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Leselupe.de > Science Fiction
Wohlerzogen auf Celgar 7
Eingestellt am 08. 05. 2003 00:17


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poppins
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Fast 14 Monate waren sie nun schon auf Celgar 7, dem kleinsten Planeten des Regula-Systems.
Sid rĂ€kelte sich auf seinem Feldbett und beobachtete einen der kleinen doppelköpfigen Geckos, der ĂŒber ihm an der Zeltplane entlang eilte, als ob die Gesetze der Schwerkraft fĂŒr ihn bedeutungslos wĂ€ren. Diese kleinen Kerlchen waren faszinierende Studienobjekte gewesen. Sie schlĂŒpften mit nur einem Kopf aus dem Ei, dann begann den Jungtieren ein zweiter Kopf zu sprießen. Es folgte eine kurze Periode, in der die Geckos mit beiden Köpfen gleichzeitig herumliefen, dann begann das erste Haupt einzutrocknen, zu mumifizieren, um schließlich abzufallen. Damit waren die Geckos voll ausgewachsen und geschlechtsreif. Zahlreiche andere Tierarten des Planeten durchliefen eine Ă€hnliche Metamorphose, hatten Sid und Hal festgestellt. Celgar 7 wimmelte nur so von Lebewesen, ein wahres Mekka fĂŒr Extraterrestrialbiologen.

Dieser Sauerstoffplanet am Rande des erschlossenen Sektors war vor Jahren von den Fernerkundungssonden der Extracorp&Co als vielversprechende WolframitlagerstĂ€tte auf der Sternenkarte markiert worden, lange hatte sich aber kein Forscherteam finden lassen, den Planeten nĂ€her zu inspizieren. Dies lag vermutlich an den jĂ€mmerlichen GehĂ€ltern, die ExtraCorp&Co - eine fĂŒr Ă€ußerst knappe Kalkulationen bekannte Firma - fĂŒr Planetenprospektoren auf Celgar 7 zu zahlen bereit war.
Es war einem Zusammentreffen glĂŒcklicher UmstĂ€nde zu verdanken, dass Celgar 7 doch noch genauer untersucht werden sollte – die Extraterrestrialbiologengruppe um Professor Grohnts hatte ihre Arbeiten auf einem Nachbarplaneten abgeschlossen und war auf der Suche nach Sponsoren fĂŒr die biologische Erforschung eben jenes Celgar 7. So wurde vereinbart, dass die Biologen im Gegenzug fĂŒr die Ausstattung ihrer Expedition auch die fĂŒr Extracorp&Co relevanten geologischen Daten erheben sollten.

Sie hatten hier ihre Forschungsstation aufgebaut, die Autoprospektoren verabredungsgemĂ€ĂŸ in der Kruste des Planeten versenkt und begonnen, mit den Eingeborenen Kontakt zu knĂŒpfen.

Nach anfĂ€nglichen Problemen mit der VerstĂ€ndigung hatte Sid sich selbst darangemacht, die Sprache der Eingeborenen zu lernen. Ihr Translator war der sehr speziellen Struktur der celganischen Sprache absolut nicht gewachsen gewesen, das Hauptproblem lag darin verborgen, dass den Worten im Celganischen ihre Bedeutung erst durch die beim Sprechen eingenommene Körperhaltung eindeutig zuzuordnen war. Damit war der billige Einkanal-Translator ohne Optosensor, den ihnen Extracorp&Co zur VerfĂŒgung gestellt hatte, natĂŒrlich nicht zurechtgekommen.
Die sehr lebhafte Körpersprache ließ jede Unterhaltung zu einer anspruchsvollen gymnastischen Übung werden, Sids Körper – schon vor der Expedition sportlich gestĂ€hlt - hatte durch die einjĂ€hrige BeschĂ€ftigung mit der Sprache der Celganer Formen angenommen, die jeden Athleten vor Neid hĂ€tten erblassen lassen.

