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Leselupe.de > Humor und Satire
Wohin mit unseren Senioren?
Eingestellt am 09. 01. 2003 20:15


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MĂ¶ĂŸner, Bernhard
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Wohin mit unseren....

Wohin mit unseren Senioren?

Die Generation der Alten, je nach ihrem sozialen Status auch Rentner oder PensionĂ€re genannt, bereitet unseren Sozialpolitikern gerade in letzter Zeit einiges Kopfzerbrechen: Wenngleich Senioren/innen naturgemĂ€ĂŸ nur noch wenig zu ihrer Arterhaltung beitragen, nimmt ihre Zahl von Jahr zu Jahr zu. Nicht, dass wir etwas gegen unsere noch lebenden Vorfahren hĂ€tten! Sie schaden ĂŒberhaupt nicht, solange sie einzeln, oder in ĂŒberschaubaren Gruppen auftreten. Wenn sie sich jeoch, so wie es gegenwĂ€rtig geschieht, unkontrolliert einfach weiter ausbreiten, können sie, wenn auch unbeabsichtigt, große volkswirtschaftliche SchĂ€den anrichten.
Die Wissenschaft steht vor einem RĂ€tsel: Die Senioren vermehren sich explosionsartig, obwohl die regionalen Zeitungen alle Tage unzĂ€hlige schwarzumrandete Anzeigen veröffentlichen, in denen uns Angehörige den Verlust ihrer betagten Eltern oder Großeltern mitteilen. Man hegt langsam den Verdacht, dass diese Anzeigen "getĂŒrkt" sind und von der Regierung deshalb erfunden werden, um uns bis zur nĂ€chsten Wahl ĂŒber das wahre Ausmaß der zu erwartenden bevölkerungspolitischen Katastrophe zu tĂ€uschen.
Man sollte es nicht glauben, aber es wird von Tag zu Tag schlimmer!
Die alten Leute belagern Arztpraxen, Park- und KirchenbĂ€nke, Museen, HeiratsbĂŒros und Kreuzfahrtschiffe; wie die Rabenvögel im Winter fallen sie massenhaft in Fußballstadien und Sonnenstudios ein.
Dabei sind sich alle Verantwortung tragenden Institutionen unserer Gesellschaft, die Regierung wie die Opposition, die Versicherungen, Banken, Industrie und Wirtschaft, darĂŒber einig: Es muss etwas geschehen! Es ist höchste Zeit, die Rentnerflut einzudĂ€mmen! Nur ĂŒber die praktische Umsetzung dazu wird, wie immer, noch heftig gestritten:
WĂ€hrend die Regierung, die ĂŒber das Wohl und Wehe der Sozialversicherungen zu wachen hat, das Renten-Eintritts-Alter unauffĂ€llig hinaufsetzen möchte, mĂŒht sich die Wirtschaft redlich, ihre in die Jahre gekommenen Mitarbeiter möglichst frĂŒh zu verrenten. Wer ĂŒber fĂŒnfundvierzig Lebensjahre auf dem Buckel hat, zĂ€hlt als aussterbendes Fossil und taugt nicht mehr fĂŒrs aktive Erwerbsleben! Wer gar fĂŒnfzig Jahre alt ist, verputzt die notwendigen betrieblichen RĂŒcklagen und vergrĂ¶ĂŸert die Verluste der Aktienbesitzer. Da wĂ€re von unseren FĂŒhrungskrĂ€ften beherztes Handeln und rationales Denken, verbunden mit sozialem FingerspitzengefĂŒhl, gefordert.
Wer jedoch Renten und Pensionen so einfach senken will, nur um die Renten- und Krankenkassen zu schonen, handelt wirtschaftlich und sozial verantwortungslos, denn so etwas brĂ€chte dem Einzelhandel sinkende UmsĂ€tze und dem Staat fallende Steuereinnahmen ein. Keine Regierung wĂŒrde so etwas lange ĂŒberstehen!
Man sollte die BezĂŒge unserer Alten nicht herabsetzen, sondern sie nur fĂŒr eine begrenzte Zeit, etwa bis zum siebzigsten Lebensjahr, gewĂ€hren. Wer so lange untĂ€tig seinen Ruhestand genießen durfte, hĂ€tte genug Zeit gehabt, sich um einen eintrĂ€glichen Aufsichtsratsposten oder um ein Bundestagsmandat zu bemĂŒhen; er hĂ€tte sogar eine eigene Firma grĂŒnden können! Wer zu dem allem keinen Mut hat, oder völlig unfĂ€hig ist, dem sollte noch die letzte Chance geboten werden, ein- oder mehrmals ein soziales Jahr, etwa in einem Jugend- oder Seniorenheim, zu absolvieren.
Warum auch nicht? Man(n) / Frau ist schließlich nur so alt, wie man sich fĂŒhlt! Manche MĂŒtter bemĂŒhen sich mehr oder weniger erfolgreich, jĂŒnger auszusehen, als ihre Töchter! Und amerikanische Senioren sind, wie man oft liest, gar nicht vom Arbeiten bis zu ihrem biologischen Ende abzubringen.
Eine gute Lösung wĂ€re auch, unseren sowieso chronisch reiselustigen Senioren beiderlei Geschlechts verbilligte Gruppenreisen, mit doppelter Lichtgeschwindigkeit, zu weit entfernten Galaxien anzubieten. Die Fernreisenden hĂ€tten dabei Zeit und Muse, ihren Horizont zu erweitern, die Schönheit vorbei rasender Milchstraßen zu bewundern und gleichzeitig die Richtigkeit der von Albert Einstein aufgestellten RelativitĂ€tstheorie zu ĂŒberprĂŒfen. Dann endlich wĂŒrde auch der Steuern zahlende NormalbĂŒrger den Nutzen der Weltraumforschung begreifen.
Auf, lasst uns Weltraumschiffe bauen!
Wenn diese Himmelstouristen dann, nach langer, langer Zeit wieder hierher zurĂŒckkehren, um mindestens die HĂ€lfte ihrer Lebensjahre verjĂŒngt, aber zu allem bereit, dann, ja dann stehen den Personalchefs unserer Firmen endlich die ArbeitskrĂ€fte zur VerfĂŒgung, die sie jetzt so hĂ€nderingend suchen: jung, dynamisch und belastbar, aber mit jahrzehntelanger Berufserfahrung.
__________________
-Bernhard MĂ¶ĂŸner-

