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Leselupe.de > Science Fiction
XR 298-7610
Eingestellt am 05. 09. 2004 20:19


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Fiondra
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XR 298-7610

“Was machen Sie da?” Die Stimme des Chefgeologen klang scharf.
Arise zog ihre Hand von dem eigenwilligen Kristallgebilde zur├╝ck, das wie eine filigrane Hand aus dem smaragdgr├╝nen Sand ragte. Sie runzelte ├Ąrgerlich die Stirn. ├ärgerlich auf sich selbst, weil sie die wichtigste Grundregel einer Au├čenmission au├čer Acht gelassen hatte: niemals etwas ber├╝hren, das noch nicht analysiert worden war!
“Frischlinge!” knurrte der hagere Chefgeologe verdrossen.
“Gib Ruhe, Jonasti! Das ist Feldmanns erster Au├čeneinsatz,” sagte Kirola und l├Ąchelte. Dutzende feiner F├Ąltchen bildeten sich um ihre Augen und Mundwinkel. “Ich erinnere mich noch gut an dein erstes Mal!”
“Ist mir neu, da├č du bei meinem ersten Mal die Gl├╝ckliche warst,” frozelte Jonasti und grinste die Botanikerin an.
“Nun h├Âren Sie sich diesen Schaumschl├Ąger an,” rief Kirola.
Arise h├Ârte ihrem Gepl├Ąnkel nicht zu. Ihr Blick war in die Ferne gerichtet und mit all ihren Sinnen war sie eingetaucht in diese fremdartige, neue Welt. ‘Das ist es,” dachte sie gl├╝cklich. ‘Um soetwas zu sehen, habe ich mich diesem Forschungsflug angeschlossen.’
├ťber dem W├╝stenboden aus schillerndem gr├╝nen Sand, auf dem die Stiefel des Au├čenteams f├Ącherf├Ârmige Abdr├╝cke hinterlie├čen, waberten fahlgr├╝ne Nebelschwaden. Sie schienen wie eine Herde aus wolkigem Nichts der kleinen Gruppe ├╝ber die D├╝nen vorauszutanzen, ihnen den Weg zu weisen bis zu den tannenfarbenen Felsformationen am Horizont. Kein Gras, kein Baum, kein Strauch unterbrach die Ein├Âde von Sand und Gestein, dennoch war die vorherrschende Farbe das Gr├╝n. Selbst der Himmel war nicht klar und blau wie auf der Erde, sondern schien mit einem milchig gr├╝nen Film ├╝berzogen zu sein, der das grelle Licht der beiden Sonnen d├Ąmpfte und alle anderen Farben auf dem Planeten mit seinem bleichen gr├╝nen Schimmer zeichnete. Hin und wieder ragten bizarre Findlinge, umschwebt von Nebelfetzen und glitzernd in allen Schattierungen von Gr├╝n, aus dem Sand.
‘Wie Juwelen, die ein Riese ├╝ber den D├╝nen verstreut hat,’dachte Arise. Das eigent├╝mliche Licht wirkte kalt, fast krank, und Arise lief ein Schauer ├╝ber den R├╝cken.
“Feldmann! Tr├Ąumen Sie?” Br├╝gge, der st├Ąmmige, kleine Sicherheitsoffizier ri├č sie aus ihrer Versunkenheit. Sie hatte gar nicht bemerkt, da├č sie stehengeblieben war und wie hypnotisiert der Wanderung der Nebelwogen hinterhergestarrt hatte. Kirola und Jonasti hatten sie bereits ├╝berholt. Arise ri├č sich zusammen und schlo├č wieder zu ihrem kleinen Trupp auf, der im G├Ąnsemarsch ├╝ber die D├╝nen stapfte.
“Erze, Magmatide, Silicate, Metamorphitgestein,” murmelte Jonasti mit Blick auf die Anzeigen seines Analytors.
Kirola, die ebenfalls ihr Analyseger├Ąt befragte, sch├╝ttelte den Kopf. “Aber nicht die geringsten Anzeichen irgendeiner Art von Flora,” sagte sie. “Was haben Sie, Feldmann?”
Arise entzifferte die Codes auf ihrem Display. “Keine biologischen Lebensformen,” meldete sie gehorsam. Sie hatte nichts anderes erwartet, denn schon die ersten Untersuchungen, die gemacht worden waren, als das Schiff in den Orbit dieses Planeten eingeschwenkt war, hatten ergeben, da├č es auf XR 298-7610 kein organisches Leben gab. Da├č man sie als rein terrestrische Biologin und blutigen Neuling dennoch auf diesen Au├čeneinsatz mitgenommen hatte, betrachtete sie als gro├čes Privileg.
Arise wischte sich den Schwei├č von der Stirn. Bei jedem Schritt sanken ihre Stiefel bis zu den Kn├Âcheln im Sand ein, was das Laufen m├╝hselig gestaltete. Die Temperatur betrug 41,3 Grad Celsius und der Luftdruck war f├╝r einen Menschen gerade noch ertr├Ąglich. Zuerst hatte sie kaum gewagt, in dieser bleichgr├╝nen, fremdartigen Luft ├╝berhaupt Atem zu holen, doch jetzt sog sie sie gierig in ihre Lungen. Die Luft roch nach Pollen und Fr├╝chten, prickelte auf ihrer Zunge, als h├Ątte sie Champagner gekostet und hinterlie├č einen s├╝├člichen Geschmack auf ihren Lippen. Woher kam dieser intensive Geruch, wenn es doch nirgendwo Pflanzen zu geben schien?
Nakogi, Fachmann f├╝r diplomatische, au├čerterrestrische Kontakte und Leiter dieser Au├čenmission, blieb pl├Âtzlich stehen. Sein ausgestreckter Arm wies in eine Senke zwischen den D├╝nen, die vor ihnen lag.
