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Leselupe.de > Kindergeschichten
Woher kommt der Schnee? (eine Sternchengeschichte)
Eingestellt am 11. 02. 2006 09:33


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Otto Lenk
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Weißt du, woher der Schnee kommt?“
„Was ist denn das für eine Frage, Papa? Schau doch bitte mal nach oben! Und, was siehst du da?“
„Schnee! Und doch bleibt die Frage, woher der Schnee kommt!“
„Aber Papa! Das weiß doch jedes Kind. Schnee ist gefrorenes Wasser.“
„Das ist mir schon klar, Sternchen. Aber schau dich doch bitte einmal um. Das sind doch bestimmt 20 cm Schnee. 20cm hoch! Das kommt doch nicht nur von oben! Dahinter steckt bestimmt der Schneescheißer.“
„Na klar, Papa! Der Schneescheißer. Und wie sieht so ein Schneescheißer aus?“
„Weiss! Wie sonst?“
„Das dachte ich mir. Bitte erzähle mir nun nicht, wie er das mit dem Schnee hinkriegt. Ich kann´s mir denken. Gibt es hier draußen im Schnee sonst noch was zu sehen, lieber Papa? Wäre mir sehr lieb, bevor du doch noch mit dem Schneescheißer anfängst?“
„Einiges! Aber natürlich nur, wenn man mit offenen Augen durch die Welt läuft. Gerade gestern erst hatte ich hier ganz tolle Begegnungen.“
„Bestimmt möchtest du mir davon erzählen! Gelle?“
„Na ja. Wenn du mich so bittest…“
Gestern Morgen wollte ich mir ein Omelett zum FrĂĽhstĂĽck bereiten. Leider musste ich feststellen, dass mir die Zwiebeln ausgegangen waren. Ich schnappte mir das Fischnetz vom Aquarium und machte mich raus ins Feld. Um diese Uhrzeit musste sich eigentlich ein Perlzwiebelhuhn fangen lassen. Du weiĂźt ja sicherlich, dass sie die Perlzwiebeln nur dann legen, wenn man sie auf den Arm nimmt und ihnen aus
Tausendundeine Nacht vorliest. Grimm ginge auch. Aber Größe und Geschmack lassen dann doch arg zu wünschen übrig.
Ich ging also so durchs verschneite Feld, die Spuren des SchneescheiĂźers waren nicht zu ĂĽbersehen, hielt Augen und Ohren offen, und lauschte in die Welt.
Plötzlich vernahm ich ein Schnarchen. Nicht irgendein Schnarchen, nein, dieses Schnarchen hatte schon Klasse.
Laut und stark. Ein tiefes Schnarchen, das die Erde zum Beben brachte. Leise rieselte der Schnee von den umliegenden Bäumen. Ich ging den Geräuschen nach…und da…hinter einer kleinen Hecke fand ich den Verursacher. Eine laufende Schnarchnase tapste da auf einer feuchten Spur ihres Weges.
„Wo willst du denn hin?“, fragte ich sie und bekam ein besonders kräftiges gggrrrrrggggrrrr zur Antwort.
„Aha! Wohl nicht sehr gesprächig. Aber eine Frage hätte ich. Hast du zufällig ein Perlzwiebelhuhn auf deinem Weg gesehen?“
„gggrrrrgggrrrr“.
„Na ja…so kommen wir nicht recht weiter. Deine Aussprache lässt doch sehr zu wünschen übrig.“
„Was hast du denn erwartet?“
Ich erschrak. Wo kam das denn her? Die Schnarchnase war es auf keinen Fall gewesen. Sie schnarchte und lief in einem fort.
„Na, was hast du denn nun erwartet?“
Da stand es! Ein Plappermaul. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Selten sind sie…Gott sei Dank! Aber natürlich fand ausgerechnet ich eines, oder es fand mich. Wie auch immer. Jetzt war es da. Und es plapperte und plapperte.
„Was sollte eine Schnarchnase denn außer gggrrrrgggrrrr sagen? Und die viel bedeutendere Frage: mit was? Schon mal einen Mund oder ähnliches bei einer Schnarchnase entdeckt?“
Ich weiß! Plappermäuler müssen natürlich sprechen. Wie sollten sie auch sonst vorankommen? Mit jedem Lippenauf- und ab hüpfte das Plappermaul neben der Schnarchnase und mir her.
„Natürlich nicht. Wozu auch? Zum Plappern sind wir schließlich da.“
Das Plappermaul sah aus wie ein Kängeruh ohne alles. Besser gesagt…nur mit Maul. Ja, genau! Ein Kängeruh ohne alles, mit Maul.
„Übrigens fragt die Schnarchnase, ob du ihr Naseweiß gesehen hast? Sie sucht schon den ganzen Tag nach ihm.“
„Ein Naseweiß im Schnee zu finden ist in etwa so schwer, wie das Auffinden eines Schneescheißers, denke ich. Nein, mir ist kein Naseweiß über den Weg gelaufen. Aber vielleicht hast du ja ein Perlzwiebelhuhn gesehen. Mir sind die Zwiebeln ausgegangen.“
„Nein, tut mir leid. Ich muss nun weiter. Mir ist kalt. Außerdem darf ich nicht zu weit hinter dem Ohr bleiben, sonst höre ich nichts mehr. Zum Glück ist das Ohr eine Schnecke. Machs gut.“
Da stand ich nun im Ergebnis dessen, was der SchneescheiĂźer zurĂĽckgelassen hatte. Immer noch ohne Zwiebeln, eine laufende Schnarchnase neben mir. Es war kalt. Ich verabschiedete mich von der einsilbigen Nase und wĂĽnschte ihr GlĂĽck bei der Suche nach dem NaseweiĂź.
„gggrrrrgggrrrr“.
Ich war schon fast am Rande des Feldes angelangt, als ich das Niesen hörte.
„Gesundheit!“ Da im Schnee kauerte zitternd das Naseweiß. Es war schon ganz weiß um die Nase und sah recht ungesund aus. Kurz entschlossen legte ich es in meine Hand und nahm es mit nach Hause. Erst mal aufwärmen, ein Tempo, und vielleicht ein Nasenspray.
Na ja…was soll ich sagen. Aus dem „kurz mit nach Hause nehmen“ sind nun schon einige Jahre geworden. Es hat sich bei mir eingerichtet, wohnt jetzt hier. Ist nicht immer so einfach…Halt ein rechtes Naseweiß. Aber irgendwie hab´ ich es sehr lieb gewonnen.

„So, so, Papa! Ein Naseweiß."
"Genau. Ein NaseweiĂź, mein Sternchen."

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