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Leselupe.de > Gereimtes
Yang und Ying
Eingestellt am 05. 01. 2003 13:50


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MĂ¶ĂŸner, Bernhard
Routinierter Autor
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Yang und Ying

Beleidigt schlich sich heut davon
das W samt X und Ypsilon;
sie sÀhen nicht mehr lÀnger ein,
Schlusslicht des Alphabets zu sein.
Da schrie ich donnernd: "hier geblieben,
erst wird noch dies Gedicht geschrieben!
Ich schreibe heut ĂŒber Zypressen,
um Ypsilon damit zu pressen!"

Das W, das lachte und sprach: "Wie?
Das schaffst du mit Zypressen nie!
Dies sind doch alles nachts am Tresen
dir aufgebundene Synthesen;
viel sicherer sind Zyklotrone,
du presstes damit selbst Atome.
Ein Ypsilon ist nicht zu pressen
mit solchen albernen Finessen!"

Da rief der Zyniker: "Das ist
doch alter Hieroglyphenmist,
ihr leidet wohl an Hypostasen
an euren blöden Hypernasen!"
Vom fernen Styx eilt mit der Hippe
herbei die schreckliche Xanthippe.
Sie schwang, ganz hypertonisch Wesen,
hysterisch keifend ihren Besen:
"Ich bring das Hypochonder um
mit reinem Zyankalium."

"Seht", sprach das Z zum Y:
das hat der Sokrates davon!
So klug er war und so gelehrt,
das Weib war fĂŒr ihn grundverkehrt.
Er stand unter des Drachen Knute;
so freute sich am End der Gute,
dass in Athen ihn der Senat
zum Tod durch Gift verurteilt hat.
Froh leertÂŽ er, wie ein alter Zecher,
hinab den ganzen Schierlingsbecher.

Im Lande Hades wandelt er
seither als weiser VisionÀr."
Jetzt fing das X-Bein an zu flennen:
"mit diesem Bein kann ich nicht rennen."
Ich tröstete das arme Ding,
erzÀhlte ihm von Yang und Ying;
schon hörtŽ das X-chen auf zu weinen,
mit mir und mit der Welt im Reinen.
Es lebe hoch, es lebe lang
der Unsinn, sowie Ying und Yang!



__________________
-Bernhard MĂ¶ĂŸner-

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Waldemar Hammel
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GefĂ€llt mir sehr Ă€ußerst!

Einige Korrekturen?

Beleidigt schlich sich heut davon
das W samt X und Ypsilon;
sie sÀhen nicht mehr lÀnger ein,
Schluss(licht) des Alphabets zu sein.
Da schrie ich donnernd: "hier geblieben,
erst wird noch dies Gedicht geschrieben!
Ich [be]schreibe heut (ĂŒber) Zypressen,
um Ypsilon (damit zu) [herauszu]pressen!"

Das W, das lachte und sprach: "Wie?
Das schaffst du mit Zypressen nie!
Dies sind doch alles nachts am Tresen
dir aufgebundene Synthesen;
viel sicherer sind Zyklotrone,
du (presstes) [presst] damit selbst [die] Atome.
Ein Ypsilon ist nicht zu pressen
mit solchen albernen Finessen!"

Da rief der Zyniker: "Das ist
doch alter Hieroglyphenmist,
ihr leidet wohl an Hypostasen
an euren blöden Hypernasen!"
Vom fernen Styx eilt mit der Hippe
herbei die schreckliche Xanthippe.
Sie schwang, ganz hypertonisch Wesen,
hysterisch keifend ihren Besen:
"Ich bring (das) [den] Hypochonder um
mit reinem Zyankalium."

"Seht", sprach das Z zum Y:
das hat der Sokrates davon!
So klug er war und so gelehrt,
das Weib war fĂŒr ihn grundverkehrt.
Er stand unter des Drachen Knute;
so freute sich am End der Gute,
dass in Athen ihn der Senat
zum Tod durch Gift verurteilt hat.
Froh leertÂŽ er, wie ein alter Zecher,
(hinab) [direkt] den ganzen Schierlingsbecher.

Im Lande Hades wandelt er
seit(her)[dem] als weiser VisionÀr."
Jetzt fing das X-Bein an zu flennen:
"mit diesem Bein kann ich nicht rennen."
Ich tröstete das arme Ding,
erzÀhlte ihm von Yang und Ying;
schon hörtŽ das X-chen auf zu weinen,
mit mir und mit der Welt im Reinen.
Es lebe hoch, es lebe lang
der Unsinn, sowie Ying und Yang!

(..) weglassen und durch [..] ersetzen ???

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Klopfstock
Guest
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Hallo, Bernhard MĂ¶ĂŸner,

ich finde, das ist ein phantastisches Gedicht!!!
Aber ich bin ja von Dir QualitÀt gewohnt - schade
nur, daß Du Deine "alten" Gedichte alle herausgenommen
hast, auf jeden Fall habe ich hier nichts mehr davon
finden können, aber ich bin sicher, daß Du uns noch
viele tolle Werke bescheren kannst.
Auf jeden Fall freue ich mich, daß Du wieder aufgetaucht
bist!!!

Sende Dir liebe GrĂŒĂŸe
und wĂŒnsche noch einen schönen Tag

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Lutz Menard
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Registriert: Aug 2002

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Hallo Bernhard,

ein wirklich witziges, gelungenes Gedicht, an dem es kaum etwas zu verbessern gibt! Man mag ĂŒber Waldemars VorschlĂ€ge dazu streiten - oder auch nicht -, seiner Anregung zur vorletzten Zeile der ersten Strophe wĂŒrde ich jedenfalls nicht folgen, weil dadurch die Metrik (Jambus) gestört werden wĂŒrde. Zwar kommt der Rhythmus bei "ĂŒber" ein bißchen aus dem Tritt, jedoch kann man das im Rahmen "dichterischer Freiheit" durchaus hinnehmen. Da fĂ€llt mir gerade eine andere Version ein, die ich aber nur als einen Versuch unter mehreren möglichen gewertet wissen will:
"HeutÂŽschreibe ich doch von Zypressen..." oder
"SchreibÂŽich doch heute von Zypressen..."

Mit besten GrĂŒĂŸen
LuMen
__________________
LuMen

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