“Dort dr├╝ben sollte das Wasservorkommen zu finden sein, das Jonasti vorhin gemessen hat.” Er warf einen kurzen Blick auf die vier Mitglieder seines Teams und nickte dann.
“Lassen Sie uns das pr├╝fen.”
Einer der Nebelfetzen heftete sich an Arises Fersen. Entgegen der Gesetze der Physik schien er um sie herumzutanzen, wie ein H├╝ndchen an ihr hochzuspringen und wallte ihr dann voraus. F├╝r einen kurzen Moment hatte sie den Eindruck, als w├╝rde der fahle Schwaden sich nach ihr umschauen. Ein Gef├╝hl von Unwirklichkeit beschlich sie.
“Bewegen sich diese Nebelfetzen nach einem erkennbaren Muster?” fragte sie unbehaglich.
Nakogi, der vorausging, warf ihr ├╝ber seine Schulter einen leidenschaftslosen Blick zu. “Auch wenn Sie keinen Wind sp├╝ren, gibt es hier doch zahlreiche me├čbare Luftstr├Âmungen,” erkl├Ąrte er. “Sie brauchen nur auf die Anzeigen auf Ihrem Analytor zu sehen.”
“Luftstr├Âmungen. Ja. Nat├╝rlich,” murmelte Arise verlegen. Sie fing Br├╝gges breites Grinsen auf und w├╝nschte sich, sie h├Ątte den Mund gehalten.
Geh, geh, geh...... Die Stimme schwebte wie ein Echo an ihr vor├╝ber.
Arise drehte sich hastig um, doch Kirola, die hinter ihr ging, hatte den Kopf gesenkt und studierte ihre Anzeigen. Sie sah auf, als h├Ątte sie Arises Blick gesp├╝rt und ihr kaffeefarbenes Gesicht, das in dem diffusen Licht zhombiehaft bla├č war, bekam einen besorgten Ausdruck.
“Was haben Sie, Feldmann?”
“Nichts. Ich... ich glaubte, ich... ich h├Ątte etwas geh├Ârt,” stotterte Arise und wurde rot.
Kirola runzelte die Stirn, dann l├Ąchelte sie. “In einer fremden Welt neigen wir dazu, zu unseren menschlichen Urspr├╝ngen zur├╝ckzukehren und das Ungew├Âhnliche f├╝r Geistererscheinungen zu halten,” sagte sie. “Sie brauchen sich Ihrer Empfindungen nicht zu sch├Ąmen. Das geht jedem so, der zum ersten Mal auf einem fremden Planeten spazierengeht.”
Arise nickte dankbar. “Beeindruckt Sie eine so fremdartige Landschaft denn gar nicht mehr?” wollte sie wissen.
“Doch, nat├╝rlich!” Kirola lachte leise. “Ich bin ebenso fasziniert wie Sie. Aber man darf sich von den neuartigen Eindr├╝cken nicht ├╝berw├Ąltigen lassen und den Blick f├╝r die Realit├Ąt verlieren.” Sie deutete auf ihren Analytor. “├ťberpr├╝fen Sie so oft wie m├Âglich ihre Anzeigen. Das hilft!”
Sie gingen weiter, k├Ąmpften sich ├╝ber die D├╝ne. Die einzigen Ger├Ąusche waren das Knirschen ihrer Stiefel im Sand und das Keuchen ihres Atems. Das Nichtvorhandensein jedes anderen Ger├Ąuschs verst├Ąrkten in Arise das Gef├╝hl der Unwirklichkeit, das bedrohlicher zu werden schien, je weiter sie sich von ihrem Shuttle entfernten. Arise ertappte sich dabei, wie sie immer ├Âfter einen Blick zur├╝ckwarf.
Als sie die Senke erreichten und der sandverschlammte, moosgr├╝ne See sich vor ihren Augen ausbreitete, begann Arises Kopfhaut zu prickeln. Die Nebelschwaden schienen sich hier ein Stelldichein zu geben, umlagerten den morastigen See, krallten sich an die scharfkantigen Quarzfelsen, die das Ufer bildeten und schwebten in Gr├╝ppchen ├╝ber der schlierigen Fl├╝ssigkeit. Der s├╝├čliche Duft der Luft hatte sich verst├Ąrkt und einen unangenehmen Beigeschmack bekommen.
“Riechen Sie das?” fragte Jonasti und Kirolas schlanke Finger tippten hastig ├╝ber ihren Analytor. “Keine Pflanzen, keine organischen Ablagerungen, gar nichts!”
Geh, geh, geh....... zur├╝ck, zur├╝ck, zur├╝ck...... Da war es wieder. Arise schnappte nach Luft. Die echoartige Stimme klang diesmal nicht so verschwommen wie das erste Mal und hatte einen be├Ąngstigenden Unterton.
“H├Âren Sie das?” wisperte sie und packte Jonastis Arm, der ihr am n├Ąchsten stand. Der hagere Geologe warf ihr einen merkw├╝rdigen Blick zu und sch├╝ttelte den Kopf. “Ich h├Âre nichts.”
Nakogi drehte sich um und fragte gelassen: “Beschreiben Sie, was Sie h├Âren, Feldmann.”
Arise bi├č sich auf die Lippen. “Es ist eine Stimme. Sie klingt wie ein Echo und wiederholt immer dasselbe Wort “Geh”,” sagte sie z├Âgernd.
“Geh? Ja wohin denn?” fragte Jonasti. Seine Ironie lie├č Arise verstummen.
Nakogi zog die Augenbrauen hoch. “Mit dieser Aussage k├Ânnen wir nicht viel anfangen,” sagte er ruhig. “Sind Sie sicher, da├č es eine Stimme ist und nicht ein Klang in der Luft?”
“Ich bin mir ziemlich sicher,” nickte Arise.
“Dann beobachten Sie das Ph├Ąnomen weiter und berichten Sie mir, wenn sich etwas Neues ergibt,” ordnete er an, doch Arise sp├╝rte, da├č er ihr nicht recht glaubte.
Nachdenklich starrte sie ├╝ber den morastigen See. Hatte sie sich die Stimme nur eingebildet? Aber noch w├Ąhrend sie sich diese Frage stellte, kehrte die Stimme zur├╝ck und blieb.
