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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wirres Zeug
Eingestellt am 05. 02. 2004 17:53


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Pali
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Registriert: Nov 2002

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Wham! TĂŒr auf und schnell wieder hinter mir zu. Ist ja noch kalt draußen, trotz Temperaturanstieg. Erst mal Lage checken: Wer ist da, wer nicht, wer kommt noch? Stehe ich etwa hier etwa alleine auf weiter Flur? Nach bekannten Gesichtern umsehen. Oh ja, ein paar sind da. Allerdings niemand, auf den ich gerade unbedingt Bock habe. Zigarettenrauch in der Luft, Flaschenklirren in den Ohren. Ein Chaos hier. Wer hier ne SchreibĂŒbung machen will, ist aufgeschmissen. Investigativer Journalismus? Keine Chance.
Erst mal was anzĂŒnden, kleine Zigarre aus Kuba. Billig, aber hier was Edles, das ist wie Perle vor SĂ€ue. Zack, ab in die Ecke. Anbohren, Flamme hinhalten, in die Flamme halten, brennt gut, warten, erster Zug. Ah, ja. Geht doch fĂŒr die paar Euro.
- Hey Mann, alles klar?
Ja, klar, geht so.
- Ist da Gras drin? Krieg ich n Zug?
Nee, da ist kein Gras drin. Trotzdem n Zug?
- Ey, wenn da kein Gras drin ist, dann nicht. Und weg ist er. Auch gut. KostverÀchter. Kulturbanause. Arschloch.
Keine Zeit fĂŒr vieles Fluchen. Erstmal in die KĂŒche. Habt ihr auch Coke?
- Wieso kein Bier?
Bin mit dem Auto da.
- Hast du das nicht zu Schrott gefahren?
Ja, das alte. Bin mit dem neuen da.
- Seit wann hast du n Neues?
Schon lÀnger.
- Hab ich nicht gewusst.
Sehen uns ja auch nicht so hĂ€ufig, seit du die Schule gewechselt hast. Ist das möglich? NatĂŒrlich ist das möglich. Ist ja auch wahr. Coke in den Becher. Plastik. Nein, keinen Edding. Ist ja nur n Plastikbecher.
Die Zigarre verliert ihren Geschmack. Billiges Ding. Kommunistischer MĂŒlltabak. Proletariatsdreck. Weg damit. Ins Katzenklo ausdrĂŒcken. Friss das, Kitty.
Brauch n Kaugummi. Stinke aus der Fresse nach der Zigarre. Was tut man nicht alles fĂŒr ein Minimum an Stil?
- Schatzi!
Oh, hey, du auch da? Cool. Nein Man, wir sind nicht zusammen. Sie ist nur ne sehr gute Freundin. Kaugummi, SĂŒĂŸe? NatĂŒrlich will sie Kaugummi. HĂ€lfte? Ja, bitte.
Lippen auf Lippen. Mhh, Kirsche/Pfefferminz. Gute Kombination. Bolzt den Tabak aus den Geschmacksknospen. Spiele mit dem Gedanken, das Bad zu plĂŒndern und mir ne Flasche Odol in die Gosche zu kippen. Verwerfe das. Ablage P. Die Kumpels sind da. Endlich.
- Jo, Hoschi, alles klar?
Jo, natĂŒrlich. Wie die Stimmung ist? Ganz gut. Erst mal HĂ€nde schĂŒtteln, jedem Einzeln.
- Wieso hast du kein Bier?
Bin mim Auto da. Ja, das Neue. Nein, ich plane nicht, das auch zu schrotten. Bin ja nicht dumm.
- Schatzi!
Was? Ja, natĂŒrlich fahre ich dich spĂ€ter heim, kannst ruhig ein bisschen was trinken. Aber nicht zu viel - obwohl, doch trink viel, dann kann ich dir die RĂŒckbank zeigen, hĂ€hĂ€hĂ€.
Oh Gott, wie peinlich. Ja, wir sehen uns noch. Im Keller steht ne Tischtennisplatte. Dave, wie sieht's aus? Tischtennis? Klar, du machst mich fertig. TrÀum weiter.