In der Arbeitsgruppe waren Hal und Sid fĂŒr die zoologischen Untersuchungen zustĂ€ndig, die botanische Kartierung fiel in den ZustĂ€ndigkeitsbereich des Professors und seines Assistenten Molle. Ein Mikrobiologe war nicht mehr dabei, zum GlĂŒck war die Bakterienwelt des Planeten weder besonders vielfĂ€ltig, noch irgendwie gesundheitsgefĂ€hrdend, und die paar grundlegenden Schnelltests hatten sie auch alleine zustandegebracht.
Auch sonst war der Planet ein Ă€ußerst angenehmer Aufenthaltsort mit seinem milden Klima, den köstlichen, Ă€ußerst nahrhaften FrĂŒchten, keinerlei giftigem oder dem Menschen sonstwie ĂŒbelwollendem Getier und seinen kontaktfreudigen, friedliebenden Eingeborenen.

Sid wandte den Blick vom Gecko ab um den Untergang der ersten, kleineren roten Sonne zu betrachten. In wenigen Stunden wĂŒrde auch die zweite, weiße Sonne hinterm Horizont versinken und die nur drei Stunden wĂ€hrende Nacht anbrechen.
Dann wĂŒrde es endlich so weit sein: das große Initiationsritual der Celganer wĂŒrde stattfinden, und sie waren eingeladen! Er dachte daran, wie schwierig es sonst immer gewesen war, das Vertrauen der Eingeborenen zu erlangen... und wie bereitwillig die Celganer hingegen die Forscher an ihrem Leben teilhaben ließen. Es wĂŒrde das grĂ¶ĂŸte Ereignis seit Jahren im Dorf werden, alle Jungcelganer, die alt genug waren in die celganische Erwachsenenwelt aufgenommen zu werden, wĂŒrden an dieser feierlichen Zeremonie teilnehmen. Und er, Sid, sollte ebenfalls, als Ehrencelganer gewissermaßen, mit initiiert werden!

Da er noch sehr erschöpft vom letzten GesprÀch mit dem HÀuptling war, schlummerte er lÀchelnd mit diesem Gedanken ein.

Als Hal ihn wachrĂŒttelte stand die weiße Sonne schon sehr tief, alle waren zum Aufbruch bereit und warteten ungeduldig auf Sid, der sich steif vom Feldbett erhob und erst schlaftrunken seine Stiefel suchte.
Nach kurzem Fußmarsch erreichten sie das Dorf, schon auf halbem Wege hatten sie an den aufgeregten Stimmen der Dorfbewohner und dem lauten HĂ€mmern hören können, dass sich ein besonderes Ereignis anbahnte.

In flottem Flik-Flak mit eingespreiztem Doppelsalcho sprang ihnen der HĂ€uptling mit der ĂŒblichen BegrĂŒĂŸungsfloskel entgegen, Sid gab sein Bestes, ihm trotz seiner mĂŒden Glieder eine höfliche Antwort zu turnen. Die auf Erden gebrĂ€uchliche Wendung bezĂŒglich einer `geschraubten AusdrucksweiseÂŽ bekam auf Celgar 7 eine völlig neue Bedeutung, dachte Sid erschöpft, wĂ€hrend er sich aus seinem Spagat erhob. Ein GlĂŒck, dass die Körper der Celganer nur doppelt so viele Gelenke hatten wie die menschlichen, ansonsten aber sehr Ă€hnlich aufgebaut waren. Zwei Gliedmaßen, um darauf zu stehen, zwei zur freien VerfĂŒgung und oben ein Kopf mit paarigen Ohren, Augen und MĂŒndern. Einer zum Essen, und einer zum Sprechen, sehr praktisch.

„SagÂŽ dem HĂ€uptling, dass wir uns sehr geehrt fĂŒhlen, an der Zeremonie teilnehmen zu dĂŒrfen“, trug Professor Grohnts Sid auf, „und dass wir auch zukĂŒnftig dafĂŒr sorgen werden, dass die BedĂŒrfnisse der Celganer gegenĂŒber den Interessen von Extracorp&Co nicht vergessen werden. Und natĂŒrlich, dass wir hoffen, auch weiterhin vertrauensvoll mit den Bewohnern Celgars zusammenzuarbeiten und noch viel ĂŒber die Flora und Fauna ihres Heimatplaneten lernen zu dĂŒrfen und ...“
„Professor!“ rief Sid gequĂ€lt, „könnten Sie sich nicht bitte etwas kĂŒrzer fassen?“

