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Leselupe.de > Kurzprosa
Wo bleibt der Instinkt?
Eingestellt am 06. 05. 2003 23:42


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Gabriella
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Registriert: Jul 2002

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WĂĽrde ich den Thesen Capra's folgen
und meine eigene Theorie dazu aufstellen,
wĂĽrde ich sagen:


Unser Schicksal besteht zur einen Hälfte
aus dem Glauben an Gott und zur anderen,
aus den Mächten des nicht greifbaren Spiritualismus.


Wer nun den Eindruck gewinnt,
seinem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein,
sollte sich nicht irre leiten lassen.
Demzufolge liegt eine alte,
von den Urvölkern bis in die heutige Zeit
ĂĽbertragene Lebensphilosophie zugrunde,
die in der Entwicklung unserer technisierten
Gesellschaft nur noch äußert selten zum tragen kommt,
ja fast vollständig verkümmert, aber immer noch
existent ist.


Die Rede ist von unserer Intuition, unserem Instinkt!


Selbstbetrug und SelbstlĂĽge aus Selbstverherrlichung,
Bequemlichkeit oder Angst und die Gier nach Macht,
verbauen uns den Weg zu unserer jeweiligen Bestimmung!
Unzufriedenheit ist die Folge.


"Wir sind nicht, was wir sind,
doch wir ahnen, was wir nicht sein wollen!"


__________________
Man Lebt um zu lieben -
man stirbt aber nicht ohne
gelebt zu haben!

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Gabriella,

kann denn unser Schicksal nicht zum Teil auch aus unserem eigenen Geschick/MiĂźgeschick bestehen?

LG
Socke

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Gabriella
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Wo bleibt der Instinkt?

Hallo Socke,

sicher tut er das! Aber auf welcher Grundlage ruht unser Geschick/MiĂźgeschick?

Auf unserer Intuition, unserem Instinkt,
denk ich!

lg Gaby
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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Ja klar,

aber dann hat es nichts mit Gott oder dem Spirituellen zu tun, sondern mit uns.

Ich weiĂź was Du meinst. Aber ich tue mich schwer damit, das so krass zu trennen.

LG
Socke

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Gabriella
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Wo bleibt der Instinkt?

Nun, ich denke nicht, das man
es unbedingt trennen "muss"!
Auch hier, wie in allem anderen,
kann es jeder so sehen wie er/sie
mag, oder wie es der eigene Instinkt
zulässt!

lg Gaby
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jon
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Kleine Bemerkung am Rande: Was ist mit den Atheisten? Haben die nur ein halbes Schicksal?

Und noch 'ne Frage am Rande: Wenn eine Hälfte des Schicksals aus Gottglaube besteht und der andere aus
Spiritualität (außerhalb des Gottglaubens, die ist ja schon in der ersten Hälfe drin) bzw. aus dem Instinkt und der Intuition (die mit Spirtitualiät nichts oder nur sehr mittelbar zu tun haben) – wo bleiben da die Entscheidungen, die auf dem Denken, meinetwegen auch der puren Berechnung basieren? Und was ist mit den Teilen unserer Biografie, die einfach mal durch unser Können oder Nicht-Können bestimmt werden?

…ich ahne ebenfalls vage, was gemeint ist, aber es ist falsch gedacht. Es hapert daran, dass die Worte falsch benutzt werden. Dieser Semantik-Fehler gebiert einen Argumentation-Fehler:
„Instinkt / Intuition“ und die (von den Urvölkern überkommene oder sonsteine) „Lebensphilosophie“ sind zwei völlig verschiedene Kategorien. Der Instinkt ist eine (aus dem tierischen Teil des Menschseins geborene) Entscheidungshilfe – ein Argument so zu sagen. Die Lebensphilosphie ist das (ganz und gar aus der Intelligenz erwachsene) Regelwerk, das uns sagt, wie viel Wert wir diesem Argument beimessen. Wenn man ihm – und darauf läuft dein Text wohl hinaus – ständig keinen Wert beimisst, lernt das Gehirn, dieses Argument einfach nicht mehr als Argument zur Verfügung zu stellen – es hat den Instinkt als unwichtig „erkannt“. Das bedeutet aber nicht, dass wir heute der verkümmerten Lebensphilophie der Urvölker folgen, sondern dass wir unserer eigenen Lebensphilophie folgen, die nur kümmerlich auf Instinkte setzt (was noch zu hinterfragen sein dürfte – aber das ist ein anderes Thema). Es bedeutet auch nicht, dass die Lebensphilophie der Urvölker aus dem Instinkt bestand, sondern darin, dem Instinkt mehr Bedeutung als heute zuzumessen (, was – bei Lichte betrachtet – ebenfalls noch hinterfragenswürdig ist).
Übrigens sind Instinkt und Intuition nicht das Gleiche (was hier im Text suggeriert wird). Der Instinkt ist – wie schon gesagt – das im tierischen Teil unseres Ich Verankterte. Angeborene Verhaltensweisen, die sich einst als sehr vorteilhaft für die Spezies erwiesen haben. Intuition ist dagegen eine verkürzte Entscheidungsfindung – sie wird durch alles geprägt, was auch das bewusste Handeln prägt. Sie setzt immer dann ein, wenn einem eine Situation begegnet, die man schon sehr oft so oder ähnlich erlebt hat (oder erlebt zu haben wähnt), so dass das Gehirn auf ein Lösungsschema zurückgreifen kann. Weil es dazu nicht mehr alle Argumente (zu denen auch der Instinkt zählen kann) zu analysieren braucht, haben wir den Eindruck, die Lösung hätte nichts mit unserem Denken zu tun. Hat es aber – nur hat der Denkprozess viel Male vorher stattgefunden.

Noch was zu Semantik (und zwar pur):
„Wer nun den Eindruck gewinnt, seinem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein, sollte sich nicht irre leiten lassen. Demzufolge liegt eine alte … Lebensphilosophie zugrunde …" Wem oder was liegt die Lebensphilosophie zugrunde? Und wemzufolge tut sie das? (Beides meine ich TEXTlich – nicht die beabsichtigte Aussage des Autors betreffend.)

Noch was zum Inhalt:
Unsere verkümmerte Fähigkeit, unsere Instinkte wahrzunehmen, auf „Selbstverherrlichung, Bequemlichkeit oder Angst und die Gier nach Macht" zurückzuführen, greift zu kurz. In dem Maße, wie wir den Instinkt als Argument nicht mehr benutzen (weil er oft genug nicht mehr brauchbar ist), verliert er seinen biologischen Sinn. Intelligenz ist das Ersetzen des Instinkts durch das Denken – und wenn wir mal so tun, als würden die Menschen (potentiell) immer intelligenter, dann werden sie (potentiell) immer instinktärmer.

Dass das Konzept der "Bestimmung" ja nach Glaubens-Hintergrund ganz verschieden und eigentlich nur im Zusammenhang damit diskutiert werden kann, will ich mal nur so gesagt haben. Damit könnte man eigene Foren füllen…
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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