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Leselupe.de > Kurzprosa
Wo ich herkomme
Eingestellt am 23. 08. 2010 17:39


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w├╝stenrose
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Wo ich herkomme, l├Âffelt man seine Suppe schweigend. Man spricht vielleicht, aber nicht im eigentlichen Sinne. Es ist mehr ein Brummen und ├ächzen, das man dem Geklapper der L├Âffel beimischt, hinzuf├╝gt. Im Grunde genommen ist es gar kein Sprechen, sondern ein fortgesetztes Schweigen und Herumstochern im klumpigen Brei unserer Sprache.

Wo ich herstamme, l├Âffelt ein jeder seine Suppe f├╝r sich, schluckt Brocken, die gar nicht geeignet sind, gekaut und verdaut zu werden, die aber doch da sind, als st├╝nde es so geschrieben.

Wo ich herkomme, fragt keiner, ob am Nebentisch Platz sei. Man sitzt an seinem Tisch und isst die Suppe, wie sie kommt.

Will einer was sagen, so reckt er beherzt den Hals und sucht das monotone Malmen der Kiefer zu ├╝berwinden, setzt an, schiebt das Wort von einem Mundwinkel in den anderen, schluckt es hinunter mit Wurst und Kohl oder spuckt es aus, j├Ąhlings angewidert vom Klang, der entsteht.





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w├╝stenrose
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Hallo KaGeb,

freut mich, dass es dich anspricht.
Dein Einwand ist angekommen, stimme dir zu, vielen Dank f├╝r die Anregung, allerdings ├╝berzeugt mich das Ende des Textes - in die Gegenwart gesetzt - noch nicht so ganz und ich will noch etwas nacharbeiten, ehe ich ├Ąndere.
lg w├╝stenrose

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w├╝stenrose
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KaGeb
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Hallo w├╝stenrose,

die ├ťberarbeitung gef├Ąllt mir noch besser. Ein gedankenschwerer kleiner Plot, den ich inhaltlich glauben kann.

Ein paar Vorschl├Ąge noch. Vielleicht passt was davon:

____________________________________________________________
Wo ich herkomme, l├Âffelt man seine Suppe schweigend, man spricht vielleicht, aber nicht im eigentlichen Sinne, es ist mehr ein Brummen und ├ächzen, das man dem Geklapper der L├Âffel beimischt, hinzuf├╝gt, im Grunde genommen ist es gar kein Sprechen, sonderneher ein fortgesetztes Schweigen und Herumstochern im klumpigen Brei unserer Sprache. ("Cut"= Neuer Zeilenanfang)
Wo ich herstamme, l├Âffelt ein jeder seine Suppe f├╝r sich. Jeder schluckt Brocken, die gar nicht geeignet sind Komma gekaut und geschluckt und verdaut zu werden, die aber doch da sind, als st├╝nde es so geschrieben. "Cut"
Wo ich herkomme, fragt keiner, ob am Nebentisch Platz ist sei. Jeder sitzt an seinem Tisch und jeder isst die Suppe, wie sie kommt. Will einer was sagen, so reckt er beherzt den Hals und versucht das monotone Malmen der Kiefer zu ├╝berwinden. Er setzt an, schiebt das Wort von einem Mundwinkel in den anderen, schluckt es hinunter mit Wurst und Kohl oder spuckt es aus, im selben Moment angewidert vom Klang, der entsteht.
_____________________________________________________________

LG KaGeb

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w├╝stenrose
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Hallo KaGeb,

danke f├╝r deine Besch├Ąftigung mit diesem Dings da,
habe teilweise deine Vorschl├Ąge ├╝bernommen.
Abs├Ątze kamen mir zun├Ąchst nicht in den Sinn, vielleicht weil ich das Ganze - analog zum Inhalt - als eine Art unverdaulichen Textklumpen empfand. Die Abs├Ątze verleihen aber doch etwas Struktur und Orientierung, was dem Text gut tut.
Insgesamt verstehe ich deine Vorschl├Ąge so, dass du dem Text etwas mehr Stringenz / Fl├╝ssigkeit verleihen m├Âchtest. Dar├╝ber habe ich nachdedacht, aber f├╝r mich transportiert der Text auch so eine Art "archaischen Geist", deshalb vielleicht die leicht gewundene+widerspenstige Sprache.

lg w├╝stenrose

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Heidrun D.
Guest
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Lieber Kurt,

du hast einen unglaublich bedr├╝ckenden Text geschrieben, der direkt ins Herz trifft, jedenfalls in meines.

Einige Zeit meines Lebens verbrachte ich in Niedersachsen (Kreis Peine, sprich Paaine), wo ich ganz ├Ąhnliche Empfindungen entwickelte. - Die Landschaft pr├Ągt halt ihre Charaktere.

Mit dir bin ich der Meinung, dass der Text nicht viel Unterteilung vertr├Ągt - bis auf eine:

quote:
Wo ich herkomme, l├Âffelt man seine Suppe schweigend, man spricht vielleicht, aber nicht im eigentlichen Sinne, es ist mehr ein Brummen und ├ächzen, das man dem Geklapper der L├Âffel beimischt, hinzuf├╝gt, im Grunde genommen ist es gar kein Sprechen, sondern ein fortgesetztes Schweigen und Herumstochern im klumpigen Brei unserer Sprache.
Wo ich herstamme, l├Âffelt ein jeder seine Suppe f├╝r sich. Jeder schluckt Brocken, die gar nicht geeignet sind, gekaut und geschluckt und verdaut zu werden, die aber doch da sind, als st├╝nde es so geschrieben.
Wo ich herkomme, fragt keiner, ob am Nebentisch Platz sei. Jeder sitzt an seinem Tisch und jeder isst die Suppe, wie sie kommt. Will einer was sagen, so reckt er beherzt den Hals und sucht das monotone Malmen der Kiefer zu ├╝berwinden.

Er setzt an, schiebt das Wort von einem Mundwinkel in den anderen, schluckt es hinunter mit Wurst und Kohl oder spuckt es aus, im selben Moment angewidert vom Klang, der entsteht.

Dir einen herzlichen Gru├č und, falls der Text autobiographische Z├╝ge tr├Ągt, einen baldigen Umzug.

Heidrun





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