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Michael Schmidt
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Ein Aspekt fehlt : Ältere sehen schlecht, also lesen sie weniger. Wie sollen wir denn dann unsere Geschichten an den Senior bringen?

Habe mich köstlich amĂŒsiert. Wer ist als nĂ€chstes dran? Der Nachwuchs?
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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flammarion
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hm,

der beitrag gefĂ€llt mir. nur eine frage: ist "Zeit und Muse" so von dir beabsichtigt? normal ist "Zeit und Musse", nicht von der poetengöttin, sondern von mĂŒĂŸiggang hergeleitet.
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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Buffy
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Ein köstlicher Beitrag

Habe herzhaft geschmunzelt und so den stĂŒrmischen Advent stĂŒrmisch, stĂŒrmisch sein lassen.
Gruß Buffy
__________________
Bin nie falsche Wege gegangenDie Umwege haben mich geprÀgtc.by KW

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MĂ¶ĂŸner, Bernhard
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Wohin mit unseren Senioren

Hallo Kollegen! Danke fĂŒr euer positives Echo! Dass dieser Beitrag plötzlich wieder aus der LL-Versenkung aufgetaucht ist, hat mich etwas ĂŒberrascht. Der Artikel ist zwischenzeitlich in einer auflagenstarken Seniorenzeitung mit entsprechend großer Schrift erschienen. DemnĂ€chst wird er, mit andern Gedichten und Glossen auch in Buchform erscheinen.
__________________
-Bernhard MĂ¶ĂŸner-

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