Geh, geh, geh..... Fremde, Fremde, Fremde..... zur├╝ck, zur├╝ck, zur├╝ck........ Der monotone Singsang heftete sich an ihre Gedanken und lie├č sie nicht mehr los.
‘Rei├č dich zusammen,’ befahl sie sich selbst, doch es nutzte nichts und mit jeder Wiederholung schien die Stimme in ihr eindringlicher, nachdr├╝cklicher, ja bedrohlicher zu werden.
Arise sp├╝rte, wie die anderen Mitglieder ihres Teams sie mi├čtrauisch beobachteten, w├Ąhrend sie ihrer Arbeit nachgingen und den See analysierten und kartografierten. Ihr eigener Analytor hing schlaff in ihrer Hand und die Daten, die er st├Ąndig automatisch sammelte verschwammen vor ihren Augen. Es schien ihr so, als r├╝ckten die Nebelschwaden n├Ąher an sie heran und ver├Ąnderten ihre Farbe. Sie blinzelte und sch├╝ttelte ihr Analyseger├Ąt, das unkooperativ ihren Wahrnehmungen L├╝gen strafte und ihre aufkeimende Angst nicht in Codes ├╝bersetzen konnte.
Arise trat neben Kirola und sagte leise. “Irgendetwas lebt hier. Und ich glaube, es betrachtet uns als Eindringling und will uns hier nicht haben.”
“Ist das nur ein Gef├╝hl, oder haben Sie Daten, die ihre Theorie untermauern k├Ânnten?” fragte die Botanikerin. Arise kniff die Augen zusammen und schluckte. Ein Nebelfetzen umschmeichelte ihre Knie, als wolle er ihr Gespr├Ąch belauschen und pl├Âtzlich sah sie ein Auge darin aufglimmen, ein schwarzer Kreis mit einem winzigen Lichtpunkt in der Mitte, wimpernlos, lidlos, seltsam zweidimensional und dennoch eindeutig ein Auge. Sie schrie auf und Jonasti, Kirola und Nakogi fuhren zu ihr herum. Br├╝gge ri├č seine Laserautomatik aus seinem Holster.
“Was ist los?” fragte Nakogi scharf.
“Da sind Augen im Nebel,” rief Arise und deutete auf die Schwaden, die sich langsam um das Team herum zu sammeln schienen. Ein Gef├╝hl von Panik ├╝berflutete sie, eine atavistische Angst krampfte ihren Magen zusammen.
Mit einem Augenrollen steckte Br├╝gge seine Waffe zur├╝ck in das Holster und Jonasti st├Âhnte auf: “Herrgott nochmal, Feldmann! Rei├čen Sie sich endlich zusammen. Hier gibt es nichts Lebendes! Unsere Ger├Ąte h├Ątten selbst eine Am├Âbe aufgesp├╝rt, was sage ich, noch die winzigste Zelle. Aber hier ist nichts! Gar nichts!”
“Etwas lebt hier. Und es ist uns feindlich gesonnen!” wisperte Arise beharrlich und f├╝hlte die
Stimme in ihrem Kopf anschwellen.Die Nebelfetzen r├╝ckten schwebend n├Ąher und n├Ąher, auf und abtanzend, als wollten sie um den Trupp einen Kreis bilden und Nakogis Leute zum Reigen bitten. Arise sp├╝rte wie sich die wolkigen Gebilde nach ihnen ausstreckten, f├╝hlte die Gefahr herannahen wie eine erste Brise, die den Sturm verk├╝ndete. Sie lie├č ihren Analytor fallen und pre├čte ihre H├Ąnde auf ihre Ohren, w├Ąhrend sie auf die blinkenden Augen starrte und Schritt f├╝r Schritt vor ihnen zur├╝ckwich.
“Bitte, Sie m├╝ssen mir glauben!” schrie sie im verzweifelten Versuch, zu ├╝berzeugen. Kirola, das Gesicht mitleidig verzogen, nahm ihren Arm, doch Arise ri├č sich los. “Es gibt hier Leben und es betrachtet uns als Feinde! Wir sind in gr├Â├čter Gefahr! Ich war mir noch niemals so sicher!”
Jonasti sch├╝ttelte den Kopf, murmelte etwas von Raumkoller und wandte sich ab, als k├Ânne er ihr wirres Gejammer nicht mehr h├Âren.
“Beruhigen Sie sich, Feldmann!” befahl Nakogi barsch. Sie konnte ihn fast nicht mehr h├Âren, so laut war die Stimme geworden. Tr├Ąnen st├╝rzten aus ihren Augen, w├Ąhrend sie weiter zur├╝ckwich und beobachtete, wie der nebelhafte Ring sich um die anderen schlo├č. Warum konnten sie das nicht sehen?
Arise versuchte einen letzten, flehenden Apell.
Niemand h├Ârte auf sie. Keiner folgte ihr, als sie sich schlie├člich umdrehte und um ihr Leben rannte.
Weit kam sie nicht. Ein kristallgr├╝ner Stachel, der wie ein Pfeil aus dem Quarzgestein herausscho├č und ihren Schenkel durchbohrte, nagelte sie am Felsen fest. Arise schrie vor Schmerz und Angst. M├╝hsam drehte sie sich um und sah Kirola blut├╝berstr├Âmt zusammenbrechen, von tausenden winzigkleinen Tr├Âpfchen durchbohrt, die sich aus dem Nebel l├Âsten, sich im Bruchteil einer Sekunde verfestigten und innerhalb eines Lidschlags die Haut, das Fleisch, die Knochen der menschlichen Eindringlinge zu blutigen Klumpen zerfetzten. Erstarrt und jenseits aller Furcht beobachtete Arise, wie der Nebel sich ├╝ber das Blutbad senkte und als er sich wieder erhob, war von Kirola, Jonasti, Br├╝gge und Nakogi nichts mehr ├╝brig. Langsam wendeten die Nebelschwaden, jetzt wieder fahlgr├╝n und bleich, und schwebten auf sie zu.

