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Leselupe.de > Kindergeschichten
Wunnibald Webs wunderbare Welt (3. Kapitel)
Eingestellt am 03. 02. 2006 21:40


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Mireochs
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3. Kapitel

Warum Wunnibald zum Wichtel wurde

Am n├Ąchsten Tag machten sich Lenz und Lea nach der Schule gleich auf den Weg zu Wunnibald. Zum Gl├╝ck hatten sie heute nur wenig Hausaufgaben auf. Wunnibald sa├č, wie verabredet, vor dem Wunnibald-Web-Land am gro├čen Tor. „Hey, da seid ihr ja endlich. Ich hab‘ mir den Popo fast wundgesessen, solange warte ich schon auf euch. Ich dachte, ihr h├Ąttet den guten, alten Wunni vergessen“, empfing der Gnom seine beiden neuen Freunde. An seiner Seite sa├č diesmal Sabber. Er sah fast so aus wie Idefix, der kleine Hund von Obelix. Im Unterschied zu diesem hatte er jedoch einen riesigen d├╝nnen Schwanz. Der war mindestens dreimal so lang wie der Hund selbst.

„Ach, was denkst du denn?! Wir sind so schnell es geht gekommen. Aber Hausaufgaben m├╝ssen halt leider erst gemacht werden. Sonst ist Mama sauer“, antwortete Lea, nachdem sie sich von Sabber hatte abschlecken lassen.

„Na, dann kommt rein. Ich habe auch eine kleine ├ťberraschung f├╝r euch.“

Wunnibald ├Âffnete das gro├če Tor. ├ťber den Eingang war ein riesiges Transparent gespannt. Lea las laut vor, was darauf stand: „Herzlich willkommen, meine neuen Freunde!“ Direkt neben dem Tor standen zwei Mini-Formel-1-Wagen. Sie hatten genau die richtige Gr├Â├če f├╝r Kinder. „Die beiden Autos sind f├╝r euch“, sagte Wunnibald. „Immer, wenn ihr mich besuchen kommt, k├Ânnt ihr damit kreuz und quer durch mein Wunnibald-Web-Land brausen.“

„Ist das wirklich wahr?“ Lenz konnte gar nicht glauben, was er da gerade aus dem Mund von Wunnibald geh├Ârt hatte. „Das ist ja wie im M├Ąrchen“, stammelte er schlie├člich – und rannte zu einem der beiden Flitzer hin. Flugs war er hineingeklettert und hatte den Motor angelassen. Dann fuhr er strahlend eine Runde. Lea folgte ihm. Als sie wenige Augenblicke sp├Ąter wieder vor Wunnibald stoppten, machten sie immer noch ein Gesicht, als sei f├╝r sie heute Weihnachten und Ostern gleichzeitig. Sie umarmten Wunnibald derart st├╝rmisch, dass ihm die Nickelbrille von der Nase rutschte. „Danke, lieber Wunni. Vielen Dank.“

„Meine G├╝te, seid ihr st├╝rmisch.“ Wunnibald versuchte, sich sanft aus der liebevollen Umklammerung der Geschwister zu befreien. Er sah ziemlich zerzaust aus. Die Schifferm├╝tze war ins Gesicht gerutscht, und sein schneewei├čer Bart hing zottelig ├╝ber der schmalen Brust.

„So hat mich schon lange keiner mehr geherzt. Ich bin richtig gl├╝cklich, dass ihr euch so freut. Aber jetzt wird’s Zeit, dass ich euch ein bisschen was ├╝ber mich und mein Land erz├Ąhle.“ Und schluppdiwupp kletterte Wunnibald an Leas Bein hoch. Ehe sie sich versah, sa├č der kleine Mann bereits auf ihrer Schulter. „Lass uns da vorne zum Kakao-See fahren. Dort stehen Tische und B├Ąnke. Da k├Ânnen wir es uns gem├╝tlich machen.“ Gemeinsam fuhren sie in den kleinen Rennwagen zum Kakao-See. Einer der Tische am Ufer war gedeckt mit lauter K├Âstlichkeiten f├╝r Kindergaumen: Es gab alle m├Âglichen Kuchensorten, Kekse, Waffeln mit Erdbeerso├če, Pommes Frites, klitzekleine Partyw├╝rstchen. Und nat├╝rlich Kakao, soviel man sich nur denken konnte.

„Jetzt, liebe Lea und lieber Lenz, m├Âchte ich euch ein Geheimnis anvertrauen. Ihr m├╝sst mir versprechen, niemanden etwas davon zu erz├Ąhlen. Auch nicht euren Eltern und euren Lehrern. Kein Erwachsener auf der Erde darf jemals vom Wunnibald-Web-Land erfahren. Versprecht ihr mir das?“

„Klaro, Wunnibald. Ist doch Indianerehrensache“, antwortete Lenz.