Der Professor, von sehr ĂŒppiger Statur, ohne einen sichtbaren Muskel am Leib, hatte seinen mit seiner seltsamen Falsettstimme hervorsprudelnden Redeschwall keineswegs unterbrochen, er schwadronierte gerade etwas ĂŒber „VerstĂ€ndigung zwischen den Völkern des Kosmos, heute, morgen und in ferner Zukunft“ und machte keinerlei Anstalten, bald zum Schluss zu kommen. Sid beschloss resigniert, mit der Übersetzung bis zum Ende der professoralen Ansprache zu warten und diese dann einfach etwas zusammenzufassen.

„Sid, worauf warten Sie?“ fragte der Professor ungeduldig, „was soll der HĂ€uptling denn von mir denken?“
„Schon gut, schon gut“ - Sid sammelte seine KrĂ€fte, konzentrierte sich kurz und begann mit einem gestreckten Salto aus dem Stand, ließ einen ĂŒber den RĂŒcken abgerollten HandstandĂŒberschlag folgen und begann dann eine angehockte Pirouette, abgeschlossen von einem dreifachen Touloup mit abgestĂŒtzter Landung auf der Brust, dazu zirpte er die eigentĂŒmlichen LautĂ€ußerungen der Celganer.
„War DAS alles?“ fistelte der Professor zum schweratmenden Sid. „Ich habe doch viel mehr gesagt, haben Sie auch das mit der VölkerverstĂ€ndigung ...“
„Es – ist – alles – gesagt“, keuchte Sid kurzatmig.
Hal reichte ihm sein Taschentuch, Sid wischte sich den Schweiß aus den Augen.

Jetzt begann wieder der HĂ€uptling zu sprechen, von einer Serie einhĂ€ndiger LiegestĂŒtzen leitete er ĂŒber zu ein paar eingesprungenen Kniebeugen, schlug ein Rad und landete im Breitspagat.
„Was sagt er?“ fragte der Professor.
„Er lĂ€dt mich ein, ihm zu folgen um mit der Jugend seines Volkes initiiert zu werden.“
„Oh nein, oh nein, so geht das nicht, kommt nicht in Frage“, der Professor gestikulierte empört mit seiner freien linken Hand, die Rechte hielt den Griff der Botanisiertrommel fest umklammert. “ICH bin hier der Chef, und es ist MEINE Aufgabe, die diplomatischen Beziehungen zwischen der Erde und Celgar 7 zu begrĂŒnden. ICH muss in den Stamm aufgenommen werden, um dieser Aufgabe bestmöglich nachkommen zu können. SO wird es geschehen, oder gar nicht. Sagen Sie ihm das.“
„Aber ...“, Sid sah den Professor entgeistert an.
„SAGEN SIE ES.“

Es folgte ein kurzes, aber heftiges Wortgefecht zwischen Grohnts und Sid, am Ende sprach der Chef sein Machtwort, es bliebe beim Gesagten, Basta, dem wĂ€re nichts mehr hinzuzufĂŒgen. Molle nickte dazu wie einer dieser komischen kleinen Wackeldackel fĂŒr die Ablage in Automobilen, die auf der Erde gerade sehr in Mode waren.
Hal zischte Sid etwas wie „komm, laß® den Alten doch“ ins Ohr.
Sid stand da, schwer atmend, die Lippen zu einem Strich aufeinandergepresst, man sah an den arbeitenden Muskeln seiner Wangen, wie fest er die ZĂ€hne zusammenbiss. Endlich, nach einer SEHR langen Minute flĂŒsterte er „Also gut...“ und lockerte die Muskeln wieder. Dann begann er mit der Übersetzung.

Mit einem meterweiten Hechtsprung, im letzten Moment abgerollt, ĂŒber den RĂŒcken zurĂŒckrollend und sich in den Handstand aufrichtend zwitscherte Sid des Professors Forderung, machte ein Dutzend SprĂŒnge auf den HĂ€nden und landete abschließend mit einem doppelt geschraubten Rittberger wieder auf den FĂŒĂŸen.

