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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Zähltag
Eingestellt am 05. 02. 2006 10:02


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Bex
Hobbydichter
Registriert: Jan 2006

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Zähltag

        Mit einer Flasche Wein wird’s schon klappen...
Zum wievielten Mal sitze ich nun eigentlich schon hier vor der Kiste und versuche mich daran, meine vielen gesammelten Geistesblitze zu einer wenigstens für mich akzeptablen -und von mir aus auch kurzen- Geschichte zusammenzufriemeln? Mitgezählt habe ich nicht. Wär mir nie eingefallen, abgesehen davon: Was bitteschön soll man denn noch alles zählen im Leben? Ich zähle ohnehin schon genügend unnütze Dinge.

        Zum Beispiel morgens, wenn ich mir nach dem Klingeln des Weckers traditionell diverse Schlummerverlängerungen gönne. Und das nur, um dann -je nach Tagesform- nach der dritten, fünften oder siebten Viertelstunde umso platter aufstehen zu müssen. Die Beschränktheit dieses Vorgehens ist mir zu jeder anderen Tageszeit klar, am Morgen allerdings nie. Es will mir während der Weckervorstellerei einfach nicht einleuchten, dass jeder denkbaren anderen Handhabe durchaus etwas positives abzugewinnen wäre, nur eben dieser nicht. In Frage käme etwa,
    - tatsächlich nach dem ersten Piepton des Weckers aufzustehen und demzufolge überpünktlich im Büro zu erscheinen, was den Feierabend doch erheblich nach vorn verschieben würde,
    - den Wecker abends gleich auf den spätmöglichsten Zeitpunkt am Morgen zu stellen und so mit dem entsprechenden Schreck in den Knochen zu erwachen, dadurch aber sofort voll da zu sein,
    - oder aber liegenzubleiben und später beim Doc vorbeizuschauen.
Die Möglichkeit, sich den Schlaf gänzlich zu sparen und somit über so lästige Dinge wie das morgendliche Aufstehen nicht nachdenken zu müssen habe ich zwar erwogen, doch würde das bei mir selbst über einen kurzen Zeitraum ohne Zuhilfenahme dafür einschlägig bekannter Mittel nicht funktionieren. Schlafen muss man ja. Ich zumindest.

        Jedenfalls zähle ich nach dem endgültigen Schlafabbruch tatsächlich nochmal nach, wie oft ich die Aufstehverzögerungsprozedur denn nun heute durchgezogen habe. Die Summe kann ich dann immer gut mit meiner eigentlichen Blödheit multiplizieren, was mir regelmäßig einen tollen Start in den Tag verschafft. Auf dem Weg zur Arbeit geht die Zählerei dann -in den seltensten Fällen munter- weiter. So rechne ich mir aus, wie viele S-Bahnen denn eigentlich seit meinem ersten Erwachen ohne mich auf die Reise gegangen sind. Wie viele Croissants hat mein Bäcker seitdem verkauft, wie viele sind noch übrig? In diesem Zusammenhang: Wieviel Geld habe ich eigentlich dabei? Mal eben durchzählen. Wenn’s reicht, ist alles okay für den Moment, ansonsten ist jetzt noch der Umweg zum Geldautomaten fällig. Das kostet Zeit. Zu zählen, wie viele Minuten dafür nun noch ins Land gehen erspare ich mir dann aber meist, das zieht einen ja nur noch mehr runter. Außerdem ist es ja notwendig, denn weder kann ich bei meinem Bäcker mit Karte zahlen (warum eigentlich nicht? Mal nachfragen...), noch lass ich bei ihm anschreiben (noch nicht!). Und gar nichts zu essen soll wohl schlecht sein, sagt man.

