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Leselupe.de > Ungereimtes
Worte IV
Eingestellt am 02. 07. 2006 09:25


Autor
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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

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W├Ąre die Welt hinter den Spiegeln
voller Bilder
doch der Spiegel an der Wand
bliebe leer

W├Ąre der Klang meiner Stimme
nur noch Echo
alter Tage ohne Inhalt
dumpf und schwer

W├Ąre die Zeit nur der Rahmen
f├╝r mein Sterben
hohl und ohne jeden Sinn

W├╝rdÔÇÖ ich mich im Spiegel
deiner Worte finden
die mir deuten
wer ich war und wer ich bin

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Astrid
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2003

Werke: 105
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Hallo

habe mir dein Gedicht ausgedruckt, lese es wieder und wieder, doch der erste Eindruck wird nicht schw├Ącher, eher st├Ąrker - es ber├╝hrt mich sehr, wirklich sehr. Ich finde, du hast sehr sch├Âne Bilder gefunden. Mir f├Ąllt es nicht leicht, zu einem Gedicht etwas zu sagen, ich finde es generell nicht leicht, zu interpretieren, was sich der Autor vielleicht gedacht hat. Also auch auf die Gefahr hin, dass ich nun v├Âllig falsch liege -ich empfinde es als eine gro├če Liebeserkl├Ąrung f├╝r jemanden. Wenn du auch nichts halten kannst und am Ende mit leeren H├Ąnden da stehst, wenn du glaubst, du hast dich selbst verloren, ist da jemand, der es dir sagt, f├╝r den du gelebt hast, der dich auff├Ąngt, wenn du f├Ąllst. Und f├╝r dieses schon 1 Millionen Mal und mehr beschriebene Thema ist es dir gelungen, ein neues Kleid zu n├Ąhen.
Herzliche Gr├╝├če
Astrid
__________________
Astrid

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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

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Hallo Astrid,

freut mich sehr, dass Dich der Text erreicht hat.
Ohne jedes Feedback w├╝rde es uns ganz sicher schwer fallen zu beschreiben, wer wir sind. In diesem Zusammenhang spielen die Worte des LyrDu eine nicht unerhebliche Rolle - im positiven wie im negativen Sinn. Wer oder was bestimmt letzten Endes unser Selbstbild? Das war die Ausgangsfrage, die diesem Gedicht zugrunde liegt.
Die Angst vor dem Nichts-Sein sitzt gew├Âhnlich so tief, dass daraus bei den meisten Menschen der starke Wunsch resultiert, zumindest in der Liebe zu einem anderen Menschen einen dauerhaft geeigneten Spiegel zu finden. Dass dies in der Realit├Ąt nicht immer so gelingt, wie man sich das vorstellt, mag daran liegen, dass wir uns selbst und den Anderen seltenst so vielschichtig wahrnehmen/annehmen, wie wir eigentlich sind. Deshalb bleibt zwischenmenschliche Liebe m.E. oft St├╝ckwerk... Du siehst, an dieser Stelle wird's f├╝r mich schon eher philosophisch... als Liebeserkl├Ąrung an das, was uns im Innersten Halt gibt, kann man den Text durchaus sehen.

Vielen Dank f├╝r Deinen netten und ausf├╝hrlichen Kommentar.

Sch├Âne Gr├╝├če, NDK

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HFleiss
gesperrt
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Jan 2006

Werke: 99
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Worte IV

Hallo NDK,

ja, mich spricht dieses Gedicht ebenfalls an. Aber anders als Astrid. Ich nehme n├Ąmlich in diesem Gedicht etwas wahr, was man im allgemeinen als Anbetung eines Idols bezeichnet, eine sehr merkw├╝rdige Liebeserkl├Ąrung, typisch m├Ąnnlich. Ich will dir erkl├Ąren, warum ich das so sehe:

Im ersten Vers ist der Spiegel leer, "die Welt" spielt sich hinter dem Spiegel ab - ich, der Geliebte, habe mir eine heimliche Welt aufgebaut, in deren Geheimnisse ich dich einf├╝hre werde. Ich bin ein besonderer Mensch.

Der zweite Vers: Wenn man Worte "ohne Inhalt, dumpf und schwer", spricht, ist es wohl klar, dass dann das Echo nichts anderes wiedergeben kann. Soviel zur Logik.

Der dritte Vers: Hier wird es pathetisch. Geliebte, ich sterbe dir weg, "hohl und ohne jeden Sinn". Wobei nicht sicher ist, worauf sich "hohl und ohne jeden Sinn" bezieht: auf die Zeit, den Rahmen oder das Sterben oder das Ich.

Der vierte Vers: Die Erf├╝llung - die Geliebte betet ihn an.
Trotz all des vorherigen Bl├Âdsinns verzeiht sie ihm, gibt ihm sogar eine Deutung dessen, wer er war und wer er ist - und er ist noch nicht mal b├Âse. Er liebt sie eben wie ein Mann. Und das ist das Realistische an diesem Gedicht, ein Jahrhundertschritt zur├╝ck: Es kann einer noch so viel (maskulinen) Bl├Âdsinn reden, wenn man liebt, nimmt man alles in Kauf. Das ist die Pr├Ąmisse dieses Gedichts. Nun bin ich leider kein Mann, sondern eine Frau und muss dir sagen, dass ich mich schon immer ├╝ber die Schw├╝re eines Mannes im Bett am├╝siert habe. Ich hoffe, ich bin nicht zu emotional an die Deutung deines Gedichts herangegangen.

Gru├č
Hanna

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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

Werke: 156
Kommentare: 2423
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Danke, HFleiss, f├╝r Deine ausf├╝hrliche Interpretation!
Spannend, was man in Texte so alles hineinlesen kann, wenn man die d├╝steren Sichtweisen miteinbezieht.
Vor allem Dein "typisch m├Ąnnlich" gibt mir zu denken.

Sch├Âne Gr├╝├če, NDK

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Hallo NDK,

zu dem Imhalt Deines Textes nach meinem ganz pers├Âlichen Verst├Ąndnis:

W├╝rdest Du tats├Ąchlich jemals jemandem begegnen, der wei├č, wer Du bist, w├╝rde er es Dir nicht sagen, denn das ist ja unsere Aufgabe, dem selbst nachzusp├╝ren.

Alle anderen Menschen k├Ânnen Dir immer nur Splitterchen dessen vorzeigen, was du bist, denn man erkennt im anderen immer nur das, was man in sich selbst auch schon verwirklicht hat.

Wenn Du nun meinst, Dich auf so angenehme Weise in den Worten eines Menschen gespiegelt zu f├╝hlen, dann g├Ânne ich Dir diese Illusion von Herzen! Schlie├člich braucht man ja auch mal eine Erholungspause. So also verstehe ich Deine Zeilen.

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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