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Leselupe.de > Humor und Satire
Wolfgang wehrt sich - Der neue Job im Supermarkt
Eingestellt am 13. 01. 2010 17:13


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guidogideon
Hobbydichter
Registriert: Jan 2010

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Das Kapitel \"Der neue Job im Supermarkt\" ist Teil eines unvollendeten Drehbuchs über den Titelhelden Wolfgang Bazzodik, der mit Mitte 40 unter Anleitung seiner Lebensberaterin Lydia sein ganzes Leben nochmal richtig umkrempelt und fast überall auf Widerstände stößt.

Die Filmrechte sind noch zu haben..:-)


Wolfgang wehrt sich

Der neue Job im Supermarkt
Flörsheim Stadt. Ein top-gepflegter Verbrauchermarkt mittlerer Größe. Sechs Reihen mit Brot, Nudeln, Saucen, Konserven und was man sonst noch so braucht. Dazu eine Wurst- und Käsetheke, Kühlregale, etc.

Montag Morgen. Es ist Inventurtag mit großer Produktschulung. Wir schalten uns zu als die Besprechung vor den Regalen mit Drogerieartikeln stattfindet. Der bärtige und bebrillte Marktleiter Henrik Schmökermann hat sich vorne aufgebaut. Die vier weiblichen und drei männlichen Angestellten stehen hinter ihm und schauen auf das Regal und die Ausschilderungen.

„Die Damenbinden Sulfina sind neu bei uns im Sortiment. Zum Aktionspreis, hier bei den Drogerieartikeln und an unserem Sonderverkaufsstand. Ich erwarte von meinen Mitarbeitern, dass Sie alle wissen wo die Ware steht und was drin ist. OK?“

Dicke Lisabeth: „Herr Schmökermann, das ist keine gute Binde. Die sollten wir nicht verkaufen.“

Filialleiter irritiert, dann überheblich: „Lisbeth, wir von „Esszeug“ führen nur ausgewählte Waren bester Qualität... “

„Wenn es zur Seite nässt, ist das gute Qualität?“

Alle Männer verziehen angewiedert das Gesicht.

Die junge Helga Offermann: „Du bist halt zu dick..!“

„Helga, willst Du mir erklären, wie eine Binde funktioniert? Du nimmst bestimmt immer einen alten Feudel?“

„Ruhe!“, schreit der Marktleiter cholerisch.

Nach kurzem Schweigen sagt der stellvertretende Marktleiter: „Herr Schmökermann, ich finde den Preis sehr günstig. Gestern habe ich auch eine Werbung im Fernsehen gesehen. Ich glaube unser Einkauf hatte da den richtigen Riecher..!“

„Ja, sehr schön, Tönnes! Sie wissen wenigstens, worum es geht..!“

Die Frauen rollen mit den Augen. Die eine tuschelt: „Der Schleimer….“

Der Marktleiter sieht unseren gelangweilten Hauptdarsteller Wolfgang und schlendert zu ihm rüber. Kommt nah. „Und was sagen Sie dazu, Wolle?\"

„Ich weiß nicht.“

„Ich aber! Sie hören nicht zu. Das scheint ein großes Problem bei Ihnen zu sein. Denn auch von den Kunden höre ich Beschwerden. Aber das werden Sie noch lernen. Hier bei mir oder woanders.“

Eine Lehrstunde
Verkaufsstand für Damenbinden. Wolfgang wurde vom Marktleiter ganztägig für die Besetzung des Aktionsstandes für Damenbinden eingeteilt. Er hält eine Werbetafel in der Hand, die die Produktvorzüge anpreist: „Sicher, sau(g)stark, Sulfina.“
Jugendliche belächeln ihn, tuscheln und machen Witze...

Eine junge Frau nimmt mit rotem Kopf Binden vom Tisch. Wolfgang, der die Ware präsentieren soll, ist ebenso peinlich berührt wie sie und schaut weg.

Eine andere fragt nach: „Wissen Sie wo die Soßen stehen?“
„Welche Größen am besten gehen?“ fragt Wolfgang ungläubig mit weiten Augen. Er hat sie augenscheinlich falsch verstanden. Sie schaut ihn böse an. Sie geht weg und zieht ihr Kind hinter sich her.

Wolfgang wirkt angeschlagen danach. Er hat SchweiĂźperlen auf der Stirn.

Eine ältere Dame, Frau Winkler, betritt die Szene. Frau Winkler ist eine kontaktfreudige Stammkundin: „Wissen Sie, ich brauche die eigentlich nicht mehr. In meinem Alter hat man das schon hinter sich. Aber ich fühle mich einfach sicherer. Und mehr als Frau.“
Wolfgang ist das sehr unangenehm.
„Die hält schließlich alles auf….“
Wolfgang wird blass…
„Nach meiner Gebärmutteroperation…..“
Wolfgang wird ohnmächtig….

Kurze Zeit später wacht er vor den Regalen auf. Der Filialleiter hat sich mit hochrotem Kopf über ihn gebeugt, zischt: „Die halbe Stunde ziehe ich Ihnen vom Lohn ab!“

Zu den umstehenden Rentnern: „Alles in Ordnung. Nur ein Schwächeanfall.“

Wolfgang schaut hoch. Über ihm steht immer noch Frau Winkler. Frau Winkler beugt sich runter hebt eine umgefallene Schachtel auf. „Nach der Aufregung brauche ich die jetzt aber ganz dringend.“ (Sie trippelt aufgeregt mit den Füßen).
Wolfgang ist noch benommen und weiß nicht was er tut. Versehentlich schaut er unter ihren Unterrock. Er versucht sich noch die Augen zuzuhalten. Aber es ist zu spät. Er wird wieder ohnmächtig..