Der HĂ€uptling sah Sid an, dann den Professor und noch mal Sid. Schließlich gab er mit einem gehockten RĂŒckwĂ€rtssalto sein EinverstĂ€ndnis und winkte den Professor auf das Zeremonienfeld. Dort standen schon die jungen Celganer, denen heute ebenfalls die Initiation zuteil werden sollte, aufgereiht auf einem prĂ€chtig gemusterten Teppich. Der Professor stellte sich in die Reihe.

Der Medizinmann trat vor. Er begann, mit einem seltsamen Singsang die Reihe abzuschreiten, und jedem der dort Stehenden seinen genauen Platz zuzuweisen. Dann hielt er eine Rede, die ihm auf Erden zu olympischen Ehren hĂ€tte verhelfen können, ein wirbelndes Feuerwerk aus Salti und Pirouetten, gestreckt, gehockt, doppelt geschraubt und rĂŒckwĂ€rts eingegrĂ€tscht und derlei Übungen mehr, eine wirklich mitreißende Ansprache.
Sid glaubte erst, sich versehen zu haben, er hatte nĂ€mlich plötzlich etwas von „Beschneidung“ zu verstehen geglaubt. Im nĂ€chsten Moment wurde der Teppich, auf dem die Adepten inklusive Professor aufgereiht standen von zuvor verborgenen Seilen unter deren FĂŒĂŸen weggezogen, so dass die Initianden krachend zu Boden gingen. Ein seltsames Zischen ließ Sid nach oben schauen, aber noch bevor er das blitzende, lange Objekt richtig wahrnehmen konnte, hatte das gigantische Fallbeil schon die am Boden Liegenden sauber enthauptet.

Laut kreischend lief Molle zu seinem kopflosen Chef, dessen Blut in einer sternförmigen Lache auf dem festgestampften Lehm des Zeremonienplatzes verrann. Sid und Hal hatten erst reflexartig zu ihren Strahlern gegriffen, dann aber lieber den RĂŒckzug angetreten. „Molle, komm her“, rief Hal, „zur Rakete, schnell!“
Die Eingeborenen ließen sie unbehelligt ziehen, auch den Notfallstart der Rakete nahmen sie lediglich mit einem verstĂ€ndnislosen KopfschĂŒtteln zur Kenntnis.

Was diese Erdlinge nur haben, dachte der HĂ€uptling, jetzt haben wir ihren Meister wunschgemĂ€ĂŸ beschnitten, in drei Wochen wird ihm, wie unseren Jungcelganern ein neuer Kopf gewachsen sein und er mit einem frischen Gehirn, unbelastet von den krausen Gedanken der Jugend, ganz neuen Höhen der Erkenntnis zustreben können. Und die rennen einfach weg, was sind das bloß fĂŒr Manieren.

__________________
Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis ĂŒbermorgen Zeit hat.
(Mark Twain)

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Rems Florian
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Hi poppins,

also erst mal, der Einfall mit dem zweiköpfigen KĂŒken find ich echt witzig, genauso wie die "Akrobaten-Sprache", trotzdem fehlt deiner Geschichte vorallem am Anfang der richtige Leser-Fang. Am Anfang habe ich das GefĂŒhl, du schreibst einfach zusammenhanglose Informationen auf.

"...hatte seinen mit seiner seltsamen Falsettstimme hervorsprudelnden Redeschwall keineswegs unterbrochen, er schwadronierte gerade etwas ĂŒber „VerstĂ€ndigung zwischen den Völkern des Kosmos,..."
Dieser Satz ist echt schön zu lesen, da macht Sprache richtig Spaß.


Gruß

Rems Florian

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jon
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Hier merkt man das Sprachtalent, ich bin – was das angeht – wirklich begeistert.

