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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Wortmilch (entrahmt, pastiorisiert)
Eingestellt am 10. 01. 2006 20:08


Autor
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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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X. [ Mutartefakte: Armut ]

Herzkrankestes Groschengrab. Du willst noch was?
Wuchs Befeuerung, Wirbelkanalspital? Trog Pastoralspinat?
Modeweiten schluchzen, wei├če Scheibe!
Boykottiert Monde aus Weitblick. Andenkenschinder
vor Felsinseln klau. Heimgesucht: germanisch Patente.
Bei Arretierung Zeh weg. Nur per K├Ârperkastratsubstanz!
Aufschlagverlust ist Lustverschlag auf Tanzsubstrat.
Kasperk├Ârper, nur Wegzehrung! Tiere arbeiteten panisch
Magersucht-Geheimklauseln in Felsvorderschinken.
Den Anblick weitaus demontiert, Kotboy, beschei├če
Weizen, Schluchten, Weidemonat, Spiraltopas, Trogtal.
Spinalkabelwirrung: Efeubewuchs.
Was noch willst du grabschen? Groteskes Kranherz.


__________________

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Stern
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Registriert: Jul 2002

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Hallo Martin,

ich bin ganz stolz, dass ich diesmal ohne Nachhilfe hinter das Prinzip kam. Es ist genial und ich frage mich, wie du das machst und wann und warum...??? Nur um dir den einen oder anderen Kommentar einzufangen? Macht es wirklich Spass? Ist es nicht ein unglaubliches - Gegr├╝bel?

Fasziniert, wie immer,

Natalie

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Tassilo
Hobbydichter
Registriert: Dec 2005

Werke: 0
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Hallo Martin,

mit deinen Werken muss ich mir immer ein bisschen mehr Zeit lassen.
Und je mehr ich mich dann hineinlese, umso faszinierter bin ich.
Wie du mit Silben umgehst, sie findest und zusammenf├╝gst, mutet manchmal schon sehr waghalsig an, und erinnert tats├Ąchlich an Klettern auf einem Grat.
An anderer Stelle erw├Ąhntest du die d├╝nne Luft beim Erklimmen deiner Ideen und ich muss gestehen, dass mir auch als Leser manchmal f├Ârmlich die Luft wegbleibt angesichts dieser Textsch├Âpfung.

Unbegreiflich ist auch mir, wie du das machst. Man muss schon einen besonderen Blick, ein besonderes Gef├╝hl f├╝r Sprache haben, um so etwas zustande zu bringen.

Gl├╝ckwunsch!

Viele Gr├╝├če von
Tassilo

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

Werke: 68
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Hallo Stern und Tassilo,

Sch├Ân, euch wieder dabei zu wissen

> ich frage mich, wie du das machst und wann und warum...???

Tolstoi schrieb einmal: "Die Kunst ist das Mikroskop, das der K├╝nstler auf die Geheimnisse seiner Seele einstellt, um diese allen Menschen gemeinsamen Geheimnisse allen zu zeigen." Ich m├Âchte das ein wenig umdeuten. Ist man bereits den Umgang mit einem solchen Instrumentarium gew├Âhnt und nur der Seelendurchleuchtung ein wenig ├╝berdr├╝ssig geworden (Strahlenschutz?) - dann ist eine solche "Zweckentfremdung" irgendwie naheliegend Auch, dass ersatzweise die Sprache selbst herhalten muss.

Insofern ist diese "Mikrochirurgie" auch nicht neu. Es waren Forscher wie Oskar Pastior, die sich da vorgetastet und vieles ├╝berhaupt erst denkbar gemacht haben. Seine Silbenpalindrome(*) z.B. dienten bei diesem Text als Experimentiervorlage. Eine gute Freundin hatte mich darauf aufmerksam gemacht (Danke, fenestra!) und ermuntert, es doch selbst einmal zu versuchen. Vom Objektiv her gewisserma├čen nur einen Schwenk weiter - von den Buchstaben hin zu Silben. Die Auswirkung hingegen ist nach meinem Empfinden gewaltig. Statt spr├Âder Atomgitter nun erstmals so etwas wie Eigenbewegung: Molek├╝le, die sich zu organischen Gebilden ordnen. Dem beiwohnen zu k├Ânnen, ist der ma├čgebliche Grund, sich tagelang hinters Mikroskop zu klemmen

Das Erstaunliche dabei: Eigentlich sind die Palindrome bereits vorangelegt. Sie ruhen verzweigt und langgezogen im Felsmassiv der Sprache, tief verborgen wie eine Goldader. Dieser konsequent nachsp├╝rend hilft man eigentlich nur noch, sie freizulegen. Ihr seht: ein reizvoller Rollenwandel f├╝r den Autor - vom Selbstdurchleuchter hin zum Mikrochirurgen, Bergmann und Hebamme Das rechtfertigt meiner Meinung nach hinreichend den (f├╝r mich vertretbaren) Aufwand, der damit verbunden ist.

Und dieser ist noch gar nichts im Vergleich zu Oskar Pastior: F├╝r sein Palindrom-Buch "Kopfnu├č Januskopf" hat dieser ├╝ber Jahre systematisch das 20b├Ąndige dtv-Lexikon von Hand durchgearbeitet! Heutzutage stehen einem da Datenbanken zur Verf├╝gung, die in Sekundenschnelle ein "Ger├Âll" geeigneter Bruchst├╝cke heranschaffen. Oft hunderte bis tausende. Wer einmal einen Anagramm-Generator benutzt hat, wird dieses Ph├Ąnomen kennen. Trotz des technologischen Fortschreitens bleibt es m.E. im Kern beim Alten: unter einem Berg vieler M├Âglichkeiten der poetischen, der Goldader nachzusp├╝ren.

Viele Gr├╝├če
Martin

(*) Beispiel
__________________
Lyrik ist Logop├Ądie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
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Hi,

nun,ich denke mal, der Svalin ist f├╝r sein ausgrpr├Ągtes Sprachgef├╝hl bekannt.*smile*
Mich erstaunt es auch, ich bewundere das auch, und manchmal insgeheim, w├╝nsche ich mir diese Sprachgewandtheit auch.
Ok, mich tr├Âstet, dass andre in andrem vielleicht "besser" sind.

Also, das nenne ich echt experimentell.

Allein das...."Herzkrankestes"...das steckt die Groteske drin.Und das ist es sicher fast auch schon manchmal.
Viel mit einem Wort ausgesagt.
oder "Kasperk├Ârper"...

Ich halte das hier schon fast als genial.(f├╝rmich)

lG
Sanne



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