Sie h├Ârte ihren keuchenden Atem und blinzelte. Jemand klopfte hartn├Ąckig an die T├╝r ihrer winzigen Kabine.
“Werfen Sie sich in ihre Uniform, Feldmann und kommen Sie mit,” sagte Jonasti, der Chefgeologe des Schiffs, w├Ąhrend sein Blick wohlgef├Ąllig ├╝ber ihr knappes Shirt und ├╝ber ihre langen, nackten Beine glitt. “Ihre erste Au├čenmission erwartet Sie. Wir konnten auf XR 298-7610 zwar kein organisches Leben feststellen, aber der Chef will auf Nummer Sicher gehen.”
“Nun machen Sie schon! Der gr├╝ne Planet erwartet uns!” rief er munter, als sie nicht antwortete und betrachtete verwundert ihr leichenblasses Gesicht.

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brain
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Hi Fiondra.
Ich fand die Geschichte spannend bis zum Gehtnichtmehr, musste sie unbedingt in einem Rutsch verschlingen. Du hast ganz tolle Ausdr├╝cke verwendet, nie ├╝bertrieben und das Ganze wirkte auf mich total glaubhaft. Der fremde Planet, grrrrrusel, da kann ja alles M├Âgliche passieren. Sch├Ân beschrieben. Auch das offene Ende empfand ich als sehr passend: hat sie nun getr├Ąumt oder nicht? Mhhh, bitte nicht antworten, das soll ein Geheimnis bleiben, so rattert die Phantasie weiter, auch noch lange nach dem Lesen.
Weiter so!

