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Leselupe.de > Humor und Satire
Wundersame Verwandlung
Eingestellt am 28. 09. 2003 01:01


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flammarion
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Wundersame Wandlung

Dass sich die Sprache im Wandel der Zeit ver├Ąndert, ist allgemein bekannt. Leider f├Ąllt mir auf Anhieb kein Beispiel ein, aber das tut nichts zur Sache. Gestern konnte ich beobachten, wie sich drei Worte in k├╝rzester Zeit heftig verwandelten.
Ich war wieder einmal in der Seniorenbegegnungsst├Ątte zum Mittagstisch und anschlie├čendem Kartenspiel. Wir sa├čen um die gro├če Tafel herum und warteten darauf, dass serviert wird. Es w├╝rde mit Sicherheit noch eine halbe Stunde vergehen, ehe das Essen fertig ist, also unterhielten wir uns.
Waltraud erz├Ąhlte von einem langj├Ąhrigen Bekannten, den sie gerne einmal mitbringen w├╝rde, aber f├╝rchtete, dass er nicht zu uns passt, weil er so schrecklich arrogant ist. Alle meinten, es w├Ąre einen Versuch wert.
Als Waltraud sich f├╝r einen Moment von der Tafel entfernte, sagte Mariechen: „Warum hat sie sich denn so? Die ist doch selber alligant, so, wie die immer ruml├Ąuft, geschniegelt und geb├╝gelt!“
Sie sehen, aus arrogant wurde alligant, weil das gute Mariechen arrogant mit elegant verwechselte.
Zuf├Ąlliger Weise gab es gestern algerisches Essen. Ein befreundeter Ausl├Ąnder kochte Cuscus f├╝r uns. Auf den Tellern lagen Berge von goldgelber Hirse, ein H├╝hnerbein, ged├╝nstete Karotten, gr├╝ne Bohnen und Zucchini, zwei gekochte Kartoffeln und eine Kelle Kichererbsen. Sehr malerisch, aber die verw├Âhnten Berliner a├čen nur das, was sie kannten: die Kartoffeln, das H├╝hnerbein und Teile des Gem├╝ses. Alle schimpften, besonders ├╝ber die Kichererbsen, die zu hart waren und auch gar nicht nach Erbsen schmeckten. Mehrmals musste erkl├Ąrt werden, was da auf dem Teller liegt und wie es hei├čt. Nicht einer hat den Teller leergegessen.
Eine Seniorin kommt immer nur zum Kartenspielen zu uns. Sie wollte wissen, was es heute zu essen gab und fragte ausgerechnet das Mariechen. Sie ├╝berlegte einen Moment, dann kam die Antwort: „Sisko mit Erbsen.“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mariechen „Deep Space Nine“ guckt, um zu wissen, wer Sisko ist, aber ich kicherte in mich hinein, konnte vor Vergn├╝gen nichts einwenden. Die Fragestellerin konnte mit der Antwort nichts anfangen und hakte noch einmal nach: „Was gab es? Diskus Erbsen?“
Mariechen war in ihre Karten vertieft, so kam die korrekte Antwort vom Nachbartisch.
W├Ąhrend des Kartenspiels erw├Ąhnte eine alte Dame, dass sie kurz nach der Wende ihren Disco-Kredit so sehr ├╝berzogen hatte, dass er gesperrt wurde. Mariechen nickte und sagte tantenhaft: „Ja, ja, da musst du aufpassen. Den Disco-Kredit soll man nie ├╝berziehen, da muss man aufpassen!“
So alte Leute von nahezu achtzig Jahren sollte man nicht mehr belehren wollen, also schwieg ich auch zu diesem lustigen Versprecher.
Am Abend wurde Mariechen von ihrem Enkel abgeholt. Er wusste, dass f├╝r alte Menschen meistens das Essen das wichtigste Tagesereignis ist und fragte leutselig: „Na, was gab es denn heute zum Mittag?“
Mariechen antwortete nach kurzem Bedenken: „Disco Erbsen.“
In gewisser Weise ist das sogar logisch, denn in der Disco wird gekichert und gek├╝sst, so kann sich Cuscus mit Kichererbsen leicht in Disco Erbsen verwandeln.

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Old Icke

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