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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Wir sind wir
Eingestellt am 17. 01. 2009 15:06


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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

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Ja, wer sind wir denn?
Alle gleich sind wir gewiss nicht. Unter uns gibt es hochm├╝tige aus unseren eigenen Hirngespinsten erwachsene Gesch├Âpfe, die sich auf dem Umweg ├╝ber einen selbst erdachten Gott erschaffen lie├čen, um zun├Ąchst nicht als Verwandte der Affen zu gelten.
Inzwischen wissen manche, dass Affen immerhin einen (menschlich) messbaren Intelligenzquotienten von 95 erreichen k├Ânnen. Der Normmensch schafft gerade einmal einen von 100. Mit 95 kann er immerhin mit M├╝he den Hauptschulabschluss schaffen.

Ja, wer sind wir denn?
Eine Spezies, die sich immer noch vom Tier unterscheiden m├Âchte und eigentlich in der Evolution nach ausschlie├člich eigenen Erkenntnissen bisher die h├Âchste Entwicklungsstufe erreicht haben will. Und wenn es nicht so ist? Vielleicht wissen Delphine wesentlich mehr und ihre l├Ąchelnde Mimik deutet in Wirklichkeit nur an, wie sie ├╝ber unsere ├╝berhebliche Arroganz denken.

Ja, wer sind wir denn?
Soziale Wesen, die in der Lage sind, in asozialer Weise immer wieder Artgenossinnen und ÔÇôgenossen hintergehen, bek├Ąmpfen, t├Âten oder verhungern zu lassen.
In der Tierwelt gibt es gen├╝gend sozialere Wesen, die einfach nur Respekt vor dem Revier des jeweils anderen Mittieres haben.

Ja, wer sind wir denn?
Viele zum Beispiel Christen, die einen Gott der Liebe verehren, aber sich nicht in der Lage sehen, Angeh├Ârigen anderer Religionen den notwendigen Respekt entgegen zu bringen. Sie sprechen Andersgl├Ąubigen den rechten Glauben ab, obwohl bekanntlich nur Glaubenszweifel den Glauben steigern k├Ânnen.

Ja, wer sind wir denn?
Gelegentlich Verb├╝ndete, die sich oft nur gegen ├Ąu├čere Feinde verb├╝nden k├Ânnen und nichts weiter von sich kennen, als Fremdenangst, die sie ben├Âtigen, um ihren starren Blick auf den Au├čenfeind zu richten. W├╝rden sie diesen Blick abwenden und auf ihre vermeintlichen Freunde oder gar in ihr Innenleben schauen, k├Ânnten sie ihre Leere oder ihre eigentlichen Feinde erkennen.

Ja, wer sind wir denn?
Nicht selten Untertanen, die als f├╝r sich werbende Maulhelden Etikettenschwindel zu nichts als der reinen Wahrheit erkl├Ąren. Und je mehr wir der L├╝ge bezichtigt werden, desto mehr bl├Ąhen wird unseren Wortschatz auf, mit dem wir die eigene unbedingte Glaubw├╝rdigkeit zu beteuern versuchen. Dabei w├Ąren wir wesentlich ehrlicher, wenn wir zugeben w├╝rden, uns t├Ąglich herauszureden und dabei keine L├╝ge zu scheuen.

Ja, wer sind wir denn?
Jene, die, wenn sie ehrlich sind, eigentlich wissen, dass sie nichts Genaues wissen. Dennoch protzen wir mit wissenschaftlichen Errungenschaften herum. Und die sind nichts als Erkl├Ąrungen, unserem derzeitigen Erkenntnisstand entnommen, an den wir auch nur glauben k├Ânnen. Jede neue Zeit bringt neue Irrt├╝mer mit sich.

Ja, wer sind wir denn?
Immer wieder Wachstumsfanatiker, die entgegen allen ernst zu nehmenden Mahnern nicht wahrhaben wollen, dass unsere Ressourcen begrenzt sind. Wir versuchen Naturgesetze auszuhebeln und wundern uns, wenn die Natur zur├╝ckschl├Ągt. Ja, wir gehen selbst gegen die eigene Natur vor, da wir uns mit unseren kulturellen Leistungen absolut ├╝berlegen f├╝hlen wollen. Sieger sind wir, die ihre Niederlagen nicht akzeptieren wollen.

Ja, wer sind wir denn?
Viele von uns sind K├╝nstler, h├Ąufig alles andere als Lebensk├╝nstler, die sich in Fantasiewelten und Tr├Ąume fl├╝chten. Dort kommen wir zu Erkenntnissen, die manchmal in der Realit├Ąt verwirklicht werden k├Ânnen, nicht selten aber Fantasien bleiben m├╝ssen.

Ja, wer sind wir denn?
Manchmal Gl├╝ckliche. Manchmal liebende Ver- und Geliebte. Manchmal (Ver-)Zweifelnde, die sich stets nach mehr sehnen, selbst wenn wir uns als zufrieden ausgeben.
Wir sind Gesch├Âpfe, die gern glauben, f├╝r die Ewigkeit geschaffen zu sein, und die doch nur in r├Ąumlichen und zeitlichen Grenzen wahrnehmen k├Ânnen. Wir sind Bewohnerinnen und Bewohner eines kleinen Planeten im endlosen Raum und vermuten noch nicht von Wesen entdeckt worden zu sein, die auf anderen Planeten existieren und ├╝ber h├Âhere Intelligenz verf├╝gen.

Ja, wer sind wir denn?
Wir sind sicherlich noch viel mehr, haben Humor und daher k├Ânnen einige sogar ├╝ber sich selbst lachen.
In jedem Fall: Wir sind wirÔÇŽ und (zum Gl├╝ck noch) entwicklungsf├Ąhig!

__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Version vom 17. 01. 2009 15:06

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