        Zum Glück bin ich nicht in der Situation, Kalorien zählen zu müssen. Also, wenn man’s genau nimmt, dann eigentlich doch, aber nicht im üblichen Sinne. Ich sollte eher darauf achten, dass es möglichst viele sind, die ich zu mir nehme, wofür ich alle Diät-Tips aus den verschiedenen Frauengazetten umkehren müsste. Also adios Trennkost & Co., immer hübsch fettig essen und auf gar keinen Fall zu regelmäßigen Zeiten. Das klingt mir dann aber doch dezent nach Herzinfarkt mit 34, außerdem wär ich für solcherlei Spielerchen wohl zu inkonsequent. Um das zu beherzigen müsste ich am Ende noch mit einer aus der Petra herausgerissenen Kalorientabelle in der Hosentasche einkaufen gehen. Dann gibt’s doch aber spätestens nach einer Woche in der neuen Freundin gleich ein selbstverständlich von renommierten Lebensmittelanalytikern abgesegnetes Update, und in der Woche drauf pappt auf dem Titel der Young Miss erneut ein Exemplar mit den aber nun allerneueste Erkenntnissen. Was hieße das? Ich würde sicher damit beginnen, all die nun völlig überholten, bisher benutzten Fresslisten zu zählen. Na, dankeschön auch. Dann esse ich lieber, wenn ich hungrig bin, und zwar immer gerade das, worauf ich Appetit habe. Vorausgesetzt, ich kann es finanzieren.

        Geldzählen muß ich nämlich ständig. Leider nicht wie Onkel Dagobert. (Warum nenne ich den eigentlich Onkel? Das ist ja wohl nicht sein Vorname...). Er hat ja das -zugegeben- wirklich schwerwiegende Problem, aufgrund seines riesigen Guthabens bei unkorrekter Zählung schnell Gefahr zu laufen, den Überblick über seine ungeheure Talermasse zu verlieren. Den Überblick kann ich schließlich auch schnell verlieren, nur ist meine Währung eine andere und der Grund des Zählens ein komplett anderer. Und wenn ich ihn dann verloren habe, den Überblick, dann kann ich damit beginnen, die daraus resultierenden Sorgen zu zählen. Nur werde ich mir das dann nicht anmerken lassen. Auf diese Weise werde ich dann immerhin einen Großteil meines Daseins damit beschäftigt sein, so zu tun als sei alles im Lot. Und das wird dann bewirken, dass ich die Sorgenzählerei auf kurze Momente beschränken kann. Praktisch, das.
Wie oft ich mit meinem Lottotipp schon völlig danebenlag habe ich zwar nicht mitgezählt, doch sehr oft versuche ich mir auszurechnen, wieviel ich irgendwann einmal zu gewinnen habe, um wenigstens meine gesamten Spieleinsätze wieder einzufahren. Die Rechnung ist jedesmal ergebnis-, der Gewinn aussichtslos, versteht sich.

        Im Büro angekommen kann man hervorragend Gerüchte zählen. Ein geschätzter wöchentlicher Durchschnitt liegt bei zwei Gerüchten pro Nase. Der eine Kollege hat mehr davon, ein anderer weniger auf Lager. Ich wäre längst komplett geistesgestört, wenn ich auch nur die Hälfte aller getätigten Aussagen über diesen oder jenen Kollegen länger als nur eine halbe Minute im Kopf behielte oder gar glaubte. Aus reiner Gewohnheit nimmt man das meiste dieses Geschwafels zwar kurzfristig auf, schmeißt den Kram aber so bald es geht wieder aus dem Stammhirn. Es wird ja dort auch Platz benötigt für die folgenden Tuscheleien, und hin und wieder behält man eine davon, weil sie irgendwie von Interesse ist. Es kommt vor, dass ich eine ganze Woche nichts spannendes vernommen habe und auf Gerüchtesuche gehe. Man kennt ja inzwischen diejenigen, die eine wirklich gute Auffassungsgabe, aber auch eine dauerhaft rege Phantasie haben. Dass es sich hierbei fast ausschließlich um Frauen handelt bräuchte ich nicht anzumerken, tu’s aber. Schon äußerst amüsant, wenn mir Kollegin A, die laut Kollegin B doch ganz sicher von einer ihrer zahlreichen Affären schwanger ist, vormittags mailt, was für eine unbefriedigte, engstirnige, übellaunige Mistkuh Kollegin C doch sei. Ich darf lesen, wie diese unangenehme Person ihr armseliges Dasein nach Feierabend fristet, sie den Batzen Kohle, den sie geerbt hat sich klamotten- und frisurtechnisch ja wohl überhaupt nicht ansehen ließe und das ja sowieso und überhaupt gar kein bisschen verdient hätte. Und schon am Mittag sehe ich alle drei beim Pausieren an einem üppig gedeckten Beistelltisch sitzen. Vermutlich dreht sich ihr Gespräch um Kollegin D, die gerade abwesend ist. Oder aber um den neuen knackärschigen Kollegen, der dann nicht weniger mein Beileid genießt. Oder auch um mich, was mich dann allerdings eher kalt ließe.