Aber

* Bei der dritten oder vierten ausfĂŒhrlichen Schilderung der Sprach-TurnĂŒbungen ertappte ich mich bei dem Gedanken: "Ich hab's ja begriffen
!"
* Keine Versalien (oder Fett- oder Kursivdruck) in erzÀhlender Prosa. Das muss auch anders gehen.
* Ich schließ mich der Meinung an, dass der Anfang wie eine Faktensammlung daherkommt. Wozu ist zum Beispiel fĂŒr die Story das Wolfram wichtig, wozu die ErklĂ€rung mit den GehĂ€ltern?
* Gelegentlich ist das Initialisieren an Stelle des Initiierens in den Text geraten.
* â€œĂŒber Jahre hinweg hatte sich aber kein Forscherteam finden lassen, den Planeten aufzusuchen und nĂ€her zu inspizieren“ 
 Entweder: „kein Forschteam hatte sich ĂŒberzeugen lassen, den Planeten aufzusuchen“ oder „keins ließ sich finden, dass den Planeten aufsuchen und inspizieren wollte."

Und dann noch ein paar logische EinwĂ€nde (die zugegebenermaßer die ganze Story kippen):
* Dass sich so eine Art Sprache entwickelt haben soll ist mehr als fragwĂŒrdig – sie verbraucht einfach zu viel Energie. Jeder "Was willst'n essen? – Eintopf!"-Dialog, ja sogar "Ich will noch Nachschlag!" kostet bereits einen großen Teil der Energie, die durch diese Mahlzeit eingenommen werden kann.
* Bei so ausgefeilten TurnĂŒbungen ist eher unwahrscheinlich, dass einem (da nicht anders vorgestellt) vorher Normal-Menschen nach nur einem Jahr eine solche Beherrschung der Sprache möglich sein dĂŒrfte.

* Dass in dieser BiosphĂ€re bei vielen Spezies der Kopf ausgewechselt wird, mag ja als Kuriosum durchgehen. Ob er dann aber tatsĂ€chlich der Sitz des Gehirns sein, kann ist aber schon sehr fragwĂŒrdig. Beim natĂŒrlichen Wechsel (wie bei der Eidechse) mag das gerade noch angehen – aber bei den Bewohnern? Wer um alles in der Welt reguliert die Körper-Funktionen etc. in der Zeit, in der der arme Neu-Erwachsene ohne Kopf rumliegt? Gibt es dafĂŒr ein Extra-Steuerzentrum im Innern des Körpers? Welcher evolutionĂ€re Kunstgriff hat dann aber die so perfekte Trennung zwischen Denk-Gehirn (die Kind-Denke wird gegen die Erwachsenen-Denke ausgetauscht) und Steuer-Gehirn bewirkt? Und: Heißt das, die nichtintellgenten Spezies haben kein (oder nur wenig) Hirn im Kopf? Wozu dann ein Kopf?
* Das Auswechseln des Kopfes (vor allem, wenn er ein Gehirn enthĂ€lt) ist so gravierend, dass es nicht nur ein gelegentliches Merkmal des tierischen Lebens hier sein mĂŒsste sondern ein typisches.
* Wenn einem Erwachsen-Werdenden der Kopf nachwÀchst und die Eingeborenen Sid mit initiieren wollten (der Prof. hat sich ja nur reingedrÀngelt), nahmen sie offenbar, dass er noch "Kind" ist. Wie kommen die darauf?

Wie gesagt: Die Schreibweise ist wirklich gut. Mit der Story selbst, dem Plot, kann ich mich nicht anfreunden.
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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poppins
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Danke Euch fĂŒr die Kritik! Höre ich natĂŒrlich gerne, das meine Schreibe gefĂ€llt :-)

Zum Anfang: da werde ich mal etwas drĂŒber meditieren, wie ich den straffer hinkriege, wie ich die nötigen Fakten vielleicht irgendwo anders in der Geschichte eintröpfeln lasse...