Liebe Gr├╝├če:-)
Brain

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jon
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Dickes fettes von mir! Sehr stimmungsvoll, sehr lyrisch, sehr glaubhaft!

Trotzdem nur eine 8 von mir, was ich angesichts des fetten Lobes eben wohl doch begr├╝nden muss. Vielleicht so:

Es ist f├╝r meinen Anspruch ein bisschen zu wenig Plot f├╝r sooo viel Atmosph├Ąre. Das Ganze erinnert eher an eine (sehr gelungene!) Studie (was es ja seiner Entstehungsgeschichte nach wohl auch ist) als an eine Geschichte.

Manchmal w├Ąre etwas weniger "Atmosph├Ąre" auch gut gewesen ÔÇô einfach, um mal Luft zu holen. Richtig aufgefallen ist mir das im Pointen-Absatz: Der Typ musste "hartn├Ąckig" klopfen, die Kabine "winzig" sein, Feldmann offenbar sch├Ân und der Chefgeologe "nicht ganz abgeneigt" sein ÔÇô alles Dinge, die (an dieser Stelle des Textes und eigentlich auch f├╝r den ganzen "Plot") nicht mehr wichtig sind, ├╝berfl├╝ssiger Schmuck.

Die M├╝he des Namen-Sortierens (zumal die Vornamen auch noch so ungewohnt und damit schwer merkbar sind) ist ein bisschen zu hoch f├╝r einen so kurzen Text. Nicht dass es unlogisch oder gar krampfig w├Ąre, die Namen so einzuf├╝hren bzw. ├╝berhaupt mit Vor- und Zunamen zu operieren ÔÇô es lohnt sich nur nicht richtig, die Namen zusammenzuklauben. Einfacher w├Ąre es, wenn am Anfang jeder ein-, zweimal mit dem vollen Namen auftauchen w├╝rde, dann m├╝sste man nicht sortieren.

Bedingt durch die Entstehungsgeschichte des Textes "fehlt" ein "echter Plot" ÔÇô ich versteh schon, woher der Wunsch kommt, es durch eine Pointe "komplett" zu machen. Allerdings schmeckt es (weil es so oft gemacht wird) billig, es einfach "Traum" zu nennen. Die Frage, die brain andeutete (Ist es vielleicht doch wahr?) stellt sich so auch nicht wirklich. Sie w├╝rde sich eventuell stellen, wenn der text damit anfinge, dass der Chefgeologe die Feldmann weckt , sie sich undeutlich an einen Alptraum erinnert dann ÔÇô┬áda drau├čen ÔÇô ihn wieder vergisst, weil sie ÔÇ×in die Sch├Ânheit f├Ąllt". (Ist zwar auch nicht (mehr) originell, w├╝rde aber die von brain angedeutete Dimension in den Text bringen.)


