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Leselupe.de > Anonymus
XX.XX.’XX
Eingestellt am 27. 03. 2008 23:55


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

XX.XX.’XX



Badezimmer

Spieglein, Spiegelei, Milben an der Wand,
wer ist der Schl├Ąfrigste im ganzen Land?


K├╝che

Oh, schwere Kost auf meinem Fr├╝hst├╝cksteller!
Ein K├╝hlschrankherz, das kalt und steif von
niemandem umarmt nun Speise sein muss.
Die Schneide meiner Sehnsucht ist gro├č, aber stumpf.
Und stumm ziehen Muskeln aneinander.
Und stumm malte Gogh den Gefallenen.
Ich glaube, es ist die Einsamkeit, die mein
Ohr von meinem Kopf abtrennen will. Wie
viele wohl so sitzen m├Âgen: minimalisiert,
auf minimalistischen M├Âbeln, in minimaler Umgebung.

Es fehlt nicht viel und alles Lachen schwindet ewig.


Fu├čballfeld

Richtig sch├Ân mit Anstand gegen den Ball treten.
Schwarzwei├čer Stereotypenrund wird von Netzen gefangen,
ein Grund zur Freude, ein Grund zum nackt werden.
Wer braucht den Torwart noch?
Die Welt ist begrenzt von vier Pf├Ąhlen, dahinter windet
sich das Aus, das Meer flie├čt ins Universum.


Bar

Ich spiel in braunfarbener Umgebung.
Es geht nicht um T├Âne;
Spontaneit├Ąt schwebt und erh├Ąlt den Menschen.
Nat├╝rlich k├Ânnte ich auf diese Tische springen und
Gl├Ąser treten. Ich k├Ânnte alle zwingen, den Boden
zu s├Ąubern. Sie brauchen ihre Zungen sonst zu nichts.
Ich k├Ânnte meine Spiegel treten. Und dann?

Vermutlich ist diese Kneipe meine pers├Ânliche Strafkolonie.
Viele Gebote lie├čen sich in meinen R├╝cken stechen:
l├╝ge nicht, schlage nicht, missbrauche nicht, t├Âte nicht,
ehre, heilige, doch begehre nicht, stehle nicht und lebe nicht.
Ich werfe mich in den Staub, die V├Âgel sehen Nester
in meinen Augenh├Âhlen ...
Wann brecht ihr durch die Schale und fliegt frei?
Freiheit?
Aus mir soll Leben schlüpfen! Liebe Ärzte, wann?
Und der Preis?

Seht euch diesen Specht an, Freunde.

Sie reden ├╝ber mich in fremden Sprachen.


Wohnzimmer

Schwarze B├Ąlle rollen auf den Fliesen.
Sieht sie keiner? Sie verfolgen nichts und
rollen blo├č, rollen, rollen...
Niemand sieht sie, denn der Letzte ist
verschwunden. Man h├Ârt das Stroh nicht
l├Ąnger knistern. Gr├╝n wird wieder Blau und Gelb,
das Licht geht aus, wir gehn nach Haus,
Rabimmel – Rabammel – Rabumm.
Kegel sind Kegel und B├Ąlle sind B├Ąlle,
wer kann aus Ecken Kurven formen?
Hei├č, scharf, 12 Cent die Minute, das Leben ist
ein Abenteuer. Leben? Die Apfelschorle ist leer.

Und wenn ich in die Nacht spreche, erschrecke ich
├╝ber mein Grunzen. Und wenn Laternen sterben,
schlie├če ich die Lider. Und wenn ich zu lange
telefoniere, werden die Kosten zu hoch.

Rabimmel – Rabammel – Rabumm.


Terrasse

Manchmal wird der Himmel blau, ganz hell und blau.
Dann gehe ich ├╝ber Wasser.
Nicht ertrinken, nicht heute.


Schlafzimmer

Doch bleibt Celan ein ewig sch├Âner Klang.

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