Wolframit: habe ich gewÀhlt, weil es etwas nicht allzu Wertvolles sein sollte, wenn's etwa Gold gewesen wÀre, hÀtte ExtraCorp&Co nicht auf eine irgendwann mal zufÀllig auftauchende Biologentruppe gewartet.


die Turndialoge: öcht, zuviel?

die Sache mit den GehĂ€ltern/der knappen Kalkulation von ExtraCorp&Co: begrĂŒndet 1., das eine BIOLOGENtruppe die geologische Erkundung mitĂŒbernimmt, keine Spezialisten eingestellt wurden + 2.das ein Billig-Übersetzungsmodul ;-) zur AusrĂŒstung gehörte. Das mit der Sprache nix anfangen kann.

zu den logischen EinwÀnden:
Energieverschwendung, ja, das ist so eine Sprache. Deshalb hatte ich an einer Stelle die "Köstlichen, nahrhaften FrĂŒchte" des Planeten erwĂ€hnt. Das sind ÄUßERST nahrhafte FrĂŒchte (muss ich wohl noch etwas deutlicher machen)...

zur KĂŒrze der "Sprach-Trainingszeit": hm, aber wenn ein Jahr nicht glaubhaft ist, wielange denkst Du, dass er ĂŒben mĂŒsste? O.K., und vielleicht sollte ich ihn als von Anfang an sportlichen Typ schildern (deshalb wurde ER ausersehen, die Sprache zu lernen)

Mit dem Kopfwechsel: tatsĂ€chlich wollte ich zum Ausdruck bringen, dass das der ĂŒbliche Ablauf fĂŒr die Tierwelt des Planeten ist, ist wohl nicht so 'rĂŒbergekommen. Muss ich mal gucken, wie ich das hinkriege...

FĂŒr die Fauna dieses Planeten hat das Gehirn im Kopf NUR die Aufgabe, "Erwachsenengedanken"(bei den Celganern) zu denken, bzw. die Fortpflanzung zu steuern (bei den Tieren). Alle anderen Funktionen, die beim Menschen im Gehirn lokalisiert sind, tragen diese Wesen anderswo. Das ist nicht SO weit hergeholt, z.B. gibt es auch auf der Erde eine Menge Lebewesen mit sehr ausgeprĂ€gten Nebenzentren des Nervensystems (sind aber hier eher primitive Lebewesen...)

Die geköpften Jungcelganer mĂŒssen drei Wochen in der SchwitzhĂŒtte des Dorfes ausharren, bis sie wieder denken dĂŒrfen *GGG* sowas in der Art.

Weder Sid, noch der Professor wurden als "Junge" angesehen, es wurde den Eingeborenen aber durch verschiedentlich kindisches Benehmen deutlich, dass sie noch "Unbeschnitten" sind. Um in den Stamm aufgenommen zu werden, muss "man" aber beschnitten sein. Mache ich mir auch mal Gedanken zu, wie das deutlicher werden kann...
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Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis ĂŒbermorgen Zeit hat.
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poppins
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So, jetzt habe ich die Story mal etwas umgeklöppelt, gefÀllt mir auch besser so (...der Anfang vor allem) - und ein wenig gestrafft.
Die LeibesĂŒbungen habe ich aber so gelassen (ich LIEBE diese Stellen ;-) )

"* Keine Versalien (oder Fett- oder Kursivdruck) in erzÀhlender Prosa. Das muss auch anders gehen."

Ich habe schon oft kurze Kursiv-Passagen in Prosatexten gelesen (?!?), mir fĂ€llt im Moment auch nichts Sinniges ein, womit ich die (meiner Meinung nach) nötigen Betonungen in den Text bekommen könnte, ohne einen speziellen Duktuskniff, wie kursiv/groß-Druck...

***
Zum Plot/der Symbolik der Story: es ist eine ziemlich drastische Mißachtung kindlicher Denke und der "Reifung" aus Erfahrung, die die Celganer da in ihrem System haben. FĂŒr die sind Erfahrungen der Kindheit+Jugend eben ein fĂŒr Erwachsene nutzloser, ĂŒberflĂŒssiger Anhang, der abgehauen werden muß, damit "wahrhaft VernĂŒnftiges" gedacht werden kann.
Ist natĂŒrlich HanebĂŒchen.
Aber: man stelle sich einen Moment vor, man könnte alle Verwundungen der Kindheit, die einen bis heute verfolgen und hemmen, auch vielleicht deformiert haben, mit einem Schlag loswerden.
Interessanter Gedanke, fand ich, deshalb (auch) die Story.

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