        Was ich im Büro nicht zähle, sind die Minuten bis zum Feierabend. Der steht meist bis kurz davor nicht fest, somit ginge das auch gar nicht. Selbst wenn es möglich wäre, versuchte ich es dennoch zwecks Erhalts meiner halbguten Laune zu vermeiden. Dann arbeite ich doch lieber meine Stapel ab, und wenn ich mich anstrenge, dann zähle ich auch die bereits bearbeiteten und noch folgenden Vorgänge nicht. Eingehende Anrufe zähle ich häufig, dies aber eher versehentlich. Während des Klingelns geht mir oftmals durch den Kopf, wer heute schon einmal angerufen hat. Es ergibt sich folglich eine Zahl. Wenn jemand doppelt anruft ist es nur logisch, dass dies einem auffällt, somit zählt man hier wenigstens bis zwei. Gut sind die Tage, an denen man mit der Anrufzählerei nicht hinterherkommt. Da spart man sich dann zwangsläufig das Weiterzählen. Das tut man dann aber sicher hinterher an anderer Stelle. Zum Beispiel beginne ich etwa am 15. des Monats damit, die Tage bis zum Monatsende zu zählen, wenn ich wieder guten Mutes an den Geldautomaten herantreten kann ohne größere Angst vor dem Boxhandschuh, der in vielen meiner Träume in diesen Geräten zu Hause ist und mich schon böse verletzt hat. Wie oft ich das schon träumte weiß ich nicht, hab’s nicht gezählt, erstaunlich.
Geldautomat... klingt simpel. Wär ja prima, wenn das so einfach wäre. Das Teil müsste eigentlich richtigerweise Geldausgabe-(aber-nur-wenn-Kohle-vorhanden-ansonsten-Arschtritt-)Automat heißen, das käme der Sache schon näher. Doch wem sag ich das? Mir. Gut.

        Wenn die Arbeit dann getan bzw. der Feierabend noch nicht getan ist, beginnen mehrere Überlegungen. Zum einen frage ich mich, was ich heute wohl essen möchte und wohin ich zu gehen bereit bin, um dies dann zu besorgen. Und zum anderen frage ich mich zum mindestens achthundertsten Mal, warum ich denn eigentlich nicht wie so gut wie all die (Aldi???) anderen Kollegen während des Dienstes auf Nahrungsbeschaffungstour war. Schön blöd, wär ja machbar gewesen. Mit Ausnahme von Tiefkühlkost vielleicht, die sich zwar zwischendurch im betriebseigenen Tiefkühlschrank bestens zwischenlagern ließe, jedoch während der zwei Transporte, also vom Supermarkt dorthin und von dort aus nach Hause zwei haltbarkeitsbeeinträchtigende Auftauphasen erleben würde. Nun esse ich doch aber nicht täglich Fertigfutter. Noch jedenfalls nicht. Das könnte sich aber bald ändern, denn mehr und mehr vergeht mir die Lust am Kochen. Für mehrere oder zu mehreren (die man dann übrigens wieder prima durchzählen könnte...) macht das ja richtig Spaß, doch für mich allein? Da geht’s dann nur darum, irgendwas zu essen, egal, ob mit Liebe oder Mikrowelle zubereitet. Ich habe mich schon dabei erwischt, mich am Abend während des Essens selbst zu fragen, ob es mir denn schmeckt. Würde noch fehlen, dass ich antworte. Oder nachfrage, ob ich mal das Rezept bekommen kann. Und beim nächsten Mal bin dann mal ich dran mit dem Kochen? Okay, einverstanden.