---

Hat mich fertig gemacht. Trinkt n Bier darauf. Ich bleibe bei Coke. Antialkoholisch fĂŒr einen Abend. Nein, bisher ist nichts zu Bruch gegangen. Wartet mal, wer zum Teufel hat die Mittelstufler hier reingelassen? Ach so, der Gastgeber. Ach so, Bruder von Freundin und so weiter. Nee, hab ich nicht gewusst. Der kleine Bruder von der Isi? Ah, ja, alles klar.
Der Zigarettenrauch ist dem Grasgeruch gewichen. Das Zeug stinkt vielleicht. Ob ich was kiffen will? Nein, bin mit dem Auto da. Ich hab n Neues, bevor du fragst. Wie ich an so viel Geld komme? Welches Geld?!
- Schhhhhaaahaaatzi.
Mein Gott, wie viel hast du getrunken? Du fĂŒhlst dich nicht gut? Na schön, ich bring dich geschwind nach Hause.
Dave, ich komm in ner halben Stunde oder so wieder, dann gibt's ne Revanche!

Hier, steig ein, schnall dich an. Wie, du willst die RĂŒckbank sehen? Ähh, okay, das verstehe ich. Ja, das war auch n Arschloch. Aber dennoch...ja, sicher, ich mag dich. Sehr sogar.
Was wĂŒrde Hunter S. Thompson in so einer Situation tun?
__________________
Ich lebe ĂŒber meinen VerhĂ€ltnissen, aber unter meinem Niveau.

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filechecker
Guest
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Unsere Kids und ihr Sprachschatz

Hallo,

die Situation, die du eingefangen hast, spiegelt das Alltagsleben unserer Kids eigentlich gut wider: HerumhÀngen, Saufen, Nörgeln, usw.

Die Kids haben es dir aber als Autor sehr leicht gemacht. Ihr Sprachschatz ist leicht zu ĂŒberschauen und zu bewĂ€ltigen.

Lesen tut sich dein Werk aber sehr anstrengend. Da wird einem die Kidsprache dann letzlich doch etwas zuviel.

Gruß

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Pali
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

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Der Witz an der Sache ist, dass eigentlich kaum Leute aus meinem Bekanntenkreis tatsĂ€chlich so reden. Der ganze Kram hier hat eigentlich als kleine StilĂŒbung (daher auch so anstrengende, abgehackte SĂ€tze) angefangen, wollte mal was Neues ausprobieren, aber mich hat dann die Neugier ĂŒbermannt und ich wollte sehen, was davon zu halten ist.
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flammarion
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hm,

als schreibĂŒbung ok., als geschichte zu dĂŒrftig, sorry.
lg
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Old Icke

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Monfou Nouveau
???
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Pali, Pali, Pali

das ist sehr gut gemacht, eine exzellente kleine Milieustudie! Mutig. Frisch-frecher Umgang mit der Sprache. FĂŒr mich ist dieser Text an keiner Stelle wirr und ich habe ihn mit Spaß gelesen. Ich denke schon, dass du Distanz zu dem ErzĂ€hlten hast und sehr bewusst den Jargon einsetzt.

Beste GrĂŒĂŸe

Monfou

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

Werke: 33
Kommentare: 410
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Lieber Pali,

da schließe ich mich doch glatt Monfous Meinung an.
Solche Geschichten machen mir Spaß...!

__________________
Am jĂŒngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unnĂŒtz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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katia
???
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Werke: 4
Kommentare: 184
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ohrlÀppchen-krÀuseln

hi pali,
also diese geschichte fand ich persönlich nicht wirr. gut die stiutaion, den alltag eingefangen, im großen und ganzen doch verstĂ€ndlich, fand ich. ich gehöre allerdings zu denen, deren ohrlĂ€ppchen sich immer beim begriff "investigativer journalismus" krĂ€useln. sollte nicht journalismus von hause investigativ sein? aber das gehört wohl eher in die plauderecke... :-)

schönes restwochenende
sagt
katia
__________________
(kas)

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