Lange Rede kurzer Sinn: Der Text hat das Potential "perfekt" zu werdenÔÇŽ
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dal├Ąsst (Klaus Klages)

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brain
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Hi Jon.
Da muss ich doch kurz mal was zu schreiben:-)

W├Ąre doch m├Âglich, dass Arise sich nicht an den Traum erinnert und nur aufgrund einer unbestimmten Vorahnung blass ist, als sie von ihrem Einsatz auf dem "gr├╝nen Planeten" erf├Ąhrt. Dann w├╝rde das Ganze sogar eine Endlosschleifengeschichte abgeben - eine deshalb glaubw├╝rdige, gerade weil ich die Namen echt mal originell finde. Kirola, Jonasti und Arise, alles Namen die ich zuvor nie geh├Ârt habe (nat├╝rlich vom Sepultura Album "Arise" mal abgesehen, aber das war ja was Anderes:-)). Feldmann kenn ich sogar einen, da hab ich gleich ein Bild von.

Es stimmt schon, dass man sich sehr auf den Text konzentrieren muss, um der Namensaufz├Ąhlung der einzelnen Charaktere folgen zu k├Ânnen, aber - es lohnt sich!

Liebe Gr├╝├če:-)
Brain

PS an Fiondra: War das eine Debut-Geschichte?

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Fiondra
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Hallo Brain und Jon,

zun├Ąchst einmal ganz lieben Dank f├╝r das dicke Lob!
Zu Brains Frage: Diese Geschichte war tats├Ąchlich so etwas wie ein Debut. Seit drei Jahren schreibe ich an einer Fantasy-Trilogie (wird wohl mein Lebenswerk)und seit einem Jahr an einem historischen Kriminalroman, der in den letzten Z├╝gen liegt. Aber ich habe vorher noch nie eine Kurzgeschichte geschrieben, noch nie SF geschrieben und meine Schreibe noch nie mir unbekannten Menschen zu lesen gegeben.Insofern tats├Ąchlich ein Debut.
Die Kurzgeschichte ist an einem Tag entstanden, weil ich ein Werk brauchte, um Mitglied in der LL zu werden. Da die Schreibaufgabe ohnehin schon in der Verl├Ąngerung war, habe ich die Geschichte auch gleich eingestellt. Und das bringt mich zu Jons Kommentar:
Jon, Du hast recht. Ich neige zu ├╝berfl├╝ssigen Ausschm├╝ckungen. Sie springen mir oft selber ins Auge, wenn ich ein wenig Abstand zum Text habe und beim Korrekturlesen streiche und k├╝rze ich jedesmal :-))! Diesmal fehlte mir die Zeit, um den Text ein wenig ruhen zu lassen. Und das Auge eines objektiven Lesers entdeckt das ohnehin schneller als ich selber.
Was nun die Namen betrifft, so habe ich eigentlich nur der Protagonistin Vor- und Nachnamen gegeben, alle anderen Namen sollten eigentlich Nachnamen sein. Vielleicht verwirrt es deshalb, weil es ungebr├Ąuchliche Namen sind? Mit den Namen wollte ich auch ein wenig andeuten, da├č es sich bei dem Au├čenteam um Menschen verschiedener Nationen handelt.
Ein knappes Shirt und lange Beine machen aus Arise ja nicht unbedingt eine Sch├Ânheit. Ob sie sch├Ân ist oder nicht, fand ich f├╝r die Geschichte auch nicht wichtig. Ich stellte mir nur den Chefgeologen ein bi├čchen schl├╝pfrig vor - siehe den Dialog mit Kirola am Anfang der Geschichte.
Tja, und was nun den Plot am Ende der Geschichte betrifft, so fehlt vielleicht noch ein Hauch von Andeutung, um dem Leser noch mehr M├Âglichkeiten zu geben, seine Phantasie sprechen zu lassen.
Ich freue mich jedenfalls riesig, da├č meine Geschichte Anklang gefunden hat!

LG Fiondra

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