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Leselupe.de > Ungereimtes
Wolfsbraut
Eingestellt am 17. 06. 2004 22:01


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Alina
Manchmal gelesener Autor
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Ich war nicht mehr so jung,
Und auch nicht mehr naiv.
Und doch vertraute ich dem Wolf,
Der dort im Walde lief.

Er warb um mich sehr lange,
Sprach zu mir lieb und sacht.
Hat mich trotz aller Warnung
Vom rechten Weg gebracht.

Dann zeigte er mir Dinge,
Wie ich sie nie gesehn.
Auch wundersch├Âne Blumen,
Die tief im Dickicht stehn.

F├╝rcht nicht mehr seine Z├Ąhne,
Nicht seiner Augen Gier.
Das Fell so glatt und seidig.
Darunter war das Tier.

Mein Atem ging nicht schneller,
Mein Herz, es schlug nicht bang,
Als er in einer finstren Nacht
Die Seele mir verschlang.

Sobald das Werk vollendet,
Ging er zum Wald zur├╝ck.
Ein neues Opfer suchen,
Denn darin liegt sein Gl├╝ck.

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lapismont
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Hallo Alina,

ein fl├╝ssig zu lesendes Gedicht.
Nur frage ich mich, was nun mit der Wolfsbraut geschah?
Schleicht sie nun als seelenloser Zombie durch den Wald?
Warum war sie eine Braut?
Man k├Ânnte es als eine Parabel auf einen Mann lesen, der sich einer Frau nur bedient, und sie dann fallen l├Ąsst.
Aber irgendwie fehlt mir am Schluss aber noch eine Aussage ├╝ber die Braut.

cu
lap


__________________
Kunst passiert.

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Alina
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quote:
Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von lapismont
Hallo Alina,

Man k├Ânnte es als eine Parabel auf einen Mann lesen, der sich einer Frau nur bedient, und sie dann fallen l├Ąsst.
Aber irgendwie fehlt mir am Schluss aber noch eine Aussage ├╝ber die Braut.

cu
lap


Liebe lapismont, wie Du richtig erkannt hast, ist das Gedicht als Parabel angelegt.
Aber es hat hat zwei Parabeln.
Erstens ist es als andere Darstellung des M├Ąrchens von "Rotk├Ąppchen" gedacht. Nur, dass der Wolf eben nicht sein Ende durch den J├Ąger fand. Das ist eine Zugabe f├╝r die kleinen Kinder, damit sie an das Gute glauben. Ich denke mir, dass das urspr├╝ngliche M├Ąrchen auch so, als Warnung an die M├Ądchen gedacht war. Als Warnung vor M├Ąnnern, die sich, wie Du richtig schreibst, nur einer Frau bedienen.
Und das ist die zweite Parabel.
Du hast Recht, wenn Du meinst, dass am Ende zu wenig ├╝ber die "Braut", die Frau gesagt wird.
Nat├╝rlich l├Ąuft sie nicht als seelenloser Zombi durch die Welt. Aber nach dieser Erfahrung fehlt ihr einfach ein St├╝ck der Seele. Und darum ging es mir. Wer einmal einem "Wolf" begegnet ist, kann nie wieder das Herz ganz offen halten.Es bleibt immer ein St├╝ck Misstrauen zur├╝ck. Und es braucht lange Zeit, dieses Misstrauen zu ├╝berwinden.
Dem Mann mit einem solchem Charakter, wie hier als "Wolf" dargestellt, ist das egal. Er geht zur n├Ąchsten Eroberung weiter.
"Ein neues Opfer suchen,
Denn darin liegt sein Gl├╝ck".

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