Besuch aus Amerika

An diesem Tag ist helle Aufregung. Vier Top-Manager des amerikanischen Mutterkonzerns Goodsales Group sind zu Besuch. Die Vier werden angefĂĽhrt von Margitta Debenhouse. Sie spricht erstaunlich gutes Deutsch. Dazu zwei Kollegen von der deutschen Direktion Esszeug. Augenscheinlich haben die Amerikaner das Sagen.

„Mrs. Debenhouse, heute würden wir Ihnen gerne einen unserer umsatzstärksten Märkte in der Region Niederrhein vorstellen: Der Esszeug-Verbrauchermarkt Flörsheim, geleitet durch Henrik Schmökermann. Er wird Ihnen jetzt eine kurze Einführung geben.”

“Hello Mrs. Debenhouse welcome to Germany Niederrhein/Flörsheim Esszeug-Market.” Der Filialleiter liest diese Sätze ab. „We welcome you and your staff, Mrs. Debenhouse. We are so happy that the Goodsales Group is our new owner.” Mrs. Debenhouse hört gelangweilt zu.

„This is our Kassensystem. It is very important to have a good Kassensystem. Quick check-in, quick check-out, time is money” Die deutschen Bezirksleiter rollen mit den Augen.

„Look Ladies, right here we put finger nail politur for the women. They love it and buy more,\" lacht Herr Schmökermann. Die amerikanischen Vertreter blicken ihn starr und gar nicht so amüsiert an.

Dann führt der Marktleiter die Herrschaften durch seinen Supermarkt. Die Mitarbeiter sind gut vorbereitet und der Laden präsentiert sich technisch und optisch in einem guten Zustand. Es wurde sogar extra eine Regalreihe mit US-Artikeln eingerichtet.

Die Auswärtsdelegation scheint zufrieden. „ I don’t like him but he seems to be doing a good job…“, so Margitta Debenhouse zu ihren Kollegen..

Ein sichtlich gelöster Herr Schmöckermann verabschiedet die Delegation. Wolfgang darf Mrs. Debenhouse den Esszeug-Unternehmensfilm der Region Niederrhein überreichen.

Als die Besucher gegangen sind, wird gejubelt. „Leute, wie war ich?“ „Super!“, ruft der stellvertretende Marktleiter Herrn Schmökermann zu.

Wolfgangs Rache
Abends spät schaut die arbeitsverliebte Mrs. Debenhouse sich den als Präsent überreichten Unternehmensfilm auf Ihrem Laptop an. Sie hat es sich gemütlich gemacht und will ihren Bericht schreiben.,Im Hintergrund läuft der Fernseher. Auf dem Tisch stehen eine Fast-Food-Tüte von Kentucky Fried Chicken und zwei Kinderbilder.

Nur kurze Zeit später erstarrt sie. Der Film fängt harmlos an. Die Region super, der Markt auch. Dann zeigt die Kamera Herrn Schmökermann. Es sind Bilder der Überwachungskameras und Handyaufnahmen. Die Ausschnitte sind kompromittierend:

Der Marktleiter tatscht die Auszubildende beim Anheften des Namensschildes an
Er belästigt eine Kassiererin- macht eindeutige Gesten
Die Kamera zeigt Playboy-Hefte in seinem Aktenkoffer
Er wäscht sich nicht die Hände nach dem Gang auf das Klo
Er schläft im Überwachungsraum am helllichten Tag
Er räumt Baumaterial aus dem Lager in sein Auto ein
Bei einer Betriebsfeier liegt er besoffen nackt auf einem Teddybären

Mrs. Debenhouse ist fassungslos. Sie ruft ihen Kollegen Tony an. „Hi Tony entschuldigen Sie die späte Störung. This German Sales Manager…..“

Das Ende
Nächster Morgen. Herr Schmökermann wird abgeführt von der hauseigenen Security. Er hat in diesem Konzern keine Zukunft mehr. Die Kündigung erfolgte fristlos.
Alle anwesenden Personen schauen betreten weg oder schütteln den Kopf. „Moment, ich möchte mich noch von meinen Mitarbeitern verabschieden.“
Henrik Schmökermann geht auf Wolfgang zu und schlägt ihn ohne Warnung nieder. Dann wird er von Security überwältigt. Er flucht: „Scheißkerl, Dreckskerl, ich weiss genau, dass Sie dahinter stecken..“ „Herr Schmökermann“, ruft der Sicherheitsbeamte, „das macht alles nur noch schlimmer.“

Der Tumult löst sich auf und Wolfgang liegt benommen am Boden. Keiner hat ihn mehr beachtet. Er wischt sich das Blut vom Mund und steht auf. Ohne sich umzudrehen geht er aus der Filiale und entfernt sich zu Fuß aus dem Laden. Auch er hat gerade gekündigt. Eine kleine Abfindung der Esszeug GmbH, als Kompensation für die Unannehmlichkeiten die ihm widerfahren sind, wird ihm die Suche nach dem Glück in den nächsten Wochen ein wenig erleichtern.

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