k├Ânnen, m├╝├čte man Zeit haben, um sich ├╝ber relevante Themen informieren zu k├Ânnen - was man nicht kann, wenn man mit drei Jobs sich kaum ├╝ber Wasser halten kann. Und genau das steht uns bevor, wenn wir nicht schon mittendrin stecken, denn diese Politik hat ja nicht wirklich die Schwachen im Auge - die sind doch schon l├Ąngst 'abgeschrieben'-, sondern die noch arbeitenden.

Dar├╝ber hinaus bin ich davon ├╝berzeugt, dass der bezifferbare Schaden, der durch jammernde N├Ârgler, die ihre H├Ąnde in den Scho├č legen, weitaus geringer ist, als der von t├╝chtigen, ├╝berlebensf├Ąhigen Selbstbedienern innerhalb und au├čerhalb unseres Staates.

An dieser Stelle werden wir nicht zusammenkommen, dubidu, aber uns bleibt ja immer noch der Respekt.

Liebe Gr├╝├če
Petra
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