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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Wortlos
Eingestellt am 17. 11. 2014 19:05


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Kendra
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Oct 2010

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Das kleine Herz schlug schnell in seiner Brust. Angstvoll starrte er auf die vor ihm liegende Szene.
Sein Vater tigerte mit zu F├Ąusten geballten H├Ąnden im Wohnzimmer auf und ab. Seine Gesichtsmuskeln waren verh├Ąrtet, die Stirn gerunzelt und sein Mund wies einen verkniffenen Ausdruck auf. Doch seine Lippen blieben verschlossen....ein schmaler Strich in dem ansonsten faltigen Gesicht, den Benny still ÔÇ×den KraterÔÇť nannte.

Sein Blick wanderte zu seine Mutter her├╝ber die ruhig auf der Couch sa├č, jedoch in keinster Weise entspannt wirkte. Die Schultern gesenkt, als wenn eine schwere Last sie nieder dr├╝cken w├╝rde, flehte sie mit ihrem Blick ihren Mann an. Eine kleine, verschmitzte Tr├Ąne kullerte ihr ├╝ber die Wange und Benny geriet in Versuchung sich aus seinem Versteck zu l├Âsen, um sie zu tr├Âsten. Doch schnell konnte er diesen Impuls unterdr├╝cken, hatte man ihm doch strikt verboten noch mal aufzustehen....dabei konnte er ja nicht einmal etwas f├╝r seinen Ungehorsam, denn schlie├člich musste er ganz dringend auf den Topf....Doch sie w├╝rden ihn sicherlich nicht verstehen, wie denn auch....er war taubstumm....daher fielen jegliche Kommunikationsm├Âglichkeiten sehr d├╝rftig aus....
Auch wenn er nicht verstand was sie gerade miteinander sprachen, konnte er feststellen, dass sie miteinander stritten. Er kannte den geradezu brodelnden Zorn, der nicht nur in seinem Vater innewohnte. Pl├Âtzlich holte sein Vater ein zerkn├╝lltes St├╝ck Papier aus seiner Hosentasche heraus und fuchtelte aufgebracht mit diesem vor dem Gesicht seiner Frau herum.

Zur Tatenlosigkeit verflucht sah Benny mit an, wie seine Mama von der Couch rutschte und auf Knien sitzend , zitternd die H├Ąnde von ihrem Ehemann ergriff. Ihre Lippen bewegten sich ununterbrochen, w├Ąhrend ihr Blick flehend den seinen suchte.
Energisch sch├╝ttelte dieser jedoch nur den Kopf, l├Âste sich aus ihrer Umklammerung und wandte sich abrupt ab.....und verschwand danach aus dem Blickfeld von dem kleinen Jungen.
Immer noch lautlos stand er vor der T├╝r und lugte weiterhin angespannt durch den kleinen Spalt.
Als nichts weiteres geschah, ging er zur├╝ck in sein Bett und wartete.....nach einer Weile, stahl er sich erneut aus seinem Kinderzimmer und tapste vorsichtig ins Bad. Danach schlich er sich zum Elternschlafzimmer. Ebenfalls behutsam ├Âffnete er die T├╝r und sah im schwachen Lichtschein des Vollmondes seine Mutter im Bett liegen. Schnell kroch er zu ihr und legte sich neben sie. Seine Mama sollte nicht traurig sein.....

Der Vater kam zur├╝ck.....immer noch w├╝tend....├Âffnete die T├╝r.....und erstarrte....
Das Kind neben seiner nun toten Frau... Sein Blick wanderte zu seinem Sohn.....dessen Hand die Schere umklammerte....
Hatte er sie selbst in den Tod getrieben, oder war es die Tat seines eigenen Fleisch und Blutes ?
Panik und Ekel ├╝berfielen ihn, und er sackte auf dem Boden zusammen......

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