        Im Supermarkt angekommen beginne ich, mein Kleingeld zu zählen. Eine Euromünze habe ich, wenn ich eine brauche, so gut wie nie dabei. Jetzt bräuchte ich eine für den Einkaufswagen, der scheinbar genau einen Euro wert ist. Kann ich mir gar nicht vorstellen, sieht viel teurer aus...
Ich bewege mich nun mit einer Handvoll Kleingeld in Richtung Kasse und versuche so höflich wie möglich die Kassiererin darum zu bitten, mir zum Tausch einen Euro zu geben. Es folgt oft ein aufgesetzt freundliches Lächeln der Dame, ein Schlag auf die eben noch geöffnete Kassenklappe und der Spruch: Oh, da müssen Sie aber warten, bis die Kasse offen ist. So beginnt doch der entspannte Einkauf. Konsequenterweise müsste ich an der Stelle den Laden verlassen und im nächsten mein Glück versuchen. Doch ich bezweifle, dass die gute Frau mein Verschwinden überhaupt bemerken würde. Außerdem bin ich ja nun schon einmal hier. Ich ignoriere also ihr dämliches Grinsen (zum wievielten Mal eigentlich?) und warte geduldig auf meine Euromünze. Endlich mit einem Wagen ausgestattet ziehe ich dann meine Runden durch die Gänge. Währenddessen zähle ich weiter. Ich zähle die Rentnerinnen, die mir allesamt schon ewig die Antwort auf die Frage schuldig sind, weshalb sie denn bitteschön nachmittags einzukaufen pflegen. Ich zähle die jungen attraktiven Damen und gleichzeitig all meine sinnlosen Einfälle, wie ich diese denn nett ansprechen könnte. Ich zähle diejenigen Hektiker, die mir ihre Einkaufswagen in die Hacken rammen. Zwischendurch komme ich tatsächlich dazu, meinen Wagen mit diversen Produkten zu füllen. Sollte ich besser mal durchzählen, was mich der Einkauf kosten wird? Ich beginne damit, nachdem ich mich in die Endlosschlange an der einzigen geöffneten Kasse eingereiht habe. Doch ich komme nicht weit mit dem Rechnen: Plötzlich bin ich nämlich dabei zu zählen, wieviele Kassen es hier eigentlich insgesamt gibt...

        Auf dem Heimweg mache ich mir Gedanken, seit wievielen Tagen ich mich nicht mehr mit Jörg getroffen habe. Ich komme auf keine genaue Zahl, aber es müssen Wochen vergangen sein, seit wir uns das letzte Mal sahen. Schon schade, es war früher mehr Zeit für Kumpels übrig. Auch für sportliche Aktivitäten hatte ich immer Zeit. Würde ich die Stunden zu zählen beginnen, die vergangen sind, seit ich zuletzt Badminton spielen war, würde ich wohl ziemlich spät ins Bett kommen heute Nacht. Also lasse ich das besser. Noch eine, zwei, drei Stationen, dann bin ich daheim. Dort leere ich zunächst den Briefkasten und zähle die mir freundlicherweise zur Verfügung gestellten Werbeprospekte diverser ortsansässiger Firmen: 2 Baumärkte, 1 Möbelhaus, 1 Supermarkt und 1 Autoteilehändler hatten das Bedürfnis, mich über ihr aktuelles Sortiment zu informieren. Macht insgesamt 5 Reklamesendungen, von denen mindestens 3 in mir komplett die falsche Zielgruppe erreicht haben. Schade um das Papier. Wieviele Bäume wohl pro Jahr dafür draufgehen? Die Werbe- Invasion setzt sich später am Computer fort, hier nennen sich die ‚Prospekte’ allerdings ‚Newsletter’ und ihre Anzahl ist um ein vielfaches höher als die ihrer Papierkollegen. Wenigstens brauchten hierfür keine Wälder abgeholzt werden.

        Nachdem ich gegessen habe und zwei bis drei (oder waren es vier?) haushaltstechnische Handgriffe getan habe, geht der heutige Tag dem Ende entgegen. Ich stehe vor dem Regal und zähle die Bücher, die ich heute nicht zu lesen beginnen möchte. Deren Summe ist beträchtlich, ganze zwei stehen noch zur Auswahl. Da ich mich nicht entscheiden kann, erwäge ich ersatzweise einen Fernsehabend. Mangels interessanter Sendungen scheitert auch dieser Plan; sieben Krankenhausserien an einem einzigen Abend halte ich für Folter. Als würde eine davon nicht schon reichen, einem den Abend zu versauen... Zum Ausgehen ist es vielleicht zu spät, bestimmt aber zu sehr Dienstag. Doch ich könnte zum Abschluss des Abends einmal mehr versuchen, mich an den Rechner zu setzen und eine kleine Geschichte verfassen.
Mit einer Flasche Wein wird’s schon klappen...



