Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92237
Momentan online:
452 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wonderwall - The Rise of the Popliterat
Eingestellt am 26. 08. 2003 15:06


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
tocotomic
Autorenanw├Ąrter
Registriert: May 2003

Werke: 11
Kommentare: 14
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Wonderwall

Als der Popliterat im November 2002, nach 23 Jahren seines Lebens, in dem ihm das erspart geblieben war, zum allerersten Mal mitten in der Nacht aufwachte, wunderte er sich doch sehr ├╝ber seinen K├Ârper.
Weder Harndrang, Hunger oder Durst waren zu versp├╝ren, noch hatte ihn ein grimmer Alptraum erwachen lassen. Eigentlich hatte er nur davon getr├Ąumt, mit einem japanischen Gesch├Ąftsmann im Lager seiner Arbeitsstelle Sushi zu essen und sich dabei von ihm die Weiterentwicklung verschiedener Pokemons erkl├Ąren zu lassen. Unverf├Ąnglich! Trotzdem war er wach, es war 4 Uhr morgens und da diese Situation neu f├╝r ihn war ging er , wie er es oft in Filmen gesehen hatte, in die K├╝che um etwas zu trinken.
Auf dem Weg dorthin dachte der Popliterat an Bukowski und an die halb leere Flasche Rotwein, die noch im K├╝hlschrank stand, empfand das dann jedoch als etwas klischeebeladen und go├č sich ein Glas Orangensaft ein.
Dort stand er, in seiner K├╝che und sah hinaus in den Hinterhof, der seine Aussicht bildete. Die Fenster der gegen├╝berliegenden H├Ąuser waren dunkel, nur in einem Hochhaus, das etwas weiter hinten hervorragte, brannte noch Licht.
Sollte es noch andere Menschen geben, die ebenfalls von einer r├Ątselhaften Aufwachattake heimgesucht worden waren?
Kam dort ein Arbeitsloser nach exzessiven Alkoholkonsum zur├╝ck in seine Wohnung getorkelt ?
Bereitete sich eine Kinderkrankenschwester auf die wohl h├Ąrteste Fr├╝hschicht ihres Lebens vor, an deren Ende der kleine Tobias(6) nach langem Kampf letztendlich doch seiner Lungenembolie erlag?
Welche Gesichten hatten die Leute dort drau├čen, war es seine Aufgabe diese Geschichten zu erz├Ąhlen, ja, seine Berufung?
Vielleicht war er deswegen aufgewacht, die beste Geschichte seines Lebens weckte unterbewusst seinen K├Ârper, wollte raus!
Der Popliterat ├Âffnete eine Dose ├ľlsardinen, drapierte den Inhalt gekonnt auf mehreren kalten Scheiben Toastbrot und setzte sich vor seinen Computer.

Eine Stunde sp├Ąter stand der kleine Tobias kurz vor seinem Tod, seine verstrittenen Eltern hatten sich durch die Hilfe der Krankenschwester wieder vers├Âhnt; der Arbeitslose fand seine geliebte Katze verhungert auf seinem Bett vor und ein frustrierter Student der Sozialwissenschaften hatte sich ein Froschkost├╝m ├╝bergezogen um die Ungerechtigkeiten in den Stra├čen der Stadt zu r├Ąchen.
Doch wie passte das alles zusammen ?
Die FAZ w├╝rde jeglichen Zusammenhang vermissen, Die Zeit w├╝rde von sprachlichen Unzul├Ąnglichkeiten sprechen und Der Spiegel w├╝rde hinterfragen, was denn der Autor damit bitte ├╝berhaupt aussagen wollte.
Also l├Âschte der Popliterat alles bisher geschriebene wieder und machte sich an einen Artikel ├╝ber die Zusammenh├Ąnge der Musik Robbie Williams, des deutschen
Hip- Hops und seiner Angewohnheit schreckliche Unmengen trendiger Kleidung kaufen zu m├╝ssen, wenn er ungl├╝cklich war.
Nat├╝rlich wurde SOZIALKRITIK in seinem Text ganz gro├č geschrieben.
Gegen 7 Uhr war er fertig.
Danach ging er direkt, ohne zu duschen, in die Arbeit.

Der Artikel brachte ihm mehrere Milliarden ein und er wurde einer der bedeutendsten Popliteraten Deutschlands.

Die FAZ sah in ihm bald einen neuen Franz Kafka.

Der kleine Tobias lebt heute ├╝brigens immer noch.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


knychen
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2002

Werke: 51
Kommentare: 426
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um knychen eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
etc. pp

das der kleine tobias wieder wohlauf ist, hat mich einigerma├čen ausges├Âhnt, aber warum berichtest du nicht, da├č sein vater heimlich mit der krankenschwester die telefonnummer getauscht hat, was dazu f├╝hrte, da├č seine frau sich von ihm scheiden lie├č, er diesen schicksalsschlag nicht verkraftete, arbeitslos wurde und sich von gestohlenem katzenfutter ern├Ąhrte, welches er vom unter seiner wohnung gelegenen balkon des studenten der sozialwissenschaften mittels halsbrecherischer fassadenkletterei entwendete, worauf dessen "herr m├╝ller" genannter kater schm├Ąhlich verendete und der student bei einem besuch auf dem tierfriedhof die geschiedene frau des katzenfutterdiebes kennenlernte, was er, der traurige student, zu diesem zeitpunkt ja noch gar nicht wu├čte, und er in ihr die liebe seines lebens, in tobias jedoch, der die trennung seiner eltern noch nicht ├╝berwunden hatte, einen aufgeweckten ziehsohn fand, der von den bastelf├Ąhigkeiten des studenten schwer beeindruckt war....
bis hierhin alles klar, aber:
WAS HAT DER ROTWEIN IM K├ťHLSCHRANK ZU SUCHEN????
wenn das klappt mit den milliarden, dann will ich das auch!
gru├č aus berlin von knychen
__________________
kny

Bearbeiten/Löschen    


tocotomic
Autorenanw├Ąrter
Registriert: May 2003

Werke: 11
Kommentare: 14
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Sch... das mit dem Rotwein im K├╝hlschrank ist wohl so ziemlich der d├╝mmste Fehler, den ich in meiner bisherigen
"Karriere" gemacht habe. Ich denke,da sollte ich mirr noch was ├╝berlegen.

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!