„Na logo, Wunnibald, kein Sterbensw├Ârtchen wird ausgeplaudert“, versprach Lea. Und Wunnibald begann zu erz├Ąhlen.

„Wisst ihr, vor sehr langer Zeit habe ich selber einmal auf der Erde gewohnt. Ich war ein ganz normales Kind. So wie ihr. Unser Haus stand nicht weit von eurem, Lenz und Lea. Wir wohnten direkt gegen├╝ber der Zuckerfabrik. Es war das Jahr 1943. Eine furchtbare Zeit. Im Schulunterricht habt ihr sicher davon geh├Ârt. Ein schrecklicher Krieg tobte in vielen L├Ąndern der Erde. Die Menschen haben zu dieser Zeit furchtbare Sachen gemacht. Nur weil ein paar durchgeknallte Politiker ihnen das befohlen haben. Der schlimmste von ihnen war Adolf Hitler. Er hat den ganzen zerst├Ârerischen Wahnsinn angefangen. Wollte mit Gewalt von Deutschland aus die ganze Welt erobern. ├ťberall wo seine Soldaten auftauchten, hinterlie├čen sie Leid und Elend. Millionen von Menschen fanden den Tod. Sechs Jahre dauerte es, ehe der Albtraum endlich zu Ende war. Ich war damals gerade acht Jahre alt. Mein Papa musste ebenfalls in den Krieg, obwohl er das gar nicht wollte. Er ist nie wieder heimgekommen. Papa starb in Stalingrad. Meine Mama und ich waren nat├╝rlich unendlich traurig dar├╝ber. Wir konnten nicht verstehen, wie Menschen zu solch schrecklichen Taten f├Ąhig sein k├Ânnen. Deshalb w├╝nschte ich mir sehnlichst, dass ich auf dieser f├╝rchterlichen Erde nicht mehr l├Ąnger leben muss. Eines nachts hatte ich dann einen Traum. Mir erschien eine Fee. Sie hie├č Felicitas. Sie sagte mir, dass ich einen Wunsch frei h├Ątte. „Mach’ doch bitte, dass der Krieg endlich vorbei ist“, bettelte ich unter Tr├Ąnen. Doch diesen Wunsch konnte Felicitas mir nicht erf├╝llen. Sie sagte, es m├╝sse ein Wunsch sein, der nur alleine mich betrifft. Da habe ich ihr gesagt: Na gut, wenn das so ist, dann m├Âchte ich ab sofort aus Protest gegen alle schlechten Menschen auf der Welt ein ganz kleiner Wicht sein. Und zwar so lange, bis die Erdenbewohner sich wieder vertragen. Als ich am n├Ąchsten Tag aufwachte, dachte ich zun├Ąchst, ich w├╝rde immer noch tr├Ąumen. Denn ich war tats├Ąchlich ein Wichtel und lag in einem Zimmer, dass ich nicht kannte. Total verwirrt bin ich aufgestanden und zum Fenster gelaufen. Da bemerkte ich, dass ich an einem Ort war, den ich nie zuvor gesehen hatte. Auf der Fensterbank lag ein Briefumschlag. Darin befand sich eine Karte, auf der mit Hand geschrieben stand:



Lieber Wunnibald,

wie du sicher bemerkt hast, habe ich dir Deinen Wunsch erf├╝llt. Du bist jetzt ein Wichtel. Bestimmt fragst du dich, wo du bist. Keine Panik. Alles ist in bester Ordnung. Du wirst fortan in einem Land unter der Erde leben, das ich nur f├╝r dich geschaffen habe. Es liegt direkt unter dem Main, etwa auf der H├Âhe der Zuckerfabrik, und tr├Ągt Deinen Namen: Wunnibald-Web-Land. Es ist hier unten wie im Schlaraffenland. Es wird dir an nichts fehlen. Das Wunnibald-Web-Land hat nur einen Nachteil: Du lebst hier ganz alleine mit deinem Hund Sabber. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass je ein Lebewesen zu dir vordringt. Denn Erwachsene haben keinen Zutritt. Nur Kinder und Tiere. Da jedoch niemand etwas vom Wunnibald-Web-Land wei├č, ist es sehr unwahrscheinlich, dass jemals ein kindliches Wesen oder ein Tier hier auftauchen werden. Richte dich also auf ein sehr einsames Leben ein.
Wenn du auf Deinen Hals schaust, wirst du dort ein schwarzes Metallst├╝ck entdecken. Das ist ein Zauberstab. Er erf├╝llt dir hier unten jeden Wunsch, der nichts mit der Erde und ihren Bewohnern zu tun hat. Solltest du tats├Ąchlich eines Tages wieder auf der Erde leben wollen, kannst du dich damit in einen Menschen zur├╝ckverwandeln. Mit einer Einschr├Ąnkung: F├╝r Erwachsene wirst du allzeit unsichtbar sein. Nur Kinder und Tiere werden dich sehen k├Ânnen. Und noch eins: Du hast dank des Zauberstabs auf der Erde zehn W├╝nsche frei. Sie wirken jedoch nur bei Menschen, die ein gutes Herz haben. Wenn die W├╝nsche verbraucht sind, musst du f├╝r den Rest deines Lebens zur├╝ck ins Wunnibald-Web-Land. Ich w├╝nsche dir alles Gute, lieber Wunnibald.