- © 2002 bm -

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Marius Speermann
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Liebe(r) Bex!

Zuerst mal herzlich willkommen bei der Leselupe, und Deinem Mut, Dich kritischen Lesern und anderen Autoren zu stellen.

Nun zu Deinem Text: er ist ehrlich gesagt zu lang für das, was Du sagen willst. Spätestens nach dem "Kalorienzählen" habe ich die Absätze einfach übersprungen und bin zum Ende gehüpft. Beim zweiten und diesmal genauerem Durchlesen (um nicht einen unfairen kommentar abzugeben) hat sich das erste Gefühl bestätigt.
Es ist einfach zuviel vom Selben, ohne Neues hinzuzufügen. Wenn Du solch einen Stil wählst, dann musst Du schon schauen, dass jeder Deiner Absätze z.B. eine (neue) Pointe liefert. Dann ist der Leser bereit, wie ein Haftelmacher aufzupassen und die Absätze genau zu lesen, weil eine neue Pointe wartet.

Konkret kann man als Faustregel die "Dreierregel" nennen: alles was über 3x hinübergeht, wird langweilig. In vielen Witzen dienen die ersten 2 Erwähnungen und Beispiel als Vorbereitung und Auf-den-falschen-Pfad-führen, um im 3. dann die Pointe zu liefern. Weniger hilft dem Leser/Zuhörer nicht, die (falsche) Struktur zu erkennen, und mehr als 3 schläfert ein: die Leser werden müde, schweifen in den Gedanken ab und verpassen die Pointe.

Für Deinen Text gilt somit: entweder kürzen auf 3x, oder nach jedem Absatz eine Pointe.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor für Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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Bex
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Hallo Marius,

zunächst vielen Dank für Deinen Kommentar.
Ich gebe Dir Recht: sehr kurz und knapp ist mein Text nicht gerade geraten.
Das, was Dir (und vielleicht auch anderen Lesern) daran zu langwierig erscheint ist in meinen Augen aber der Erzählung schon förderlich.
Insgesamt handelt es sich um die (insgesamt schon augenzwinkernde) Beschreibung einer (Zähl-)Neurose des Ich-Erzählers. Um die verschiedenen Situationen eines Tages aufzuzählen, in denen sich jemand beim mehr oder weniger ungewollten Zählen ertappt, erschienen mir mehr als 3 Beispiele wichtig. Der Umstand, dass sich die zwanghafte Zählerei hierbei fortwährend wiederholt, ist Thema und roter Faden der Erzählung.
Mir war bislang nicht bewusst, dass der Text aufgrund fehlender Pointen zum Ende jedes Absatzes langweilen könnte. Vielleicht sehe ich den Text hierfür einfach zu sehr als Ganzes und dementsprechend zu wenig als Aneinanderreihung einer Vielzahl von Absätzen.
Dennoch ein großes Dankeschön für Deine Mühe; ich werde künftig noch mehr versuchen, mich in den Leser hineinzuversetzen (wenn es denn "den Leser" als solches überhaupt gibt )

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Marius Speermann
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Unter diesen Aspekten (neurotisch und langwierig), würde ich den Text aber dann nicht mehr unter Humor&Satire sehen, sondern unter z.B. Tagebuch.

Um den Text humoristisch zu machen, müsstest Du entweder Zwischenpointen einfügen oder den Text verdichten. Z.B. durch immer schnellere und immer vermischtere "Durcheinanderzählung" mit kreativer Übertreibung. So plätschert der Text vor sich hin, und wird damit mal ein Kandidat für "Tagebuch" (was nicht heisst, dass Tagebucheintragungen nur so vor sich hinplätschern müssen - ganz im Gegenteil).

Ein lustiger Text muss auch immer "leicht" sein, sprich: ich darf mich als Leser im Regelfall nicht quälen müssen (was aber ebenso nicht heisst, dass der Text wirklich leicht und belanglos ist - siehe auch Musik: Bach klingt leicht, die Musik ist aber sehr schwer zu spielen).

Marius
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flammarion
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ich

stimme marius vollinhaltlich zu. darf ich dein werk nach tagebuch verschieben? und denke ja nicht, dass du dort nicht gelesen wirst.
lg
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Bex
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