Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92263
Momentan online:
448 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Wolken fallen
Eingestellt am 17. 11. 2005 18:17


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Buchsbaumbaby
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2005

Werke: 4
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Buchsbaumbaby eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Kennst du das?
Nat├╝rlich kennst du das. Jeder kennt das. Jeder kennt dieses Schei├čgef├╝hl und absolut jeder wei├č, was ich meine. Halt unbewusst. Aber immerhin. Wissen tust du`s.
Es sind Situationen, in denen man die Welt kaputtmachen will, an die Schei├čwand hauen bis man blutet und zwar in der Hoffnung, nicht mehr ganz so w├╝tend zu sein. Es sind Tage, an denen man Dinge durch die Gegend schmei├čt und Teppichfasern rausfriemelt und wie gesagt, abundzu haut man auch vor die Wand. Oder vor einen Farn oder so. Nein, nicht vor einen Fasan. Vor einen Farn.
Man rennt durch die Gegend und fragt sich, was das alles soll, ob die Welt wirklich ungerecht ist oder man selbst einfach nur ein schlimmes Schwerverbrecherkind.
Nebenbei dr├╝ckt man Kerzen mit dem kleinen Finger aus und das alles hat einen sinn, weil n├Ąmlich sowieso alles einen Sinn hat.
Selbst Unsinn hat einen Sinn und das kotzt mich an, der beschissene Sinn sollte sich im Moment n├Ąmlich mal bitte aus Allem raushalten.
Das w├╝rd` vielleicht helfen.
Ein Bisschen.
Ein ganz kleines Bisschen.
Vielleicht auch nicht.
DurchdieGegendrennen und heulen und rumschreien und `ne Leiter suchen zum Rausklettern, `nen Strick zum Dranhochhangeln. Strick ist noch besser als Leiter, sollte der rei├čen kann man damit ja schlie├člich immernoch was anderes machen.
(SINN?)
Also wird ein Strick gekauft und sich durch die Welt gezogen, in der Hoffnung, `nen Ausgang zu finden. Das einzige Problem:
Man kommt hier nicht lebend raus.
Das gr├Â├čte Gef├Ąngnis hat die gr├Â├čten Sicherheitsvorkehrungen, und gegen die ist man machtlos. Es sei denn, man hat einen Strick. LEBEND rauskommen ist dann aber was Anderes...
Hab kein Geld f├╝r Strick, Strick und ich w├╝rden uns eh nicht m├Âgen, ich kann trotzdem nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Ich kann icht mehr. Nichtmehrk├Ânnen hat nichts mit Verr├╝cktsein zu tun.
Ich renne einfach nur und schreie und wei├č nicht, wie laut ich noch schreien soll, damit mich jemand h├Ârt, oder eher, damit mich jemand VERSTEHT. Zwischen H├Âren und Verstehen liegen Welten. M├╝sste also theoretisch noch mehrere Stricke kaufen, man wei├č ja, Welten sind mit strengsten Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet...
Ich schreie und ich tue mir weh, mir wird weh getan und ich schreie weiter und das Einzige, was ich will, ist, dass ich nicht mehr schreien muss. Ich schreie ja nicht mal. Ich versuch`s nur...
Denn manchmal bricht einfach alles ├╝ber dir zusammen. Du guckst hoch und siehst dunkelgraue Gewitterwolken, und pl├Âtzlich k├Ânnen Wolken fallen und pl├Âtzlich sind Wolken kalter Stahl. Der sich nur als Wolke verkleidet hat. Um im haargenau richtigen Moment auf dich drauf zufallen. Im haargenau richtigen Moment. Dann, wenn du eh schon lange nicht mehr kannst.
Es gibt so Tage. An denen alles zusammenbricht. Es gibt so Wochen. Es gibt so Monate. Es gibt das auch im Zehnerpack, h├╝bsch mit Geschenkband drum und mit Tesafilm verklebt, damit auch ja kein St├╝ckchen Last verloren geht. Es gibt das auch im Zehnerpack. Vorteilspack steht drauf. Irgendwann f├Ąngst du an, in allem was passiert nur noch Nachteile zu sehen...
Wie solls auch anders gehen?
Es gibt Punkte, an denen h├Ârt man auf zu heulen. Weil man sich mit der Situation abfindet. Die Situation ist schei├če, macht einen traurig, unter normalen Umst├Ąnden w├╝rd man vom Heulen sterben in dieser Situation.
Aber man gew├Âhnt sich dran.
Nein. Man gew├Âhnt sich nichtt dran. Man gew├Âhnt sich nur insofern daran, dass man nicht st├Ąndig heulen muss wenn sich irgendwo wieder eine Wolke in was Hartes verwandelt...
Ich falle und ich sehe keinen Boden. ├ťber mir fliegen Adler, die k├Ânnten mich retten, die k├Ânnten mir helfen und mich rausziehen. Die k├Ânnen ja fliegen. Und die sind gro├č genug.
Gr├Â├čer als ich.
Aber Adler lachen nur und sind genervt, Adler rei├čen mir meine Haare raus und lassen mich zwei Milimeter vor`m Gutgehen wieder los. Und ich falle wieder. Immerhin komm ich dann nicht mehr in die N├Ąhe der Wolken...
Lichter, Wolken, B├Ąume, Menschen bzw Adler, kleine Lichter, aber immerhin. Es sind Lichter. Kerzen. Die Kerzen, die ich mal in grauer Vorzeit im Vorbeigehen mit dem kleinen Finger ausgedr├╝ckt habe. Aber sie brennen wieder. Blo├č ein bisschen, aber sie brennen.
Sie sind noch bei mir. Sie wollen wir helfen. Blo├č ein bisschen. Aber sie wollen mir helfen.
Ich bin in einem Tunnel. Aber es gibt Kerzen, die mir helfen wollen.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!