Deine Fee Felicitas



So bin ich hier gelandet und habe es nie bereut. Das Leben im Wunnibald-Web-Land ist angenehm. Niemand tut etwas B├Âses, weil es au├čer mir und Sabber keine Bewohner gibt. Es ist sozusagen das friedlichste Land unter Gottes Firmament.“

„Aber ist es denn nicht furchtbar langweilig so alleine und nur mit einem Hund als Begleiter?“ unterbrach Lenz den Redefluss von Wunnibald.

„Na ja, manchmal schon“, gestand Wunnibald. „Aber ich habe mich daran gew├Âhnt. Es ist besser einsam zu sein, als unter hasserf├╝llten Menschen leben zu m├╝ssen. Trotzdem bin ich ├╝bergl├╝cklich, dass ihr bei mir seid. Ihr seid die ersten Menschenkinder, die den Weg zu mir gefunden haben. Ich glaube, ich k├Ânnte mich sehr schnell daran gew├Âhnen, wieder Kontakt mit jemanden zu haben.“

„Aber warum kehrst du dann nicht auf die Erde zur├╝ck“, wunderte sich Lea.

Wunnibald schaute nachdenklich den Kindern in die Augen. „Nun ja, ich bin jetzt 70 Jahre alt. Seit 62 Jahren warte ich darauf, dass die Menschen endlich aufh├Âren, Kriege zu f├╝hren und sich gegenseitig B├Âses zu tun. Aber sie machen immer weiter. ├ťberall auf der Welt. Und dort, wo keine Kriege sind, tun die Leute auf andere Weise Schlimmes. Solange das der Fall ist, bleibe ich hier unten.“

„Aber es gibt doch auch ganz viele gute Menschen auf der Erde“, entgegnete ihm Lea. „Zum Beispiel Mama und Papa sind immer ganz nett zu uns und zu anderen Leuten. Na ja, zumindest meistens. Und auch Herr Erbel ist ein ganz lieber Mensch. Der besucht freiwillig fremde Menschen im Krankenhaus, um sie zu tr├Âsten.“

„Oder Frau Kirchberg. Die hat uns fr├╝her immer Geschichten vorgelesen und uns S├╝├čigkeiten geschenkt, wenn wir sie besucht haben“, erg├Ąnzte Lenz verschmitzt.

„Selbstverst├Ąndlich habt ihr recht“, r├Ąumte Wunnibald ein. „Nat├╝rlich gibt es nicht nur schlechte Menschen. Aber meine Zeit ist noch nicht gekommen, um wieder auf die Erde zur├╝ckzukehren.“

„Eines verstehe ich trotzdem nicht, Wunnibald“, erwiderte Lea. „Wenn du willst, dass sich die Menschen besser vertragen, dann musst du etwas daf├╝r tun. Meine Lehrerin Frau Wamser sagt immer: ,Kinder, wir d├╝rfen nicht warten, bis die anderen Gutes tun. Deshalb seid stets nett und hilfsbereit euren Mitmenschen gegen├╝ber. Dann k├Ânnen sie gar nicht anders, als ebenfalls nett und hilfsbereit zu euch zu sein.‘ Kannst du mir sagen, wie man hier unten nett und hilfsbereit anderen gegen├╝ber sein soll? Du musst mit uns nach oben kommen und dort selber daf├╝r sorgen, dass die Menschen wieder liebensw├╝rdiger miteinander umgehen.“

Wunnibald dr├╝ckte Lea einen dicken Kuss auf die Wange. „Das hast du ganz prima gesagt, meine Kleine. Hier unten kann ich wirklich nichts daf├╝r tun, dass die Menschen ihre B├Âsartigkeiten abstreifen. Vielleicht sollte ich tats├Ąchlich mal mit euch hoch auf die Erde kommen.“

„Au ja“, jubelte Lea. „Du k├Ânntest den Leuten helfen, Gutes zu tun. Und je mehr Menschen Gutes tun, desto besser wird die Welt. Stimmt doch, oder?“

„So k├Ânnte man das sehen, Lea. Du bist ein sehr kluges M├Ądchen. Vielleicht begleite ich euch morgen auf die Erde. Lasst mich eine Nacht dar├╝ber schlafen. Aber jetzt haben wir genug geredet. Nun gibt’s endlich was von unserem k├Âstlichen Kuchen.“

Fortsetzung 4. Kapitel

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flammarion
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Werke: 278
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sehr

nett.
aber backe ist am hintern. lass wunnibald die wange k├╝ssen.
lg
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Old Icke

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